News-Ticker

Corona in Deutschland: Söder fordert Lockerung der Impfreihenfolge - Astrazeneca bleibt Problemfall

Markus Söder und Winfried Kretschmann sprechen sich für Änderung der Impfreihenfolge aus. Kinderärzte schlagen Alarm. Alle News gibt es im Ticker.

  • Corona* in Deutschland: Karl Lauterbach (SPD) fordert eine Änderung der Impfstrategie.
  • Virologe Christian Drosten sieht große Lockerungen erst im Spätsommer.
  • Kinderärzte fordern für das Kindeswohl die sofortige Öffnung von Schulen und Kitas.

+++ 13.30 Uhr: Zwei Ministerpräsidenten fordern in Deutschland die Lockerung der Impfreihenfolge. Grund dafür ist der Corona-Impfstoff Astrazeneca. Markus Söder (Bayern) und Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg) sprechen von einer möglichen Änderung der Reihenfolge, wenn die deutsche Bevölkerung dem Impfstoff weiterhin kritisch gegenübersteht.

„Es kann nicht sein, dass einerseits zu wenig Impfstoff vorhanden ist, andererseits Astrazeneca in hohen Zahlen nicht verimpft wird“, sagte Markus Söder (CSU) gegenüber der Bild am Sonntag. Seine Forderung: „Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will!“ Trotz der klaren Meinung des Ministerpräsidenten plane Bayern in dieser Sache keinen Alleingang.

Corona in Deutschland: „Regiment auflockern“ - Freigabe für Astrazeneca-Impfstoff

Die Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs für alle Impfwillingen in Deutschland befürwortet auch der Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Die Zugehörigkeit zu einer Alters- oder Risikogruppe würde dann keine Rolle mehr spielen.

Winfried Kretschmann (Grüne) äußerte sich gegenüber der Welt am Sonntag wie folgt: „Zugleich können wir es uns nicht leisten, dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen. Dann müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären.“

Die Zusammenarbeit von Söder und Kretschmann kennt man schon aus Zeiten vor der Corona-Krise in Deutschland. Auch jetzt sind sich die Ministerpräsidenten einig: Astrazeneca für jeden, der es haben will. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Sofortige Öffnung von Schulen und Kitas gefordert

Am 03.03.2021 findet die nächste Bund-Länder-Konferenz statt. Neben der Impf-Strategie werden auch Öffnungen und Lockerungen diskutiert werden müssen. Schon vor der Corona-Konferenz schlagen Kinderärzte Alarm. Immer wieder setzen sie sich für die rasche Öffnung von Schulen und Kitas ein.

„Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind“, äußerte sich der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, gegenüber dem RND. Schulen und Kitas müssten unter diesem Gesichtspunkt umgehend öffnen. Sie würden „im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle“ spielen.

Die Beibehaltung der jetzigen Schließungen oder weitere Schließungen würden Kinder zu Kollateralschäden der Corona-Pandemie machen. Schon jetzt wären die Folgen massiv. Die Kinder hätten mit psychischen, sozialen und emotionalen Beeinträchtigungen zu kämpfen. Diese Auswirkungen des zweiten Lockdowns scheinen Fischbach zufolge schlimmer auszufallen als die des ersten Lockdowns: „Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein.“

Video: Generation Corona - Aggressionen und Depressionen bei Kindern

Corona in Deutschland: Drosten äußert sich zur dritten Welle

Update vom Sonntag, 28.02.2021, 8.28 Uhr: Neben Karl Lauterbach hat nun auch Christian Drosten vor der dritten Corona-Welle in Deutschland gewarnt. Der Virologe äußerte zuvor seine Zweifel am Einfluss der Mutanten auf das allgemeine Infektionsgeschehen. Die Daten und Modellierung aus anderen Ländern hätten den Wissenschaftler umdenken lassen.

„Deswegen sind wir jetzt nun mal am Anfang einer neuen Verbreitungswelle“, sagt er gegenüber der FAZ. Drosten wies in diesem Gespräch auf die teilweise rasante Ausbreitung der Virus-Mutanten hin.

Der Einfluss der Impfungen in Deutschland sei derzeit im allgemeinen Infektionsgeschehen nicht zu sehen - für die Gruppe über 80 sehe das ganz anders aus. Bei Twitter verbreitete er die Aussage, dass die Impfung wirke und die Inzidenz über 80 zurückgehe.

PersonChristian Heinrich Maria Drosten
Geburtsdatum 12. Juni 1972
Corona-PandemieBerater der Bundes- und Landesregierungen
Wissenschaftlicher StandVirologe (Mitentdecker des Coronavirus SARS-CoV)

Corona in Deutschland: Sterblichkeit gesenkt - Inzidenz über 80 gesenkt

Gegenüber der FAZ erklärte Drosten, dass die derzeitige Geschwindigkeit des Impfgeschehens im Mai noch keine deutliche Wirkung auf die Virusverbreitung habe. Die Sterblichkeit hingegen sei bereits deutlich gesenkt worden: „Das ist vor allem deswegen, weil in den Wohnheimen sehr gezielt geimpft wurde.“

Große Lockerungen der Corona-Maßnahmen sieht Drosten erst im Spätsommer - vorher sei die Gefahr hoch, dass das Infektionsgeschehen erneut massiv ansteigen würde. Impfungen und Schnelltests könnten allerdings helfen, dass Geschehen einzudämmen.

Die Impfungen in Deutschland schreiten voran - gerade bei über 80-Jährigen. Christian Drosten spricht von einer geringeren Sterblichkeit in dieser Altersgruppe - und sieht die dritte Corona-Welle kommen. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: So ist die Lage in der Bundesrepublik

+++ 20.03 Uhr: Vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern zu möglichen Lockerungen in der Corona-Pandemie steigen die zentralen Kennzahlen weiter an. Bereits am Samstag (27.02.2021) stieg die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner um 1,2 auf 63,8.

Das meldete das Robert Koch-Institut (RKI). Die Inzidenz war infolge des Lockdowns bis Mitte Februar gesunken - auf 57,4 zum Ende der zweiten Februarwoche. Seit vergangenen Sonntag lag sie dann wieder bis auf einen Tag konstant über 60.

