News-Ticker

Corona in Deutschland: Laschet warnt vor Grenzschließungen - „Wir müssen höllisch aufpassen“

Armin Laschet warnt eindringlich vor Grenzschließungen in Zeiten von Corona. Das würde der Wirtschaft in Deutschland schaden. Alle Infos im News-Ticker.

  • In dem Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch (10.02.2021) wurde eine Verlängerung des Corona-Lockdowns beschlossen.
  • Die östrreichische Regierung kritisiert die Grenzkontrollen für die Einreise nach Deutschland als „inakzeptabel“.
  • Wolfgang Kubicki (FDP) fordert die Ablösung von Peter Altmaier (CDU) als Wirtschaftsminister.
  • Unser Ticker ist beendet - alle aktuellen Infos zu Corona in Deutschland finden Sie, wenn Sie dem Link folgen.

+++ 21.25 Uhr: Nachdem Deutschland aufgrund der verschiedenen Corona-Varianten die Grenzkontrollen verschärft hat, hagelt es Kritik. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warnt vor Grenzschließungen und den negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Das berichtet die Tagesschau.

Lieferketten - besonders für die Automobilindustrie - seien wieder gefährdet. „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir nicht mit ‚Ersatzmaßnahmen‘ die gesamten Lieferkettenprozesse im Binnenmarkt zerstören“, erklärt der Politiker. Eine Schließung der Grenzen würde große Schäden mit sich bringen. „Wir müssen aufpassen, dass wir jetzt nicht den gleichen Fehler wieder machen“, betont er.

Corona in Deutschland: Grenzkontrollen sorgen für Kritik

+++ 17.44 Uhr: Deutschland hat aufgrund der sich ausbreitenden, ansteckenderen Varianten des Coronavirus die Grenzkontrollen verschärft. Das führt bei politischen Vertretern der Nachbarländer zu Kritik. „Das ist eine harte Entscheidung“, sagte auch der französische Europa-Staatssekretär Clément Beaune. Er kündigte an, am Montag mit den Regierungschefs der drei benachbarten Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sprechen zu wollen, damit es keine „bösen Überraschungen“ an der gemeinsamen Grenze gebe.

Die Bundesregierung hat die Maßnahmen am Montag verteidigt. Aufgrund der Ausbreitung der Corona-Varianten „musste die Bundesregierung hier handeln“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Eine Rückkehr zum Normalzustand der offenen Grenzen sei dennoch im Interesse aller Beteiligten. An der deutsch-tschechischen Grenze der A17 von Prag nach Dresden bildete sich am Montagmorgen ein kilometerlanger Stau. Am Vormittag reichte er für Lkws schon bis in das etwa 25 Kilometer entfernte Ústí nad Labem (Aussicht an der Elbe), so die dpa. Es muss mit stundenlanger Wartezeit gerechnet werden.

Auch an einer Kontrollstelle an der Autobahn A93 bei Kiefersfelden in Bayern hatte sich am Montag ein Rückstau in Richtung Deutschland gebildet. Beim Autoverkehr blieb es laut Angaben der Tagesschau weitestgehend ruhig, bei Lkws staute sich der Verkehr hingegen über mehr als 20 Kilometer wegen einer Blockabfertigung in Tirol.

Aufgrund der Verschärften Grenzkontrollen hat sich der Verkehr an der Autobahn A93 bei Kiefersfelden in Richtung Deutschland ein Stau gebildet.

FDP-Vize Kubicki schießt gegen Altmaier - „Wut wird in Gewalt umschlagen“

Der stellvertretende Bundestagspräsident Wolfgang Kubicki (FDP) warnt davor, dass der zunehmende Unmut über die Corona-Maßnahmen in Gewalt umschlagen könnte. „Die Teildepression schlägt wirklich in Wut um. Die Wut wird irgendwann in Gewalttätigkeit umschlagen, befürchte ich“, sagte er am Sonntag in der Bild-Talkshow „Die richtigen Fragen“. Kubicki bezog sich dabei auch auf fehlende Perspektiven für das Ende des Lockdowns und die Prognose, dass es an Ostern keinen Urlaub geben werde.

