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Karl-Lauterbach: Deshalb sinkt die Corona-Inzidenz in Deutschland

Die Corona-Inzidenz sinkt in Deutschland weiter. Karl Lauterbach nennt nun mögliche Gründe dafür.

  • Karl Lauterbach gibt eine hoffnungsvolle Prognose über den Fortgang der Corona-Pandemie ab.
  • Der SPD-Politiker vermutet, dass die Fallzahlen exponentiell sinken, wenn die Quote der Erstgeimpften zwischen 40 und 60 Prozent liegt.
  • Lauterbach nennt Gründe für das Absinken der Inzidenz in Deutschland.
  • Dieser Ticker ist beendet - weitere Nachrichten von und über Karl Lauterbach zur Coron-Krise gibt es hier.

Update vom Donnerstag, 06.05.2021, 15.30 Uhr: In Deutschland sinkt die Inzidenz weiter – zuletzt lag sie bei 129,1 (Stand: 06.06.2021). Eine Woche zuvor lag dieser Wert noch bei 154,9. Sind die Notbremsen-Maßnahmen des Bundes erfolgreich oder gibt es andere Gründe für die sinkende Inzidenz? SPD-Gesundheits­experte Karl Lauterbach nannte der Bild-Zeitung fünf Punkte, die die aktuelle Infektions­lage positiv beeinflussen. Laut seiner Einschätzung könnte die Sieben-Tage-Inzidenz schon Mitte Juni bei unter 50 liegen.

Einerseits habe die Diskussion um die letztlich zurück­gezogene Oster­ruhe Wirkung gezeigt. „Die Bevölkerung hat reagiert und schon um Ostern herum von sich aus mehr Vorsicht walten lassen“, sagte der Politiker der Bild-Zeitung. Zudem habe auch die Bundes­notbremse ihren Teil zu dem sinkenden Inzidenz­wert beigetragen, da einzelne Bundes­länder ihre geplanten Lockerungen zurück­genommen haben. Besonders in Groß­städten mit hohen Inzidenzen, so Lauterbachs dritter Punkt, habe die Not­bremse das Infektions­geschehen eingedämmt.

Corona-Inzidenzen sinken: Karl Lauterbach nennt Gründe für Entwicklung

Zudem nennt der Politiker als vierten und fünften Punkt die voran­schreitende Impf­kampagne und den dadurch eintretenden Effekt bei der Bevölkerung. „Die Leute, die wissen, dass sie bald geimpft werden oder gar schon ihren Termin haben, werden viel vorsichtiger, denn niemand will sich vor der rettenden Impfung noch anstecken“, so Lauterbach.

Karl Lauterbach erklärt in einem Interview warum die Corona-Inzidenz in Deutschland derzeit sinkt. (Archivbild)

Karl Lauterbach mit Hammer-Prognose für Mai: „Zahlen werden exponentiell absinken“

Update vom Dienstag, 04.05.2021, 10.30 Uhr: Es ist eine positive Prognose, die Karl Lauterbach im Interview mit Merkur.de erklärt. Der SPD-Politiker erwartet Mitte oder Ende Mai ein exponentielles Absinken der Corona-Fallzahlen in Deutschland. Während in manchen Landkreisen die Corona-Inzidenz noch steige, falle sie andernorts bereits und halte so die Waage.

„Die aktuellen Zahlen sind bislang nicht dem Impfen geschuldet. Das ändert sich erst, wenn die Quote der Erstgeimpften zwischen 40 und 60 Prozent liegt,“, so der SPD-Politiker. Dann sollten die Fallzahlen in Deutschland exponentiell sinken, vermutet Lauterbach: „Sieht man sich unseren Plan an, werden wir in Deutschland etwa ab der dritten oder vierten Maiwoche so weit sein. Dies entspricht auch Modellierungen.“ Aktuell (Stand: 03.05.2021) haben in Deutschland rund 28 Prozent der Bevölkerung eine erste Corona-Impfung erhalten - 8 Prozent sind laut dem RKI-Dashboard schon zweifach geimpft.

Karl Lauterbach warnt vor zu schnellen Lockerungen für Geimpfte

Zwar sei es „eine notwendige und gute Entscheidung“, die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte zurückzunehmen, dennoch warnt Karl Lauterbach vor einer zu schnellen Öffnung von Gastronomie und Hotels für Geimpfte, wie die deutsche Presse-Agentur berichtet: Es bestehe eine Gefahr, wenn Geimpfte und Nicht-Geimpfte aufeinander träfen und sich dann Nicht-Geimpfte infizieren oder die Geimpften ohne vollständigen Immunschutz anstecken.

