Christian Klar bei Linken beschäftigt:

Wer erschoss seinen Vater? Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalt, fordert Aufklärung. Archivfoto: dpa

Der Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback hadert aber damit, dass er immer noch nicht weiß, wer seinen Vater erschoss.l

GÖTTINGEN/KARLSRUHE. Der Göttinger Chemie-Professor Michael Buback, Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat keine Bedenken dagegen, dass der einstige RAF-Terrorist Christian Klar für den Bundestagsabgeordneten Diether Dehm arbeitet. Klar habe seine Strafe verbüßt, sagte Buback. Wenn der Ex-Terrorist jetzt einem Abgeordneten bei der Gestaltung von dessen Webseite helfe, ohne an politischen Entscheidungen beteiligt zu sein, „warum soll er die Stelle nicht annehmen?“

Klar war 1985 wegen neunfachen gemeinschaftlichen Mordes zu fünfmal lebenslanger Haft verurteilt worden. Obwohl Klar an der Ermordung seines Vaters beteiligt gewesen war, hatte sich Michael Buback 2007 für eine Begnadigung Klars ausgesprochen.

Was ihn bis heute umtreibt, ist die bittere Feststellung, dass auch nach mehr als 38 Jahren immer noch nicht geklärt ist, wer seinen Vater 1977 erschossen hat. Wenn der Ex-Terrorist Angaben über die übrigen Beteiligten und deren Tatbeitrag machen würde, „würde er viel eindrucksvoller bestätigen, dass er wieder in der Gesellschaft angekommen ist“, meint Buback.

Der heute 71 Jahre alte Sohn des Ermordeten hadert sowohl mit der Justiz als auch mit den Medien, die ihre Funktion nur unzureichend wahrnähmen. „Kein Mensch interessiert sich dafür, wer damals die Täter waren. Für Angehörige der Terroropfer ist das eine Zumutung.“ So sei immer noch unklar, welchen Umfang die Kontakte zwischen der wegen Beihilfe zum Mord verurteilten RAF-Terroristin Verena Becker und den Geheimdiensten gehabt hätten.

Außerdem habe die Bundesanwaltschaft immer noch keine Anklage gegen das RAF-Mitglied Siegfried Wisniewski erhoben, obwohl sie bereits seit mehr als sieben Jahren gegen diesen im Zusammenhang mit dem Karlsruher Attentat ermittele. Wenn auch dieser Fall eingestellt würde, wäre „die letzte Chance vertan, einen unmittelbaren Tatbeteiligten zu bestrafen“, kritisiert Buback. Seiner Ansicht nach ergibt sich aus sichergestellten Unterlagen der Terroristen, dass Wisniewski an der Tat beteiligt gewesen sei. (pid-nie)

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