Corona in Deutschland: Anteil von Mutationen steigt

Auch der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert stieg laut RKI-Angaben vom Samstag (27.02.2021) erneut um 0,03 Punkte auf 1,11. 100 Infizierte geben das Virus also rechnerisch an 111 weitere Menschen weiter. Der Wert bildet das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Unter eins flaut das Infektionsgeschehen ab - über eins nimmt es zu.

Die ansteckendere und wohl auch tödlichere Mutante B.1.1.7 greift also weiter um sich. Der Mutations-Anteil stieg laut dpa binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent zum Ende der dritten Februarwoche.

Corona in Deutschland: Lauterbach fordert Änderung der Impf-Strategie

+++ 15.59 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert auf Twitter eine Änderung der Impfstrategie. Die zweite Biontech-Dosis sollte nach 6 Wochen verabreicht werden, die zweite Astrazeneca-Dosis nach 12 Wochen.

Zudem müssten auch über 65-Jährige mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden. „Dann bleibt kein Impfstoff liegen und bis zu 14.000 Menschen überleben die dritte Welle“, schreibt der Sozialdemokrat.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine Änderung der Corona-Impfstrategie.

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat ein massives Image-Problem. Viele wollen sich mit dem Präparat nicht impfen lassen.

Führen die Corona-Mutationen zu einer Verlängerung der verschärften Einreiseregeln?

+++ 13.30 Uhr: Die Corona-Mutationen verschlimmern das Pandemie-Geschehen auf der ganzen Welt. In Deutschland wurde deshalb vor einiger Zeit die Verschärfung der Einreiseregeln beschlossen. Diese strengen Regeln sollen nun verlängert werden.

Weitere zwei Wochen (bis zum 17.03.2021) soll die Verschärfung vorerst beibehalten werden, heißt es in einem Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium. Der Plan hinter den verschärften Regeln? „Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden.“ Am Montag (01.03.2021) soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Über die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Verschärfte Regeln gibt es dort, wo ein Land angrenzt, das als Mutationsgebiet gewertet wird. Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland dürfen in der Regel nicht nach Deutschland einreisen oder dorthin befördert werden. Strenge Grenzkontrollen gelten derzeit unter anderem an den Grenzen zu Tirol und Tschechien.

Strikte Einreiseregeln gelten an der Grenze zwischen Deutschland und Ländern, die als Corona-Mutationsgebiet gelten. Am Montag soll entschieden werden, wie es mit den Kontrollen weitergeht (Symbolbild).

Corona in Deutschland: Söder gegen „Blindflug“ - Orientierung an Inzidenzen

Update vom Samstag, 27.02.2021, 7.30 Uhr: Die Bund-Länder-Konferenz am 03.03.2021 rückt näher. Am heftigsten werden derzeit Lockerungen des Corona-Lockdowns und Öffnungen von Geschäften, Gastronomien oder anderen Orten diskutiert. CSU-Chef Markus Söder äußerte sich erneut zurückhaltend. Er warnt vor einem „Blindflug“ und verweist auf die Mutationen des Virus.

„Mit Vernunft und Vorsicht“ könne man beginnen, Öffnungen zu Planen: „Wir dürfen angesichts der Mutation keinen Blindflug starten“, erklärte Söder gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ein Datum dürfe am Ende nicht alle weiteren Schritte bestimmen und eine „generelle Öffnungshektik“ helfe niemandem. Die Hauptinstrumente zur Steuerung der Corona-Lockerungen sollten die Inzidenzwerte sein.

Corona in Deutschland: Schnelltests geben Hoffnung - „kleine, vorsichtige Schritte“

+++ 21.30 Uhr: Corona-Schnelltests und Selbsttests spielen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) zufolge bei der Bekämpfung der Pandemie und dem weiteren Vorgehen eine wichtige Rolle. Der Aufbau von Kapazitäten und die Durchführung von Tests sei in der nächsten Zeit das „zentrale Instrument“, sagte er am Freitagabend (26.02.2021) beim digitalen Jahresempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Wiesbaden. „Wir werden in Zukunft alle wesentlich häufiger getestet werden.“ Wenn man auf diese Weise schaffe, die Infektionszahlen gut zu stabilisieren, „dann haben wir eine Menge Öffnungsperspektiven“.

Angesichts der als ansteckender geltenden Virus-Mutationen müsse man auf dem Weg aus dem Lockdown sehr vorsichtig vorgehen, damit die Zahlen nicht wieder nach oben schnellen, betonte Braun. Es gehe darum, in „kleinen, vorsichtigen Schritten“ etwas zu ermöglichen. Das Schlimmste wäre: „Wir machen auf, stellen fest, es klappt nicht und dann sind die Zahlen wieder hoch und machen wieder relativ streng zu.“

Corona in Deutschland: Jens Spahn positiv getestet

+++ 16.45 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) missachtete seine eigene Corona-Mahnung. Im Oktober 2020 warnte der Politiker noch vor einer Ansteckungsgefahr bei privaten Treffen. Laut einem Bericht von ntv nahm er noch am selben Abend selbst an einem Dinner mit mehr als zehn weiteren Personen teil. Ein Tag später wurde er positiv getestet. Gegen die Corona-Regeln will er aber nicht verstoßen haben.

Bei dem Treffen habe es sich um ein Sponsorenevent für die CDU gehandelt, das in einer Privatwohnung stattfand. Für eine Einladung zu dem Dinner mit dem Gesundheitsminister sollen Teilnehmer 10.000 Euro gezahlt haben. Auf Nachfrage des Spiegels wurde der Termin von Spahns Abgeordnetenbüro bestätigt. Es habe sich um ein privates und nicht-öffentliches Abendessen gehandelt. Außerdem heißt es, dass die damals geltenden Corona-Regeln eingehalten wurden.

Nachdem am 21. Oktober bekannt wurde, dass Jens Spahn sich mit dem Coronavirus infiziert hat, sollen alle Teilnehmer benachrichtigt worden sein. Diese ließen sich dann nach und nach ebenfalls testen. Spahn hatte erklärt, das Gesundheitsamt damals über alle Kontakte informiert zu haben.