Der FDP-Politiker kritisierte auch, dass die zugesagten Corona-Finanzhilfen bei vielen Unternehmen immer noch nicht angekommen seien. In diesem Zusammenhang sprach sich Kubicki für eine Ablösung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) aus. „Das ist richtig schief gelaufen. Es wäre gut, wir hätten einen anderen Menschen in dieser Verantwortung“, sagte Kubickiim Bild-Talk. „Die Überbrückungshilfe III kann frühestens Ende März ausgezahlt werden, wenn man sie jetzt beantragt“, ergänzte Kubicki laut Informationen der dpa.

FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki hat sich für eine Ablösung von Peter Altmaier (CDU) als Wirtschaftsminister ausgesprochen. (Archivfoto)

Nerz-Mutation in Deutschland wieder aufgetaucht - Dänemark erlässt Einreisebeschränkungen

+++ 14.14 Uhr: Die dänische Tier-Mutation des Coronavirus galt eigentlich als ausgerottet, jetzt ist sie jedoch plötzlich wieder aufgetaucht. In Bayern hat ein Labor Ende Januar die Corona-Mutante bei einem Infizierten nachgewiesen, berichtet merkur.de. Der Mann, der zur Kurzzeitpflege in einem Seniorenheim in Senden im Landkreis Neu-Ulm wohnte, starb. Im November 2020 war auf Nerzfarmen in Dänemark das Coronavirus ausgebrochen. Daraufhin wurden 10,2 Millionen Tiere im Norden Jütlands getötet.

Dänemark hat aus Angst vor der Ausbreitung der Virus-Mutationen aus Südafrika, die Einreisebeschränkungen verschärft. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Lockerungen an Ostern?

Dänemark führt unterdessen aus Angst vor der Ausbreitung der Virus-Mutationen aus Südafrika, Einreisebeschränkungen für Grenzgebieten ein. Wer aus Schleswig-Holstein oder den südschwedischen Grenzregionen nach Dänemark einreisen möchte, muss ab Mittwoch neben einem triftigen Einreisegrund auch einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können, berichtet die dpa.

Ob es für den Osterurlaub Lockerungen geben wird, dazu wagt die Bundesregierung aktuell keine Prognose. Zunächst müsse die Entwicklung der nächsten Wochen abgewartet werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Bundesregierung insgesamt arbeitet daran, dass Ostern 2021 schon wieder ein etwas anderes Fest wird, als Ostern 2020 war“, so Seibert. Allerdings sei die Lage mit Blick auf die Virus-Mutationen noch unsicher.

Österreich kritisiert Einreiseregeln an Grenzen zu Deutschland - „löst nur Chaos aus“

Update vom Montag, 15.02.2021, 9.38 Uhr: Seit Sonntag (14.02.2021) gelten an den Grenzen zu Tschechien und zum österreichischen Bundesland Tirol gelten schärfere Einreiseregeln. Ziel der Grenzkontrollen ist, die Verbreitung von ansteckenderen Varianten des Coronavirus einzudämmen. Die österreichische Regierung kritisiert diese neuen Maßnahmen scharf.

Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg sprach gegenüber der Nachrichtenagentur APA von „überschießenden Schritten, die mehr schaden als nützen.“ Auch Wiens Innenminister Karl Nehammer bezeichnete die bayrische Einreisesperre als „nicht akzeptabel“. „Diese Maßnahme von Bayern ist unausgegoren und löst nur Chaos aus“, sagte der konservative Politiker.

Etwa 2200 Personen wurden an der deutsch-tschechischen sowie an der deutsch-österreichischen Grenze nach Angaben des Bundespolizeipräsidiums bis Sonntagnachmittag abgewiesen. Am Montag dürfte sich der Blick vor allem auf die Pendler richten. Berufspendler mit wichtigen Aufgaben in systemrelevanten Branchen dürfen zwar doch nach Deutschland einreisen, die Autoindustrie fürchtet jedoch, dass am Montag einige Werke stillstehen könnten.

