Coronavirus

Nach Corona-Lockdown in Niedersachsen: Impfung könnte bis 2022 dauern

In Niedersachsen steht der Corona-Lockdown im November an. Das muss nicht der letzte gewesen sein. Selbst mit Impfstoff ist die Gefahr noch nicht gebannt. 

  • In Niedersachsen wurde für den November der Lockdown verhängt.
  • Die Verteilung des Impfstoffes könnte länger dauern als gedacht.
  • Es droht ein Corona-Marathon im nächsten Jahr.

Niedersachsen/Hannover - Bundesforschungsministerin Anja Karliczek rechnet damit, dass spätestens Mitte 2021 breite Teile der Bevölkerung gegen Corona geimpft sein werden. „Sollte es schneller gehen, wäre das natürlich sehr schön“, sagt Karliczek. Doch wie realistisch ist diese Prognose tatsächlich? Folgen noch mehr Lockdowns, wenn sich die Impfung hinzieht? Und wann könnte ein Impfstoff in Niedersachsen für nahezu alle Menschen zur Verfügung stehen?

Das Robert Koch-Institut sieht das nämlich anders als die Bundesforschungsministerin. „Es wird längere Zeit dauern, bis wir durch die Impfung eine spürbare Veränderung des Infektionsgeschehens sehen werden, dass wir sagen können, jetzt kann wieder Ruhe einkehren“, sagte der Virologe Thomas Mertens und Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wenn man rund 100.000 Menschen pro Tag impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen gegen Corona zu impfen. Ein solches Tempo sei eine große Herausforderung.

Der Impfstoff gegen Corona könnte 2021 kommen. Doch die Impfung wird sich noch ziehen.

Corona in Niedersachsen: Impfstoff-Verteilung könnte sich bis 2022 ziehen

Möglicherweise könnte es sogar Streit wegen der gerechten Verteilung des Corona-Impfstoffes geben - selbstverständlich auch in Niedersachsen. „Es kann auch sein, dass einzelne, die nicht gleich zum Zuge kommen, dagegen klagen werden“, prognostiziert der Virologe. Hingegen möchte Hendrik Streeck nicht zu viel Hoffnung in einen Impfstoff setzen. „Die Zulassung eines Impfstoffs bedeutet nicht automatisch, dass damit auch die Corona-Pandemie endet“, sagt er.

Virologe Hendrik Streeck rechnet hinsichtlich der Corona-Pandemie mit einem Marathon - selbst mit Impfstoff.

Niedersachsen: Trotz Corona-Impfstoff droht ein Marathon

Die Produktion und Verteilung würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Hendrik Streeck rechnet damit, dass sich gegen Ende 2021 so viele Menschen infiziert haben, „dass die Infektionsketten vielerorts von selbst abreißen“. In einem Positionspapier, das auch von dem Virologen unterstützt wird, heißt es, man müsse sich auf einen „Marathon“ einstellen. Das gilt zwangsläufig auch für Niedersachsen.

Nach dem Corona-Lockdown in Niedersachsen: In Nachbarländern gehen die Zahlen trotzdem hoch

KBV-Chef Dr. Andreas Gassen warnt demnach davor, das Land in einen Lockdown zu versetzen. In Nachbarländern würden die Corona-Zahlen trotz strenger Maßnahmen durch die Decke gehen. Das Virus sei Teil der Lebensrealität. Man könne das Land nicht alle vier Wochen herunterfahren.

Es könnten noch weitere Corona-Lockdowns in Niedersachsen folgen

Falls sich die Strategie der Bundesregierung nicht ändern wird, ist davon auszugehen, dass dieser Lockdown nicht der letzte sein wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Corona-Lage in Niedersachsen weiter entwickelt. (Moritz Serif)

Es hatte sich bereits abgezeichnet: Mittlerweile ist der Corona-Lockdown in Niedersachsen im November beschlossene Sache.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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