Castor-Transport rollte ohne Zwischenfälle durch Nordhessen - Zugverspätungen

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Der Castor-Transport am Bahnhof Wilhelmshöhe in Kassel.

Kassel/ Bebra/ Göttingen. Begleitet von Protesten ist der Castor-Transport mit Atommüll am frühen Samstagmorgen durch Nordhessen gerollt und hat anschließend die Grenze zu Niedersachsen passiert. In der Nähe von Göttingen musste der Zug wegen Gleisblockaden zwischenzeitlich stoppen.

Der Castor stand am Samstagmorgen nördlich von Eichenberg. Polizeibeamte versuchten dort zu verhindern, dass Castor-Gegner auf die Strecke kommen. Laut Bundespolizeidirektion Koblenz habe sich um etwa 70 bis 90 Menschen gehandelt.

Aktionen von Castor-Gegnern gab es heute nicht nur an der alten Bahnstrecke zwischen Kassel und Göttingen bei Neu-Eichenberg, die eineinhalb Stunden blockiert war, sondern auch an der ICE-Strecke. Die Bahn leitete deshalb viele IC- und ICE-Züge am Samstag über die alte Strecke um. Eine solche Umleitung verursacht allein schon etwa eine halbe Stunde Verspätung bei jedem betroffenen Zug, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis auf Anfrage. Einen Überblick darüber, wie viele Züge von den Umleitungen betroffen sind und zu welchen Verspätungen es insgesamt gekommen ist, kann die Bahn nach seinen Angaben erst nach dem Wochenende geben.

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Die Durchfahrt in Kassel war nach Angaben der Bundespolizeidirektion Koblenz zuvor völlig reibungslos verlaufen. Auch vor und hinter Kassel sei der Castor nicht durch Demonstranten aufgehalten worden.

Ohne Zwischenfälle hatte der Castor-Transport am frühen Morgen auch Waldhessen durchquert. Aus Richtung Fulda und Bad Hersfeld kommend, machte der Zug mit den wiederaufbereiteten Brennelementen etwa eine halbe Stunde lang planmäßig Station in Bahnhof Bebra.

Fotos: Castortransport passiert die Grenze zu Niedersachsen

Castortransport passiert die Grenze zu Niedersachsen

Artikel aktualisiert um 12.55 Uhr.

In einem Waldstück bei Petersberg-Marbach im Landkreis Fulda war in der Nacht eine Gruppe von vier Aktivisten auf Bäume neben der Bahnstrecke geklettert. Da Polizisten sie dort frühzeitig bemerkten und keine Gefährdung für die Aktivisten bestand, setzte der Castortransport seine Fahrt ohne anzuhalten fort.

Fotos: Castortransport rollte durch Kassel

Castortransport rollte durch Kassel

Am Freitag war der Zug zuvor nach mehreren Zwangsstopps in Süddeutschland Richtung Norden gerollt. In der Pfalz und in Hessen hatten Demonstranten den Transport mehrfach zum Halten gezwungen.

Im Wendland war es am Freitag ebenfalls zu Auseinandersetzungen gekommen. Demonstranten setzten laut Polizei zwei Einsatzwagen in Brand. Am Samstagnachmittag ist eine zentrale Demonstration in Dannenberg bei Lüneburg mit tausenden Atomkraftgegnern geplant.

Fotos: So heftig waren die Auseinandersetzungen im Wendland

Castor-Transport: So heftig waren die Auseinandersetzungen im Wendland

Wann der Zug die Verladestation in Dannenberg erreicht, ist noch unklar. Dort werden die elf Castor-Behälter von der Schiene auf Speziallastwagen umgeladen, um die letzte Etappe bis zum Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurückzulegen. (stk/bal/rai/mak/dpa)

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