Einreisebeschränkungen wegen Corona: Etwa 2200 Personen wurden an der deutsch-tschechischen sowie an der deutsch-österreichischen Grenze bis Sonntagnachmittag abgewiesen.

Corona in Deutschland: Lockerungen für Einreiseregeln an Grenzen

+++ 16.30 Uhr: Um die Ausbreitung der Corona-Mutanten einzudämmen, gelten seit Sonntag (14.02.2021) verschärfte Einreiseregeln an den Grenzen zu Tschechien und Tirol. Nachdem bereits in den ersten zwölf Stunden nach Beginn der verschärften Einreiseregeln an den Grenzen von Bayern zu Tschechien und Tirol mehr als 500 Menschen zurückgeschickt worden sind, werden die Regeln für bestimmte Berufspendler wieder gelockert.

Das teilten das Innenministerium und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Sonntag übereinstimmend mit. Er hatte sich am Sonntag (14.02.2021) gemeinsam mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Grenzübergang Schirnding ein Bild von der Lage gemacht. Laut Söder dürfen auch Pendler einreisen, die gebraucht werden, um die Funktionsfähigkeit ihrer Betriebe in systemrelevanten Branchen aufrechtzuerhalten. Dafür müssen sie in den kommenden Tagen ihren Arbeitsvertrag dabei haben.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (links) spricht mit den Medien am deutsch-tschechischen Grenzübergang Schirnding, wo er sich zusammen mit Ministerpräsident Markus Söder (rechts, beide CSU) über die verschärften Grenzkontrollen informierte.

Corona in Deutschland: Massiver Infektions-Ausbruch nach verschobener Impfung in Seniorenheim

+++ 11.46 Uhr: In einem Kölner Seniorenheim sind nach einem Corona-Ausbruch neun Bewohner in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. Zuvor wurden die Impftermine wegen fehlendem Impfstoff verschoben. Das berichtet die Bild am Sonntag. Mittlerweile haben sich von 71 Bewohnern wohl 58 infiziert. Auch 20 Pflegekräfte sollen betroffen sein.

„Wir haben am 4. Februar geimpft. Es konnte dabei krankheitsbedingt nur eine sehr geringe Zahl an Bewohnern geimpft werden, da wir bereits den akuten Ausbruch mit Covid-19 hatten“, erklärt Bettina Levy, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln gegenüber Bild. „Wir hatten einen deutlich früheren Impftermin erwartet und wir, der Vorstand, haben uns mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass die Bewohner des Elternheims schnellstmöglich geimpft werden.“

Urlaub in Osterferien trotz Corona? Sachsens Ministerpräsident hat eine klare Meinung

Update vom Sonntag, 14.02.2021, 09.58 Uhr: In der Nacht zu Sonntag (14.02.2021) sind an den Grenzen zu Tschechien und Tirol die verschärften deutschen Einreiseregeln aufgrund der Corona-Pandemie in Kraft getreten. An den entsprechenden Übergängen in Bayern und Sachsen wird laut Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) scharf kontrolliert. Bis auf wenige Ausnahmen soll es keine Einreisen geben, so der CSU-Politiker gegenüber der Bild am Sonntag. Durch die Kontrollen könne es zu Wartezeiten kommen.

Tschechien und Tirol gelten als Virusvarianten-Gebiete. Nach Angaben der Bundesregierung dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aus Tschechien und weiten Teilen Tirols einreisen. Gesundheitspersonal, Lastwagenfahrer und sonstiges Transportpersonal im Güterverkehr gelten als Ausnahmen. Eine Einreise sei zudem nur mit negativen Corona-Test möglich.

