„Vaxzevria“

Astrazeneca: Unternehmen ändert Namen des Impfstoffs - Sind die Nebenwirkungen schuld?

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca sorgt in letzter Zeit für viele negative Schlagzeilen. Der Pharmakonzern entschied sich nun für eine Namensänderung.

Kassel - Seit einigen Monaten wird das Corona-Vakzin unter dem Namen „Astrazeneca“ in zahlreichen Impfzentren verabreicht. Jetzt wurde der Wirkstoff aufgrund von Nebenwirkungen für Personen unter 60 Jahren in Deutschland gestoppt. Der Pharmakonzern hat sich derweil dazu entschieden, das umstrittene Präparat umzubenennen.

Die Namensänderung habe laut einem Bericht von t-online zufolge allerdings nichts mit den aktuellen negativen Schlagzeilen zu tun. Das Etikett und die Verpackung sollen bereits ebenfalls angepasst worden sein. Doch, warum erhält der Corona-Impfstoff nun einen neuen Namen?

Astrazeneca wird zu „Vaxzevria“: Soll die Namensänderung den Ruf des Corona-Vakzins retten?

Seit dem 26. März 2021 trägt das britisch-schwedische Vakzin Astrazeneca nun den Namen „Vaxzevria“, dies geht aus einer Meldung auf der Webseite der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hervor. Soll die Umbenennung vielleicht dafür sorgen, dass das angekratzte Image des Wirkstoffs aufgrund der Nebenwirkungen wieder aufpoliert wird?

Name des Impfstoffs:Astrazeneca (bald: Vaxzevria)
Sitz des Unternehmens: Cambridge, Großbritannien
Gründung: April 1999

Die Antwort des Konzerns lautet: Nein, „die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen ist üblich und wurde seit vielen Monaten geplant.“ Dies teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Der vollständige Namenswechsel werde in circa sechs Monaten erwartet. Daher sei der Name „Vaxzevria“ auf der deutschen sowie internationalen Internetseite des Unternehmens noch nicht zu finden.

Der Pharmakonzern Astrazeneca hat seinen Corona-Impfstoff in „Vaxzevria“ umbenannt. (Symbolbild)

Corona-Impfstoff Astrazeneca: Impfstopps und Nebenwirkungen sorgen für Unruhe

In letzter Zeit hat der Corona-Impfstoff von Astrazeneca in der Presse eher für negative Schlagzeilen gesorgt. Mitte März wurden zahlreiche Impfungen mit dem Vakzin in Deutschland ausgesetzt, da in seltenen Fällen gefährliche Hirnvenenthrombosen als Nebenwirkungen aufgetreten sind. Nachdem diese allerdings geprüft wurden, gab die EMA eine Entwarnung und der kurzweilige Stopp wurde wieder aufgehoben. Doch, die Verunsicherung in der Bevölkerung blieb.

Aufgrund weiterer schwerer Thrombose-Fälle, die hauptsächlich bei jüngeren Geimpften auftraten, zogen einige Bundesländer und Städte, darunter Berlin, München und Brandenburg, schließlich am Dienstag (30.03.2021) erneut die Reißleine. Astrazeneca-Impfungen wurden für unter 60-Jährige vorerst gestoppt. Noch am selben Tag äußerte sich die Ständige Impfkommission (Stiko) zu den Vorkommnissen und änderte die Empfehlung des Impfstoffs. Ausschließlich Menschen über 60 Jahren sollen weiterhin mit Astrazeneca geimpft werden - für jüngere Personen soll dies nur noch nach ärztlicher Absprache möglich sein.

Astrazeneca: Corona-Wirkstoff im erneuten Impfstopp - Unter 60-Jährige werden nicht mehr geimpft

Die Bundesregierung ordnete die Empfehlung der Stiko anschließend in einer bundesweiten Entscheidung an. Seit Mittwoch (31.03.2021) sollte diese dann in allen Corona-Impfzentren auch umgesetzt werden. Jüngere Menschen, die bereits eine erste Astrazeneca-Impfung erhalten haben, sollen laut der Stiko jedoch keine Zweite mit dem Vakzin erhalten. Es werde derzeit untersucht, ob diese sich dann mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna ersetzen lassen.

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Astrazeneca ist seit der EU-Zulassung Ende Januar 2021 in Deutschland im Kampf gegen das Corona-Virus im Gebrauch. Zunächst wurde er allerdings nur für Menschen unter 65 Jahren freigegeben, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht genügend Daten zur Wirksamkeit bei älteren Patienten vorlagen. Erst Anfang März sprach die Stiko auch eine Empfehlung für über 65-Jährige aus. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/imago

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