Pandemie

Corona in Deutschland: Chance auf Reiseerleichterungen - EU einigt sich auf Covid-19-Zertifikat

So könnte die europäische Bescheinigung aussehen: Die EU-Länder und das EU-Parlament haben sich auf ein Covid-19-Zertifikat geeinigt.
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So könnte die europäische Bescheinigung aussehen: Die EU-Länder und das EU-Parlament haben sich auf ein Covid-19-Zertifikat geeinigt.

Rechtzeitig hat sich die EU auf ein Covid-19-Zertifikat geeinigt. So werden EU-Urlaube im Sommer einfacher und das trotz Corona-Pandemie - alle News im Ticker.

  • Corona-Pandemie in Deutschland: Politiker fordert noch frühere Freiheiten für Geimpfte.
  • Bei Düsseldorf (NRW) gab es einen Corona-Ausbruch: 200 Menschen stehen unter Quarantäne.
  • Die Berliner Polizei hat mehrere „Querdenker“-Demos in der Hauptstadt verboten.

+++ 20.20 Uhr: Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, Corona-Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Donnerstagabend (20.05.2021) in Brüssel mit. Damit wächst die Chance auf weitere Reiseerleichterungen in der EU.

Bis zuletzt war darüber gestritten worden, in welchem Maß EU-Länder Reiseerleichterungen und Restriktionen selbst bestimmen können. Der Kompromiss sieht nun vor, dass nicht in die Hoheit der Mitgliedsstaaten eingegriffen wird, aber zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, vollständig Geimpfte oder Covid-19-Genesene nur eingeführt werden sollen, wenn es etwa die Infektionslage erfordere.

Covid-19-Zertifikat für Reisen in der EU: Das ist für Urlauber aus Deutschland schon möglich

Noch ist unklar, wann genau das europäische Zertifikat in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es noch am Anfang der Woche, man gehe aktuell davon aus, ein elektronischer Impfnachweis könne „in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, also bis spätestens zum 30. Juni, bereitgestellt werden.

In vielen Ländern ist es bereits jetzt schon möglich einzureisen, ohne in Quarantäne zu müssen. In Griechenland etwa muss lediglich eine abgeschlossene Impfung oder ein höchstens 72 Stunden alter PCR-Test vorgewiesen werden. Für die Einreise nach Österreich entfällt für Urlauber aus Deutschland seit Mittwoch (19.05.2021) die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein. Auch in Italien besteht keine Pflicht zur Isolation mehr - die Behörden verlangen aber weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis bei Ankunft.

Deutschland: Polizei in Berlin verbietet mehrere Corona-Demos

Update vom Donnerstag, 20.05.2021, 10.37 Uhr: Die Polizei hat die für Samstag (22.05.2021) und Sonntag (23.05.2021) geplanten „Querdenker“-Demonstrationen in Berlin verboten. Das bestätigte eine Sprecherin der Berliner Polizei dem Tagesspiegel.

Für Samstag waren rund 16.000 Teilnehmer angekündigt, die auf vier verschiedenen Routen durch die Hauptstadt ziehen wollten. Am Sonntag war hingegen eine Versammlung zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule geplant. Da sich viele Teilnehmer der Demonstrationen in der Vergangenheit nicht an die geltenden Schutzregeln in der Pandemie gehalten haben, sieht die Polizei die Verbote als gerechtfertigt. Es bestehe die Gefahr vermehrter Corona-Infektionen unter den Demonstrationsteilnehmern und damit auch eine Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung.

Corona in Deutschland: „Querdenker“ gingen schon trotz Verboten auf die Straßen

In der Vergangenheit hatten ähnliche Verbote vor den Gerichten schon mehrfach Erfolg. Ob sich die „Querdenker“ an die Verbote halten, ist jedoch fraglich. Bereits in mehreren Städten in Deutschland hatte sich gezeigt, dass viele Menschen trotz Verboten und der Corona-Pandemie auf die Straßen gegangen sind. Bei einer Corona-Demo in Kassel protestierten Tausende Menschen trotz eines Verbots in der Innenstadt gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Neben den Großveranstaltungen am Wochenende sind in Berlin nach Auskunft der Polizei auch kleinere Kundgebungen am Montag (24.05.2021) verboten worden: Am Potsdamer Platz, wo etwa 1000 Menschen angemeldet waren, sowie am Alexanderplatz mit 600 angemeldeten Teilnehmern. Zudem darf eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor nicht stattfinden, die üblicherweise dort für jeden Montag angemeldet ist.