Gesundheitsminister Jens Spahn wurde im Oktober 2020 positiv getestet. Er soll seine eigene Mahnung missachtet haben.

Corona in Deutschland: Auch in Arztpraxen soll bald geimpft werden

+++ 13.10 Uhr: Spätestens ab Mai sollen Corona-Impfungen in den Arztpraxen auch mit dem Wirkstoff von Biontech möglich sein. Einem Bericht der Tagesschau zufolge erwarte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) „einen Impfstart für die Praxen in den nächsten sechs bis acht Wochen“. Dies sagte ein Sprecher der KBV gegenüber der Rheinischen Post.

Allein in Nordrhein-Westfalen stehen nach Angaben des Apothekerverbands Nordrhein rund 4.000 Apotheken bereit, die Ärzte ab Mai mit dem Corona-Impfstoff zu beliefern. Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärztebundes, rechnet jedoch mit einer baldigen Überforderung der Impfzentren. „Wir werden in zwei Monaten sehr viel mehr Impfstoff in Deutschland haben, als die bisherigen Impfzentren verimpfen können“, so Montgomery am Freitag (26.02.2021).

Corona in Deutschland: Kanzlerin dämpft Hoffnungen auf baldige Lockerungen

Update vom Freitag, 26.02.2021, 11 Uhr: Am 03. März 2021 finden neue Bund-Länder-Beratungen statt, um das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu besprechen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat jetzt laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Hoffnungen auf weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen, trotz der Zulassung der Schnelltests, gedämpft.

Doch der Druck aus der Wirtschaft wächst: Besonders der Handel fordert, eine Wiederöffnung der Innenstädte nicht von einem Corona-Inzidenzwert unter 35 Neuinfektionen abhängig zu machen. In einigen Bundesländern öffnen ab März neben Friseurläden auch Gartencenter und Blumenläden.

Zu den Corona-Schnelltests äußerte sich Angela Merkel am Donnerstagabend (25.02.2021) nach Beratungen beim EU-Gipfel.
Es müsse zunächst gründlich geprüft werden, „ob wir uns durch ein vermehrtes Testen auch mit diesen Selbsttests einen Puffer erarbeiten können, sodass wir in der Inzidenz etwas höher gehen können als 35“, so die Kanzlerin. Dennoch könne man weder auf Inzidenzen verzichten, noch sofort Öffnungen durchführen.

Corona in Deutschland: „So rasch wie möglich alles verimpfen“ - Söder fordert mehr Astrazeneca-Impfungen

+++ 21:54 Uhr: Angesichts der Zurückhaltung gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff sieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Handlungsbedarf. „Wenn es so weitergeht, werden wir auf einem Berg von Astrazeneca-Impfdosen sitzenbleiben. Das kann niemand wollen bei einem Impfstoff, der gut schützt“, sagte der CSU-Vorsitzende dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Natürlich sei es jetzt gut, Lehrer, Erzieher und die Polizei vorzeitig gegen Corona zu impfen.

Aber es gebe unzählige Menschen, die sich impfen lassen wollten, jedoch noch lange nicht dran seien. „Sollte sich der Trend bei Astrazeneca fortsetzen, hat es keinen Sinn, dafür ständige neue Priorisierungen vorzunehmen. Sinnvoll wäre es dann, Astrazeneca gleich über die Ärzteschaft zu verimpfen. Denn wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht“, sagte Söder.

Video: In Deutschland gibt es immer wieder Probleme mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca

Corona in Deutschland: Verlängerung des Lockdowns?

+++ 17.20 Uhr: Deutschlands Intensiv- und Notfallmediziner setzen sich für eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende April ein. Nun sei mehr Disziplin entscheidend, um durch Impfungen eine schwer bis gar nicht mehr kontrollierbare dritte Welle zu vermeiden, so Gernox Marx, Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallmedizin (DIVI).

Einem neuen Prognosemodell der DIVI zufolge, könnte ein Öffnen am 7. März dazu führen, dass die Zahlen schwer kranker Corona-Patienten in Kliniken wieder in die Höhe schießen.

Corona in Deutschland: Wirtschaftsminister Altmaier hält Lockerungen für wahrscheinlich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich derweil zu weiteren Corona-Lockerungen in Deutschland geäußert. Einem Bericht der Tagesschau zufolge hält er diese trotz leicht steigender Infektionszahlen für wahrscheinlich.

Altmaier glaubt, dass man mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, beispielsweise Schnelltests sowie Reservierungsmöglichkeiten bei Geschäften, wieder Öffnungen durchführen könne. Dies erläuterte er gegenüber dem Fernsehsender von Welt. „Es ist ganz wichtig, dass es eine konkrete Öffnungsperspektive gibt“, sagte der CDU-Politiker. Trotz der immer noch hohen Corona-Neuinfektionen müsse man dazu bereit sein, neue Schritte zu gehen.

Corona in Deutschland: Impfreaktionen auf AstraZeneca „eigentlich gutes Zeichen“

+++ 15.30 Uhr: Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, soll der britische Corona-Impfstoff AstraZeneca mehr Nebenwirkungen haben als bislang vermutet. So sollen geimpfte Personen von heftigen grippeartigen Beschwerden, hohem Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, sehr starken Muskelschmerzen und Kopfschmerzen berichten. Die gute Nachricht: Das Krankheitsgefühl habe meist nur zwei Tage angehalten, angeschlagen fühlten sich manche aber länger.

Für die meisten Menschen dürfte eine solche Impfreaktion nicht gefährlich sein. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) merkte bereits an, dass solche Reaktionen „eigentlich ein gutes Zeichen“ seien. Aufgrund der geringeren Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna, wirft das Vakzin allerdings nach wie vor Fragen auf.

Vor allem auch, weil AstraZeneca weniger wirksam gegen die südafrikanische Virusvariante ist. Auch im Fall von Biontech/Pfizer und Moderna sind Nebenwirkungen beziehungsweise Impfreaktionen bekannt. Scheinbar sind die Beschwerden nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff allerdings besonders für jüngere Menschen besonders häufig und heftig.

