Jeder Vierte geht vorzeitig

Darum springen der Bundeswehr Freiwillige ab

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Das Handout der Bundeswehr zeigt die Rekrutin Sandra Reiermann in Ahlen während ihrer "Rekrutenprüfung" am Ende der Grundausbildung mit ihrem Sturmgewehr.

Berlin - Jeder vierte Freiwillige verlässt die Bundeswehr noch innerhalb der ersten sechs Monate. Das geht ebenso aus der Großen Anfrage der SPD hervor wie die Gründe für diesen Schritt.

Freud und Leid bei der Personalentwicklung der Bundeswehr: Ein Viertel der freiwillig Dienenden übersteht die ersten sechs Monate nicht und Tausende Unteroffiziere können trotz guter Leistung nicht befördert werden. Zugleich gilt der Einsatz von Frauen in der Bundeswehr als Bereicherung. Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin vorliegenden Antwort der Regierung hervor. Das 217-seitige Dokument bezieht sich auf eine Große Anfrage der SPD zur Bundeswehr als Einsatzarmee im Wandel.

Demnach wurden nach Abschaffung der Wehrpflicht von Juli 2011 bis Januar 2013 rund 20.000 Freiwillige eingestellt. 920 verpflichteten sich weiter als Soldaten auf Zeit, 5126 verließen die Streitkräfte aber binnen eines halben Jahres wieder. Als Grund gaben diese entweder private Gründe oder berufliche Alternativen an, heißt es in der Expertise der Regierung. Zu einem geringeren Teil hätten auch andere Vorstellungen vom militärischen Dienst bestanden. Entlassungen durch den Dienstherrn hätten meistens gesundheitliche Gründe gehabt.

Frauen bewähren sich als "mutig und nervenstark"

Die Öffnung der Bundeswehr für Frauen im Jahr 2001 wird als Gewinn für die Streitkräfte beschrieben: „Insgesamt hat sich der Einsatz von Soldatinnen hervorragend bewährt.“ 2012 waren 18.600 Frauen in der Bundeswehr, womit die Zielmarke von 15 Prozent an Soldatinnen in militärischen Laufbahnen aber noch nicht erreicht ist.

Relevante Unterschiede in der Leistungsfähigkeit seien auch in den Kampfverbänden bei den Frauen nicht erkennbar. Sie trügen die gleichen Belastungen wie die Männer und lehnten Sonderkonditionen ab. „Sie haben während des laufenden Gefechts unter direktem Feindfeuer mutig und nervenstark die notfallmedizinische Versorgung verwundeter Kameraden sichergestellt und dafür die Gefährdung des eigenen Lebens in Kauf genommen“, heißt es in einer Passage der Regierung. Nähere Angaben zu dem Vorfall wurden nicht gemacht.

Die SPD bedauert den Beförderungsstau für Unteroffiziere und Offiziere aus finanziellen und strukturellen Gründen. Den Angaben zufolge konnten zwar Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere bis zum Dienstgrad Feldwebel ohne Wartezeiten befördert werden, wenn sie die Leistung erbrachten. Zugleich standen 6800 Unteroffiziere (Oberfeldwebel bis Stabsfeldwebel) zur Beförderung an, wovon rund 5600 trotz erfüllter Voraussetzungen zunächst nicht befördert werden konnten. Von den rund 2900 Offizieren, die befördert werden hätten können, mussten 1900 aufgrund fehlender Planstellen auf eine Beförderung warten.

dpa

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