Bundeswehr: Verlassenes Camp in Afghanistan wird bewacht

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Bundeswhersoldaten auf Patouille in Afghanistan (Archivbild).

Kundus - Nach dem Rückzug der Bundeswehr aus dem nordafghanischen Talokan wird das verlassene Camp von der afghanischen Armee bewacht.

Die rund 50 deutschen Soldaten waren am Donnerstag wegen der Proteste gegen die Koranverbrennungen durch US-Soldaten aus Sicherheitsgründen in das 70 Kilometer entfernte Feldlager in Kundus abgezogen. Waffen, Munition und Fahrzeuge wurden mitgenommen, wie das Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam mitteilte.

Talokan zählt mit 200 000 Einwohnern zu den zehn größten Städten Afghanistans. Das Bundeswehrcamp befindet sich im Gegensatz zu den anderen Feldlagern der Bundeswehr in Afghanistan mitten in der Stadt. Am Donnerstag hatte in Talokan, der Hauptstadt der Provinz Tachar, eine Demonstration mit 300 Teilnehmern stattgefunden.

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Im vergangenen Mai waren bei einem Angriff von Demonstranten auf das Camp in Talokan mehrere Menschen getötet worden. Die Demonstranten hatten das Lager mit Molotowcocktails und Handgranaten attackiert. Zwei Bundeswehrsoldaten und vier afghanische Wachleute wurden verletzt.

Am 15. Februar stellte die Bundeswehr ihre Tätigkeit in Talokan ein, seitdem wird das Lager geräumt. Wie der Abtransport des noch verbliebenen Materials auf dem 90 mal 90 Meter großen Gelände fortgesetzt werden soll, ist noch offen. Bis spätestens Ende März soll die Räumung abgeschlossen sein.

Möglich sei, dass nun ein afghanisches Unternehmen damit beauftragt werde, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Es sei aber auch denkbar, dass die Bundeswehr noch einmal in das Lager zurückkehre.

dpa

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