Corona-Pandemie

Booster-Impfung nur mit Moderna? Spahn begrenzt Biontech-Bestellung und erntet heftige Kritik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant eine Begrenzung des Corona-Impfstoffs von Biontech. Das sorgt für massive Kritik.

Kassel – Die Entwicklung der Corona-Pandemie ist dramatisch. Seit fast zwei Wochen steigen die Fallzahlen in Deutschland kontinuierlich. Die Booster-Impfung soll dabei helfen, den Impfschutz zu erhöhen und die vierte Welle zu durchbrechen. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf die dritte Spritze.

Allein in dieser Woche sollen bereits 1,7 Millionen Bürger die Auffrischungsimpfung erhalten haben, so Spahn via Twitter. Das Impftempo nehme weiter zu. Dafür war in erster Linie der Impfstoff von Biontech-Pfizer vorgesehen. Nun will Spahn vor allem mit Moderna auffrischen.

Corona in Deutschland: Spahn setzt bei Booster-Impfung auf Moderna

Bis Jahresende sollen etwa 25 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten haben. Das teilte der CDU-Politiker bei der Bundespressekonferenz am Freitag (19.11.2021) mit. Impfwillige können sich das Vakzin allerdings nicht aussuchen. Spahn will für die Auffrischung auch den mRNA-Impfstoff von Moderna miteinbeziehen. „Ich will auch ausdrücklich sagen, dass wir stärker werden, eine Zeit lang den Impfstoff von Moderna für die Booster-Impfung zu nutzen“, erklärte Spahn bei der Pressekonferenz. Davon seien viele Dosen vorrätig. Beide Impfstoffe von Biontech und Moderna seien laut dem Gesundheitsminister „gleich gut geeignet zur Auffrischungsimpfung“.

Wie merkur.de berichtete, wurden für die Booster-Impfung bislang etwa 90 Prozent des Biontech-Vakzins verwendet. Insgesamt seien damit 5,6 Millionen Auffrischungen verabreicht worden, so Spahn via Twitter am Samstag (20.11.2021).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt künftig bei der Booster-Impfung auf Moderna.

Corona-Pandemie: Spahn plant Begrenzung von Biontech-Bestellung

Für Biontech-Impfdosen soll es der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge eine „Höchstbestellmenge“ geben. Arztpraxen bekommen daher maximal 30 Impfdosen und Impfzentren 1020 Dosen pro Woche. Für das Präparat von Moderna gebe es keine Einschränkung.

Doch was steckt dahinter? Grund für die Fokussierung auf Moderna sei lediglich das Verfallsdatum. Wie Spahns Staatssekretär der Bild-Zeitung mitteilte, verfielen viele Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022. Der Impfstoff müsse so genutzt werden, dass keine Dosen verfallen. „Das müssen wir gut aussteuern“, so Spahn bei der Bundespressekonferenz.

Corona in Deutschland: Es hagelt Kritik für Spahns Begrenzungsplan

Stellvertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) befürchten allerdings einen „hohen Erklärungsbedarf“ gegenüber Patienten über mögliche Nebenwirkungen. Das würde „wertvolle Zeit“ kosten, so KBV-Vize Stephan Hofmeister gegenüber der dpa. Verunsichert sein dürften dann vor allem auch jüngere Menschen, da die Stiko den Impfstoff von Moderna für unter 30-Jährige nicht mehr empfiehlt.

Auch Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach kritisiert Spahns Vorhaben bezüglicher der Begrenzung. „Weil viele Menschen in Deutschland vertrauen dem Biontech-Impfstoff besonders“, erklärte er im Deutschlandfunk. Dass nun der Impfstoff von Biontech zurückgehalten werde, sei ein schwieriger Beschluss, so Lauterbach weiter. Man hätte es früher wissen können, dass das Verfallsdatum des Moderna-Impfstoffs näher rückt. Für Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sei die geplante Begrenzung „inakzeptabel“. Das würde das Vertrauen in den Impfstoff schädigen. (kas)

Nicht alle Menschen wollen sich unmittelbar die dritte Corona-Spritze verabreichen lassen. Impfwillige sorgen sich vereinzelt vor Impfreaktionen oder Nebenwirkungen der Booster-Impfung. „Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt“, heißt es vom RKI im Aufklärungsbogen. Allerdings wurde in einer Studie herausgefunden, dass vor allem junge Männer öfter nach der Impfung eine Herzmuskelentzündung erleiden.

Rubriklistenbild: © Imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.