News-Ticker

Corona in Deutschland: Kanzleramt stellt Rücknahme aller Corona-Beschränkungen in Aussicht

Kanzleramtsminister Helge Braun hält es für möglich, dass der Sommer 2021 trotz Corona wieder „ganz normal“ werden kann. Er nennt dafür zwei Bedingungen. 

  • Corona in Deutschland: Am Mittwoch (03.03.2021) fand der Corona-Gipfel von Bund und Ländern statt.
  • Lockerungen sollen bei einer Inzidenz von unter 100 möglich sein.
  • Bis Mitte August könnten alle Erwachsenen in Deutschland gegen Corona geimpft sein.

+++ 12.50 Uhr:  Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat eine vollständige Rücknahme der Corona-Beschränkungen für den Sommer angekündigt. Dafür benötige es allerdings zwei Bedingungen, wie Braun der Funke Mediengruppe mitteilte: „Die Impfstoffhersteller halten ihre Lieferversprechen ein, und es taucht keine Mutante auf, die den ganzen Impferfolg infrage stellt.“

Beim Corona-Gipfel haben sich Bund und Länder auf erste vorsichtige Lockerungen des Lockdowns ab dem 8. März geeinigt. Braun nannte am Samstag den Zeitungen von Funke die Voraussetzungen für weitere Lockerungen – und stellt ein Ende des Lockdowns für den Sommer in Aussicht. „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, sagte der Politiker.

Sommerurlaub 2021? Prognose noch „zu kühn“

Bislang gibt es in Deutschland nur langsame Fortschritte, das Impftempo müsste demnach deutlich erhöht werden. Bisher haben laut dem Robert Koch-Institut (RKI) nur etwa fünf Millionen Personen eine Erstimpfung erhalten (Stand: 06.03.2021). Kritik an der bisherigen Impfkampagne wies Braun dennoch zurück. Deutschland habe „alles getan, was zur Beschleunigung der Impfkampagne geboten ist“.

Ein „ganz normaler“ Sommer 2021? Kanzleramtsminister Helge Braun nennt zwei Bedingungen und macht große Hoffnung. (Symbolbild)

Zu viel Hoffnung sollten Bürger sich trotz der Ankündigung jedoch nicht machen. Jetzt über den Sommerurlaub zu spekulieren, sei „ein bisschen kühn“. Reisen seien ein kompliziertes Thema, so Braun. Das Coronavirus verbreite sich durch die Mobilität der Menschen schneller. Trotzdem geht er davon aus, dass „wir uns im Sommer - wie im vergangenen Jahr - draußen ziemlich normal bewegen können.“ Ab Pfingsten würde man über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden können.

Corona in Deutschland: Knappheit beim Impfen bald vorbei?

Update vom Samstag, 06.03.2021, 12.18 Uhr: Ein deutlich höheres Impftempo nach April erwartet der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens. Er verstehe den Frust der Menschen über das Corona-Impfmanagement, sagte Mertens der Augsburger Allgemeinen. „Kern des Problems ist aber fraglos der bisher mangelnde Impfstoff. Ich gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel zur Verfügung stehen wird, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können“, sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Kritik, dass Hausärzte nicht eher bei den Corona-Impfungen eingesetzt würden, wies er zurück. Es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst einzubeziehen, wenn genug Impfstoff ausgeliefert werde. Neben der ausreichenden Kühlung der Impfdosen müsse auch die korrekte Impfreihenfolge sichergestellt werden, gab Mertens zu bedenken.

Corona-Impfung: Sonderregeln für Geimpfte „schwer zu verhindern“

Lockerungen für Geimpfte etwa mittels ihres Impfpasses sind aus Mertens‘ Sicht nur schwer zu verhindern, auch wenn sich die Impfkommission, Politik und Ethikrat gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hätten. Ärzte müssten sowieso jede Impfung dokumentieren. „Bei Dingen, die einer freien Vertragsgestaltung unterliegen, vom Konzertbesuch bis zu einer Reise, wäre der Staat schlecht beraten, wenn er sich einmischen würde“, sagte Mertens. Er nannte aber einen entscheidenden Unterschied: „Elementare Dinge des Alltags müssen auch ohne Impfschutz möglich sein, die ÖPNV-Nutzung oder der Aufenthalt in einem Krankenhaus.“

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) erwartet ein höheres Impftempo nach April. (Symbolbild)

Trotz Corona-Pandemie: Schüler sollen noch im März wieder zur Schule gehen

+++ 16.25 Uhr: Noch im März soll der Unterricht trotz andauernder Corona-Pandemie an Schulen wieder starten. Das hat Britta Ernst, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, angekündigt. „Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen - auch wenn es im Regelfall erstmal Wechselunterricht sein wird“, erklärt sie gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

In einigen Bundesländern könnte sogar Präsenzunterricht möglich sein, wenn die 7-Tage-Inzidenz das zulasse und sehr niedrig sei. Trotz der veränderten Infektionslage durch die Corona-Varianten dürfe man nicht „noch mal mehrere Wochen warten.“ Demnach müsse man jetzt Schnelltests für Schulen zur Verfügung stellen. Noch im März soll es nach Ernst also Testungen für Lehrkräfte geben. „Und dann möglichst schnell auch für Schülerinnen und Schüler“, ergänzt sie. Die Corona-Schnelltest sind auch bald beim Discounter Aldi erhältlich.

