Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans: „Cannabis nicht legalisieren“

Künstliche Drogen aus Chemiefabriken sind auf dem Vormarsch. Dennoch bleibt Cannabis weiterhin auf Platz eins der am meisten konsumierten illegalen Drogen in Europa. Wir sprachen darüber mit der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans.

Frau Dyckmans, ihr Parteifreund Lasse Becker hat kürzlich die Legalisierung von Cannabis gefordert. Wie stehen Sie zu dieser Forderung?

Dyckmans: Eine Legalisierung von Cannabis lehne ich ab. Suchtexperten raten immer wieder, Cannabis nicht zu verharmlosen. Es ist eine gefährliche Droge.

Warum ist Cannabis so gefährlich?

Dyckmans: Die Daten des heute veröffentlichten Drogen-Berichts zeigen, dass von allen Personen, die wegen eines Drogenproblems in Behandlung sind, ein Drittel wegen Cannabisproblemen da ist. Bei den Erstbehandelten sind es sogar 56 Prozent.

Dies weist auf das Risikopotential von Cannabis hin. Der regelmäßige Konsum kann zu schweren psychischen Störungen und Abhängigkeit führen. Vor allem der früh beginnende und lang andauernde Konsum im Jugendalter birgt hohe Risiken.

Ist nicht Alkohol eine genauso gefährliche Alltagsdroge wie Cannabis?

Dyckmans: Der übermäßige Konsum von Alkohol birgt vielerlei Risiken. Der volkswirtschaftliche Schaden, der uns durch Erkrankungen, Unfälle, Arbeitsausfälle und auch erhöhte Sterblichkeit entsteht, ist enorm. Es macht keinen Sinn, diesen bestehenden Risiken durch eine Legalisierung von Betäubungsmitteln wie Cannabis noch weitere Risiken hinzuzufügen. (jal)

Zur Person:

Mechthild Dyckmans (61) wurde in Bad Sachsa im Harz geboren. Sie ist seit 1976 FDP-Mitglied und war Vorsitzende der Partei im Landkreis Kassel. 2005 wurde sie in den Bundestag gewählt. Als Drogenbeauftragte ist sie ins Gesundheitsministerium eingegliedert. Mechthild Dyckmans ist verheiratet , hat zwei Kinder und lebt in Kassel. (jal)

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