Suche nach Impfstoff

Frettchen und Tabak helfen bei der Suche nach Impfstoff gegen das Coronavirus

Forscher suchen einen Impfstoff gegen Corona. Dabei kommt Hilfe von ungewöhnlicher Seite. Auch Versuche mit Tieren helfen bei der Impfstoff-Suche. 

Weltweit suchen Forscher nach einem Impfstoff gegen Corona. Dabei könnten Frettchen helfen. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, könnten Frettchen möglicherweise als Modelltiere für die Infektion des Menschen mit Corona dienen. An den Tieren könnten dann Impfstoffe gegen das Virus getestet werden. Das hätten erste Auswertungen von Tierversuchen am Friedrich-Loffler-Institut (FLI) in Greifswald ergeben. 

Suche nach Impfstoff: Flughunde anfällig für Coronavirus

Nach einen Tiermodell werde weltweit gesucht, heißt es von Seiten des Instituts. Durch die Forschung soll die Verbreitung von Corona eingedämmt werden. Hühner und Schweine sind nicht anfällig für Corona, Flughunde dafür schon. Frettchen gelten auch bei Erkrankungen wie Grippe als gutes Modell. Die Tiere übertragen das Coronavirus auf ihre Artgenossen und lassen sich, einer Sprecherin des Instituts zufolge, effizient Infizieren. 

Impfstoff gegen Corona: Ergebnisse frühestens im Mai

Die Auswertung aller Versuchsreihen wird noch Zeit in Anspruch nehmen, so das Friedrich-Loeffler-Institut. Man rechne mit ersten Ergebnissen Anfang Mai. Aber auch andere, ungewöhnlichere Protagonisten sind auf der Suche nach einem I mpfstoff gegen Corona. Der britische Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) beteiligt sich mit seinem Biotechnologie-Tochterunternehmen Kentucky BioProcessing (KBP) aus den USA. 

Tabakkonzern sucht nach Impfstoff gegen Corona

Das US-Unternehmen forscht an einem Impfstoff und nutzt dafür Tabakpflanzen. Laut Nachrichtenagentur AFP, habe KBP einen Teil der genetischen Sequenz des Coronavirus geklont und auf dieser Grundlage ein sogenanntes Antigen entwickelt, welches eine Immunantwort im Körper und die Produktion von Antikörpern auslöst. Das Antigen wurde dann zur Vervielfältigung in Tabakpflanzen eingesetzt. Bisher habe der Konzern noch keine Freigabe für Tests an Menschen, man befinde sich gerade in vorklinischen Studien. 

Kampf gegen Corona: Hoffnung auf Durchbruch bei Impfstoff

BAT-Forschungsdirektor David O'Reilly erklärte, der Konzern habe mit seiner Tabakpflanzen-Technologie einen "bedeutenden Durchbruch" in der Entwicklung eines Impfstoffs erzielt. Man sei bereit, mit Regierungen zusammenzuarbeiten, Anfragen an die Gesundheitsministerien von USA und Großbritannien seien schon gestellt.

Arzneimittelbehörde: Impfstoff gegen Corona dauert noch

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) schätzt, dass es bei zur Zulassung eines Impfstoffs ein Jahr dauern könnte. Zumal dieser dann auch in ausreichender Menge hergestellt werden müsste, um Corona wirksam zu bekämpfen. Weltweit arbeiten Forscher an einem Impfstoff, mit dem sich Corona eindämmen lässt. 

Hilfe aus Potsdam bei der Suche nach Impfstoff gegen Corona

Das Hasso-Plattner-Institut mit Sitz in Potsdam beteiligt sich auch an der Suche nach einem Impfstoff gegen Corona. Wie das Institut mitteilte, stell es einer Forscher-Initiative der Stanford-University die Power seiner Hochleistungsserver zur Verfügung. Damit könnten die Forscher zum Beispiel simulieren, wie Corona das Immunsystem des Körpers unterdrückt und wie sich die Viren vermehren. Dies könne bei der Entwicklung eines Impfstoffs helfen, heißt es weiter.  Das Hasso-Plattner-Institut im Potsdamer Stadtteil Babelsberg ist ein privat finanziertes IT-Institut und bildet zusammen mit der Universität Potsdam die Fakultät für Digital Engineering. 

Noch kein Impfstoff gegen Corona: Deutschland beschafft Arznei

Deutschland deckt sich mit Präparaten ein, die bei einer Erkrankung mit Corona zum Einsatz kommen könnten. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP und bezieht sich dabei auf eine Stellungnahme des Bundesgesundheitsministerium. Hintergrund sei die Tatsache, dass es noch kein Impfstoff gegen Corona gebe. Darum werde geprüft, ob diese bereits zugelassene Mittel gegen Corona hilfreich sind. Dazu zählen unter anderem das in Japan als Grippemittel zugelassene Avigan sowie Malariamittel mit dem Wirkstoff Chloroquin*. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sollen die Medikamente bei besonders schwerwiegenden Corona-Erkrankungen eingesetzt werden. 

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Corona steht eine neue Methode im Fokus. Diese könnte einen wichtigen Zeitgewinn bringen.

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Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow / dpa

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