Corona: Osterurlaub in Deutschland laut Ministerpräsident ausgeschlossen

Urlaub in Deutschland in den Osterferien: Das ist laut Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ausgeschlossen. „Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen. Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben“, sagt er gegenüber der Bild am Sonntag. Aufgrund der Corona-Pandemie sei zu große Mobilität etwa durch Reiseverkehr und Tourismus bereits im April Gift. „Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben“, betont der CDU-Politiker.

Corona in Deutschland: Alle Bundesländer bei Inzidenz unter 100

Update vom Samstag, 13.02.2021, 14.57 Uhr: In Deutschland liegen alle Bundesländer nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen (13.02.2021) bei der Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner wieder unter dem Wert von 100.

Als letztes Bundesland rutschte laut RKI auch Thüringen in den zweistelligen Bereich und liegt nun bei 98,8. Die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz sank demnach auf 60,1. Nur noch ganz knapp über 50 liegen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (jeweils 51,0).

Corona: Lockdown in Deutschland verlängert

+++ 17.03 Uhr: Am Mittwoch (10.02.2021) trafen sich Bund und Länder zu einem erneuten Corona-Gipfel, um über das weitere Vorgehen in der Krise zu diskutieren. Der Lockdown wurde bis zum 07. März verlängert - doch wurden auch einige Lockerungen besprochen. Beispielsweise dürfen Friseur-Betriebe unter Einhaltung bestimmter Hygienekonzepte wieder öffnen.

Aus dem offiziellen Beschluss der Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs geht hervor, dass man den Plan weiterer Öffnungsschritte verfolge. Dabei dürfen die gefährlichen Virusmutanten allerdings nicht aus den Augen verloren werden, damit ein Wachstum der Corona-Fallzahlen verhindert werden kann. Was weitere Lockerungen angeht, steht besonders die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Öffnungen im Betreuungs- und Bildungsbereich, darunter Schulen und Kitas, haben daher Priorität und soll schrittweise wieder durchgeführt werden.

Deutschland in der Corona-Krise: Regierung plant schrittweise Lockerungen

Die Hygienemaßnahmen, regelmäßiges Lüften und eine Maskenpflicht werden weiterhin nötig sein. Auch denke man über die Durchführung von Corona-Schnelltests an Schulen und Kitas nach, um ein sicheres Umfeld zu gewährleisten und Infektionsrisiken zu minimieren. Die nächsten Öffnungsschritte sollen bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner dann durch die Länder erfolgen - dazu zählen Lockerungen im Einzelhandel, in Museen und Galerien sowie in körpernahe Dienstleistungsbetrieben, wie zu Beispiel Kosmetik- und Nagelstudios.

Zudem arbeiten Bund und Länder an weiteren Lockerungen bezüglich Kontaktbeschränkungen im Gruppensport, in der Freizeit, in der Gastronomie und im Hotelgewerbe. Diese werden in den nächsten Wochen gemeinsam abgestimmt. Dabei wird sich vorrangig an dem bundesweiten und regionalen Corona-Infektionsgeschehen orientiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm im Bundestag Stellung zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde und sprach über schrittweise Öffnungen (Archivbild).

Corona in Deutschland: EMA prüft Tübinger Impfstoff CureVac

+++ 13.51 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hat das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff des Tübinger Herstellers CureVac gestartet. Die Entscheidung beruhe auf den Labortests und vorläufigen Ergebnissen. Das teilt die Behörde mit. Aus den Daten gehe hervor, dass der Corona-Impfstoff Antikörper gegen das neuartige Virus anrege.

Die Behörde bewertet die Daten nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren. Dabei werden vorläufige Ergebnisse ständig geprüft - auch wenn die Testreihen noch nicht vollständig abgeschlossen sind und kein Zulassungsantrag in der EU gestellt wurde. Das Verfahren ist schneller als herkömmliche Prüfungen. Die Sorgfalt leidet darunter nicht, wie die EMA mitteilt. Wie lange die Prüfung dauert, ist nicht klar.

