Wegen des anhaltenden Konflikts

Bundeswehr setzt Ausbildung von kurdischen Kämpfern im Irak aus

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Die Bundeswehr zieht sich im Irak zurück.

Wegen des sich zuspitzenden Konflikts zwischen den irakischen Kurden und der Zentralregierung in Bagdad hat die Bundeswehr ihre Ausbildung von kurdischen Peschmerga-Kämpfern ausgesetzt.

Bagdad - Die Entscheidung sei bereits am vergangenen Freitag gefallen, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag mit. Über eine Wiederaufnahme der Ausbildung werde abhängig von der Lage entschieden. Die Bundeswehrsoldaten werden demnach nicht abgezogen, sondern halten sich im Nordirak weiter bereit.

Die irakische Armee hatte in der Nacht zum Montag eine Offensive gegen die Peschmerga gestartet, die seit 2014 die ölreiche Provinz Kirkuk kontrollieren. Die kurdischen Einheiten hatten die Provinz eingenommen, nachdem die irakischen Regierungstruppen vor der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geflohen waren.

Die ethnisch gemischte Provinz ist seit langem zwischen Bagdad und der kurdischen Autonomieregion umstritten. Der Konflikt war eskaliert, als die Kurden vor drei Wochen in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für ihre Unabhängigkeit gestimmt hatten.

Mandat für Einsatz läuft Ende Januar aus

Die Bundeswehr unterstützt seit 2014 die irakischen Kurden mit militärischer Ausrüstung sowie durch die Entsendung von Ausbildern im Kampf gegen den IS. Aktuell sind rund deutsche 150 Soldaten im Einsatz.

Die Sicherheits- und Bedrohungslage für die vor allem in der Kurdenmetropole Erbil stationierten Ausbilder hat sich laut Verteidigungsministerium nicht verändert. Demnach hält sich kein Bundeswehrsoldat im Konfliktgebiet in der Provinz Kirkuk auf.

Das derzeitige Mandat für den Bundeswehreinsatz im Nordirak läuft Ende Januar aus. Wegen der laufenden Regierungsbildung nach der Bundestagswahl wird eine befristete Verlängerung um drei Monate erwogen, die das Kabinett am Mittwoch beschließen könnte.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Wolfgang Hellmich (SPD), hält ein baldiges Ende des Irak-Einsatzes für möglich. "Der Kampf gegen den IS in Nordirak scheint gewonnen und somit wäre der Auftrag für die Bundeswehr erfüllt", sagte Hellmich den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er sehe mit Sorge, "dass sich im Norden des Irak die Lage kritisch zuspitzt". Deutsche Ausbilder könnten in einen innerstaatlichen Konflikt hineingezogen werden.

afp

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