Corona-Pandemie in Deutschland: Intensivmediziner kritisieren Bund-Länder-Beschluss

+++ 14.30 Uhr: Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel am Mittwoch (03.03.2021) über schrittweise Öffnungen trotz Lockdown-Verlängerung debattiert. Unter anderem dürfen auch Baumärkte in Zeiten von Corona* wieder öffnen. Während sich viele Bürger in Deutschland über die Lockerungen ab Montag (08.03.2021) freuen, sind Intensivmediziner besorgt.

In Deutschland sollen trotz Corona-Pandemie die Schulen wieder öffnen. Noch im März könnten die ersten Kinder wieder vor Ort unterrichtet werden. (Symbolbild)

„Der Wechsel in Richtung Öffnungsstrategie erfolgt drei Wochen zu früh. Die Sorge ist, dass wir deutlich steigende Zahlen an Neuinfektionen - und damit mit einem zeitlichen Versatz von 10 bis 14 Tagen - an Intensivpatienten mit Covid-19 haben werden, also in eine dritte Welle rutschen“, warnt Professor Gernot Marx gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Marx ist Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv und Notfallmedizin (Divi).

Die weiterhin steigenden Infektionszahlen, die rasante Ausbreitung der britischen Corona-Mutante B117 und ein R-Wert von 1,01 (Stand: 04.03.2021) trotz Lockdown, bieten Grund zur Sorge. Die Bundesregierung hat beim Corona-Gipfel einen Notfallplan ausgearbeitet. Steigt in einer Region die 7-Tage-Inzidenz über 100, gelten wieder dieselben Regelungen, wie vor dem 08.03.2021. Marx hoffe, dass das ausreiche, um ein erneutes exponentielles Wachstum der Infektionen zu vermeiden.

Corona in Deutschland: RKI-Chef warnt vor britischer Mutante - „Nach wie vor zu viele Tote“

Update vom Freitag, 05.03.2021, 10.44 Uhr: Aktuell sprechen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann in einer Pressekonferenz zu den Corona-Impfungen*. Spahn betont, dass die Corona-Fallzahlen in Deutschland weiterhin ansteigen. Dennoch wurden „die ersten Lockerungsschritte beschlossen.“ Klar sei auch, dass der vorhandene Impfstoff schnell verabreicht werden muss.

Wiehler warnt hingegen vor den Folgen der Ausbreitung der britischen Corona-Variante B117. Dass diese Mutante bald in ganz Deutschland vorherrsche, sei absehbar. „Und dann wird es noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten“, so der RKI-Präsident. Auch wenn die Zahlen der Intensivpatienten und Toten rückläufig sei, gebe es nach wie vor zu viele Tote. Auch die Inzidenz der unter 80-Jährigen steige wieder an.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca – Experten geben neue Empfehlung ab

+++ 13.45 Uhr: Bald könnten auch Personen über 65 Jahren mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut hat nun eine Empfehlung für die Ausweitung der Impfgruppe ausgesprochen. Nun sollen Fachgesellschaften und die Bundesländer informiert werden. „Das ist eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie können schneller geimpft werden“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Dem Gesundheitsministerium zufolge empfiehlt die Stiko weiterhin, die zweite Impfdosis erst nach drei Monaten – und nicht wie bisher empfohlen nach sechs Wochen zu verimpfen. Die Entscheidung der Stiko dürfte nun dazu führen, dass auch die bestehende Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums geändert wird. Mit der Impfung an älteren Menschen könnte dann zeitnah begonnen werden.

Kritik zu neuen Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern

+++ 12.00 Uhr: Der Einzelhandel hat mit Enttäuschung und Unverständnis auf die Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Pandemie reagiert. Diese seien eine „Katastrophe“, erklärte der Handelsverband Deutschland am Donnerstag (04.03.2021). Der Shutdown werde für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert. Damit drohen weitere zehn Milliarden Euro Umsatzverluste, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das berichtet der „Spiegel“.

Laut den Corona-Beschlüssen soll ab dem kommenden Montag (08.03.2021) der Einzelhandel in Regionen mit einem Inzidenzwert von unter 50 wieder öffnen dürfen. Die für eine Öffnung der Geschäfte benötigte stabile Inzidenz von 50 ist laut HDE allerdings „nicht flächendeckend in Sichtweite“ und Konzepte zum Abholen vorher bestellter Ware könnten die Händler „nicht einmal annähernd retten“. Auch Einkaufen mit Termin sei für die allermeisten Geschäfte kein Rettungsanker, denn dabei überstiegen in der Regel die Kosten die Umsätze.

