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CDU-Attacke: Friedrich Merz greift AfD mit Nazi-Vorwurf an

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Friedrich Merz grenzt sich klar von der AfD ab.

Friedrich Merz greift nach dem CDU-Vorsitz. Für die AfD ist er der am meisten gefürchtete Kandidat. Offenbar sieht er die Rechtspopulisten als ein Hauptgegner um Wählerstimmen. 

Update vom 6. Dezember 2018: Am 7. und 8.12. können Sie den CDU-Parteitag live im TV und im Live-Stream ansehen, wie merkur.de* erklärt. Außerdem lesen Sie das Wichtigste vom CDU-Parteitag in unserem News-Ticker dazu nach. 

Dienstag, 13. November 2018, 14.05 Uhr: So scharf hat selten ein CDU-Politiker die AfD attackiert. Die Partei sei "offen nationalsozialistisch", auch gebe es "antisemitische Untertöne", sagte er im WDR. Merz plädierte für die CDU für eine "ganz scharfe Abgrenzung nach rechts".

Angesprochen auf mögliche Koalitionen sagte er: "Ich schließe absolut und vollkommen aus, dass sich die CDU der AfD in dieser gegenwärtigen Verfassung zuwendet." Seine Partei habe "in ganz erheblichem Umfang" Wähler an die AfD verloren, räumte Merz ein. "Mein Anspruch ist, diese Wählerinnen und Wähler zurückzuholen zur Union."

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AfD hat angeblich Anti-Merz-Plan in der Tasche

Montag, 12. November 2018: Innerhalb der CDU läuft die Debatte, wer Angela Merkel als Parteivorsitzender nachfolgen soll, auf Hochtouren. Einer der Bewerber ist derzeit für viele der Favorit, aber der Worst Case für die AfD: Friedrich Merz. Dass der Ex-Unionsfraktionschef als Anti-Merkel inszeniert wird und aus der Vergangenheit als CDU-Hardliner bekannt ist, könnte so manchen AfD-Wähler wieder zurück zur Union locken.

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Das weiß auch die AfD-Parteispitze. Und deshalb reagieren Alexander Gauland und Alice Weidel schon jetzt. Darüber berichtet die Bild, der offenbar ein bisher geheimes „Strategie-Dossier Friedrich Merz“ der AfD vorliegt. Dieses soll offenbar als Argumentationsgrundlage zur Schwächung von Merz diesen. 

Ziel sei es laut Bild, „bei den Wählern ein grundsätzlich unwohles Bauchgefühl zu seiner Person zu schaffen“. Offenbar will die AfD Merz als einen hinstellen, der sich nur in „Nuancen“ von der Kanzlerin unterscheidet, schreibt die Bild

Konkret sehe die AfD mehrere wunde Punkte von Merz. Erstens könne seine berufliche Tätigkeit beim Vermögensverwalter Blackrock skandalisiert werden. Diese sei „vor allen Dingen im Osten Deutschlands als Heuschreckentätigkeit unbeliebt“, soll es im AfD-Papier heißen. Zweitens könne die Aussage von Merz, die CDU müsse moderner und für Jüngere attraktiver werden, als Annäherung an die Grünen verstanden werden. Merz hatte die Grünen kürzlich als „sehr bürgerlich, offen, liberal und partnerfähig“ klassifiziert. 

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Drittens unterzeichnete der 63-Jährige den Aufruf „Für ein solidarisches Europa“. Die AfD findet offenbar, dieser Aufruf beinhalte den Wunsch nach einem „europäischen Superstaat“ inklusive Wohlstandsausgleich. „Merz steht für eine EU unter Vorherrschaft von Macron und dafür, den Ausverkauf deutscher Interessen noch weiter voranzutreiben“, soll es ihm AfD-Strategiepapier heißen. Und viertens will die AfD offenbar ein bestimmtes Zitat von Merz zur Flüchtlingspolitik in den Vordergrund stellen. Nämlich seinen Hinweis, es sei bereits gelungen, weniger Flüchtlinge als 2015 aufzunehmen. 

Merz will kein „Anti-Merkel“ sein - aber sagt der CDU eine „Zäsur“ voraus

11.56 Uhr: Friedrich Merz hat bei eine Veranstaltung in Arnsberg-Oeventrop im Hochsauerland am Samstag einige bemerkenswerte Klarstellungen gemacht: Dass er ein „Anti-Merkel“ sei oder eine „Abrechnung“ mit Merkel wolle, sei „alles dummes Zeug“, sagte Merz. Er hatte 2002 den Unionsfraktionsvorsitz an Merkel abgeben müssen.

Allerdings: Der Wechsel an der Spitze der CDU werde ein „Einschnitt“ für die Bundes-CDU, sagte Merz. Die Wahl des oder der neuen Vorsitzenden beim Bundesparteitag am 7. Dezember in Hamburg werde „eine tiefe Zäsur in der Geschichte unserer Partei“ sein. Daraus müsse der oder die neue Vorsitzende eine Chance machen. Für viele sei die CDU nicht mehr eine moderne und zukunftsorientierte Partei. Merz sprach sich zugleich dafür aus, über eine Begrenzung der Amtszeiten von Kanzler und Ministerpräsidenten in Deutschland nachzudenken.

Merz bekannte sich klar zum Fortbestand der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU. Dazu gehöre aber auch, „dass wir uns anständig untereinander benehmen“. Die Union müsse den Anspruch haben, „Volkspartei der Mitte“ zu sein und zugleich versuchen, den in die AfD abgewanderten Menschen wieder eine Heimat zu bieten.

Merz sprach als Gastredner beim Kreisparteitag der Hochsauerland-CDU. Die knapp 500 Delegierten wollten ihn als Kandidaten für die Nachfolge von Parteichefin Merkel nominieren.

An dieser Stelle erfahren Sie mehr über den Privatmann und Politiker Friedrich Merz.