Corona: Bundesregierung beschließt Grenzkontrollen

+++ 12.35 Uhr: Die Bundesregierung hat neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen für beschlossen. Grund ist die Ausbreitung des mutierten Coronavirus. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe entschieden, ab Sonntag neben den seit der Flüchtlingskrise bestehenden Binnengrenzkontrollen zu Österreich auch an den Grenzen zu Tschechien vorübergehende Grenzkontrollen einzuführen, teilte ein Sprecher laut dpa-Informationen bereits am Donnerstag mit. TschechienTirol und die Slowakei wurden zu Risikogebieten erklärt, um weine weitere Ausbreitung der gefährlichen Mutanten zu verhindern, sagte Gesunheitsminister Jens Spahn (CDU) während einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland am Freitag.

Tirol hat zudem in der Nacht auf Donnerstag neue Ausreisebeschränkungen in Kraft gesetzt, um die sich ausbreitende südafrikanische Corona-Variante einzudämmen. Ein Verlassen des Bundeslands in Richtung Deutschland oder in angrenzende österreichische Bundesländer ist in den nächsten zehn Tagen nur mit einem negativen Corona-Test möglich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Eindämmung der Virus-Mutationen in Deutschland: Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich

Entlang der Grenze zu Tschechien haben bayerische Landkreise strenge Regeln erlassen. Pendler dürfen nur noch direkt zur Arbeit und wieder nach Hause fahren, Betriebe mit mehr als fünf Mitarbeitern aus Tschechien brauchen ein eigenes Hygienekonzept und ein Testkonzept für alle Angestellten, berichtet die dpa. Außerdem müssen Unternehmen die Testergebnisse kontrollieren und für mehrere Wochen aufbewahren. Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einigen ostbayerischen Regionen bei Pendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen. Reisende aus Tschechien müssen bereits bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen.

Ein Militärpolizist kontrolliert am Pass Thurn einen Bus vor der Ausreise. In Tirol sind wegen der Ausbreitung der südafrikanischen Corona-Variante strenge Ausreisebeschränkungen in Kraft getreten.

Unter den von der Bundesregierung als Virusmutationsgebiete eingestuften Ländern, für die ein Beförderungsverbot nach Deutschland gilt, war bislang kein Nachbarland. Aus den bisherigen Mutationsgebieten, zu denen unter anderem Großbritannien gehört, dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

Corona in Deutschland: Zahlreiche Verstöße gegen die Impfreihenfolge

Update vom Freitag, 12.02.2021, 08.42 Uhr: In mindestens neun Bundesländern sind Menschen gegen Corona geimpft worden, die noch gar nicht an der Reihe waren. Das ergab eine Recherche der Deutschen-Presse-Agentur. Dabei kamen Kommunalpolitiker, Geistliche, Feuerwehrleute und Polizisten zum Zuge.

In Niedersachsen ließen sich unter anderem der Landrat von Peine und seine Stellvertreter gegen Corona impfen. In Bayern erhielten beispielsweise der Landrat von Donau-Ries und der Oberbürgermeister von Donauwörth eine Impfung.

In Sachsen-Anhalt und Sachsen wurden Polizisten geimpft, in Rheinland-Pfalz Feuerwehrleute. In Bremen und Hessen sollen beispielsweise leitende Angestellte von Krankenhäusern geimpft sein. In den meisten Fällen wurden die vorgezogenen Impfungen mit übrig gebliebenen Impfdosen begründet.

Nach Lockdown-Verlängerung: Merkel gesteht Fehler ein

Update vom Donnerstag, 11.02.2021, 14.35 Uhr: Am gestrigen Mittwoch (10.02.2021) wurde auf der Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern eine Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen in Deutschland beschlossen. In der heutigen Debatte im Bundestag (11.02.2021) räumte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Fehler in der Vergangenheit ein. Die aktuellen Beschlüsse verteidigte sie jedoch.

Der Deutsche Ethikrat hält Sonderrechte für Geimpfte für einen Fehler. (Symbolbild)

Merkel räumte ein, dass Warnungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach der ersten Corona-Welle nicht ernst genug genommen wurden. Außerdem sei zu spät und nicht konsequent genug gehandelt worden, so die Kanzlerin. Wegen der neuen Virus-Mutationen mahnte die Kanzlerin zu größter Vorsicht.