Corona in Deutschland: Kritik von der Opposition

Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen kommt auch von der Opposition. „Als Bürger fühlt man sich im Stich gelassen“, sagte Grünenchef Robert Habeck im „Deutschlandfunk“. Aus seiner Sicht sei nicht klug, was gerade getan werde. „Es wird auf Hoffnung gesetzt, das ist aber keine Strategie“, so der Politiker.

Auch FDP-Vorsitzende Christian Lindner kritisierte die neuen Beschlüsse. „Dass sich jetzt das Problem bei der Bestellung von Masken, bei der Beschaffung von Impfstoffen zu wiederholen scheint bei den Schnell- und den Selbsttests, das ist ein grobes Versagen der Bundesregierung. Da könnten und müssten wir weiter sein.“ Der „Funke Mediengruppe“ sagte er: „Für die Bundesregierung bleibt offenbar der Lockdown das einzig denkbare Rezept. Dabei wäre mit innovativen Konzepten mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben möglich“.

Corona in Deutschland: Mögliche Lockerungen geplant

Update vom Donnerstag, 04.03.2021, 06.30 Uhr: Der Corona-Lockdown in Deutschland wird angesichts hoher Infektionszahlen bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage verschiedene Öffnungsmöglichkeiten geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länder-Ministerpräsidenten am Mittwoch (03.03.2021) in Berlin in mehr als neunstündigen Verhandlungen beschlossen. Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen in einer Region einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen, werden dort automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Corona: Lockdown-Lockerungen – Das wurde auf dem Gipfel beschlossen

Die Kanzlerin machte deutlich, dass die Corona-Impfkampagne beschleunigt werden solle. „Wir glauben, dass wir hier noch Steigerungspotenzial haben“, sagte sie. Vereinbart wurde, dass Ende März/Anfang April die haus- und fachärztlichen Praxen umfassend in die Impfkampagne eingebunden werden. Zudem werden kostenlose Schnelltests angeboten - mindestens einer pro Woche für jeden Bürger. Bund und Länder erwarten zudem, dass auch Unternehmen als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen.

Corona-Gipfel in Deutschland: Lockerung der Kontaktbeschränkungen

Schon vom kommenden Montag (08.03.2021) an sollen nach den Beschlüssen die stark beschränkten privaten Corona-Kontaktmöglichkeiten gelockert werden. Dann werden wieder private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sein, jedoch beschränkt auf maximal fünf Personen. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 neuen Infektionen pro Woche können es auch Treffen des eigenen Haushalts mit zwei weiteren Haushalten mit zusammen maximal zehn Personen sein. Kinder bis 14 Jahre sind hiervon jeweils ausgenommen. Bisher darf sich ein Hausstand mit maximal einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

Nach den schon vorgenommenen ersten Corona-Öffnungen bei Schulen und Friseuren sollen nun in einem zweiten Schritt Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte folgen. In einzelnen Ländern sind diese bereits offen, jetzt sollen sie nach dem Beschluss der Bund-Länder-Runde bundesweit einheitlich dem Einzelhandel des täglichen Bedarfs zugerechnet werden. Voraussetzung ist, dass Hygienekonzepte und eine Kundenbegrenzung eingehalten werden. Auch Fahr- und Flugschulen können den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen.

Corona in Deutschland: Weitere Öffnungen geplant

Weitere eingeschränkte Öffnungen kann es schon in Regionen geben, in denen lediglich die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner unterschritten wird. Neben Terminshopping-Angeboten im Einzelhandel können dann Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten und Gedenkstätten für Besucher mit Terminbuchung öffnen. Erlaubt sein soll dann auch Individualsport alleine oder zu zweit sowie Sport in Gruppen von bis zu zehn Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 fallen die Auflagen weg oder werden abgeschwächt. Dann soll auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Freien wieder möglich sein.

Die nächsten Öffnungsschritte werden dem Beschluss zufolge davon abhängig gemacht, dass die vorherige Stufe 14 Tage lang nicht zu einer Verschlechterung der Sieben-Tage-Inzidenz geführt hat. Dann geht es zunächst um die Öffnung der Außengastronomie, von Kinos, Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie um kontaktfreien Sport im Innenbereich und um Kontaktsport im Außenbereich. Im nächsten Schritt sind weitere Sportmöglichkeiten und Freizeitveranstaltungen dran. Auch hier gilt: Bis zu einer 100er Inzidenz soll es höhere Auflagen wie tagesaktuelle Tests oder einen Buchungszwang geben, die bei einer Sieben-Tage-Inzidenz bis 50 Neuinfektionen wegfallen.

Corona in Deutschland: Jens Spahn rechnet mit neuen Regeln für Astrazeneca-Impfungen

+++ 16.45 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet damit, dass der Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca in Zukunft auch an ältere Menschen in Deutschland verimpft wird. Wie der CDU-Politiker nach Teilnehmerangaben bei den Corona-Beratungen von Bund und Ländern sagte, werde es mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hinauslaufen.

