Porträt: Die 25-jährige Doreen Seidel war Playboy-Hase, fährt Rennen und macht in Gießen den Mastertitel

Vom Bunny zur Betriebswirtin

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Porträt: Die 25-jährige Doreen Seidel war Playboy-Hase, fährt Rennen und macht in Gießen den Mastertitel

Gießen. Da sage noch mal einer, nur Männer lieben Kurven. Doreen Seidel liebt sie auch – auf dem Hockenheim- und dem Sachsenring, in Oschersleben, und überall sonst, wo sie mit ihrem Chevrolet Rennen um die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) fahren kann.

Die gebürtige Chemnitzerin, die seit etwas mehr als einem halben Jahr in einer Dachgeschosswohnung auf dem Hexenberg im südhessischen Dietzenbach lebt, kennt sich aber auch mit anderen Kurven aus. Die 25-Jährige war 2008 Playmate des Jahres.

„Vor den Autos zu stehen, war ja ganz nett. Ich wollte aber lieber selbst fahren.“ Und das konnte sie, dank des „Playboy“ sowie eines weiteren Sponsors, in die Tat umsetzen. Bei ihrem ersten Sprintrennen vor wenigen Tagen wurde sie Neunte. „Das ist natürlich super!“, freut sich die ehrgeizige Diplom-Betriebswirtin, die demnächst an der Uni Gießen ihren Mastertitel machen will und bislang ausschließlich Vierstundenrennen mit Fahrerwechsel gefahren war.

„Die Jungs ärgern“

Als Frau steht sie auf der Piste ziemlich allein da. „Umso mehr Spaß macht es, die Jungs zu überholen. Das können manche gar nicht gut ab“, sagt Seidel verschmitzt. Den Drang nach Geschwindigkeit verspüre sie schon seit Langem, früher beim Motorradfahren, jetzt in den Rennwagen. Und auch, wenn dies ihre erste Saison ist: „Ich glaube, ich stelle mich gar nicht so schlecht an.“ Ihr Management betreut neben ihr nur noch drei weitere Fahrer, darunter den ehemaligen Skispringer Sven Hannawald und Heinz-Harald Frentzen. Darauf ist die Rennfahrerin, deren Vertrag bis 2016 läuft, schon ein wenig stolz. Ebenso, wie darauf, dass sie bei ihrem eigenen Rennen jetzt selbst zwei Playboy-Bunnys zur Seite bekommen hat.

Zu der Fotoserie in dem Magazin war sie relativ überraschend gekommen. „Meine Freundin hat ein paar sexy Fotos von mir in Unterwäsche gemacht“, erinnert sie sich. „Keine Aktfotos. Damit habe ich mich dann beworben. Ich hätte aber nie gedacht, dass sie mich nehmen. Denn dazu müsste man mehr Holz vor der Hütt’n haben, dachte ich.“ Doch es kam anders. „Gleich am nächsten Tag habe ich einen Anruf gekriegt, und dann kam alles ins Rollen.“ Von Anfang an dabei: ihr damaliger Freund. Ob der begeistert war? „Nein, natürlich nicht“, sagt Seidel. „Das finde ich auch verständlich. Man kann doch eine Frau nicht lieben, und es okay finden, dass andere Männer sie nackt sehen.

Der Freund habe es aber akzeptiert, „weil es mir wichtig war“. Doreen wurde zum Playmate des Jahres gewählt, bekam ein Audi A5 Cabrio geschenkt, trat bei Stefan Raabs Turmspringen an und nahm an der TV-Spielshow „Solitary“ teil.

„Video-Produktionsfirma“

Und so beinahe nebenbei hat sich Seidel mit einer Video-Produktionsfirma selbstständig gemacht: „Ich probiere das jetzt mal zwei Jahre, und wenn das nicht klappen sollte, bin ich auch erst 27 und kann immer noch etwas anderes machen.“

Von Nina Beck

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