Corona in Deutschland: Merkel hätte gerne härteres Vorgehen in den Schulen gehabt

Der Lockdown wurde bis zum 07. März verlängert. Allerdings sind erste Lockerungen beschlossen worden. So dürfen unter Auflagen, Friseur-Betriebe ab 01. März wieder öffnen. Auch Kitas und Schulen dürfen nach Ermessensentscheidungen der einzelnen Länder, wieder öffnen. Hier hätte Merkel gerne ein härteres Vorgehen durchgesetzt.

Eine allgemeinere Kritik kommt hingegen aus den Reihen der Opposition. So hat die FDP keinerlei Verständnis dafür, das im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht stärker auf Technologie gesetzt wird. Als Beispiel führt die Partei hier Massen-Schnelltests und eine Ausweitung der Corona-App an.

Corona in Deutschland: Lockdown verlängert - großer Mutationen-Ausbruch in einem Bundesland

Update vom Donnerstag, 11.02.2021, 9.20 Uhr: Die britische Coronavirus-Variante B.1.1.7. wurde in Deutschland bereits in einigen Landkreisen und Städten nachgewiesen und breitet sich trotz Lockdown-Maßnahmen weiter aus. Die Angst vor einer dritten Welle scheint bei Experten groß zu sein, denn vor allem die Mutante aus Großbritannien verbreitet sich schneller als die ursprüngliche Corona-Variante. In einem Bundesland wurden fast 50 Infektionen mit der Mutante nachgewiesen.

Die Brandenburger Gesundheitsministerin, Ursula Nonnemacher, erklärte, dass bislang 49 Fälle der Großbritannien-Mutante in Brandenburg entdeckt wurden. Besonders betroffen seien die Landkreise Barnim und Oberhavel, sagte sie am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landes. Die Gefahr sei groß, dass die Virus-Mutation bereits viel weiter verbreitet sei, warnte sie.

Corona in Deutschland: Lockdown wird verlängert

Update vom Mittwoch, 10.02.2021, 20.36 Uhr: Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel am Mittwoch (10.02.2021) auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März geeinigt. Damit bleiben Geschäfte und Gastronomie geschlossen, die Kontaktbeschränkungen bleiben auch weiterhin bestehen. Ab einem Inzidenzwert unter 35 sollen Geschäfte unter bestimmten Bedingungen öffnen dürfen. Friseursalons dürfen unabhängig von der Inzidenz ab 1. März wieder öffnen.

Über die Öffnung der Schulen und Kitas entscheiden die Bundesländer selbst, eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Außerdem wollen Bund und Länder frühere Corona-Impfungen für Lehrkräfte und Erzieher prüfen lassen. Ein entsprechender Prüfauftrag soll nun an die Gesundheitsminister gehen. Lehrkräfte und Erzieherinnen könnten dann zur zweiten statt der dritten Prioritätsstufe für Impfungen gezählt werden. Am 3. März wollen sich die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten erneut treffen und über weiteres Vorgehen entscheiden.

Corona in Deutschland: Biontech beginnt Produktion in Marburg

Update vom Mittwoch, 10.02.2021, 13.10 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech hat in seinem neuen Werk in der hessischen Stadt Marburg mit der Produktion weiterer Corona-Impfdosen begonnen. Laut der Deutsche Presse-Agentur (dpa), teilte Biontech mit, vor wenigen Tagen erst die arzneimittelrechtliche Erlaubnis dafür erhalten zu haben. Der neue Standort in Mittelhessen ist besonders hilfreich, um die weltweite Produktionskapazität zu erhöhen.

