Liberaler vs. Prediger

Carlos Alvarado gewinnt Präsidentschaftswahl in Costa Rica

Carlos Alvarado ist in Costa Rica zum neuen Präsidenten gewählt worden. Foto: Arnulfo Franco, AP
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Carlos Alvarado ist in Costa Rica zum neuen Präsidenten gewählt worden. Foto: Arnulfo Franco, AP
Der sozialdemokratische Regierungskandidat Carlos Alvarado steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen. Foto: AP
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Der sozialdemokratische Regierungskandidat Carlos Alvarado steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen. Foto: AP
Ein älteres Paar betrachtet in der Hauptstadt San José eine Wahlliste. Foto: Arnulfo Franco, AP
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Ein älteres Paar betrachtet in der Hauptstadt San José eine Wahlliste. Foto: Arnulfo Franco, AP
Anhänger des Präsidentschaftskandidaten der Regierungspartei PAC jubeln in San Jose. Foto: Arnulfo Franco, AP
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Anhänger des Präsidentschaftskandidaten der Regierungspartei PAC jubeln in San Jose. Foto: Arnulfo Franco, AP
Carlos Alvarado küsst nach der Wahl zum Präsidenten seine Frau. Foto: Arnulfo Franco, AP
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Carlos Alvarado küsst nach der Wahl zum Präsidenten seine Frau. Foto: Arnulfo Franco, AP

Der Wahlkampf drehte sich vor allem um die Ehe für alle. Mit seinem Diskurs für Einheit und Toleranz hat sich der Regierungskandidat Carlos Alvarado letztlich durchgesetzt. 

San José - Carlos Alvarado ist zum neuen Präsidenten von Costa Rica gewählt worden. Der 38-jährige Kandidat der Regierungspartei PAC setzte sich in der Stichwahl am Sonntag gegen seinen Konkurrenten Fabricio Alvarado (43) durch.

Nach Auszählung fast aller Stimmen kam Carlos Alvarado auf knapp 61 Prozent der Stimmen. Der sozialdemokratische Regierungskandidat Carlos Alvarado, Hobby-Rocksänger und ehemaliger Arbeitsminister, steht für liberale Positionen in gesellschaftlichen Fragen. In der ersten Wahlrunde war er auf knapp 22 Prozent gekommen. Er trat als politischer Erbe von Staatschef Luis Guillermo Solís an, der vor vier Jahren erstmals das höchste Staatsamt für die Mitte-Links-Partei PAC erobert hatte.

Der evangelikale Aktivist Fabricio Alvarado hatte dagegen im ersten Wahlgang mit knapp 25 Prozent der Stimmen gesiegt. Er trat als radikaler Gegner der Homo-Ehe auf, die nach einem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte in allen Mitgliedsstaaten zugelassen werden soll. Im Wahlkampf machte sich der Evangelikale die Empörung über die Anordnung in dem konservativen Land zunutze.

"Wir sind nicht traurig, wir haben Geschichte geschrieben", erklärte der Wahlverlierer.

 "Ich werde mich niemals dafür schämen, Gott zu lieben", so Fabricio Alvarado. Seine Kritiker sehen in dem Journalisten, Abgeordneten und Sänger christlicher Lieder einen religiösen Fundamentalisten. Evangelikale Christen sind in Lateinamerika seit Jahren auf dem Vormarsch und gewinnen auch immer mehr politischen Einfluss.

"Dieses Land kann und sollte ein entwickeltes Land sein", sagte der künftige Präsident Carlos Alvarado. Er versprach Verbesserungen bei Bildung, Infrastruktur und beim Kampf gegen die Armut. "Ich werde für ein besseres Costa Rica arbeiten", sagte er. Carlos Alvarado wird allerdings keine eigene Mehrheit im Parlament haben und benötigt deshalb die Unterstützung anderer Parteien.

Costa Rica galt bislang als Anker der Stabilität in der Region. Im Vergleich zu den Nachbarstaaten ist die Kriminalität niedrig, die "Schweiz Mittelamerikas" ist auch regionaler Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Dennoch steht der neue Präsident vor einer Reihe von Herausforderungen: Zuletzt war das Land von einem schweren Korruptionsskandal erschüttert worden. Auch das hohe Haushaltsdefizit macht Costa Rica zu schaffen.

Nach dem erbitterten Wahlkampf um die Homo-Ehe muss Alvarado aber vor allem das gespaltene Land wieder einen. "Meine Regierung wird für alle Bürger Costa Ricas da sein", versprach er.

Wahlamt Costa Rica

Bericht Zeitung La Nación, Span.

dpa

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