Corona

Kommt der knallharte Corona-Lockdown von Merkel? Diese Maßnahmen drohen

Während einige Bundesländer Lockerungen umsetzen, plant Bundeskanzlerin Merkel in der Corona-Pandemie anderweitig. Droht jetzt der knallharte Lockdown?

Kassel - Wird der Lockdown in Deutschland noch monatelang weitergehen? Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für die Zeit nach Ostern drei Szenarien errechnet und geht davon aus, dass der Endlos-Lockdown in Deutschland noch lange Zeit notwendig sein wird, wie auch merkur.de* berichtet.

Welches Szenario eintrifft, könnte auch davon abhängen, wie es in den kommenden Wochen in Deutschland in der Corona-Krise weitergeht. Und das ist noch vollkommen offen. Während einige Bundesländer bereits Lockerungen über Modellprojekte planen, denkt Bundeskanzlerin Angela Merkel laut einem Insider wohl aktuell über einen knallharten, bundesweiten Lockdown nach Ostern nach.

Corona-Lockdown: Bund und Länder verfolgen verschiedene Strategien

Die politische Lage zum Umgang mit der Corona-Pandemie zwischen Bund und Ländern könnte nicht unterschiedlicher sein: Einige Bundesländer sind gerade dabei erste Lockerungen umzusetzen. So hat beispielsweise das Land Niedersachsen am Ostersamstag 14 Kommunen verkündet, die in einem Modellprojekt künftig Handel, Außengastronomie und Co. unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen - mit dabei sind unter anderem Hann. Münden und Einbeck.

In den Modellkommunen soll eine mögliche künftige Öffnungsstrategie getestet werden. Unterdessen scheint Angela Merkel über einen bundesweiten strengen Lockdown nachzudenken - unterstützt wird sie bei dem Vorhaben vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sowie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU).

Wann können in der Corona-Pandemie die Kontaktbeschränkungen wieder gelockert werden? Laut aktuellen Berechnungen des Robert Koch-Instituts (RKI) könnte das noch einige Monate dauern – der Lockdown also weitergehen. (Symbolbild)

RKI errechnet Szenarien: Ab wann Lockerungen der Corona-Regeln vertretbar sind

Laut einer Umfrage befürwortet eine Mehrheit der Deutschen einen härteren Lockdown - doch viele Fragen sich, wie es langfristig weitergehen soll. Damit hat sich auch das RKI beschäftigt und zeigt anhand einer Modellrechnung, ab wann Lockerungen möglich wären, ohne die Intensivstationen zu überlasten. In die Berechnung wurde auch der Impffortschritt einberechnet - aktuell haben (Stand:03.04.2021) über 10 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

Die Studie des RKI untersuchte den Einfluss von Impfungen und Kontaktreduktionen auf die „dritte Welle“ der Corona-Pandemie und zeigt Perspektiven für eine Rückkehr zu einem Kontaktverhalten wie vor der Pandemie auf. Anhand verschiedener Parameter haben die RKI-Experten und Epidemiologen berechnet, wie sich Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen auf die Infektionszahlen und die Zahl der Covid-Intensivpatienten auswirken würde. Das Ergebnis ist ernüchternd: Denn laut den Experten seien erste milde Lockerungen erst ab Mai beziehungsweise Anfang Juni vertretbar.

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RKI: Berechnung für Lockerungen sind ernüchternd - Lockdown noch Monate notwendig

Die „Vermeidung der Überlastung der Intensiv-Kapazitäten“ könne gelingen, „sobald Lockerungen vorsichtig erst ab Mai/Juni 2021 und dann mit sukzessiver Steigerung des Grades der Lockerungen bis in den Spätsommer durchgeführt werden, wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist“, so das Resultat der RKI-Studie. Lockerungen seien demnach erst sinnvoll, sobald ein Großteil der Bevölkerung mindestens eine Corona-Impfung erhalten hat.

In ihren Berechnungen haben die Experten drei verschiedene Szenarien zu einer Rückkehr in den Zustand von vor der Pandemie berücksichtigt:

  • Eine Zunahme der Kontakte um 20 Prozent
  • Eine Zunahme der Kontakte um 40 Prozent
  • Eine Zunahme der Kontakte um 60 Prozent

Das Ergebnis: In allen drei Fällen würden die Intensiv-Kapazitäten mit Lockerungen ab Mai überlastet werden. „Bei einer 40- und 60-prozentigen Rückkehr der Kontakte zu prä-pandemischen Kontaktverhalten wird auch die Notfallreserve deutlich überschritten“, warnen die Epidemiologen in der Studie.

RKI-Berechnungen: Leichte Lockerungen der Kontaktbeschränkungen frühestens ab Juni

Eine Zunahme der Kontakte um 20 Prozent sei laut der Studie frühestens ab Juni vertretbar und würde sehr wahrscheinlich nicht zu einer Überlastung der Intensivstationen führen. Eine Zunahme der Kontakte um 60 Prozent würde sowohl im Mai als auch im Juni und Juli den Berechnungen zufolge mehr als 1000 Sterbefälle pro Tag verursachen. Eine drastische Lockerung der Kontaktbeschränkungen dürfte laut diesen Ergebnissen noch einige Zeit auf sich warten.

Allerdings machen die Forscher selbst auf Schwächen der Berechnungen aufmerksam. So würden die Berechnungen maßgeblich vom Impffortschritt abhängen und beispielsweise sei die Wirksamkeit weiterer Impfstoffe wie Curevec nicht berücksichtigt worden. In die Modelle-Rechnung eingeflossen seien aber die Verbreitung der britischen Virus-Mutante B.1.1.7 sowie politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. (Diana Rissmann) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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