Zu verdanken sei dies den Daten, die man nun aus Schottland und England habe. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) befinde sich dazu aktuell in der endgültigen Entscheidungsfindung.

Corona in Deutschland: Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich verlängert

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verlängert Deutschland zudem die stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol. Die Maßnahmen sollen vorerst weiter bis zum 17. März gelten. Dies teilte der parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer im Innenausschuss des Bundestages nach Angaben von Teilnehmern mit.

Die Bundesrepublik hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols vergangenen Monat zu sogenannten „Virusvariantengebieten“ erklärt. Von dort aus dürfen derzeit nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Darüber hinaus gibt es Ausnahmen, beispielsweise für Lastwagenfahrer oder Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen - diese müssen allerdings einen negativen Corona-Test vorzeigen.

Corona in Deutschland: Drosten für Impfungen durch Haus- und Betriebsärzte

+++ 12.43 Uhr: Christian Drosten spricht sich dafür aus, Haus- und Betriebsärzte in die Corona-Impfkampagne miteinzubeziehen. In seinem Podcast erklärt der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, dass er den Eindruck habe, die Öffentlichkeit sei immer mehr verwirrt über die Diskussionen über die Impflogistik und Priorisierungsgruppen. Zudem kritisiert der Virologe den „deutschen Perfektionismus“ auf der Planungsebene: „Ich mache mir Sorgen, wie lange das alles dauert, während die Uhr tickt“. Man müsse alle Wege nutzen, um das Impftempo zu beschleunigen. 

„Man kennt seine Pappenheimer als Hausarzt. Dieser menschliche Faktor wird im Moment nicht genutzt“, so Drosten. Denn genau die wüssten besser als jeder andere, wer etwa an Diabetes, Bluthochdruck oder sonstigen Erkrankungen leide. Dadurch könnten die Hausärzte auch besser einschätzen, wer ein höheres Risiko für eine Covid-19-Erkrankung trage.

Corona in Deutschland: Lockerungen bis Inzidenzwert 100?

Während am Mittwochnachmittag (03.03.2021) Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten, berichtet der Spiegel nun von einer ihnen vorliegenden Beschlussvorlage, die Öffnungsschritte selbst bei einer Inzidenz von unter 100 ermöglichen soll. In dem Papier sei davon die Rede, dass frühere Öffnungen etwa von Einzelhandel und Außengastronomie möglich gemacht werden sollen. Voranmeldungen und vermehrte Tests seien allerdings ebenso Teil der neuen Strategie.

Der Inzidenzwert 100 soll künftig als „Notbremse“ dienen. Diese soll greifen, wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. „Ab dem zweiten darauffolgenden Werktag“, so heißt es in dem Bericht, sollen dann die bislang gültigen Kontaktbeschränkungen wieder in Kraft treten.

Stand der Impfungen in Deutschland (03.03.2021, 9.30 Uhr))
Mindestens 1. Dosis erhalten: 6.604.578
Anteil an der Gesamtbevölkerung:5,3 Prozent
Quelle: RKI

Corona in Deutschland: Experten warnen vor dritter Welle

Trotz Diskussion über Lockerungen, befürchten Experten und Mediziner allerdings schon bald den Beginn einer dritten Corona-Welle. Bereits am Mittwoch (03.03.2021) konnte das Robert-Koch-Institut (RKI) einen sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen im Vergleich zur Vorwoche erkennen. Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis warnt nun aus genau diesem Grund zur Vorsicht bei möglichen Lockerungen. Gegenüber dem WDR äußert Karagiannidis sogar die Sorge, „dass uns diese britische Mutante um die Ohren fliegt“. Zwar könne man zu einem gewissen Grad Geschäfte öffnen, allerdings benötige es dazu „extreme Disziplin“.

Wichtig sei, dass medizinische Masken getragen würden, was von den Geschäften wiederum auch richtig kontrolliert werden müsse. Besondere Gefahr für eine dritte Welle bestehe durch die Corona-Mutation, die als noch ansteckender als das ursprüngliche Virus eingestuft wird, so der Experte. Es besteht die Gefahr, durch die britische Mutante wieder in exponentielles Wachstum hineinzukommen, was unbedingt verhindert werden müsse, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Corona in Deutschland: Jens Spahn will Impftempo erhöhen

Update vom Mittwoch, 03.03.2021, 10.14 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das Impftempo in Deutschland mithilfe weiterer Maßnahmen drastisch beschleunigen. Im ARD-Morgenmagazin sagte der CDU-Politiker am Mittwoch (03.03.2021), dass es „prinzipiengeleiteten Pragmatismus in den Impfzentren“ geben müsse, um den Prozess zu beschleunigen. Man müsse flexibler reagieren und weitere Priorisierungsgruppen impfen.

Spahn verweist außerdem auf Studien aus Großbritannien, die zeigen sollen, dass das Tempo durch eine zeitliche Vergrößerung zwischen der ersten und zweiten Impfung effektiv beschleunigt werden könnte. Während mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer erst nach sechs Wochen die Zweitimpfung erfolgen soll, kann man bei dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca sogar ganze zwölf Wochen warten. „Dann können wir mehr Erstimpfungen machen“, so der Gesundheitsminister weiter.