Im ersten Halbjahr 2021 sollen in dem neuen Werk 250 Millionen Dosen hergestellt werden. Nach Unternehmensangaben werden diese dann voraussichtlich Anfang April von Marburg an die verschiedenen Standorte ausgeliefert. Sobald das Werk voll betriebsbereit ist, plane man mit der Herstellung von 750 Millionen Impfdosen pro Jahr. Die endgültige Abfüllung und Fertigstellung übernehme daraufhin dann ein Produktionspartner.

Biontech erklärt zudem, dass der Produktionsprozess von mehrere Qualitätsprüfungen begleitet wird. Demnach müssen die einzelnen Produktionsschritte der neuen Anlagen erst von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA bewilligt werden. Die Qualität des Stoffs wird laut eigener Mitteilung schließlich von einem firmeneigenen Labor in Rheinland-Pfalz und vom Paul-Ehrlich-Institut genau überprüft, bevor das Vakzin schlussendlich für eine Verwendung freigegeben wird.

Corona in Deutschland: Corona-Gipfel am Mittwoch (10.02.2021) - Kretschmann kritisiert vorschnelle Lockerungen

Update vom Mittwoch, 10.02.2021, 12.10 Uhr: Am heutigen Mittwoch (10.02.2021) beraten sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Corona-Krise. Aus der Beschlussvorlage der Bund-Länder-Beratungen ging bereits hervor, dass der Lockdown bis zum 14. März verlängert werden soll.

Einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge äußerte sich bereits Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zu möglichen Lockerungen der Corona-Regeln. Gegenüber der Badischen Zeitung und der Südwestpresse sagte er, dass man vorsichtige Öffnungsschritte gehe, sobald die landesweiten Inzidenzen über einen gewissen Zeitraum unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sinken. „Niemand kann aber erwarten, dass wir gleich eine Öffnungsorgie starten“, so Kretschmann.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann äußert sich vor der Bund-Länder-Runde zum Lockdown zu möglichen Corona-Lockerungen (Symbolbild).

Die Lage sei noch zu fragil. Zu frühe Öffnungen könnten erfahrungsgemäß zu Rückschlägen und somit zu noch strengeren Maßnahmen führen. Des Weiteren appelliert er an die Bevölkerung, die sozialen Kontakte weiterhin einzuschränken. Doch ihm sei bewusst, dass die Stimmung im Corona-Lockdown immer weiter sinke. „Wenn man den Kampf gegen das Virus mit einem Krieg vergleichen würde, müsste man sagen: Die Leute werden langsam kriegsmüde“, so der Grünen-Politiker.

Corona in Deutschland: Mutierte Virus-Variante breitet sich weiter aus

Update vom Dienstag, 09.02.2021, 21.14 Uhr: Die britische Corona-Mutation ist bei fast 100 Patienten in Berliner Kliniken nachgewiesen worden. In den Vivantes-Kliniken seien laut dem „Tagesspiegel“ 82 Fälle registriert worden und in der Berliner Charité 15 Fälle. Hinzu kämen einige Fälle der südafrikanischen Mutation. Vivantes und die Charité betreiben das „Labor Berlin“. Wie oft in anderen Berliner Laboren Mutationen nachgewiesen wurden, sei bislang nicht bekannt.

Auf die Mutationen werde in Berlin seit Mitte Januar getestet. Johannes Danckert vom Vivantes-Vorstand sieht Hinweise, dass sich die britische Variante durchsetzen wird, da diese deutlich ansteckender sei. „Ähnlich wie bei Masern reicht es vermutlich, wenn man sich nur wenige Augenblicke in der Nähe eines Infizierten aufhält“, sagt er gegenüber dem „Tagesspiegel“. Käme es nun zu Lockerungen „schlüge die britische Virus-Sorte womöglich voll durch“, so der Experte.

Vor dem Bund-Länder-Treffen werden mögliche Lockerungen der Corona-Regeln diskutiert. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Verhandlung über Verlängerung des Lockdowns

Erstmeldung vom Dienstag, 09.02.2021, 14.39 Uhr: Berlin/Kassel - Das Coronavirus hat die Welt immer noch fest im Griff. Der Corona-Lockdown in Deutschland gilt vorerst noch bis zum 14.02.2021. Am Mittwoch (10.02.2021) wird beim Bund-Länder-Gipfel über das weitere Vorgehen in der Pandemie diskutiert. Vor dem erneuten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder sind vermehrt mögliche Lockerungen im Gespräch.

