Bundeswehr zieht Gefechtshelme aus dem Verkehr

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Die Pannenserie bei der Bundeswehr hält an: Ein Teil der Gefechtshelme muss aus dem Verkehr gezogen werden. Foto: Frank May/Archiv

Ungenau schießende Gewehre, altersschwache Transportflugzeuge und jetzt defekte Gefechtshelme: Schon wieder erreicht die Verteidigungsministerin eine Hiobsbotschaft zur Ausrüstung der Bundeswehr. Und wieder geht es um die Sicherheit der Soldaten.

Berlin (dpa) - Die Pannenserie bei der Bundeswehr hält an: Zehntausende Gefechtshelme müssen wegen einer mangelhaften Schraube vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Schraube nicht ausreichend gegen Splitter geschützt sei. Sie dient dazu, den Helm so einzustellen, dass er fest sitzt. Der Mangel wurde bei Routineuntersuchungen festgestellt.

Bei der Bundeswehr-Bekleidungsgesellschaft LHBw sollen die Schrauben nun nach und nach ausgetauscht werden. Zuerst werden die Helme aus den Einsätzen nach Deutschland zurückgeschickt, dann sollen auch die Exemplare im Grundbetrieb repariert werden. Insgesamt sind zehntausende Exemplare betroffen.

Der spanische Hersteller Induyco hat nach Angaben des Ministeriums seit 1992 insgesamt 328 000 Helme mit mangelhaften Schrauben an die Bundeswehr geliefert. Davon wurde eine unbekannte Zahl aber bereits ausgemustert. Die Gefechtshelme sind aus dem Kunststoff Aramid und lösten vor 23 Jahren die schwereren Stahlhelme ab.

Das Helm-Problem reiht sich in eine Serie von Ausrüstungs-Pannen bei der Bundeswehr ein. Im vergangenen Herbst war bekanntgeworden, dass ein großer Teil der Großgeräte vom Panzer bis zum Hubschrauber nicht einsatzfähig ist.

Vor wenigen Wochen wurde eine Studie veröffentlicht, nach der das Standardgewehr G36 bei großer Hitze und Dauerfeuer ungenau trifft. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte daraufhin verkündet, dass alle 167 000 G36 entweder nachgerüstet oder ausgemustert werden müssten.

Mitteilung des Ministeriums

Bericht bei "Augen geradeaus!"

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