Zudem wolle man prüfen, inwieweit der Astrazeneca-Impfstoff auch an Menschen über 65 Jahren verimpft werden könne. Eine Entscheidung dazu sei „in wenigen Tagen“ zu erwarten.

Corona in Deutschland: Olaf Scholz für vorsichtige Lockerungen

Auch Bundesvizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) zeigt sich optimistisch bezüglich der Corona-Impfungen. Gegenüber dem rbb-Inforadio gab der Kanzlerkandidat zu Protokoll, dass man „in wenigen Wochen jede Woche Millionen Impfungen durchführen“ könne.

Was Lockerungen angeht, spricht sich Scholz für vorsichtige Maßnahmen in Verbindung mit einer passenden Teststrategie aus: „Wir haben mehr Möglichkeiten zu testen. Die Selbsttests kommen jetzt in großem Umfang auf den Markt“. Überhaupt dürfe man eine Öffnungsstrategie nicht mehr allein an der 7-Tage-Inzidenz festmachen.

Corona in Deutschland: Bund und Länder entscheiden über weiteres Vorgehen

Update vom Mittwoch, 03.03.2021, 7.04 Uhr: Bund und Länder stimmen sich am Mittwoch ab 14.00 Uhr über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten stehen unter großen Druck - sowohl von Gegnern als auch von Befürwortern eines zügigen Lockdown-Endes.

Nicht zuletzt aus der Wirtschaft sind die Rufe lauter geworden, die für Lockerungen der Corona-Maßnahmen zum Infektionsschutz plädieren. Etliche Mediziner und Experten warnen genau davor.

Corona in Deutschland: Bald neuer Impfstoff?

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 20.15 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will am 11.03.2021 über die Empfehlung eines weiteren Corona-Impfstoffs entscheiden. Dabei handelt es sich um das Vakzin des US-amerikanischen Herstellers Johnson&Johnson (J&J). Das berichtet die Tagesschau.

Ersten Einschätzungen zufolge wird erwartet, dass die Experten für die Zulassung in der EU stimmen werden. Nach der außerordentlichen Sitzung der EMA fehlt dann nur noch die Zustimmung der EU-Kommission. Dies könnte sogar noch am selben Tag passieren. Damit könnte auch bald in Deutschland ein weiterer Corona-Impfstoff zugelassen werden.

Derzeit wird die Datenlage aus den Studien des Unternehmens geprüft. Anders als bei den Wirkstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca* wird von dem Wirkstoff nur eine Impfdosis benötigt. Auch in den USA wurde der Impfstoff von J&J vor Kurzem zugelassen.

Corona in Deutschland: Scheitert es an der Teststrategie?

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 17.20 Uhr: Obwohl aus mehreren Berichten bereits hervorging, dass es auf dem Corona-Gipfel am Mittwoch (03.03.2021) Lockerungen beschlossen werden sollen, könnten diese nun in Gefahr sein. Wie Business Insider berichtet, heißt es aus Regierungskreisen, dass 24 Stunden vor dem geplanten Treffen noch immer zahlreiche Unklarheiten bezüglich der Teststrategie herrschen.

Zwar plane man, dass sich alle Bürger in Deutschland spätestens Anfang April ein bis zweimal pro Woche kostenlos testen lassen können, allerdings scheint unsicher, ob es in der Bundesrepublik überhaupt dauerhaft ausreichend Schnell- und Selbsttests geben wird. Neben der Frage nach geeigneten Teststandorten soll aber auch die Kostenfrage eine große Rolle spielen: Das Gesundheitsministerium rechnet mit monatlichen Kosten von bis zu 810 Millionen Euro.

Corona in Deutschland: Bundesweite Impfungen in Arztpraxen ab März?

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 15.55 Uhr: Ab Mitte März sollen Impfungen gegen das Coronavirus bundesweit in Arztpraxen möglich sein. Dies geht aus einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums hervor, welcher dem Deutsche Ärzteblatt vorliegt. Noch sei allerdings unklar, wie viele Praxen zu Beginn an Bord sind. Die Umsetzung sei Ländersache.

„Die Impfverordnung des Bundes wird dahingehend geändert, dass ab der zweiten Märzwoche die Beauftragung ausgewählter Leistungserbringer der niedergelassenen ärztlichen Versorgung durch die Län­der einen festen Rahmen hat“, schreibt das Gesundheitsministerium in dem Papier, das scheinbar für den Corona-Gipfel am Mittwoch (03.03.2021) mit den Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erarbeitet worden ist.

Corona in Deutschland: Spahn möchte genügend Corona-Impfstoff

Bereits seit Wochen fordern die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) sowie weitere Ärzteverbände die Arztpraxen in die Impfkampagne miteinzubeziehen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte aber immer wieder betont, dass dies erst möglich sei, wenn genug Corona-Impfstoff auf Lager wäre. Zweifelsfrei würde dieser Schritt die Impfung der Bevölkerung jedoch enorm beschleunigen.