Hin und her: Friedrich Merz distanziert sich nach knapp drei Wochen wieder vom eigenen Aufruf

11.00 Uhr: Als „Mythos“ bezeichnete unlängst der thüringische CDU-Chef Mike Mohring den aus dem Polit-Exil zurückgekehrten Friedrich Merz - und meinte das nicht nur positiv. So oder so: Teil des „Mythos Merz“ ist auch das Bild eines meinungsfesten, unbequemen Politikers. Dieses Image könnte allerdings bereits wenige Tage nach Merz‘ Rückkehr auf die politische Bühne angekratzt werden.

Denn wie der Spiegel berichtet, hat Merz bei einem bedeutsamen Thema binnen kürzester Zeit seine Meinung revidiert: Merz hatte vor knapp drei Wochen zusammen mit Jürgen Habermas, Hans Eichel, Bert Rürup, Roland Koch und Brigitte Zypries zu den Erstunterzeichnern eines europapolitischen Aufrufs unter dem Titel „Für ein solidarisches Europa“ gehört. Nun hat sich der Kandidat für den CDU-Vorsitz von Inhalten des Textes wieder distanziert.

Er sei "absolut nicht für eine europäische Arbeitslosenversicherung" soll Merz dem Bericht zufolge am Donnerstag bei einem Treffen mit Unionsabgeordneten gesagt haben. Genau eine solche wird allerdings in dem Text des Aufrufs gefordert. Der 62-Jährige rechtfertigte sich laut Spiegel mit den Worten, er habe sich in dem „Konsenspapier“ nicht in jedem Punkt durchsetzen können - zentral seien allerdings die finanzpolitischen Forderungen des Texts.

Auch von einem anderen zentralen - wenn auch jahr(zehnt)ealten Punkt - ist Merz offenbar abgerückt. Eine Steuererklärung auf dem Bierdeckel, einst eine ikonische Forderung des Wirtschaftspolitikers, scheint Merz wohl nicht mehr opportun (siehen unten).

Welt mittlerweile zu komplex für den Bierdeckel? Merz spricht über seine Steuer-Ideen

08.46 Uhr: Friedrich Merz wurde einst auch wegen seiner Forderung nach einer Steuererklärung im Bierdeckel-Format populär. Heute sieht er eine solch radikale Lösung nicht mehr ohne weiteres für möglich - auch das hat der Kandidat für den CDU-Vorsitz in seinem Interview mit der Rheinischen Post anklingen lassen. „Ich glaube immer noch, dass wir eine Vereinfachung im Steuerrecht brauchen. Sie ist möglich. Aber der ganz radikale Umbau ist heute nicht realistisch. Wir leben in einer hochkomplexen Welt“, sagte der 62-Jährige.

Kampf um CDU-Vorsitz: Merz macht Merkel ein großes Versprechen

07.55 Uhr: Für den Fall seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden hat der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz Kanzlerin Angela Merkel seine volle Unterstützung zugesichert. „Die Zusammenarbeit zwischen Angela Merkel und mir wäre anständig, fair und loyal“, sagte er der Rheinischen Post. Dies wäre für ihn „vollkommen selbstverständlich“, betonte er. „Es ginge in diesem Fall doch einzig darum, unsere gemeinsame staatspolitische Verantwortung wahrzunehmen.“

Nach einem Spiegel-Bericht hat Merz Merkel auch persönlich in einem Telefonat zugesagt, dass er sich um eine gute Zusammenarbeit bemühen würde (siehe unten). Der 62-Jährige hatte 2002 den Fraktionsvorsitz an Merkel verloren und sich 2009 aus der Politik zurückgezogen. Seitdem war er in der Wirtschaft tätig gewesen.

Merz telefonierte mit Merkel - trafen die beiden eine Absprache? - Die Nachrichten vom 9. November

12.42 Uhr: Offenbar haben Friedrich Merz und Angela Merkel schon über eine mögliche Zusammenarbeit nach der Neuwahl des CDU-Chefs gesprochen. Wie der Spiegel aus CDU-Kreisen erfahren haben will, hat Merz Merkel in einem Telefonat Unterstützung zugesichert, sollte er im Dezember zu ihrem Nachfolger gekürt werden.

Das Gespräch sei Anfang der Woche auf Wunsch Merz‘ zustande gekommen, schreibt das Nachrichtenmagazin. Darin habe der Kandidat für den CDU-Vorsitz Amtsinhaberin und Kanzlerin Merkel signalisiert, dass er sich „um eine gute Zusammenarbeit bemühen“ werde. Ähnlich habe sich Merz am Donnerstag auch bei einem Treffen mit CDU-Abgeordneten geäußert. Schon die „staatspolitische Verantwortung“ gebiete es, als Parteichef nicht gegen die Kanzlerin zu arbeiten.

In den vergangenen Tagen war bereits spekuliert worden, dass ein frisch gewählter Nachfolger Merkels umgehend auch nach der Kanzlerschaft greifen könnte. Als Favoriten im Rennen um den Posten als Parteivorsitzende(r) gelten aktuell Merz und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für und Wider der beiden Kandidaten war am Donnerstagabend auch Thema bei „Maybrit Illner“ im ZDF - zwei Talkgäste brachen im Beisein Kramp-Karrenbauers eine Lanze für Merz.

Friedrich Merz will mit neuer Strategie das Rennen machen - Die Meldungen von Donnerstag, 8. November

15.22 Uhr: FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki hat die Debatte um die Tätigkeiten von Friedrich Merz (CDU) bei Unternehmen wie dem Vermögensverwalter Blackrock als „extrem übertrieben und scheinheilig“ kritisiert. Wenn Wechsel von der Wirtschaft in die Politik oder andersherum moralisch angeprangert würden, dann könne man sich nicht beklagen, wenn man nur noch Berufspolitiker in den Parlamenten finde, sagte Kubicki dem „Handelsblatt“. „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem nur noch arbeits- oder erfolglose Studienabbrecher politische Führungsfunktionen ausüben können.“

Friedrich Merz spricht bei einer Konferenz.

Der ehemalige Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat angekündigt, für die Nachfolge von CDU-Chefin Angela Merkel an der Parteispitze zu kandidieren. Der 62-Jährige hat mehrere Aufsichtsratsposten inne, auch bei Blackrock Deutschland. Der Firmensitz des Vermögensverwalters war am Dienstag durchsucht worden. Die Vorwürfe betreffen laut Merz aber die Jahre 2007 bis 2011, er selbst ist erst 2016 Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers geworden.