Neben dem gesundheitlichen verweist Lauterbach auch auf den sozialen Aspekt: „Was nicht geht, ist, dass Geschäfte oder Restaurants geöffnet werden nur für diejenigen, die geimpft sind. Das würde zu Spannungen führen, die man kaum ertragen könnte“, sagte Lauterbach am Dienstag im Deutschlandfunk. Zudem sei eine flächendeckende Kontrolle bei den Öffnungen schwierig und es gelte jetzt, den ausgewiesenen Erfolg bei der Bekämpfung der Pandemie zu sichern. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt einen schnellen, frühen Rückfall zu riskieren“, sagte Lauterbach. „Wir sind noch sehr weit von der Herdenimmunität entfernt.“

Karl Lauterbach: Heftige Kritik am Alleingang der Länder bei Freiheiten für Geimpfte

Update vom Montag, 03.05.2021, 12.27 Uhr: In Nordrhein-Westfalen (NRW) werden am Montag (03.05.2021) die Corona-Regeln für Geimpfte und Genese gelockert. Das kritisiert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach scharf. Gegenüber dem WDR sagte er, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung versuche, sich „im Alleingang zu profilieren“. Das sei für viele „zermürbend“, da die Menschen einheitliche Regeln fordern.

In der kommenden Woche soll geprüft werden, welche Maßnahmen für bereits vollständig Geimpfte und genesene Corona-Patienten künftig entfallen könnten. Diese Entscheidung hätte NRW abwarten sollen, so Lauterbach. Er könne nicht nachvollziehen, weshalb „erneut eine Einzellösung probiert wird.“

In NRW benötigen ab dem heutigen Montag Menschen, die seit 14 Tagen zweifach geimpft sind oder deren Corona-Infektion mindestens 28 Tage zurückliegt, keinen negativen Corona-Test mehr. Sie können also ohne Test etwa einen Besuch beim Friseur oder im Einzelhandel wahrnehmen. Bis auf Hamburg haben fast alle weiteren Bundesländer derartige Lockerungen beschlossen. Nach Tagesschau-Informationen planen auch Thüringen, Sachsen, Schleswig-Holstein und das Saarland gelockerte Maßnahmen. Vizekanzler Olaf Scholz geht davon aus, dass bis Ende der Woche ein entsprechender Vorschlag beschlossen werden kann. Für „die Rechte der Bürgerinnen und Bürger wäre das auch richtig“, so Scholz.

Corona: Karl Lauterbach macht Hoffnung - „Der Sommer wird gut werden“

Update vom Sonntag, 02.05.2021. 14.32 Uhr: Karl Lauterbach macht in einem Interview mit dem WDR Hoffnung auf einen guten Sommer. „Die indische Mutante wird das nicht gefährden. Sie ist etwas ansteckender, aber nicht mehr als die britische Mutante. Sie wird uns nicht vor unlösbare Probleme stellen.“

Auf Twitter kommentiert der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach zudem eine Grafik, die den Einfluss der steigenden Impfzahlen auf die Inzidenz zeigt. Er schreibt: „Diese Zahlen zeigen, wie stark der Impfeffekt wird, wenn 50 % der Bevölkerung eine erste Dosis bekommen haben. Ende Mai wird dies für uns bedeuten, dass die Fallzahlen deutlich unter 50 fallen. Wir sind jetzt in der letzten Runde auf der Schlussgeraden. Der Sommer wird gut werden“

Karl Lauterbach geht auf die Barrikaden: „Es ist ein unglaublicher Skandal“

+++ 20.35 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert auf Twitter scharfe Kritik. Obwohl sich die Corona-Lage in Indien immer weiter verschärfe, leiste Deutschland zu wenig Hilfe. „Es ist ein unglaublicher Skandal, dass wir Indien jetzt nicht noch stärker unterstützen“, schreibt der Epidemiologe. Nirgendwo auf der Welt dürfe jemand sterben, weil es an Sauerstoffflaschen oder an Basisversorgung mangele.

In Indien gibt es fast täglich neue Corona-Höchstwerte an Neuinfektionen und Todesfällen. Krankenhäuser und Krematorien sind völlig überlastet.

Kinder vorrangig gegen Corona impfen? Karl Lauterbach äußert sich kritisch

Update vom Samstag, 01.05.2021, 13 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer könnte bald für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen werden. Ein entsprechender Antrag liegt der europäischen Zulassungsbehörde EMA vor. Um an den Schulen so schnell wie möglich wieder Präsenzunterricht anbieten zu können, steht jetzt zur Debatte, ob Kinder bevorzugt geimpft werden sollten.

SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich nun im Gespräch mit dem Spiegel dagegen ausgesprochen. „Der Impfstoff für Kinder geht etwa bis September zulasten des Kontingents, das wir haben“, sagte Lauterbach. Es gebe gerade andere Schwerpunkte, um die man sich in der Bekämpfung der Corona-Pandemie zuerst kümmern müsse.