Corona in Deutschland: Scholz macht Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität

+++ 11.35 Uhr: Im Sommer wieder im Biergarten sitzen? Das könnte künftig Wirklichkeit werden. Zumindest nach den Aussagen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz. Er hat in der Corona-Pandemie Hoffnungen auf Besuche im Biergarten geweckt. Das berichtet die dpa.

„Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer wieder im Biergarten sitzen können und die nächste Bundesliga-Saison auch wieder im Stadion verfolgen werden“, erklärte der SPD-Kanzlerkandidat gegenüber der Rheinischen Post. „Für niemanden ist die aktuelle Situation einfach, deshalb ist mir eines ganz wichtig zu sagen: Wir haben allen Grund zur Hoffnung“, ergänzt er.

Corona in Deutschland: Der Covid-Impfstoff von AstraZeneca sorgt für heftige Impfreaktionen. (Symbolfoto)

Die nächsten Öffnungsschritte könnten mit Corona-Schnelltests verbunden werden. Auch wenn Scholz befürchtet, dass die Mutationen Deutschland noch eine Weile begleiten würden, müsse es Lösungen geben. Man könnte nicht immer weiter im Lockdown leben. Über mögliche Öffnungen wird am 03.03.2021 beim Bund-Länder-Gipfel gesprochen.

Corona-Pandemie in Deutschland: Mehr Impfungen geplant

Update vom Donnerstag, 25.02.2021, 9 Uhr: Mit dem Impftempo in Deutschland sind viele unzufrieden. Die Bundesländer wollen das jetzt ändern und rechnen durch die Ankunft von mehr Corona-Impfstoffen bis Anfang April mit einem deutlichen Fortschritt. In mehreren Ländern könnten die Impfkapazitäten bis dahin verdoppelt werden, berichtet die dpa.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies unterdessen Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurück. Die ersten drei solcher Tests sollen nach erfolgter Freigabe in den nächsten Tagen in Apotheken und Drogeriemärkten frei zu kaufen sein. Spahn drängt ebenfalls auf ein höheres Impftempo. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden bis einschließlich Dienstag (23.02.2021) bundesweit 5,4 Millionen Impfdosen gespritzt, vor allem an Menschen über 80 Jahren. 

Die Länder hoffen nun auf einen schnellen Ausbau der Kapazitäten. In Bayern zum Beispiel soll sie von 46.000 Impfungen pro Tag bis April auf 111.000 steigen. In Baden-Württemberg könnten bis zu 60.000 Impfungen gegen das Coronavirus erfolgen. Derzeit sind es 14.000 bis 19.000. Zuwächse bis hin zu einer Verdopplung oder gar Vervielfachung der Möglichkeiten sind nach Länderangaben auch in Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Thüringen möglich. Ob in Kürze auch in Hausarztpraxen flächendeckend geimpft werden kann, ist noch unklar. Einige Länder arbeiten an Pilotprojekten.

Corona in Deutschland: Bald schon digitale Impfpässe?

+++ 16.42 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, kann sich vorstellen, dass es bald einen digitalen Impfpass in Deutschland geben wird. Somit hätten Menschen in Zukunft einen erleichterten Zugang zu Restaurants und Kulturveranstaltungen.

„In der Lebensvorsorge, in Kliniken oder in Heimen kommt das nicht infrage. Aber im privatrechtlichen Bereich - bei Kinos, Theatern, Restaurants und auf Fluglinien kann ich mir einen solchen Nachweis sicher vorstellen“, so Mertens gegenüber der Bild. International seien digitale Pässe bereits weit verbreitet, weshalb auch eine Einführung in Deutschland nicht zu verhindern wäre. Jedoch müsse vorher jedem eine Corona-Impfung ermöglicht werden, damit niemand benachteiligt wird.

Corona in Deutschland: Hessens Ministerpräsident Bouffier kündigt einige Lockerungen an

+++ 12 Uhr: Trotz der erst anstehenden Corona-Besprechungen am 03. März 2021, äußerte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bereits zu ersten Öffnungen des Einzelhandels und der Gastronomie. Auf einer digitalen Veranstaltung zum Kommunalwahlkampf der CDU in Fulda sprach er am Dienstagabend (23.02.2021) über mögliche Lockerungen*. Dies berichtet die Hessenschau und fuldaerzeitung.de.

Demnach nannte der CDU-Politiker folgende Punkte, die für Hessen gelten sollen:

  • Öffnung des Einzelhandels für „Click and Meet“: Kunden sollen demnach die Chance bekommen einen Beratungstermin in Geschäften zu vereinbaren - das wolle Bouffier am 04. März 2021 beschließen. Bisher konnte nur bestellt und vor Ort abgeholt werden.
  • Öffnung der Außenbewirtschaftung von Restaurants, Gaststätten sowie Cafés: Diese sollen ab 01. April 2021 in Kraft treten. Falls dies funktioniere, könne man über weitere Lockerungen diskutieren.
  • Lockerung der Kontaktbeschränkungen: Treffen mit zwei anderen Hausständen soll laut Bouffier bald wieder erlaubt sein.

Corona in Deutschland: „Die Schnauze voll“ - Volker Bouffier spricht über Lockerungen in Hessen

Aus Wiesbaden hieß es weiterhin, dass man eine einvernehmliche Lösung auf Bundesebene anstrebe. Bislang habe Hessen den vorsichtigen Kurs und den Corona-Stufenplan der Kanzlerin grundsätzlich unterstützt. Allerdings würde man die Lockerungen auch ohne den Bund umsetzen.

Volker Bouffier betonte, dass die Corona-Mutationen zwar weiterhin schlecht zu berechnen seien, man jedoch bald handeln müsse. „Die Leute haben die Schnauze voll“, so der Ministerpräsident. „Wir vernichten Existenzen und die Staatsfinanzen.“

Corona in Deutschland: Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, spricht bereits über Lockerungen.