Aktien-Geschäfte wie das sogenannte Cum-Ex-Verfahren hatte Merz kürzlich als „vollkommen unmoralisch“ verurteilt. Kubicki sagte: „Ohne die konkreten Kenntnisse von Friedrich Merz über diese Geschäfte zu kennen, sollte es für eine Bewertung reichen, dass er diese öffentlich als unmoralisch angeprangert hat.“

12.26 Uhr: Die drei prominenten Bewerber für den CDU-Vorsitz treffen bereits an diesem Freitag direkt aufeinander. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz werden beim Vorstand der Frauen-Union zu Gast sein, wie eine Sprecherin der Frauen-Union am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Sie bestätigte damit einen Vorabbericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Die Frauen-Union hatte am Dienstag Kramp-Karrenbauer für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel als CDU-Vorsitzende nominiert. Der Vorstand sprach sich einstimmig für die derzeitige Generalsekretärin aus.

Donnerstag, 8. November, 9.40 Uhr: Im Rennen um den CDU-Vorsitz umwirbt der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz nun besonders neue Abgeordnete, die ihn in seiner aktiven Zeit im Bundestag nicht mehr erlebt haben. Nach einem Bericht der Welt traf sich der 62-Jährige am Donnerstagmorgen mit Parlamentariern, die erst in den vergangenen Jahren in den Bundestag eingezogen sind. Das Treffen wurde auch der dpa bestätigt. Der Mannheimer Abgeordnete und frühere baden-württembergische Chef der Jungen Union, Nikolas Löbel, habe das Gespräch organisiert. Mehr als 50 Unionsabgeordnete nehmen demnach an dem Treffen im „Haus des Familienunternehmens“ teil.

Neben Merz bewerben sich auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn um die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU-Spitze. 

Merz offiziell als Kandidat für CDU-Vorsitz vorgeschlagen - Die Meldungen vom Mittwoch, 7. November

14.08 Uhr: Friedrich Merz ist nun auch offiziell im Rennen um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel als CDU-Parteichef. Der CDU-Kreisverband Fulda hat den ehemaligen Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Kandidat für den Bundesvorsitz vorgeschlagen. Die CDU-Bundesgeschäftsstelle bestätigte am Mittwoch, dass die Nominierung eingegangen sei.

Der 62-jährige Jurist aus dem Sauerland ist der zweite Kandidat, der offiziell benannt ist. Zuvor war CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagen worden - vom Landesverband Saar und der Frauen-Union, wie ein CDU-Sprecher in Berlin sagte.

Zu Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der ebenfalls als aussichtsreicher Kandidat gehandelt wird, gibt es noch keinen offiziellen Vorschlag. Die CDU will über den neuen Spitzenposten beim Bundesparteitag Anfang Dezember in Hamburg abstimmen. Merz und Spahn sollen am Samstag beziehungsweise Freitagabend von ihren Kreisverbänden Hochsauerland und Borken offiziell als Kandidaten für den Bundesvorsitz nominiert werden.

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Merz will bei Blackrock-Ermittlungen helfen - Die Meldungen von Dienstag, 6. November 2018

22.24 Uhr: Nun hat sich Friedrich Merz auch persönlich zu den Steuer-Ermittlungen gegen Blackrock geäußert. Bei dem Vermögensverwalter gab es am Dienstag nach Informationen der „Bild“-Zeitung Durchsuchungen in München. Die Vorwürfe beträfen die Jahre 2007 bis 2011, sagte Merz am Dienstagabend am Rande eines Treffens des Landesvorstands der NRW-CDU. Er sei aber erst 2016 Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers geworden. „Ich habe den Vorstand angewiesen, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und alles auf den Tisch zu legen“, erklärte Merz.

Bei dem Treffen in Düsseldorf ging es auch um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel im Amt der CDU-Vorsitzenden.

Die Grünen forderten unterdessen Aufklärung über die Rolle von Merz. Es stelle sich die Frage, ob Merz sich "für die Aufarbeitung von Cum-Ex-Fällen eingesetzt oder ob man bei Blackrock versucht hat, so durchzukommen, weil man gehofft hat, dass die Staatsanwaltschaft es nicht schafft, die Sachen aufzuarbeiten", sagte der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

17.15 Uhr: Laut einem Bild-Bericht sollen 15 bis 20 Ermittler am Dienstag in München nach Unterlagen zu sogenannten Cum-Ex-Geschäften in den Münchner Büros des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock gesucht haben. Die Geschäfte sollen sich auf die Jahre 2007 bis 2010 beziehen (Update um 15 Uhr).

Ein Sprecher von Friedrich Merz wollte sich am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu den Durchsuchungen bei Blackrock äußern. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Äußerungen von Merz zu Cum-Ex-Geschäften in der Süddeutschen Zeitung aus der vergangenen Woche. Der Zeitung sagte Merz, Aktien-Geschäfte wie Cum-Ex dienten letztlich dazu, "die Steuerzahler auszunehmen". Derartige Geschäfte seien "vollkommen unmoralisch", unabhängig von der juristischen Bewertung. "Dieser Meinung war ich schon immer und habe dies auch immer zum Ausdruck gebracht." Friedrich Merz gehört neben Blackrock auch dem Aufsichtsrat der HSBC Bank an, die ebenfalls mit Cum-Ex-Geschäften in Verbindung gebracht wird.

Nach Blüm: Weiterer CDU-Politiker warnt vor Merz als Parteichef

16.02 Uhr: Nach Norbert Blüm (Update vom 5. November, 22.28 Uhr) warnt ein weiterer CDU-Politiker vor einer Wahl von Friedrich Merz. Der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt nannte Merz gegenüber der Märkischen Allgemeinen einen „sogenannten Konservativen“, der keine Regierungserfahrung habe. Ihn an die Spitze der Partei zu wählen, sei ein Risiko. „Die Wirtschaft brummt in Deutschland auch ohne Intensivbeziehungen zum Großkapital.“

Durchsuchung bei BlackRock in München - Merz ist dort Aufsichtsratschef

News vom 6. November, 15 Uhr: Diese Meldung könnte Kandidat Friedrich Merz belasten. Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft haben am Dienstagvormittag Räume der Vermögensverwaltung BlackRock in München durchsucht, berichtet die Bild.