Eine endgültige Entscheidung zu möglichen Lockerungen oder einer Verlängerung der jetzigen Maßnahmen ist noch nicht gefallen - Kanzlerin Merkel und die Länderchefs sprechen sich teilweise sehr deutlich für eine Verlängerung des Corona-Lockdowns aus.  Wie die Bild berichtet, soll Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend in einer Schalte mit den CDU/CSU-Ministerpräsidenten für Lockdown-Verlängerung bis Ende Februar gekämpft haben.

Der Deutsche Ethikrat hält Sonderrechte für Geimpfte für einen Fehler. (Symbolbild)

Auch zahlreiche weiter Länderchefs haben sich dahingehend geäußert.  Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, hält eine Verlängerung für zwingend nötig und appelliert gegenüber der Wirtschaftswoche gegen einen „Lockerungswettbewerb“.  Auch Schulen, Kitas oder Friseure wären davon betroffen. Doch laut Bild sind nicht alle Ministerpräsidenten Merkels Meinung - so sollen Hessen, Sachsen und Baden-Württemberg über eine teilweise Öffnung der Schulen ab dem 15. Februar nachdenken.

VirusSARS-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
Erster bekannter Fall1. Dezember 2019

Corona in Deutschland: Ethikrat fordert keine Soderrechte für Geimpfte

Diskutiert wird auch, ob bereits gegen Corona geimpfte Personen in Deutschland Sonderrechte bekommen sollen. Das lehnt der Deutsche Ethikrat entschieden ab. Ohnehin müsse erst geklärt werden, ob von geimpften Menschen weiterhin eine Ansteckungsgefahr ausgehe oder nicht, sagte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx, am Donnerstag (04.02.2021) in Berlin. 

Die Einhaltung der Corona-Regeln wie das Tragen einer Maske und das Abstandhalten seien auch nach der Impfung zumutbar, so der Deutsche Ethikrat. Es müsse zudem befürchtet werden, dass die Bereitschaft, sich an die Regeln zu halten, in Deutschland sinke, sobald es Ausnahmeregeln gebe.

Der Ethikrat plädiert jedoch, die strengen Kontaktbeschränkungen in Heimen für Senioren, Behinderte oder chronisch Kranke in Deutschland nach der Impfung der Bewohner aufzuheben. Der Verzicht auf gemeinsame Mahlzeiten und andere Isolationsmaßnahmen, die Depressionen und ein rasches Voranschreiten von Demenz begünstigen könnten, sei „nur zu rechtfertigen, solange die in solchen Einrichtungen Lebenden noch nicht geimpft sind“.

Spahn äußert sich zurückhaltend zu Corona-Lockerungen in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich zuletzt zurückhaltend zu möglichen Lockerungen der Corona-Regeln in Deutschland ab Mitte Februar, berichtet fr.de*. Dabei lobt er den Einsatz der Gesundheitsämter: „Auch jetzt, da wir über vorsichtige Lockerungen nachdenken, sind es die der Mitarbeiter:innen der Gesundheitsämter, die das ermöglichen würden. Durch ihre Arbeit können Infektionsketten unterbrochen werden“, sagt er in der Pressekonferenz zur Corona-Lage am Montag (08.02.2021).

Am Dienstag (09.02.2021) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 3379 Corona-Neuinfektionen, damit steigt die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland seit dem Beginn der Pandemie auf 2.291.924. Dabei fehlen allerdings 600 Fälle aus Nordrhein-Westfalen, die nicht fristgerecht verarbeitet wurden. Die Fälle werden erst am Mittwoch in der Statistik verarbeitet, erklärt das RKI. (Jennifer Greve, Karolin Schäfer und Sarah Neumeyer) * fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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