Corona in Deutschland: Drei Corona-Selbsttests bereits zugelassen und bald erhältlich

Zudem wurden die ersten Corona-Selbsttests in Deutschland zugelassen und sollen schon in den nächsten Tagen verfügbar sein, so zeit.de. Wie ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte berichtet, gab es bislang nur Schnelltests, die von medizinisch geschultem Personal durchgeführt wurden. Jetzt haben auch Laien die Möglichkeit, diese anzuwenden.

Im Gegensatz zu den anderen Corona-Tests handelt sich hierbei um drei zugelassene Schnelltests, bei denen die Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen werden. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn im ZDF-Morgenmagazin erklärte, sollen die Tests bereits kommende Tage unter anderem in Discountern erhältlich sein. Außerdem gehe er davon aus, dass auch demnächst weitere Sonderzulassungen vom Bund ausgesprochen werden. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen laut aktuellem Stand rund 30 Anträge auf eine Sonderzulassung für solche Schnelltests vor.

Jens Spahn hatte zunächst angekündigt, dass ab dem 01. März 2021 alle Bürger die Möglichkeit bekommen sollen, sich von geschultem Personal mit einem kostenlosen Corona-Schnelltest testen zu lassen. Die Durchführung solcher Antigen-Tests war beispielsweise in Testzentren, Arztpraxen und Apotheken vorgesehen. Jedoch werden sich Bund und Länder erst am 03. März 2021 zu diesem Thema besprechen.

Corona in Deutschland: Befragung zu Maßnahmen - Bevölkerung kritisieren das Vorgehen

Update vom Mittwoch, 24.02.2021, 9 Uhr: Die Corona-Maßnahmen in Deutschland werden derzeit stark diskutiert. Manche fordern Lockerungen, andere eine Verlängerung des Lockdowns. Wissenschaftler setzen sich mit den neuen Corona-Impfstoffen auseinander. Manche Politiker fordern das Verfolgen einer No-Covid-Strategie, andere wollen die Maßnahmen von reinen Inzidenzwerten lösen. Wie stehen die Bürger in Deutschland zu dem Thema?

Etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung haben große Vorbehalte, wenn es um die Corona-Maßnahmen in der Pandemie geht. Einschränkungen in die Freiheitsrechte zählen ebenso dazu wie die Corona-Impfungen. Das geht aus einer Studie hervor. Die repräsentative Befragung wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt. Das Norstat Institut hatte Ende 2020 mehr als 1000 Erwachsene befragt.

Corona in Deutschland: Mehrheit der Deutschen sieht Notwendigkeit in gesellschaftlichem Wandel

„Eher“ oder „voll und ganz“ lehnen ein Drittel der Menschen in Deutschland die Maßnahmen ab. 34 Prozent der Befragten wollen sich nicht impfen lassen, heißt es in der Studie. Dabei fällt vor allem der Unterschied zwischen leistungs- und erfolgsorientierten Menschen und humanistisch geprägten Menschen auf. Letztere halten Werte wie Gerechtigkeit und Toleranz für besonders wichtig. Rund 80 Prozent der Befragten, die in diese Kategorie fallen, würden die Corona-Maßnahmen mittragen.

46 Prozent der Befragten, die als leistungs- und erfolgsorientiert eingeordnet werden, haben eine ablehnende Haltung gegenüber Einschränkungen und der Impfung. Weiterhin seien 45 Prozent aller Befragten überzeugt davon, dass die Corona-Krise auch positive Auswirkungen haben könne. Sie beziehen sich in dieser Aussage vor allem auf den Klimaschutz und das soziale Miteinander. Die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Wandels der Gesellschaft sehen 82 Prozent der Studien-Teilnehmer.

Geschlossene Geschäfte, Kontaktbeschränkungen, Corona-Impfung: Ein Drittel der deutschen Bevölkerung scheint den Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus mit Vorbehalten gegenüberzustehen (Symbolbild).

Corona in Deutschland: Merkel äußert sich zu Öffnungsstrategie

+++ 20.47 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten in der Corona-Pandemie konkretisiert. Es gebe drei Stränge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Dienstag (23.02.2021).

Die Kanzlerin nannte die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirtschaftsbereich. Die Öffnungsschritte sollten klug mit den erweiterten Testmöglichkeiten zusammengebracht werden.

Die Tatsache, dass es eine dritte Corona-Welle gebe, könne nicht wegdefiniert werden, sagte Merkel demnach weiter. Man tue alles, um die in Deutschland noch sehr untergeordnet vorkommende südafrikanische Virusvariante nicht ins Land zu bekommen.

Corona in Deutschland: Exponentielles Wachstum der Infektionszahlen verhindern

Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Corona-Infektionszahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern, sagte Merkel weiter. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Bei den drei Strängen gehe es um persönliche Kontaktbeschränkungen und Möglichkeiten, sich in bestimmten Gruppen zu treffen, sagte Merkel demnach weiter. Beim zweiten Strang gehe es um Bildungsfragen - nach den Grundschulen die höheren Klassen, die weiterführenden Schulen, die Berufsschulen sowie die Universitäten. Der dritte Strang habe zu tun mit den Wirtschaftsfragen - Geschäfte, Restaurants sowie eines Tages Hotels, sagte Merkel. Sie zählte dazu auch den Sport in Gruppen und kulturelle Veranstaltungen.

Sieht bereits eine dritte Corona-Welle in Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel (Archivbild).

Corona in Deutschland: In schwerer Situation vorsichtig agieren

Man sei einerseits weiterhin in einer schwierigen Situation und müsse vorsichtig agieren, sagte Angela Merkel nach diesen Informationen weiter. Andererseits gebe es allerdings Mittel und Wege, um schrittweise voranzukommen.

Der Druck auf die Geschwindigkeit sei sehr groß. Sie glaube „wir würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir in eine Situation kommen, wo wir dann etwas, was wir jetzt schon mal geöffnet haben, anschließend wieder zumachen“, wurde die Kanzlerin zitiert.

Corona in Deutschland: Kritik an Spahn

+++ 15.33 Uhr: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür kritisiert, dass die kostenlosen Corona-Schnelltests später kommen als zunächst geplant. Dass der „Ankündigungsminister“ nun wieder „zurückrudern musste, hat uns doch sehr irritiert“, so Mützenich. Offensichtlich sei Kanzlerin Angela Merkel dazu gezwungen gewesen, Spahn „zurückzupfeifen“.