In Berlin kam es schon mehrfach zu „Querdenker“-Demonstrationen. Weitere Kundgebungen und Demos wurden in der Hauptstadt nun verboten. (Archivbild)

Corona-Pandemie: Indische Variante B.1.617 vermehrt auch in Deutschland

+++ 21.30 Uhr: Die sogenannte indische Corona-Variante bereitet auch Experten in Deutschland zunehmend Sorge. Vor gut einer Woche wurde die indische Variante B.1.617 von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuft. Laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts wird die Mutante des Coronavirus mittlerweile auch in Deutschland zunehmend nachgewiesen, aber auf weiterhin niedrigem Niveau: Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von 2 Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. Sie ist in mehrere Untervarianten aufgespalten. Insgesamt sei der Anteil von B.1.617 geringer als in Großbritannien, wo die Variante aktuell in etwa 6 Prozent der untersuchten Proben gefunden werde, heißt es.

Besondere Aufmerksamkeit erfordere der seit etwa Mitte April stark steigende Anteil von Nachweisen der indischen Untervariante B.1.617.2, heißt es im Bericht. Genau diese verbreite sich auch in Großbritannien zunehmend. Es gibt laut RKI epidemiologische Hinweise darauf, dass diese Untervariante eine erhöhte Übertragbarkeit aufweist. Diese besorgniserregende Untervariante und ihre Verbreitung stünden unter besonderer Beobachtung, auch wenn die absolute Anzahl der Nachweise in der untersuchten Woche in Deutschland weiterhin im zweistelligen Bereich liege.

Indische Corona-Variante B.1.617 in Deutschland: Impfungen wirken

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek erläuterte im jüngsten NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“, dass die Mutation die Wirkung der Impfung schwächen könne, ihren Schutz aber nicht gänzlich außer Kraft setze: „Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit“, betonte Ciesek. Man beobachte „eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen“. Mit Blick auf die geplanten Lockerungen der Corona-Maßnahmen müsse man die Variante weiter beobachten und analysieren, ob die Zahlen weiter steigen oder stagnieren.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte mit Blick auf die neuen Corona-Varianten zur Vorsicht. Bei Online-Beratungen der Unionsfraktion erklärte Merkel, besonders die indische Variante sei ein Unruheherd und breite sich schneller aus als die britische Variante B.1.1.7. Weitere Öffnungen müssten daher gut überlegt sein.

Mehr Infizierte nach Corona-Ausbruch in Hochhaus: Indische Variante nachgewiesen

Update vom Mittwoch, 19.05.2021, 14.00 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Hochhaus in Velbert bei Düsseldorf steigt die Zahl der Infizierten weiter an. Bei einem Bewohner wurde die indische Corona-Variante B.1.167 nachgewiesen. Ob weitere Personen mit der Variante infiziert sind, wird derzeit noch geprüft.

Nachdem zunächst 19 Personen aus sechs Familien positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sei das Virus nun bei insgesamt 26 Bewohnern aus sechs Familien nachgewiesen worden, sagte der Gesundheitsdezernent des Kreises Mettmann, Marcus Kowalczyk, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Um herauszufinden, ob weitere Personen mit der zunächst in Indien nachgewiesenen Variante infiziert sind, müssen die Tests in einem gesonderten Verfahren untersucht werden. Das werde fünf bis sieben Tage dauern. „Das Labor arbeitet Tag und Nacht“, betonte Kowalczyk. Aufgrund des Corona-Ausbruchs standen 189 Personen aus zwei Hochhäusern seit Sonntag unter Quarantäne. 73 Bewohner sind am Dienstagabend wieder aus der Isolationsmaßnahme entlassen worden.

Corona in Deutschland: 200 Menschen in Quarantäne - auch indische Variante kursiert

+++ 16.01 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in Velbert bei Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) stehen 200 Menschen in zwei Hochhäusern unter Quarantäne. Insgesamt wurden 19 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet - aus vier Familien. Bei einem Bewohner wurde die indische Corona-Variante B.1.617 nachgewiesen. Das teilte Markus Kowalczyk, Gesundheitsdezernent des Kreises Mettmann, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Die letzten Ergebnisse der Testungen werden am Dienstag erwartet (18.05.2021). „Bis die dann positiven Corona-Befunde auf die indische Variante untersucht sind, dauert es aber ungefähr sieben Tage“, erklärte Kowalczyk. Wie lange die Bewohner ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen, bleibt abzuwarten.

Zwei Hochhäuser sind abgesperrt und fast 200 Bewohner seit Sonntag (16.05.2021) unter Corona-Quarantäne gestellt.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kümmert sich derzeit um die Versorgung der Bewohner. Die Quarantäne wird zudem tagsüber und auch nachts kontrolliert.

Corona in Deutschland: Stiko ändert Impfempfehlung für Schwangere

Update vom Dienstag, 18.05.2021, 14.30 Uhr: Die Impfkampagne in Deutschland schreitet voran. Ab dem 7. Juni soll die Priorisierung der Corona-Impfungen vollständig aufgehoben werden. Nun hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Empfehlung für Schwangere geändert. Nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung kann Schwangeren mit Vorerkrankungen oder einem erhöhten Risiko „eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden“, heißt es in der aktuellen Fassung der Empfehlung.