Corona in Deutschland: 5 Prozent der Bevölkerung sind geimpft

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 15.02 Uhr: Mehr als zwei Monate nach Beginn der Corona-Impfungen haben rund fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens eine Dosis erhalten. Dies geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurden bislang etwa 6,4 Millionen Impfdosen verabreicht. Davon haben circa 4,2 Millionen Menschen eine Erstimpfung und fast 2,2 Millionen Bürger bereits die Zweitimpfung erhalten.

Bei den Erstimpfungen führt Thüringen bundesweit die Liste mit einer Quote von 5,7 Prozent an, das Schlusslicht bildet Brandenburg mit 4,3 Prozent. Laut dem RKI handelt es sich bei den meisten Geimpften um alte Menschen, Pflegeheimbewohner, sowie Personal in Krankenhäusern und Altenheimen.

Corona in Deutschland: Steigt die Nachfrage nach dem Astrazeneca-Impfstoff?

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) berichtet im rbb-Inforadio indes von einer gestiegenen Nachfrage nach dem Astrazeneca-Impfstoff. So habe man am Freitag (26.02.2021) über 11.000 Impftermine mit dem Mittel von Astrazeneca freigegeben. Die seien so gut wie ausgebucht, so Nonnemacher weiter.

Im Laufe des Dienstags (02.03.2021) sollen die nächsten 17.000 Termine in Brandenburg freigeschaltet werden, darunter für Lehrer und Kita-Personal. Die Grünen-Politikerin bewertet die steigende Resonanz als positiv und betont, dass es aus Großbritannien auch ermutigende Daten zum Einsatz von Astrazeneca bei älteren Menschen gebe. Zudem merke man, „dass das Interesse zunimmt und viele auch sagen, Hauptsache ich kann geimpft werden“.

Corona in Deutschland: Lockdown-Ende in Sicht? - Neue Details durchgesickert

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 11.54 Uhr: Laut Focus wird der Lockdown bis zum 28. März verlängert. Dem Bericht zufolge steht es so in einer Beschlussvorlage vor dem Corona-Gipfel am Mittwoch (03.03.2021). Allerdings sehe der Beschluss auch einige Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen vor, und das bereits ab Montag (08.03.30321).

Demnach seien ab dann wieder Treffen zwischen zwei Haushalten mit insgesamt maximal fünf Personen möglich anstatt wie aktuell nur mit einer weiteren Person eines anderen Haushaltes. Darüber hinaus sei eine „Notbremse“ vorgesehen, welche die aktuell noch geltenden Regeln in Kraft setzen würde, sobald eine bestimmte Inzidenz mehr als drei Tage in Folge überschritten wird. Dieser Inzidenzwert soll aber offenbar noch ausgehandelt werden.

Auch die Bild bezieht sich auf eine durchgesickerte Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel und berichtet, dass der Lockdown bis zu den Osterferien verlängert werden soll. Bund und Länder könnten bis zu den Ferien allerdings „erproben“, ob mithilfe von Corona-Tests und verstärkter Kontaktnachverfolgung Öffnungen auch bei höheren 7-Tage-Inzidenzwerten möglich wären. Die vor kurzem noch genannte Zielmarke von 35 wäre damit vom Tisch.

Corona in Deutschland: Bundesregierung verschickt SMS an Reiserückkehrer

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten derzeit spezielle Bestimmungen bei der Einreise nach Deutschland. So hat die Bundesregierung am Montag (01.03.2021) damit begonnen, allen Bürgern eine SMS zu senden, die in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet waren und zurück in die Bundesrepublik reisen.

Die SMS enthält Informationen dazu, worauf Reisende bei ihrer Rückkehr nach Deutschland achten müssen, wie etwa Näheres zur Quarantäne- und Testpflicht nach Aufenthalt in dem jeweiligen Gebiet. Dabei wird zwischen „Risikogebieten“, „Hochinzidenzgebieten“, „Virusvarianten-Gebieten“ und „Kein Risikogebiet“ unterschieden. Für jede Gruppe gelten dabei verschiedene Regeln, die die Vorlage von negativen Coronavirus-Tests oder eine gesonderte Anmeldung vor der Einreise betreffen.

Während der Corona-Pandemie gelten an Flughäfen in Deutschland strengere Einreisekontrollen. Nun verschickt die Bundesregierung eine SMS an alle Reiserückkehrer. (Symbolfoto)

Corona in Deutschland: Lockdown wird trotz Lockerungen wohl verlängert

Update vom Montag, 01.03.2021, 18.50 Uhr: Vor dem Corona-Gipfel zwischen Bund und Ländern am Mittwoch (03.03.2021) sind erste Details durchgesickert: Wie Business Insider berichtet, soll der Lockdown voraussichtlich bis Ende März im Grundsatz verlängert werden. Dem Bericht zufolge soll es jedoch eine „Öffnungsperspektive“ geben, die bisher geplante Lockerungen übertreffen könnten.