Indes verteidigt Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die verzögerte Einführung von kostenlosen Corona-Schnelltests. Gemeinsam mit den Bundesländern plane die Regierung, „ein Konzept aus einem Guss“ zu entwickeln, um das Testen und die angepeilten Öffnungsschritte miteinander kombinieren zu können. Wie die Tagesschau berichtet, müsse dies laut Scholz aber noch mit den Ministerpräsidenten besprochen werden.

Corona in Deutschland: Britische Mutation breitet sich aus

Die angekündigten Corona-Schnelltests könnten auch im Kampf gegen die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7. einen wertvollen Beitrag leisten. Denn während sich die Rate der positiven Corona-Tests innerhalb der letzten Wochen verringert habe, sei der Anteil der Mutante gewachsen, so Michael Müller, Vorsitzender des Verbandes Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM).

In untersuchten Stichproben aus der vergangenen Woche habe der Anteil bei etwa 30 Prozent gelegen, eine Zunahme sei außerdem zu erwarten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt von einem Anstieg der britischen Coronavirus-Variante von knapp sechs auf rund 22 Prozent in Stichproben binnen zwei Wochen berichtet.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht sich derzeit Kritik ausgesetzt.

Corona in Deutschland: Mediziner plädieren für Lockdown-Verlängerung

+++ 12.42 Uhr: Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, warnt vor möglichen Lockerungen der herrschenden Corona-Maßnahmen: „Unsere Berechnungen zeigen, dass die Impfungen noch nicht schnell genug sind, um eine dritte Welle zu verhindern, wenn es vor April eine Rückkehr zum Lockdown light wie im November gibt. Ich warne davor, noch im März starke Lockerungen des Lockdowns vorzunehmen“, so der Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin gegenüber der Rheinischen Post am Dienstag (23.02.2021).

Darüber hinaus fordert der Mediziner mehr Tempo bei den Impfungen. Laut Karagiannidis sollten niedergelassene Ärzte dringend involviert werden: „Es ist jetzt zwingend nötig, die Hausarztpraxen schnell fitzumachen, damit sie möglichst ab sofort alle Impfstoffe verimpfen können“.

Corona in Deutschland: Lockdown-Verlängerung hätte „eindeutig Folgen“ für Wirtschaft

Detlef Scheele, Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, warnt hingegen vor einer Verlängerung des Lockdowns: „An der Kernbelegschaft halten die Arbeitgeber mit Blick auf den Impfstoff fest und nutzen, wenn nötig, die Kurzarbeit. Sollte sich die Virus-Mutante jetzt aber durchsetzen und der Lockdown nicht bald enden, hätte das eindeutig Folgen“.

Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit (BA). Foto: Daniel Karmann

Nach wie vor müssen Menschen angesichts der Corona-Pandemie um ihre Existenz bangen. Laut dem SPD-Politiker konnten vor allem durch Kurzarbeit bisher jedoch etwa drei Millionen Jobs gerettet werden. Die Bundesagentur habe im vergangenen Jahr dafür 22 Milliarden Euro ausgegeben, für dieses Jahr werde mit 6,1 Milliarden Euro gerechnet, sagt Scheele dem Tagesspiegel.

Corona in Deutschland: Ethikrat kritisiert Lehrer-Impfungen - „Verteilungskampf“

+++ 9.46 Uhr: Der Deutsche Ethikrat kritisiert das Vorhaben, Lehrer und Beschäftigte in Schulen und Kindertagesstätten bei Corona-Impfungen vorzuziehen. Gegenüber dem Deutschlandfunk betont Vorsitzende Alena Buyx, dass sie das politische Ziel nachvollziehen könne, Schulen und Kitas möglichst schnell und sicher wieder zu öffnen. Gleichzeitig sei diese politische Entscheidung eine Abkehr von dem Prinzip, zunächst die besonders gefährdeten Gruppen zu impfen.

Buyx hätte sich demnach gewünscht, dass man für einen sicheren Schulbetrieb andere Wege einschlagen und beispielsweise Schnelltests nutzen würde. Lehrer seien besonderen Infektionsrisiken ausgesetzt, allerdings weniger als Beschäftigte in Teilen des Gesundheitswesens oder auch krebskranke Menschen, die eine Chemotherapie erhalten. Die Hoffnung sei nun, dass die Zahl der verfügbaren Impfdosen stark steige, sodass ein „harscher Verteilungskampf“ ausbleibe.

Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats: Der Deutsche Ethikrat berät die Bundesregierung in ethischen Fragen zur Pandemie.

Corona in Deutschland: Studien bestätigen Wirkung des Biontech-Impfstoffs gegen Mutante

Update vom Dienstag, 23.02.2021, 8 Uhr: Eine neue Studie aus dem Vereinigten Königreich bestätigt die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffs - auch bei der Mutante aus Großbritannien (B.1.1.7). Nach der ersten Dosis soll eine Ansteckung mit Corona mit 72 Prozent Wahrscheinlichkeit verhindert werden. Nach der zweiten Impfung steigt diese Wahrscheinlichkeit auf 86 Prozent.

Die neue Studie (Siren Study) wird durch eine ähnliche, ältere Studie aus Israel bestätigt, diese hatte ebenfalls die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffs gegen Corona untersucht. Karl Lauterbach hatte in diesem Zusammenhang von einer „Rückkehr zur Normalität“ gesprochen. Nun plädiert der SPD-Politiker und Mediziner auf Twitter für eine schnelle erste Corona-Impfung als „Pandemiejoker“.

NameBiontech SE
Gründung2008
SitzMainz
Umsatz121,5 Mio. Euro

Corona in Deutschland: Merkel kassiert Spahns Schnelltest-Pläne für den 1. März

+++ 19.30 Uhr: Mit dem Monatswechsel sollten Bürger in Deutschland ab dem 01.03.2021 Anspruch auf kostenlose Corona-Schnelltests haben. So lautet zumindest der Plan von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Damit hätte jeder die Möglichkeit sich kostenlos in Arztpraxen, Apotheken und Testzentren mit einem Antigen-Schnelltest auf Corona testen zu lassen. Daraus wird vorerst jedoch nichts.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht Deutschland am Beginn der dritten Corona-Welle.