Karl Lauterbach will zusätzliche Impf-Kontingente in Brennpunkte schicken

Lauterbach schlägt im Spiegel-Gespräch vor, dass zusätzliche Kontingente in bestimmte Brennpunkte geschickt werden. Dort sollten dann alle Menschen geimpft werden, auch die Kinder. Allerdings sollte dort schwerpunktmäßig der Impfstoff von Johnson & Johnson für Erwachsene eingesetzt werden. Dieser muss nur einmal verimpft werden. Für Kinder rät Lauterbach zum Impfstoff von Biontech.

Der Gesundheitsexperte verstehe, dass das für viele Eltern nicht die optimale Lösung sei. Weiter sagt er: „Wir haben viel über Kinder gesprochen, aber wenig für Kinder getan“. Irgendwann werde es Lockerungen geben, weil Ältere geimpft seien. Eltern und Kinder hätten dann das Nachsehen und stünden dann vor dem größten Risiko.

Karl Lauterbach mit hoffnungsvoller Corona-Prognose: Wird Ende Mai alles besser?

Erstmeldung vom Freitag, 30.04.2021, 16.38 Uhr: Kassel - „Die Kombination aus Corona-Notbremse und schnellem Impfen zeigt Wirkung“, schreibt SPD-Politiker Karl Lauterbach auf Twitter. Dort wagt er sich an eine hoffnungsvolle Prognose, demnach würden die Corona-Fallzahlen bis Ende Mai deutlich sinken. Lauterbach twitterte weiter, dass er Mitleid mit jedem habe, der jetzt noch schwer erkrankt oder stirbt, weshalb er „sorry, NULL Verständnis für Lockerungs-Drängelei“ habe.

Mit seiner Prognose steht Lauterbach in einer Linie mit weiteren Corona-Experten, wie unter anderem der Physikerin Viola Priesemann aus Göttingen, die ebenfalls von einer deutlichen Senkung der Inzidenz in naher Zukunft ausgehe. Priesemann war eine von mehreren Experten, die im Parlamentarischen Begleitgremium zur Corona-Pandemie gesprochen hat. Sie geht davon aus, dass wegen des Impffortschritts die bundesweite Inzidenz bald unter 50 falle - sofern die Lockerungen nicht zu früh umgesetzt würden.

Name:Karl Lauterbach
Geboren:21. Februar 1963 (Alter 58 Jahre) in Düren
Amt:SPD-Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2005
Ausbildung:Harvard Medical School

Deutschland hat beim Impftempo deutlich zugelegt: So meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für Donnerstag (29.04.2021) 28.774.580 verabreichte Impfdosen, damit seien dann 26,9 Prozent der Bevölkerung mindestens erstgeimpft, den Anteil vollständig geimpfter Personen gibt das RKI mit 7,7 Prozent an. Auch die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken langsam - am Freitag (30.04.2021) meldet das RKI eine bundesweite Inzidenz von 153,4.

Lob für Karl Lauterbach für seine Übersetzung gesundheitspolitischer Fragen

Die Publizistin Carolin Emcke hat die politische Kommunikation in der Corona-Pandemie und die mediale Aufbereitung kritisiert. „Die politische Ansprache, das öffentliche Erklären, Vermitteln, Werben um Zuspruch oder Mitwirkung, das Eingehen auf nachvollziehbare Verunsicherung, das, was den demokratischen Diskurs ausmacht, das ist ein Debakel in Deutschland“, sagte die 53-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Gerade in Talkshows würden nach ihrer Einschätzung keine Erkenntnisgewinne erzielt. „Es wäre wichtiger, über systematischere Fragen der Pandemie zu sprechen.“ Lob hingegen spricht die Publizistin für SPD-Politiker Karl Lauterbach aus: „Bisweilen wirkt er wie der einzige Übersetzer der gesundheitspolitschen Fragen.“ Sie habe „großen Respekt“ vor der Energieleistung, mit der er sich in diese Gesprächsrunden begibt.

Karl Lauterbach mit dramatischer Prognose zu Covid-Patienten: „Viele Kinder verlieren ihre Eltern“

Die Corona-Lage in Deutschland ist weiter angespannt, die Inzidenzwerte und Zahl der Corona-Intensivpatienten sind in den vergangenen Wochen stetig gestiegen. Etwa 90 Prozent der Corona-Fälle in Deutschland sind aktuell auf die britische Virus-Variante B.1.1.7 zurückzuführen, diese wird laut RKI „noch leichter“ von Mensch zu Mensch übertragen als der ursprüngliche Erreger. Auch die Infektionen bei jüngeren Menschen sind während der dritten Welle deutlich gestiegen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung in der Corona-Pandemie: Diejenigen, die jetzt auf den Intensivstationen behandelt werden, seien „im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt“. „Die Hälfte von denen stirbt. Viele Kinder verlieren ihre Eltern“, sagte Lauterbach in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Das sei „eine Tragödie.“ (Diana Rissmann, Sarah Neumeyer, Helena Gries, Karolin Schaefer mit AFP)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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