Neuer Vertrag mit EU

Impfstoff von Biontech/Pfizer wird deutlich teurer – So viel kostet eine Dosis

Der Biontech-Impfstoff soll deutlich teurer werden. Ursula von der Leyen spricht mit Biontech-Gründerin Ozlem Tureci bei einem Besuch des Pharmaunternehmens Pfizer.
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Der Biontech-Impfstoff soll deutlich teurer werden. Ursula von der Leyen spricht mit Biontech-Gründerin Ozlem Tureci bei einem Besuch des Pharmaunternehmens Pfizer.

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer soll deutlich teurer werden. Die EU-Kommission verteidigt den Vertrag. Deutschland muss für die neuen Chargen 3,38 Millionen Euro zahlen.

Brüssel/Berlin – Der Impfstoff von Biontech/Pfizer soll künftig deutlich teurer werden. Grund für die Preiserhöhung ist ein neuer Vertrag zwischen dem Impfstoffhersteller und der Europäischen Union, der strengere Auflagen beinhaltet.

Die EU-Kommission in Brüssel verteidigt, dass für den Corona-Impfstoff künftig ein höherer Preis gezahlt werden soll. Der geplante Vertrag unterscheide sich signifikant von den ersten beiden, hieß es am Mittwochabend aus Behördenkreisen. So gebe es beispielsweise strengere Liefervereinbarungen und andere Haftungsregeln.

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wird deutlich teurer – Preis steigt um 50 Prozent

Das Unternehmen ist auch verpflichtet den Impfstoff regelmäßig an neue Mutationen und Varianten anzupassen und wissenschaftlich weiterentwickeln. Die neue Impfstofflieferung soll auch angepasste Impfstoffe für Kinder enthalten. Ende April hat Biontech/Pfizer bei der EMA einen Antrag auf die Zulassung seines Impfstoffs für Kinder ab zwölf Jahren gestellt. Außerdem zahle die EU künftig kein Geld mehr für Produktionsförderung, wodurch sich der Preis pro Impfstoffdosis anders gestalte, hieß es.

Die Zeitung Welt hatte unter Berufung auf ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet, dass die EU-Kommission für 900 Millionen Corona-Impfdosen der zweiten Generation einen deutlichen Preisaufschlag zahlen werde.

Demnach verpflichtet sich Deutschland, für die anteilig zustehenden 165 Millionen Dosen aus dem EU-Kontingent 3,83 Milliarden Euro zu zahlen. Statt der bislang abgerechneten 15,50 Euro pro Dosis ergebe sich daraus rein rechnerisch ein Preis von 23,20 Euro pro Dosis – 50 Prozent mehr als zuvor verlangt wurde. Die EU-Kommission wollte sich zu den Preisangaben nicht äußern. Der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow hat jüngst von einem neuen Dosispreis von 19,50 Euro gesprochen.

Eine Dosis des Biontech-Impfstoffes soll künftig deutlich teurer werden. Grund ist ein neuer EU-Vertrag mit geänderten Bedingungen.

Neuer EU-Vertrag mit Biontech/Pfizer: „Angepasste Impfstoffe gegen Virusvarianten sowie für Kinder“

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am 14. April angekündigt, dass mit dem deutschen Unternehmen Biontech und dessen US-Partner Pfizer über die Lieferung von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff verhandelt wird. Der dritte Vertrag sei fertig verhandelt, heißt es laut Welt im Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Durch die Lieferung von 900 Millionen Dosen ab Dezember 2021 bis ins Jahr 2023 soll eine „ausreichende Versorgung mit adäquaten Impfstoffen gegen Covid-19 auch für die kommenden Jahre“ sichergestellt werden, die Lieferung umfasse „angepasste Impfstoffe gegen Virusvarianten sowie für Kinder“. Der Vertrag enthält zusätzlich eine Option auf 900 Millionen weitere Dosen. Wie bei jeder Impfung können auch nach der Biontech/Pfizer-Impfung Nebenwirkungen auftreten. (Sarah Neumeyer mit dpa)

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