Medienberichten zufolge wird die Ausweitung der Teststrategie vertagt - und das auf den 03.03.2021. Dann findet gleichzeitig auch die Bund-Länder-Konferenz statt. Regierungssprecher Steffen Seibert soll das neue Testgeschehen mit möglichen Öffnungsschritten verknüpft haben, so aerztezeitung.de. Nach Bild-Informationen soll Bundeskanzlerin Angela Merkel den Termin selbst verschoben haben, weil Spahn auf Nachfragen zu Kapazitäten und Genehmigungen keine ausreichenden Antworten hatte. 

Dass die Ausgaben für die Corona-Schnelltests die Staatskasse mit zu bis 50 Milliarden Euro belasten, halte Seibert für Spekulationen. Die Ausweitung der Teststrategie würde allerdings nicht am Geld scheitern, betonte ein Sprecher des Finanzministeriums.

Corona in Deutschland: Bundesregierung plant digitalen Impfnachweis

+++ 17.10 Uhr: Nun soll es auch in Deutschland einen digitalen Impfnachweis geben. Dieser soll dann künftig eine Corona-Impfung belegen. Wie ndr.de berichtete, unterstütze die Bundesregierung die beim EU-Gipfel besprochene Lösung. Das teilt Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

Der Nachweis soll ausschließlich für medizinische Zwecke zum Einsatz kommen. Das hatten die EU-Mitgliedsstaaten zumindest besprochen. In diesem Zusammenhang wird häufig befürchtet, dass der Corona-Impfnachweis auch für Besuche im Restaurant oder Reisen verwendet werden könnte. Das sei allerdings zunächst kein Thema gewesen. Die Befreiung für Geimpfte von den geltenden Corona-Regelungen hatte die Regierung bisher ausgeschlossen.

Coronavirus in Deutschland: Ärzte fordern Änderung der Strategie

+++ 14.30 Uhr: Zwölf Amtsärzte haben eine Änderung der Corona-Strategie gefordert - und sich gegen das Ausrichten von Maßnahmen an reinen Inzidenzwerten ausgesprochen. In einem Schreiben an den Senat in Berlin heißt es, dass diese Inzidenzen „nicht das wirkliche Infektionsgeschehen“ abbilden.

Die Ärzte stellen sich geschlossen gegen die sogenannten No-Covid-Strategien. „Nicht zielführend“ sei die Kopplung von „Eindämmungsmaßnahmen an Inzidenzen von 20/35/50“. Dies berichtet der Tagesspiegel. Inzidenzwerte seien von Testkapazitäten und dem Willen der Menschen, sich testen zu lassen, abhängig. „Dadurch kommt es zu Schwankungen, die nicht die infektiologische Lage widerspiegeln“, schreiben die Amtsärzte an den Senat.

Unterschiedliche Corona-Maßnahmen, je nach Risikopotenzial - für Jung und Alt? Zwölf Amtsärzte fordern ein Umdenken und ein „Frühwarnsystem“ (Symbolbild).

Corona in Deutschland: Alte und Kranke per „Frühwarnsystem“ schützen

Man müsse den Unterschied berücksichtigen, welche Altersgruppen oder Risikogruppen betroffen seien. Darüber hinaus seinen auch die geografische Verortung (Cluster-Ausbruch oder Durchseuchung) und die Konsequenzen einer Erkrankung in das Planen von Corona-Maßnahmen miteinzubeziehen.

Personen mit einem höheren Risikopotenzial (Alte und Vorerkrankte) müssten anderen Maßnahmen unterliegen als Gruppen mit einem geringeren Risikopotenzial (Schulkinder). Aus diesem Grund sollte zukünftig eine nach Alterskohorten ausgerichtete Inzidenzanalyse als „Frühwarnsystem“ geschaffen werden.

Corona in Deutschland: In vier Stufen zu Lockerungen? - Merkel-Plan durchgesickert

+++ 12.10 Uhr: Nun soll es doch ein Stufenplan sein, der die kommenden Corona-Maßnahmen in Deutschland bestimmt - zumindest, wenn es nach Bundeskanzlerin Angela Merkel geht. Diese soll im Vorfeld des nächsten Corona-Gipfels von Bund und Ländern am 3. März in der Präsidiums- und Bundesvorstandssitzung der CDU von einer „berechtigten Sehnsucht nach Öffnungen“ gesprochen haben, wie am Montag (22.02.2021) durchgesickert ist.

„Vier Öffnungsschritte ohne Jojo-Effekt“ beinhalte der Plan, erklärte Kanzleramtsminister Helge Braun (48). Das berichtet die Bild. Ein Vier-Stufen-Plan soll es also sein - vier Stufen, die aus dem Corona-Lockdown heraus führen. Drei Bereiche soll Kanzlerin Merkel in ihrer Vorstellung des Plans umrissen haben:

  • Persönliche Kontakte
  • Schulen und Berufsschulen
  • Sport, Gastronomie und Kultur

Alle drei Bereiche seien entscheidend, wenn man die Öffnungen plane. Eine Arbeitsgruppe soll den Plan bis zur Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (03.03.2021) weiter ausarbeiten. Dieser soll dann den Länderchefs vorgestellt werden. Kanzleramtsminister Braun führe die Arbeitsgruppe an. Er erklärte, dass die Öffnungsschritte mit Corona-Tests, Kontaktnachverfolgung und besseren Masken einhergehen sollten.

Kanzlerin Angela Merkel soll in einer Unionssitzung von einem 4-Stufen-Plan gesprochen haben - der soll Deutschland aus dem Corona-Lockdown führen.

