Immer mehr Impfstoff verfügbar

Corona in Hessen: Impfungen bald auch in Supermärkten und Schulen? Land äußert sich

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) spricht sich für Corona-Impfungen in Schulen und Supermärkten aus. Auch Hessen äußerte sich nun zu dem möglichen Szenario.

Kassel - Die bundesweite Corona-Impfkampagne gewinnt an Fahrt: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündete am Donnerstag (29.04.2021) einen neuen Impfrekord. Einen Tag zuvor wurden am Mittwoch (28.04.2021) in Arztpraxen und Impfzentren mehr als eine Million Corona-Impfungen in Deutschland verabreicht.

In den kommenden Wochen soll immer mehr Impfstoff bereitstehen, wie Spahn versichert. Dadurch werden die Rufe nach einer schnellen Aufhebung der Impfpriorisierung lauter. Bundesweit steht eine Entscheidung darüber wohl erst Ende Mai an. Einige Bundesländer preschen nun vor und gehen ihren eigenen Weg - so wie Bayern.

Gibt es bald Corona-Impfungen in Schulen und Supermärkten? Das Land Hessen hat sich zu dem möglichen Szenario geäußert, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder vorgeschlagen hat.

Hessen: Corona-Impfung bald in Schulen und Supermärkten? USA und Israel als Vorbild

Die Corona-Impfpriorisierung im Freistaat soll Mitte bis Ende Mai wegfallen. Das hat das Kabinett in München am Dienstag (27.04.2021) beschlossen. Nun spricht sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dafür aus, dass Corona-Impfungen nicht mehr nur bei Hausärzten und in Impfzentren gespritzt werden. „Generell gilt: Wir brauchen Ärzteteams, die in mobilen Impfstationen in Supermärkten impfen können. Auch in Apotheken sollte geimpft werden“, sagte Söder gegenüber welt.de. Es dürfe kein Impfstoff liegen bleiben.

Söder fordert, sich auf den Moment frühzeitig vorzubereiten, an dem die Priorisierung für die Corona-Impfungen fällt. Alle vereinbarten Termine für die priorisierten Gruppen blieben erhalten. „Aber wir müssen jetzt schon alle denkbaren Strukturen aufbauen für die Zeit, wenn wir noch mehr Impfstoff bekommen“.

Impfungen gegen die neuartigen Erreger in Supermärkten, in der Gastronomie und beim Möbelhandel gibt es bereits in Ländern wie den USA, Großbritannien und Israel, die aktuell eine hohe Durchimpfung der eigenen Bevölkerung erreicht haben. Teils in Form von Drive-ins, teils durch mobile Impf-Teams.

Corona-Impfungen in Schulen und Supermärkten? Land Hessen äußert sich

Ausdrücklich will Söder auch junge Menschen früh impfen. „Besonders wichtig ist es auch, Schüler einzubinden, um jungen Menschen eine Perspektive für mehr Freiheit zu geben. Daher wollen wir den Abschlussklassen im Juni ein Impfangebot machen“, so der CSU-Chef gegenüber welt.de. Schulimpfungen müssten genauso wie Betriebs- und Familienimpfungen ein fester Baustein sein, wenn man schnell aus der Pandemie herauskommen wolle. Dem widerspricht SPD-Politiker Karl Lauterbach, der gegen eine vorrangige Impfung von Kindern ist. „Der Impfstoff für Kinder geht etwa bis September zulasten des Kontingents, das wir haben“, sagte Lauterbach. Es gebe gerade andere Schwerpunkte, um die man sich in der Bekämpfung der Corona-Pandemie zuerst kümmern müsse.

Ob in Hessen bald Corona-Impfungen in Schulen und Supermärkten verabreicht werden, wollte Michael Schaich, Pressesprecher beim Hessischen Ministerium des Innern und für Sport weder bestätigen noch ausschließen: „Grundsätzlich sollen Bürger, die noch nicht geimpft werden konnten, in Zukunft einen einfachen und raschen Weg zur Immunisierung finden. Dabei ist aber auch wichtig, dass die Impfungen durch qualifiziertes Personal durchgeführt und dokumentiert werden“.

Ziel der hessischen Impfkampagne sei es, so viele Menschen so schnell wie möglich mit einer Impfung vor dem Coronavirus zu schützen. Spätestens ab Juni sollen auch Betriebsärzte mit den Corona-Impfungen starten. (Jan Wendt)

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

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