Das könnte für Merz heikel werden, denn der 62-Jährige ist seit März 2016 Aufsichtsratschef für den deutschen Ableger von BlackRock. Die Ermittlungen sollen allerdings die Jahre 2007 bis 2010 betreffen, einen Zeitraum bevor Merz in das Unternehmen eintrat. Es soll um „Cum-Ex-Geschäfte“ gehen, also um Steuerdeals, bei denen Wertpapiere hin- und hergeschoben werden, um mit den Bluffs die Finanzämter hinter Licht zu führen.

Video: Wer soll Merkel nachfolgen?

Merz einer unter vielen: Diese 12 Kandidaten treten um den CDU-Vorsitz an

News vom 6. November, 12.20 Uhr: Nun sind weitere Namen der zwölf Bewerber um den CDU-Vorsitz bekannt, die Tageszeitung Welt machte sie öffentlich. Somit sind nun zehn der zwölf Kandidaten klar. Wir stellen in diesem Artikel die Kandidaten vor, die neben Friedrich Merz, Jens Spahn und Annegret Kramp-Karrenbauer noch antreten werden. 

CDU-Urgestein Norbert Blüm warnt vor Friedrich Merz als Parteichef

News vom 5. November, 22.28 Uhr: Lange blieb es ruhig um CDU-Urgestein Norbert Blüm. Doch offenbar hat ihn der Machtverlust von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der freie Fall „seiner“ CDU jetzt doch schwer beschäftigt. Gegenüber Welt  äußert sich der 83-Jährige zu Merkel und der Zukunft der Christdemokraten. 

So warnt der ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung vor Friedrich Merz und positioniert sich ganz klar für die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Zu „AKK“ schreibt Blüm: „Jetzt gilt es, nicht kopflos zu werden. Die beste Aussicht auf Kontinuität und Verlässlichkeit einer besonnenen Politik bietet Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie hat auch meine Sympathie, weil sie den weichen Sessel der Ministerpräsidentin mit dem harten Stahl der Generalsekretärin getauscht hat.“ 

Zu Friedrich Merz äußert sich Blüm kritischer: „Friedrich Merz besitzt meines Erachtens dagegen alle Voraussetzungen, als Parteivorsitzender eine Nebenregierung zu bilden. Das können wir uns in diesen Zeiten nicht leisten.“

Hat Schäuble Merz in die Spur Richtung CDU-Vorsitz gehoben? Opposition spottet

News vom 2. November, 15.01 Uhr: Der Bericht über die Unterstützung Wolfgang Schäubles für Friedrich Merz im Rennen um die Nachfolge Angela Merkels im CDU-Vorsitz sorgt für Spott bei der Opposition. „Da hat sich Wolfgang Schäuble also jahrelang umgeguckt in den Reihen der Union, wer könnte eines Tages mal auf Angela Merkel folgen.... - Und dann kam er zum Ergebnis: man holt lieber jemanden von außen“, twitterte der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz am Freitagnachmittag. Als Hashtag fügte er hinzu: „#AuchGanzLustig“.

Spektakulärer Bericht: Hat diese CDU-Größe Merz zum Favoriten für die Merkel-Nachfolge aufgebaut?

News vom 2. November, 12.48 Uhr: Offenbar hat ein wichtiger CDU-Politiker wesentlich mitgeholfen, Friedrich Merz eine Kandidatur als CDU-Chef zu ermöglichen - und damit womöglich auch den Abschied Angela Merkels beschleunigt. Wie der Spiegel berichtet, hat Bundestagspräsident und Ex-CDU-Chef Wolfgang Schäuble sich seit längerem um einen neuen Anlauf Merz‘ in der Spitzenpolitik bemüht.

So soll Schäuble Merz schon vor einiger Zeit geraten haben, sich auf die Nachfolge Angela Merkels vorzubereiten. Spätestens bis zum Nachmittag am Tag der Hessenwahl müsse Merz für sich geklärt haben, ob er antreten wolle, habe Schäuble Merz mit auf den Weg gegeben, schreibt das Nachrichtenmagazin. Auch Termine in Brüssel - die Mitte Oktober erste Spekulationen um Ambitionen Merz‘ befeuerten (siehe unten) - habe Schäuble seinem Freund verschafft.

Über den Umweg Brüssel seien die Pläne auch zu Merkel durchgesickert, heißt es in dem Bericht. „Ein Umstand, der ihren Rückzug vom Parteivorsitz mit beeinflusst haben könnte“, spekuliert der Spiegel. Sollten die Informationen zutreffen, so ist auch klar: Friedrich Merz dürfte beim Parteitag der CDU Anfang März einen mächtigen Fürsprecher auf seiner Seite haben.

Merz Thema bei „Illner“: Kommt es zu diesem Duell um den CDU-Parteivorsitz?

News vom 2. November, 12.30 Uhr: Am Donnerstagabend war Friedrich Merz auch Thema beim ZDF-Talk „Maybrit Illner“. Welches Duell um den Parteivorsitz der CDU der Journalist Hajo Schumacher voraussagt, das erfahren Sie in diesem Artikel.

Merz äußert sich zur Kritik an seinen Tätigkeiten in der Wirtschaft - die Meldungen vom 1. November

News vom 1. November, 19.22 Uhr: „Friedrich Merz wird den Mitgliedern der CDU erklären müssen, wie er sich in seinen diversen Funktionen in der Finanzwirtschaft für ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln seiner Auftraggeber eingesetzt hat“, sagte Edda Müller, die Vorsitzende der Anti-Korruptions-Organisation Transparency. Nun hat sich Merz zu der Kritik geäußert. „Aktiengeschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen", sagte der 62-Jährige der Süddeutschen Zeitung. Für ihn seien solche Geschäfte „vollkommen unmoralisch“. 