Da der zuvor angepeilte Inzidenzwert von 35 noch weit entfernt ist, wollen die Länder „dem Vernehmen nach“ den alten Beschluss aufweichen, so der Bericht weiter. Dabei soll es eine Vereinheitlichung von bereits geöffneten Bereichen geben, wie etwa von Gartencentern. Außerdem könnte geklärt werden, wie trotz höheren Inzidenzen gelockert werden könnte. Laut Business Insider könnten erste Schritte gar schon ab einer Inzidenz von 70 möglich sein. In der Diskussion sei darüber hinaus auch die Öffnung von Außenbereichen der Gastronomie oder Shopping-Möglichkeiten mit Termin.

Corona in Deutschland: Gesundheitsministerium plant kostenlose Schnelltests

Derweil plant das Bundesgesundheitsministerium jedem Bürger wöchentlich zwei kostenlose Schnelltests zu ermöglichen. Durchgeführt werden sollen die Tests durch geschultes Personal in Testzentren, Arztpraxen oder auch weiteren Dienstleistern. Dies geht aus einem neuen Vorschlag des Ministeriums hervor, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Corona in Deutschland: Das Gesundheitsministerium möchte wöchentlich zwei kostenlose Schnelltests ermögliche. Diese könnten das Leben der Bürger vereinfachen. (Symbolfoto)

Vorerst soll diese Möglichkeit bis Ende Juni angeboten werden. Ein konkreter Starttermin ist laut dem Vorschlag allerdings noch offen. Um ausreichend Testkapazitäten bereitstellen zu können, sollen etwa an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen in kurzer Zeit Corona-Testzentren aufgebaut werden. Das Ergebnis sollen die Bürger schriftlich oder digital ausgehändigt bekommen - auch zur Vorlage bei Behörden nach der Einreise aus bestimmten Risikogebieten oder auch beim Besuch von Pflegeheimen.

Corona in Deutschland: Söder gegen verfrühte Öffnungen

Update vom Montag, 01.03.2021, 15.00 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch (01.03.2021) gehen die Meinungen zu möglichen Öffnungsschritten auseinander. Beispielsweise hält die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) die Wiedereröffnung von Geschäften und Einrichtungen ab dem Frühjahr unter Verwendung von Corona-Schnelltests für sinnvoll. Auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat angedeutet, dass Bund und Länder neue Corona-Lockerungen beschließen könnten. 

Die Ministerpräsidenten von Bayern und Sachsen warnen dagegen eingehend vor überfrühten Öffnungsschritten. Markus Söder (CSU) sagte bei einer Pressekonferenz am Montag (01.03.2021) es dürfe keinen „Öffnungsrausch“ und keinen „Blindflug in die dritte Welle hinein“ geben. Die Politik dürfe nicht die Nerven verlieren, so Söder. Michael Kretschmer (CDU) mahnte ebenfalls, es könne nun nur um kleine Öffnungsschritte gehen.

Corona in Deutschland: Keine großen Lockerungen?

Kretschmer betonte zudem: „In dieser Zeit der steigenden Infektionen kann doch jetzt keine große Lockerung erfolgen. Es ist doch vollkommen klar, dass das das Falscheste ist.“ Es könne also jetzt nur um kleine Schritte gehen - und um eine Teststrategie, die Klarheit schaffe. Söder warnte aber: „Schnelltests sind eine echte Hoffnungschance - aber Schnelltests sind wohl keine Schnellwaffe, die bereits ab nächster Woche umfangreich zur Verfügung steht.“

Er forderte den Bund deshalb dringend auf, bis Mittwoch (03.03.2021) etwas zu dem Thema vorzulegen. Dann wollen sich die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu neuen Corona-Beratungen treffen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Gespräch mit seinem Amtskollegen aus Sachsen, Michael Kretschmer.

Corona in Deutschland: Digitaler Impfpass soll kommen

Update vom Montag, 01.03.2021, 12.15 Uhr: Wie der Spiegel berichtet, soll in der EU schon bald ein digitaler Impfpass möglich sein. Einen entsprechenden Plan möchte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen noch im März vorlegen. Mit dem Gesetzentwurf soll klar werden, wie ein solcher europäischer Impfnachweis konkret aussehen solle, so die CDU-Politikerin in einer Videokonferenz mit Parteikollegen.

27 EU-Staaten haben sich kürzlich darauf geeinigt, einen gegenseitig anerkannten Corona-Impfnachweis einzuführen. Dafür angedacht sind eine Datenbank zur Impfregistrierung und ein personalisierter QR-Code für jede geimpfte Person. Ob der digitale Impfpass Erleichterungen bei Reisen oder auch nur bei Besuchen von Restaurants oder Veranstaltungen in Deutschland mit sich bringen würde, ist bisher allerdings noch unklar.

