Terrorverdacht

Ex-Soldaten in München und BaWü von Spezialkräften festgenommen - sie wollten Söldner-Truppe gründen

Bundespolizei
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Die Bundespolizei hat zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten festgenommen, die unter dem Verdacht stehen, den Aufbau einer Söldnertruppe geplant zu haben. (Symbolbild)

Sie sollen eine Söldnergruppe geplant haben: Nach Angaben der Bundesanwaltschaft wurden zwei ehemalige Bundeswehrsoldaten festgenommen. Beide bleiben in Haft.

Update vom 20. Oktober, 17.05 Uhr: Nach den Festnahmen zweier Ex-Soldaten der Bundeswehr wegen des Verdachts der Planung einer bis zu 150 Mann starken Söldnertruppe hat der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof die Haftbefehle in Vollzug gesetzt. Es wird vermutet, dass sie als Rädelsführer eine terroristische Vereinigung gründen wollten. Spezialkräfte der Bundespolizei hatte die Männer am Mittwochmorgen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie in München festgenommen.

Erstmeldung vom 20. Oktober:

Karlsruhe - Zwei Ex-Bundeswehrsoldaten wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft festgenommen. Sie stehen im Verdacht, dass sie eine terroristische Vereinigung gründen wollten. Seit Jahresbeginn sollen die Männer geplant haben, eine 100 bis 150 Mann starke Söldnergruppe aufzubauen. Das teilte die Karlsruher Behörde am Mittwoch mit. Mit der Gruppe hätten sie in den Bürgerkrieg im Jemen eingreifen wollen.

„Primäre Triebfeder zu diesem Vorhaben war bei den beiden Beschuldigten die Aussicht auf einen angestrebten monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied der Einheit“, hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft. Die Männer hofften demnach darauf, dass „Dritte, vorzugsweise Saudi-Arabien“, für die Finanzierung sorgen würden. Einer von ihnen habe „hartnäckig“ versucht, mit der saudiarabischen Regierung Kontakt aufzunehmen, jedoch ohne Erfolg.

Wegen Terrorverdacht: Bundesanwaltschaft lässt Ex-Bundeswehrsoldaten festnehmen

Die beschuldigten Männer hätten vorgehabt, mit ihrer paramilitärischen Truppe das Bürgerkriegsgebiet zu „befrieden“ und Friedensverhandlungen zwischen den Huthi-Rebellen und der jemenitischen Regierung zu erzwingen, so die Karlsruher Ermittlungsbehörde weiter. Den ehemaligen Bundeswehrsoldaten sei bewusst gewesen, dass dabei auch „Tötungshandlungen“ ausgeführt werden müssten. „Zudem rechneten sie damit, dass im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden.“

Lesen Sie auch: In den Reihen des Wachbataillon der Bundewehr soll sich eine rechtsextreme Gruppe* gebildet haben. Von „abartigen Ritualen“ ist die Rede.

Über den Einsatz im Jemen hinaus sollen die beiden geplant haben, ihre Söldnertruppe weiter „als sogenanntes privates Militärunternehmen zu betreiben“. Die Kampfgruppe sollte demnach auch für Einsätze in anderen Konflikten zur Verfügung stehen. Einer der beiden Beschuldigten war laut Bundesanwaltschaft für die Anwerbung und Rekrutierung der Söldner zuständig. Er habe dazu bereits mit mindestens sieben Menschen Kontakt aufgenommen. Die Söldnertruppe sollte den Ermittlern zufolge vor allem aus ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr oder früheren Polizisten bestehen. (AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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