Der potenzielle Nachfolger von Angela Merkel bekam ordentlich Gegenwind wegen seiner Verbindungen in die Wirtschaft. Am 30. Oktober gab Merz bekannt, für den Posten als Vorsitzender der CDU zu kandidieren. Sollte er gewinnen, will er unter andrem seine fünf Aufsichtsratsmandate niederlegen. 

Cum-Ex-Geschäfte und Lobby-Tätigkeiten: Korruptions-Bekämpfer sticheln gegen Merz

News vom 1. November 2018, 08.33 Uhr: Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency Deutschland hat sich angesichts der Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Parteivorsitz kritisch über desen Tätigkeiten in der Wirtschaft geäußert. „Friedrich Merz wird den Mitgliedern der CDU erklären müssen, wie er sich in seinen diversen Funktionen in der Finanzwirtschaft für ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln seiner Auftraggeber eingesetzt hat - etwa als Aufsichtsrat der Privatbank HSBC Deutschland, die in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt war“, sagte die Transparency-Vorsitzende Edda Müller der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Er muss zeigen, wie er diese Erfahrungen für eine gemeinwohlorientierte Politik einsetzen will.“

Der frühere Unionsfraktionschef Merz arbeitet seit seinem Ausscheiden aus der Politik in einer Anwaltskanzlei und hat mehrere Mandate bei Unternehmen inne. So ist er Mitglied im Aufsichtsrat der Privatbank HSBC sowie Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters Blackrock Deutschland. Bei dubiosen Cum-Ex-Steuergeschäften waren durch ein Hin- und Herschieben von Aktien EU-weit Finanzämter getäuscht worden. Sie erstatteten Milliardensummen an Steuern zurück, die nie gezahlt wurden.

14.15 Uhr: Laschet: Bei jetziger Konstellation keine Bewerbung um CDU-Vorsitz

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will sich unter den jetzigen Konstellationen nicht um den Vorsitz der Bundes-CDU bewerben. Nach dpa-Informationen aus Kreisen der NRW-CDU sagte Laschet am Mittwochmorgen in einer Telefonschaltkonferenz mit den Bezirksvorsitzenden, bei der jetzt geplanten Trennung von Kanzleramt und Parteivorsitz sei das Amt des Regierungschefs im größten Bundesland mit dem Vorsitz der Regierungspartei im Bund nicht dauerhaft zu vereinbaren. Vor weiteren Journalisten bestätigte Laschet das nun.

9.18 Uhr: Klöckner ohne Ambition auf Merkel-Nachfolge

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will stellvertretende CDU-Chefin bleiben. „Ich werde zwar erneut als stellvertretende Parteivorsitzende kandidieren, aber ich habe nicht vor, mich um den Parteivorsitz zu bewerben“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin der „Allgemeinen Zeitung“ aus Mainz (Mittwoch).

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6.26 Uhr: Bosbach stellt sich in Rennen um CDU-Vorsitz hinter Merz

Wer wird Nachfolger von Angela Merkel an der Spitze der CDU? Innenpolitiker Wolfgang Bosbach hat einen klaren Favoriten: Friedrich Merz. Laut Bosbach gehöre zum Anforderungsprofil die Fähigkeit, einer "in weiten Teilen enttäuschten Partei neuen Optimismus und Schwung zu vermitteln" und Wähler, die von der Union enttäuscht seien, zurückzugewinnen. Das sagte Bosbach der Passauer Neuen Presse. "Das traue ich Friedrich Merz am ehesten zu."

Angela Merkel: Wer macht das Rennen um ihre Nachfolge?

Bosbach hoffe außerdem darauf, dass die Debatte "sachlich, stilvoll und mit Respekt" ablaufe. Außerdem hat er eine klare Meinung zum Thema Mitgliederentscheid: "Der Aufwand wäre hoch, das Verfahren würde lange Zeit in Anspruch nehmen, und außerdem sollten wir den Delegierten zutrauen, dass sie die richtige Entscheidung treffen."

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Nachrichten vom 30 Oktober - 19.26 Uhr: Merkel-Nachfolge: Umfragen sind sich uneins - aber Merz bleibt oben dabei

In einer Spiegel-Online-Umfrage (siehe unten) wird Friedrich Merz eindeutig als Favorit der Deutschen für den Posten des CDU-Chefs gehandelt. In anderen Erhebungen ist die Lage nicht ganz so klar. Unerfreulich bleibt Meinungsbild aber stets für Jens Spahn.

Auch nach einer am Dienstag für das Handelsblatt durchgeführten Yougov-Umfrage sind 21 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass der 62-jährige Merz den Vorsitz übernehmen sollte. 18 Prozent stimmten für Kramp-Karrenbauer, je 6 Prozent votierten für Spahn und Laschet.

In einer Forsa-Blitzumfrage für das RTL/n-tv-Trendbarometer halten von 1502 am Dienstag befragten Bundesbürgern 46 Prozent Kramp-Karrenbauer für geeignet oder sehr geeignet, die Nachfolge der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel anzutreten. Merz kommt auf 45 Prozent. An dritter Stelle liegt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet mit 28 Prozent, gefolgt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit 22 Prozent.

18.40 Uhr: Neue Umfrage zeigt: Deutsche wünschen sich Merz als Merkel-Nachfolger

Das Ringen um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Chef ist eröffnet. Mit Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn haben drei prominente Partei-Größen ihren Hut in den Ring geworfen. Doch wen wünscht sich eigentlich die Bevölkerung an der Spitze der Regierungspartei?

Einen ersten Einblick in die Stimmungslage gibt eine aktuelle Umfrage des Instituts Civey für Spiegel Online. Demnach ist Friedrich Merz der Favorit der Deutschen. Satte 33,7 Prozent der Befragten wählten ihn unter sieben Kandidaten aus.