Corona in Deutschland: Kretschmer fordert Impfungen in den Grenzregionen

Indes schlägt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in den Grenzregionen die Impfung aller Erwachsener über 18 Jahre vor. Dies sei ein effektives Mittel zur Corona-Bekämpfung und man müsse darüber in der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch (03.03.2021) sprechen, so Kretschmer. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert nach Angaben der Tagesschau zusätzliche Impfstoffdosen von der EU und der Bundesregierung für Corona-Hotspots.

Corona in Deutschland: Grünen-Chef Habeck fordert neue Strategie

Update vom Montag, 01.03.2021, 08.30 Uhr: Der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, fordert, jedem Bürger pro Woche zwei Corona-Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Janosch Dahmen, Bundestagsabgeordneter und Arzt, hat er ein Strategiepapier entwickelt, das dem Spiegel vorliegt.

Grünen-Chef Robert Habeck fordert für jeden Bürger zwei Corona-Schnelltests pro Woche. (Archivbild)

Corona in Deutschland – Habeck (Grüne) fordert neue Strategie

In dem Papier fordern die Politiker eine „inklusive Strategie“ als Alternative zum Corona-Lockdown. Sie stellen sechs Punkte vor, um eine schrittweise Öffnung zu ermöglichen. Unter anderem sollen negative Coronatests und Impfungen gleichsetzt werden.  „Wer ein negatives Testergebnis nachweisen kann, kann bestimmte Tätigkeiten wieder aufnehmen, Veranstaltungen, Besuche, Eintritt kann wieder möglich sein“, heißt es laut Spiegel in dem Papier. Positive Tests sollten auf Mutationen untersucht werden.

„Wenn Beschränkungen keinen Beitrag mehr zur Eindämmung der Infektion leisten, dürfen sie nicht aufrechterhalten werden“, fordern Habeck und Dahmen. Sie warnen zudem vor großen gesellschaftlichen Konflikten, wenn Gerichte die Entscheidung darüber fällen „wer wen wieder besuchen kann“.  

Kinderärzte fordern Öffnung von Schulen - wie sinnvoll sind Schnelltests?

Update vom Sonntag, 28.02.2021, 22.00 Uhr: Zahlreiche Kinobetreiber in ganz Deutschland fordern vor Beginn der Berlinale haben eine Perspektive in der Corona-Krise. Viele Filmtheater wurden deshalb am Sonntagabend (28.02.2021) beleuchtet. Nach Angaben des Branchenverbands AG Kino hatten sich mehr als 300 Kinos angemeldet.

„Wir leben seit vielen Monaten ohne Kultur“, sagte Verbandschef Christian Bräuer der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn man sich damit eingerichtet habe, sei das Zuhause-Bleiben eine Belastung. Bei den Kinobetreibern gehe es außerdem um die Existenz. Mit ihrer Aktion wollten sie auch einen Appell an die Politik senden: „Gebt uns eine Öffnungsperspektive“, sagte Bräuer.

Corona in Deutschland: Kinderärzte fordern Öffnung von Schulen - wie sehr helfen Schnelltests?

Erstmeldung vom Sonntag, 28.02.2021, 15.02 Uhr: Kassel - Kurz vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern zu möglichen Lockerungen in der Corona-Pandemie am 3. März steigen die zentralen Corona-Zahlen weiter an. Neben einem Anstieg der Inzidenz auf 64 (Stand: 28.02.2021), steigt auch der Anteil der ansteckenderen und wohl auch tödlicheren Mutante B.1.1.7 weiter an. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stieg der Anteil binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent zum Ende der dritten Februarwoche.

Trotz dieser beunruhigenden Entwicklungen sprechen sich immer mehr Politiker für die Lockerung der Maßnahmen aus. So auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Sie hält die Wiedereröffnung von Geschäften und Einrichtungen ab dem Frühjahr unter Verwendung von Corona-Schnelltests für sinnvoll.

Corona in Deutschland: Mit Schnelltests Ansteckungsgefahr verhindern

„Mit Schnelltests kann ein privater Veranstalter oder Gastgeber, egal ob er eine Gaststätte, einen Laden oder ein Museum betreibt, sicherstellen, dass von seinen Kunden kaum Ansteckungsgefahr ausgeht, und damit sein Gewerbe wieder betreiben“, sagte sie bild.de. Dreyer betonte außerdem, dies müsse „unter strengen Auflagen passieren“.

Auch Kinderärzte fordern die Lockerung der Corona-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche. Demnach sollen Schulen und Kindergärten so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. „Auch nach dem Auftreten von Virus-Mutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden. Sie spielen im Infektionsgeschehen keine nennenswerte Rolle.“

Corona in Deutschland: Schnelltests geben neue Möglichkeiten

Es bleibt abzuwarten, ob Bund und Länder am Mittwoch (03.03.2021) die Lockerungen der Maßnahmen beschließen werden. Sicher ist, dass die Nutzung von Corona-Schnelltests eine neue Möglichkeit darstellt, Öffnungen von Geschäften und Gastronomie unter bestimmten Bedingungen zu rechtfertigen. (Luisa Ebbrecht, Nail Akkoyun und Karolin Schaefer) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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