Arzt übt Kritik

Nach Corona-Impfung mit Astrazeneca: Frau erleidet Thrombose - und spricht Klartext

Die Corona-Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland wurden gestoppt. (Symbolfoto)
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Die Corona-Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland wurden gestoppt. (Symbolfoto)

Eine Betroffene spricht über ihre Hirnvenenthrombose nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin Astrazeneca. Ihr Arzt kritisiert die Priorisierung des Impfstoffs.

Kassel – „Ich bin abends ins Badezimmer gegangen und umgefallen.“ Nach der Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca erleidet eine 65-jährige Frau eine Hirnvenenthrombose. Sie leidet damit an den seltenen, aber möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffs, wie das Nachrichtenportal T-online.de berichtet.

Die Empfehlungen und Nebenwirkungen rund um den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca stehen auch in Deutschland seit einigen Wochen immer wieder in der Kritik. Am Uniklinikum Essen wird aktuell eine Patientin mit der Diagnose Sinusvenenthrombose behandelt. Ihre positive Einstellung zur Corona-Impfung hat sie aber trotz der Erkrankung nicht geändert.

Corona-Impfstoff: Arzt zu Astrazeneca – Thrombose kann auch bei über 60-Jährigen auftreten

„Man hat halt auch gesehen, dass 60 Jahre ein Limit ist, das zwar vielleicht sinnvoll erscheint, es aber auch Patienten gibt, die diese Nebenwirkungen kriegen können und schon älter als 60 Jahre sind“, sagt Christoph Kleinschnitz, der Direktor der Klinik. Das seien zwar weit weniger Patienten als die, die jünger sind, aber der Fall beweise, dass diese Nebenwirkungen gerade auch bei älteren Frauen auftreten können.

Auch zur Impfpriorisierung findet Kleinschnitz harte Worte. Er sei „verwundert“, dass die Impfungen trotz der Expertenmeinungen und der erhobenen Daten zu schweren Nebenwirkungen fortgesetzt und sogar für jüngere Frauen auf freiwilliger Basis freigegeben wurden. An diesem „lockeren“ Umgang der Politik übt Kleinschnitz Kritik.

Nach Corona-Impfung mit Astrazeneca – Frau erleidet Thrombose

Auch die 65-jährige Patientin würde sich heute für einen anderen Impfstoff entscheiden, erklärt sie in einem Interview. Sie sei aber trotzdem „weit davon entfernt“ Impfungen als solche zu „verteufeln“. „Im Nachhinein würde ich nach wie vor sagen, dass ich mich impfen lasse“, so die Patientin der Uniklinik Essen. Von Astrazeneca würde sie „in ihrem Fall“ die Finger lassen, weil sie es nicht vertrage.

Vor wenigen Tagen wurde eine in Deutschland durchgeführte Studie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) veröffentlicht, die das Auftreten von Sinus- und Hirnvenenthrombosen im Gehirn nach der Corona-Schutzimpfung gegen Sars-CoV-2 beschreibt. (Luisa Weckesser)

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