Friedrich Merz ist einer Umfrage zufolge der Favorit der Deutschen für die Nachfolge von Angela Merkel im Amt des CDU-Vorsitzenden

Am ehesten auf den Fersen bleibt ihm noch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für sie votierten 19,2 Prozent der Umfrageteilnehmer. Alle anderen möglichen Anwärter bekommen nicht annähernd so gut Werte - den ambitionierten Spahn eingeschlossen. 

Spahn rangiert gleich auf mit NRW-Ministpräsident Armin Laschet nur auf Rang vier in der Umfrage, beide erhielten in der Umfrage eher maue 6,2 Prozent der Stimmen. Noch vor ihnen landete Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günter (6,4 Prozent). Abschlagen sind CDU-Vize Julia Klöckner und Verteidigungsminister Ursula von der Leyen mit jeweils gut 2 Prozent.

Und auch eine gewisse Ratlosigkeit lässt sich ablesen: „Jemand anderes“ sagten 14,1 Prozent der Befragten, „Weiß nicht“ 9,7 Prozent.

15.07 Uhr: Merz, Spahn und AKK zu Hamburger CDU geladen

Die Hamburger CDU will alle Kandidaten für den Parteivorsitz vor dem Bundesparteitag Anfang Dezember zu einer Vorstellungsrunde in die Hansestadt einladen. Geplant ist, dass die potenziellen Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel am 19. November den CDU-Mitgliedern Rede und Antwort stehen, wie der Hamburger CDU-Chef Roland Heintze am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Ich finde es gut, dass sich alle potenziellen Kandidaten vorstellen können.“ Gut drei Wochen später soll in der Hansestadt beim Parteitag eine neue CDU-Spitze gewählt werden.

12.32 Uhr: Merz kündigt offiziell Kandidatur für CDU-Vorsitz an

Nun hat der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz offiziell seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz angekündigt. Er habe sich "nach reiflicher Überlegung" entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Posten des CDU-Vorsitzenden zu kandidieren, erklärte Merz am Dienstag in einer schriftlichen Mitteilung. 

Seine schriftliche Erklärung im Wortlaut:

„Gestern hat die Vorsitzende der CDU Deutschlands, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, bekannt gegeben, dass sie auf dem Hamburger Parteitag der CDU nicht wieder für das Amt der Vorsitzenden der Partei kandidieren wird. Angela Merkel verdient Respekt und Anerkennung für ihre Leistungen in 18 Jahren an der Spitze der Partei. Damit hat die CDU Deutschlands nun die Chance, sich neu aufzustellen und eine neue Parteiführung zu wählen.

Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren. Wir brauchen in der Union Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten. Ich bin bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig alles zu tun, um den inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken.“

30.10.2018, 12.32 Uhr: Friedrich Merz will Kandidatur für CDU-Vorsitz in Berlin bekanntgeben

Der frühe Unionsfraktionschef Friedrich Merz will seine Kandidatur für den CDU-Bundesvorsitz einem Bericht zufolge an diesem Dienstag in Berlin bekanntgeben. Der 62 Jahre alte Jurist werde begründen, warum er im Dezember auf dem Parteitag in Hamburg die Nachfolge von Angela Merkel antreten wolle, meldet das „Handelsblatt“ online unter Berufung auf Parteikreise. Ein Sprecher von Merz wollte den Bericht am Mittag zunächst nicht kommentieren.

Potenzielle Merkel-Nachfolger? Laschet, Spahn und Kramp-Karrenbauer.

20.11 Uhr: Merkel-Nachfolge - von der Leyen schließt Kandidatur aus

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat eine Kandidatur für den CDU-Bundesvorsitz als Nachfolgerin von Angela Merkel ausgeschlossen. Das werde sie „ganz definitiv nicht“ tun, sagte sie am Montagabend in einem „ZDF spezial“. „Ich sehe meine Rolle als stellvertretende Parteivorsitzende immer in einer beratenden und unterstützenden Funktion.“ Dies werde auch so bleiben. „Also, wer gewählt wird, kann sich meiner Loyalität sicher sein.“