Corona in Deutschland: „Blankes Entsetzen“ wegen Lockdown-Folgen - Unternehmer klagen

+++ 9.28 Uhr: Existenzängste scheinen in der Corona-Krise keine Seltenheit zu sein. Viele Unternehmen müssen bereits seit Monaten ihre Türen für Kunden geschlossen halten. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) führte vor kurzem eine Umfrage diesbezüglich durch. Dabei kam heraus: ein Viertel habe nur noch finanzielle Mittel für vier Wochen, ein weiteres Viertel für zwei Monate. Es könne daher „Zunahme bei Insolvenzen und Betriebsschließungen kommen.“

Klaus Niedig, Anwalt aus Frankfurt, vertritt nun hunderte Geschädigte des Corona-Lockdowns in Deutschland. Er erklärt, dass unter seinen Mandanten „blankes Entsetzen“ herrsche. „Die haben richtig Angst um ihre berufliche Existenz, manche gar um ihr Lebenswerk“, führt der Leiter einer Kanzlei gegenüber der Wirtschaftswoche weiter aus.

„Das wird die größte Klagewelle, die Deutschland je gesehen hat.“ Niedig leitet diese Aussage von seinen eigenen Erfahrungen und denen der Kollegen ab, denn offiziellen Daten zur Anzahl der Klagen oder Eilanträge für ganz Deutschland gibt es nicht. Die Unternehmen fühlen sich ungerecht behandelt. Viele haben in den Schutz vor dem Virus investiert. Sie feilen an Hygienekonzepten, investieren in Luftfilter und erfüllen die Corona-Schutzauflagen des Staates.

Viele Unternehmen, Betriebe und Firmen sind von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie finanziell hart getroffen. Viele von ihnen sehen sich gezwungen zu klagen. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Umdenken bei Impfreihenfolge? Bund und Länder wollen Montag entscheiden

+++ 7.55 Uhr: Am Montagnachmittag wollen Bund und Länder über eine Änderung der Corona-Impf-Strategie sprechen. Eine Anpassung der Impfreihenfolge ist im Gespräch. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten hatten Gesundheitsminister Jens Spahn damit beauftragt, eine Änderung der Priorisierung zu prüfen: Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen Lehrer und Erzieher.

Mit Blick auf die Öffnungen von Grundschulen und Kitas seien das Überlegungen, die angestellt werden müssten. Dazu hatten auch verschiedene Akteure im schulischen Umfeld aufgerufen, wie etwa die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) oder der Schulleitungsverband in Niedersachsen.

Um eine Anpassung der Impfreihenfolge zu ermöglichen, müsse die Corona-Impfverordnung geändert werden. Laut Statistischem Bundesamt wären circa eine Million Menschen von einer solchen Änderung betroffen. Sie wurden aus der Gruppe drei (erhöhte Priorität) in die Gruppe zwei (hohe Priorität) aufrücken. Mehrere Bundesländer und Jens Spahn sind dafür. Das berichtet die Tagessschau.

Der Unterricht soll an Grundschulen wieder aufgenommen werden. Deshalb stehen Änderungen der Corona-Impf-Strategie in Deutschland im Raum (Symbolbild).

Video: Schulen in Deutschland - Wechselunterricht ab Montag

Corona in Deutschland: Virus-Mutanten breiten sich aus

Erstmeldung vom Montag, 22.02.2021, 7 Uhr: Kassel - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich auf Twitter zu der momentanen Corona-Situation in Deutschland geäußert. „Die dritte Welle beginnt jetzt“ meint der Politiker. Die Fallzahlen würden einen Grund zur Besorgnis geben, denn der R-Wert steigt auf über eins - am Samstag (21.02.2021) betrug der 7-Tage-R-Wert 1,07. Wenn die Reproduktionszahl über eins liegt, wird ein Zuwachs des Infektionsgeschehens prognostiziert.

Lauterbach rechnet schon mit einer dritten Corona-Welle, fraglich ist nur, wie schnell und stark diese Deutschland erfasst und wie wir ihr begegnen sollten. „Der Lockdown ist stark genug, das ursprüngliche Sars-CoV-2 zu verdrängen. Die neuen Mutanten, insbesondere die aus Großbritannien und Südafrika, aber dehnen sich weiter aus“, so Lauterbach gegenüber dem SWR.

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt vor dritter Welle

Laut SPD-Politiker Lauterbach handele es sich durch die Corona-Mutanten nun um eine komplett neue Pandemie.* Diese könne allerdings durch den anhaltenden Lockdown in Deutschland nicht genug eingedämmt werden. Deshalb hält Lauterbach die Öffnung der Schulen ab Montag (22.02.2021) für keine gute Idee - außerdem fordert er Änderungen in der bisherigen Impfstrategie.

Corona in Deutschland: Wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie

Die Furcht vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise ist weit verbreitet. Verschiedene Branchenverbände, wie die DIHK, schlagen einen Stufenplan im Corona-Lockdown vor. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat daher eine weitere Betriebsbefragung durchgeführt, um die Lage in Deutschland zu überprüfen.

Von einer „Pleitewelle“ aufgrund der Corona-Pandemie gehe man zwar nicht aus, jedoch könne es „im Laufe des Jahres zu einer Zunahme bei Insolvenzen und Betriebsschließungen kommen.“ Dies erklärte der Direktor des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Knapp ein Viertel aller befragten Betriebe in Deutschland verfügten nur noch liquide Mittel, welche noch für die nächsten vier Wochen ausreichen würden

Corona in Deutschland: Tausende Menschen an Grenzkontrollen abgewiesen

Die Kontrolle an den Grenzen von Deutschland zu Österreich (Bundesland Tirol) und Tschechien wurden unter anderem wegen zunehmender Fälle von Corona-Mutanten verschärft. Eine Einreise ist momentan nur mit einer gültigen Einreiseanmeldung sowie einem negativen Covid-Test möglich. Ganze 4522 Menschen versuchten es ohne letzteren - und wurden schließlich abgewiesen.

Vom 14.02.2021 bis zum 21.02.2021 kontrollierte man über 100.000 Menschen (104.178). 15.877 dieser Menschen wurde die Einreise nach Deutschland verwehrt - teils wegen fehlender Corona-Tests, aber auch wegen nicht vorhandener Einreiseanmeldungen. Dies geht aus einem Bericht der Bild am Sonntag hervor. (Alina Schröder, Jennifer Greve und Nail Akkoyun) *hna.de, fuldaerzeitung.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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