Causa Tebartz-van Elst: Warten auf Termin im Vatikan

Limburg. Ist es die Stille vor dem Paukenschlag? Limburgs Bischof harrt in Rom aus. Dort steht das Treffen zwischen dem Papst und dem obersten deutschen Bischof Robert Zollitsch bevor. Unterdessen sorgen einige Bistümer in Deutschland für Klarheit über ihre Finanzen.

Steuert der Skandal um den Limburger Bischof auf seinen Höhepunkt zu? Mit Spannung wird das Treffen von Papst Franziskus mit dem obersten deutschen Bischof Robert Zollitsch an diesem Donnerstag in Rom erwartet.

In Deutschland beschäftigt der Fall hingegen weiter die Justiz. Über eine mögliche Amtsenthebung des Geistlichen, der unter anderem wegen hoher Baukosten für seine Residenz in der Kritik steht, kann allerdings nur der Papst entscheiden. Die erste Folge der Debatte um sein heftig umstrittenes Finanzgebaren beim Bau des Limburger Bischofssitzes wird dagegen deutlich: Als Konsequenz aus den Vorwürfen gegen Tebartz-van Elst legen mehrere Bistümer ihre Vermögenswerte offen.

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Das Amtsgericht Hamburg prüft unterdessen weiter, ob es gegen den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst einen Strafbefehl wegen Falschaussage erlässt. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, sei unklar, sagte Gerichtssprecherin Ruth Hütteroth am Mittwoch in Hamburg. Die dortige Staatsanwaltschaft wirft dem Bischof vor, falsche Versicherungen an Eides statt vor dem Landgericht abgegeben zu haben. Es geht um Aussagen des umstrittenen Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien. Tebartz-van Elst droht eine Geldstrafe.

Der 53-Jährige steht seit einigen Tagen erheblich in der Kritik. Es geht einerseits um die mögliche Falschaussage, andererseits um die gestiegenen Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg. Inzwischen sollen Kosten von mindestens 31 Millionen Euro anfallen, ursprünglich waren nur wenige Millionen genannt worden. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft nach mehreren Anzeigen, ob sie ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue einleitet. Sie will frühestens am Freitag eine Entscheidung bekanntgeben.

Der Bischof selbst war am Sonntag nach Rom gereist. Unklar war auch am Mittwoch, ob und wann Tebartz-van Elst auf den Papst treffen wird. Der Sprecher des Bistums Limburg, Martin Wind, konnte dazu keine Angaben machen. Um wie viel Uhr Zollitsch am Donnerstag mit Franziskus zusammenkommt, war zunächst nicht bekannt.

Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, forderte ein rasches Ende der Limburger Affäre. „Verzeihen ist natürlich eine Christenpflicht, aber es müssen natürlich auch die Konsequenzen von Fehlverhalten gezogen werden“, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Die Affäre habe die Bemühungen der Kirche um Transparenz und eine den Menschen dienende Kirche in Misskredit gebracht. Er hoffe, dass diese Situation der großen Unsicherheit und des Ärgers möglichst bald gelöst werde.

Zahlreiche Bistümer reagierten bereits mit einer Offenlegung ihrer Finanzen. Demnach lag etwa die Bilanzsumme des Bischöflichen Stuhls im Erzbistum München-Freising zum 31. Dezember 2012 bei 27,6 Millionen Euro. Die Erzdiözese Hamburg teilte mit, die Gesamtrücklage des Erzbischöflichen Stuhls betrage 35 Millionen Euro. Der Erzbischöfliche Stuhl in Bamberg verfügt nach Angaben eines Sprechers über 1,5 Millionen Euro, die zum Teil in Wertpapieren angelegt sind. Auch das Bistum Regensburg will das Vermögen des Bischöflichen Stuhls veröffentlichen - wann, ist noch unklar.

In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Essen, Speyer, Trier, Köln und Osnabrück ihre Bücher geöffnet oder dies in Aussicht gestellt. Das Bistum Passau will die Vermögenswerte dagegen nicht offenlegen. Bisher hatten die meisten Diözesen über die bischöflichen Vermögen, die nicht Teil des regulären Haushalts sind, im Einklang mit dem geltenden Staatskirchenrecht keine öffentliche Rechenschaft abgelegt. Kritiker sprechen deshalb von Schattenhaushalten. (dpa)

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