Merkels Karriere in Bildern: Von der Physikerin zur mächtigsten Frau der Welt

Merkel - Prag 
Merkel steht 1982 vor dem Veitsdom in Prag mit mehreren Professoren-Kollegen. Damals arbeitete sie noch für das Zentralinstitut für physikalische Chemie in Ost-Berlin. © dpa / Zdenek Havlas
Merkel - Bundesministerin für Frauen und Jugend
Nach ihrer Zeit bei dem Demokratischen Aufbruch, wechselte Angela Merkel zur CDU. 1991 wurde sie zur Bundesministerin für Frauen und Jugend vereidigt. Das Amt hatte sie von 1991-1994 inne. © dpa/Martin Gerten
Merkel - Kohl
In dem neuen Kabinett unter dem Bundeskanzler Helmut Kohl wurde Angela Merkel 1994 überraschend Bundesumweltministerin. Bis zum Ende der Legislaturperiode 1998 behielt sie ihren Posten. © dpa / Tim Brakemeier
Merkel - Stoiber
1998 verlor die Union bei der Bundestagswahl deutlich an Stimmen und musste in die Opposition gehen. Nach der Wahl wurde Angela Merkel CDU-Generalsekretärin, zwei Jahre später CDU-Vorsitzende. Bei der Bundestagswahl 2002 verzichtete sie zugunsten des CSU-Vorsitzenden und Unions-Kollegen Edmund Stoiber auf eine Kandidatur als Bundeskanzlerin.  © dpa/ Michael Jung
Merkel - Seehofer
Die Wahl 2002 konnte wieder die Rot-Grüne Regierung gewinnen. Schon damals arbeitete die CDU-Chefin mit dem damaligen stellvertretenden CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer in der Opposition zusammen. In ihrer langjährigen zusammenarbeit gab es häufig Konflikte. © dpa/dpaweb / Peter Kneffel
Merkel - Schröder
2005 trat Merkel dann endlich als Kanzlerkandidatin der CDU/CSU an. Im TV-Duell traf sie auf den amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder.  © dpa / Wolfgang Kumm
Merkel - Schröder
Bei der Bundestagswahl ging die Union als Sieger hervor und stellte mit der SPD eine Große Koaliton. Bundeskanzler Gerhard Schröder übergab das Amt an die neue Kanzlerin Angela Merkel. © dpa / Peer Grimm
Merkel - Müntefering
Damit startete die lange Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zusammen mit ihrem Vize-Kanzler Franz Müntefering (SPD) regierte sie das Land. 2008 führte sie die Bundesrepublik durch die Finanzkrise.  © dpa/dpaweb / Z1015 Bernd Settnik
Merkel - Rösler - Westerwelle
2009 wurden Merkel und die CDU/CSU wieder gewählt. Dieses Mal bildete sie eine Koalition mit der FDP. Diese Legislaturperiode war durch viele Schwierigkeiten, wie die Euro-Krise oder den Atomausstieg, gekennzeichnet. © dpa / Kay Nietfeld
Merkel - Bundestag
Während die Union bei der Wahl 2013 das beste Zweitstimmen-Ergebnis seit 1990 holte, flog die FDP aus dem Bundestag. Merkel ging in ihre dritte Amtszeit als Bundeskanzlerin. Dieses Mal koalierten CDU/CSU wieder mit der der SPD. © dpa / Michael Kappeler
Merkel - Obama
Im Ausland wurde Merkel stets geschätzt. Das Forbes Magazin kürte sie seit 2006 elf Mal zur mächtigsten Frau der Welt. Nur 2010 landete sie auf dem 4. Platz. Mit vielen ausländischen Regierungsvertretern, wie dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama, hegte sie ein gutes Verhältnis.  © dpa / Michael Kappeler
Merkel - Seehofer
Das Jahr 2015 war wohl entscheiden für den weiteren Verlauf von Merkels politischem Wirken. Die Flüchtlingskrise erreichte Europa. Die Kanzlerin entschied, dass in Budapest festsitzende Flüchtlinge nach Deutschland einreisen durften. Diese Entscheidung und ihr berühmter Satz: „Wir schaffen dass,“ brachten ihr viel Kritik ein. Besonders mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer hatte sie beim Thema Asyl große Meinungsunterschiede.  © dpa / Ralf Hirschberger
Merkel
Bei der Bundestagswahl 2017 wurde Merkel zwar wiedergewählt, ihr ansehen ist in den letzten Jahren bei vielen Bürgern gesunken. Nach den gescheiterten Jamaika-Koalitionsverhandlungen ging die Union erneut eine Koalition mit der SPD ein. Die Arbeit der GroKo kam bei einem Großteil der Wählern nicht gut an. Bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen verloren die Regierungsparteien deutlich an Stimmen. Am 28. Oktober gab Angela Merkel, als Reaktion darauf bekannt, dass sie ihren Partei-Vorsitz abgeben wird und nach der Legislaturperiode im Jahr 2021 nicht mehr als Kanzlerin kandidieren wird. © dpa / Bernd von Jutrczenka

19.38 Uhr: „Merz ist ein Mythos“: CDU-Landeschef gegen Friedrich Merz‘ Kandidatur

Thüringens CDU-Chef Mike Mohring hält eine Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Bundesvorsitz für rückwärtsgewandt. „Ich bin ein Fan von Friedrich Merz. Aber Merz ist Mythos“, sagte Mohring der Rheinischen Post. Der 62-jährige Merz war von 2000 bis 2002 Fraktionschef der Union im Bundestag, bevor Merkel ihn abgelöste. „Wir haben in der Partei eine neue Lage und eine Chance.“ In einem „klugen Prozess“ sollten nun die neuen Spielräume nach 18 Jahren Amtszeit von Merkel als Vorsitzende genutzt werden, um beim Bundesparteitag im Dezember einen Neuaufbruch zu starten. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur plant Merz eine Kandidatur.

17.14 Uhr: Laschet lässt Kandidatur als CDU-Chef und Merkel-Nachfolge offen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet hält sich eine eigene Kandidatur für den Bundesvorsitz seiner Partei offen. Laschet äußerte sich am Montag nicht näher zu der Frage, ob er sich um die Nachfolge der scheidenden Parteichefin Angela Merkel bewerben werde. Es sei wichtig, zunächst das Gespräch zu suchen, sagte er. Die CDU müsse die Lage zunächst analysieren und danach entscheiden.

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16.11 Uhr: AfD-Chefs Gauland und Weidel glauben nicht an Friedrich Merz

Die AfD-Spitze traut es dem als neuem CDU-Parteichef gehandelten Friedrich Merz nach eigenem Bekunden nicht zu, die Christdemokraten aus der Krise zu führen. AfD-Chef Alexander Gauland sagte am Montag in Berlin, er könne sich nicht vorstellen, dass die Partei dem ehemaligen Bundestagsfraktionschef der Union „verzeihen“ werde, dass dieser 2009 aus der Politik ausgeschieden und in die Wirtschaft gewechselt sei.

Alice Weidel, die gemeinsam mit Gauland die AfD-Bundestagsfraktion leitet, erklärte: „Friedrich Merz war illoyal gegenüber der CDU.“ Er habe die Partei damals „im Regen stehen lassen“. Der CDU fehle es auch nicht nur am richtigen Personal. Die Partei habe sich auch „programmatisch komplett sozialdemokratisiert“, sagte Weidel.

14.55 Uhr: Nachfolge-Debatte: Tritt Laschet in Merkels Spuren

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel, nicht erneut für das Amt der CDU-Parteichefin zu kandidieren, als „bemerkenswert“ bewertet. „Es waren 18 erfolgreiche Jahre, in denen sie als Bundeskanzlerin die Partei in die Regierung geführt hat“, sagte der CDU-Vize am Montag in Berlin nach Sitzungen der Parteigremien. Doch jetzt komme es darauf an, dass die große Koalition wieder bessere Arbeit leiste.

Laschet selbst werden Ambitionen auf den CDU-Vorsitz nachgesagt. Offenbar will er heute noch vor die Presse treten. Der Inhalt ist offen. Offenbar nicht antreten wird Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Merkel und Spahn: Wird er ihr Nachfolger?

