CDU-Großstadtexperte: Partei braucht einen Imagewechsel

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Wahlverlierer in der Großstadt: Der stellvertretende Hamburger CDU-Vorsitzende Rüdiger Kruse nach der deftigen Wahlniederlage im Februar. Foto: Axel Heimken/Archiv

Die CDU verliert in den großen Städten ihre Wähler. Zuletzt stürzte sie in Hamburg ab. Der Großstadtbeauftragte Kai Wegner fordert einen Imagewechsel. Der nächste Test ist schon im Mai in Bremen.

Berlin (dpa) - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kai Wegner ruft seine Partei zu einem Imagewechsel auf, um in großen Städten wieder zu punkten. "Die CDU hat in Städten ein Imageproblem. Sie wirkt häufig alt, grau verstaubt, sehr konservativ", sagte der Großstadtbeauftragte der Unionsfraktion der dpa.

Wer an Verkehrspolitik und CDU denke, habe zuerst Forderungen nach freier Fahrt für freie Bürger und nach mehr Autobahnen im Kopf. "Wir müssen für alle Gruppen Angebote machen. Das haben wir in den letzten Jahren nicht so glaubwürdig gemacht, dass man uns das abnimmt. Wir müssen einen Imagewechsel einleiten."

Die Lebenswirklichkeit in Städten sehe mit vielen Alleinerziehenden, gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und Patchwork-Familien anders aus als sich das manch CDU-Politiker wünsche. Aber: "Wenn die CDU die Kraft nicht aufbringt, für alle unterschiedlichen Lebensformen Politikangebote zu machen, wird sie es schwer haben, Volkspartei zu bleiben in großen Städten."

Die CDU sei die letzte große Volkspartei in Deutschland. Gerade sie müsse für den Zusammenhalt der Gesellschaft sorgen. "Damit meine ich alle Menschen, egal für welche Lebensformen sie sich entscheiden."

Vor allem in großen Städten sei aber auch "CDU pur" nötig, sagte Wegner, der auch CDU-Generalsekretär in Berlin ist. "Sicherheit und Sauberkeit, wirtschaftsfreundliche Arbeitsmarktpolitik, solide Finanzen - das sind die Themen, die man der CDU abnimmt. Von daher ist es wichtig, dass die CDU ihre Marken-Themen schärft und sich zugleich für neue Themen öffnet, für Integration, Zuwanderung, unterschiedlichste Familienmodelle, gesunde Ernährung." Würde sich die CDU ausschließlich auf ihr Stammwählerpublikum konzentrieren, würden die Ergebnisse in den Städten noch schlechter ausfallen.

Für die CDU sei es nach der herben Schlappe bei der Wahl in Hamburg mit 15,9 Prozent wichtig, nun bei der Landtagswahl in Bremen im Mai ein gutes Ergebnis zu erzielen. "Aber ganz wichtig von der Symbolkraft her ist natürlich Dresden." Bei der Oberbürgermeisterwahl im Juni müsse die CDU alle Kräfte darauf konzentrieren, Dresden als ihre letzte Großstadtbastion zu halten.

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