13.56 Uhr: Merkel über ihre Nachfolge-Kandidaten Spahn, Merz und Kramp-Karrenbauer

Sind Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz oder Jens Spahn die richtigen Nachfolger? Sie wolle sich an der Debatte und auch nicht an Spekulationen beteiligen. Dazu könne sie nichts Valides sagen. Sie werde jede Entscheidung ihrer Partei respektieren. Sie könne sicherlich auch mit Merz und Spahn zusammenarbeiten. Sie könne mit vielen Menschen auskommen, sagte Merkel auf der Pressekonferenz in Berlin. Merkel will den CDU-Vorsitz im Dezember abgeben, bis 2021 aber weiter Kanzlerin bleiben.

12.54 Uhr: Spahn, Merz und AKK als mögliche Merkel-Nachfolger

Mittlerweile verkünden sogenannte CDU-Kreise auch, dass Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn als Nachfolger von Angela Merkel für den CDU-Vorsitz im Dezember kandidieren werden. Bereits angekündigt hatten ihre Kandidatur auch der Bonner Völkerrechtler Matthias Herdegen, der 26 Jahre alte Berliner Jura-Student Jan-Philipp Knoop und der 61 Jahre alte hessische Unternehmer Andreas Ritzenhoff.

11.48 Uhr: Merz-Kandidatur für Merkel-Nachfolge auf CDU-Vorsitz stößt in CSU auf Zustimmung

Die sich andeutende Kandidatur von Friedrich Merz für den CDU-Vorsitz stößt zumindest in Teilen der CSU auf Zustimmung. „Er - Friedrich Merz - eröffnet damit für die CDU eine immense Perspektive und setzt damit auch ein Signal gegen eine weitere Erosion hin zur AfD“, sagte der frühere CSU-Generalsekretär und Staatsminister Thomas Goppel am Montag in München. Goppel betonte, dass er die Kandidatur von Merz auch in seiner Funktion als Landesvorsitzender der Senioren-Union in der CSU unterstütze. Die Unionsschwestern bräuchten einen wie ihn als führungsstarken Mann für die Zukunft.

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29.10.2018, 10.32 Uhr: Merz will Merkel-Nachfolger in der CDU werden

Nach dem angekündigten Rückzug von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der ehemalige Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz offenbar bereit, für den CDU-Parteivorsitz zu kandidieren. Das erfuhren Bild-Zeitung und dpa aus dem Umfeld von Friedrich Merz. Gegenüber Vertrauten hat Merz geäußert, er sei bereit, sich der Verantwortung zu stellen, wenn die Partei das möchte. Die Unterstützung der Konservativen der Partei hätte der Merkel-Widersacher von einst sicher, falls er nun als Merkel-Nachfolger kandidiert.

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Nicht überall stößt das aber auf Zustimmung: „Kandidaten haben wir genug, Friedrich Merz zählt auch dazu. Es geht aber jetzt nicht danach, wer zuerst die Hand hebt“, sagte Hamburgs CDU-Chef Roland Heintze.

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Erstmeldung zu Friedrich Merz als möglicher Merkel-Nachfolger

Brüssel - Seit bald zehn Jahren ist Friedrich Merz aus der Politik verschwunden. Minister war der Sauerländer nie - und auch Fraktionschef der Union nur während der Oppositionsjahre der Ära Schröder. Trotzdem erinnern sich so einige Anhänger der Unionsparteien mit Nostalgie an Merz. 

Merz trifft EU-Politiker und -Beamte - es ging auch um Angela Merkel

Für diese Menschen gibt es nun gute Neuigkeiten: Gewisse Indizien sprechen dafür, dass Merz nach seiner 2009 verkündeten „Polit-Pause“ wieder mitmischen will. Und das womöglich auf höchster Ebene. Wie die Welt berichtet, weilte Merz nun in Brüssel, um Gespräche mit EU-Kommissar Günther Oettinger, Brexit-Unterhändler Michel Barnier und 15 unionsnahen deutschen EU-Spitzenbeamten zu führen.

Es habe sich um einen „Testlauf“ gehandelt, sagte ein Teilnehmer der Unterredungen dem Blatt. „Merz wollte erfahren, was man in der EU über die Bundesregierung und Kanzlerin Merkel denkt.“ Konkret sei es etwa um die Beziehungen zu den USA, den Brexit, aber auch die Leistung der Bundesregierung und den - vor allem im Sommer hochgekochten - Streit zwischen CDU und CSU gegangen.

Kehrt Friedrich Merz zurück? Ministerpräsident brachte ihn als Kanzlerkandidat ins Spiel

Rückkehrbestrebungen Merz‘ müssten solche Gespräche noch nicht zwingend bedeuten: Merz ist seit seinem Ausstieg aus der Politik in der Wirtschaft tätig - unter anderem als Berater und als Aufsichtsratschef von BlackRock Deutschland. BlackRock ist nach eigenen Angaben der „größte unabhängige Vermögensverwalter weltweit“. Merz steht auch dem Netzwerk „Atlantik-Brücke“ vor.

Friedrich Merz und Angela Merkel.

Allerdings kommt die Nachricht zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Die CDU befindet sich im Umfragetief. Schon seit längerem gibt es Forderungen nach einer Erneuerung der Partei. Auch über einen Abschied Angela Merkels vom Amt als CDU-Chefin war im September öffentlich spekuliert worden. Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer brachte Merz unlängst gar als möglichen Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl ins Spiel.

Friedrich Merz als Kontrast zu Merkel? Konservativ und wirtschaftsnah

Merz gilt als Vertreter einer konservativen und wirtschaftsnahen Politik. Der 62-Jährige prägte auf dem Höhepunkt seiner politischen Karriere unter anderem den Begriff „Leitkultur“ mit und sprach sich für ein stark vereinfachtes Steuerkonzept aus. Im Jahr 2008 plädierte Merz auch für eine Einschränkung von Sozialleistungen.

Zuletzt machte Merz allerdings Schlagzeilen, als er den Ludwig-Erhard-Preis ausschlug - Berichten zufolge, weil er nicht mit dem streitbaren Stiftungs-Vorsitzende Roland Tichy auf einer Bühne auftreten wollte.

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fn

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