Marianne Röbl-Mathieu sieht die Änderungen als „Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen kann“. Röbl-Mathieu ist Stiko-Mitglied und Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Schwangere können dementsprechend ein Schreiben beim Hausarzt oder im Impfzentrum vorzeigen. Damit fallen sie wie ihre Kontaktpersonen in die Priorisierungsgruppe 2.

Corona in Deutschland: Schwangere werden bereits in den USA geimpft

In den USA werden Schwangere bereits seit längerem mit Priorität gegen Covid-19 geimpft, da sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen. Nach einer Impfung geben Schwangere die gebildeten Antikörper an ihr ungeborenes Baby weiter. Diese können nach der Geburt dann auch über die Muttermilch verabreicht werden. Das ist zumindest das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie.

Corona-Lage in Deutschland entspannt sich: Dennoch „keine Entwarnung für den Sommer“

+++ 18.01 Uhr: Die Bundesregierung sieht trotz der Entspannung der Corona-Lage noch keinen Anlass zur Entwarnung für den Sommer 2021. Die täglich fallenden Infektionszahlen und die mit großem Schwung laufende Impfkampagne könnten zuversichtlich machen, aber nicht voreilig, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag (17.05.2021) in Berlin. „Wir haben noch nicht die Voraussetzungen dafür erreicht, einen genauso entspannten Sommer wie letztes Jahr zu genießen.“ Ziel müsse bleiben, die Zahl der Ansteckungen weiter deutlich zu senken.

Vor einem Jahr habe die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz um diese Zeit bei fünf gelegen, erläuterte Seibert - am Montag waren es laut Robert Koch-Institut (RKI) 83,1 gemeldete neue Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. „Freuen wir uns, dass wir gemeinsam die dritte Welle brechen konnten. Genießen wir, was dadurch in den nächsten Tagen und Wochen wieder möglich wird“, sagte Seibert. Masken, Abstand, Testen und die Corona-Warnapp blieben aber Verbündete im Kampf gegen die Pandemie. „Und dieser Kampf ist noch nicht ganz vorbei.“

Klagewelle wegen Corona-Masken für Deutschland ‒ Jens Spahn in der Kritik

Update vom Montag, 17.05.2021, 13.30 Uhr: Das Gesundheitsministerium, unter der Leitung von Jens Spahn (CDU), gerät unter zunehmend Druck. Wie ein Bericht der Tagesschau aufdeckt, wurden eine Reihe von Klagen gegen das Ministerium eingereicht. Grund sind mutmaßlich ausgebliebene Zahlungen für Corona-Masken.

Rund eine Milliarde Mundschutzmasken hatte das Ministerium im Jahr 2020 beschafft, weil im Frühjahr noch Schutzmasken fehlten. In einem Open-House-Verfahren garantierte das Gesundheitsministerium jeder Firma, die FFP2-, KN95-, oder N95-Masken bis spätestens 30. April 2020 liefern würde, einen Erstattungspreis von 4,50 Euro pro Maske. Es wurden 738 Zuschläge erteilt, ab Mai waren in Deutschland ausreichend Masken aus Lager. Doch das Verfahren zieht mittlerweile eine immense Zahl an juristischen Auseinandersetzungen nach sich.

Allein vor dem Landgericht Bonn haben 89 Unternehmen Klagen gegen das Bundesgesundheitsministerium eingereicht. 70 davon seien rechtsanhängig mit einem Streitwert von knapp 206 Millionen Euro. Zudem entstünden dem Ministerium durch die Klagewelle erhebliche Mehrkosten von rund 20 Millionen Euro für Anwälte und Verfahrenskosten, heißt es in dem Bericht.

Klagewelle: Hat das Gesundheitsministerium von Jens Spahn Corona-Masken nicht bezahlt?

Denn angeblich wurde nicht alle Lieferanten nach der erbrachten Dienstleistung bezahlt. Im Bericht heißt es, dass es auch unseriöse Produzenten gegeben habe, die noch nie mit Schutzmaterial gehandelt hätten und/oder minderwertige Ware geliefert hätten. Doch auch seriöse Firmen würden noch auf ihr Geld warten. Das Gesundheitsministerium weist die Vorwürfe der Firmen zurück. Wenn Masken nicht angenommen worden seien, hätten diese Mängel aufgewiesen oder seien nicht rechtzeitig geliefert worden. Auf konkrete Fragen zu einzelnen Fällen äußerte sich das Ministerium jedoch nicht, wie die Tagesschau berichtet.

In einem Fall hat das Landgericht Bonn den Bund bereits zu einer Zahlung von 1,74 Millionen Euro an einem Münchner Maskenlieferanten verurteilt. Zudem rügte das Gericht das Prüfverfahren für die Mundschutzmasken. Die einzelnen Schritte des Prüfverfahrens seien für die Produzenten nicht aufgelistet worden und somit nicht nachvollziehbar, heißt es weiter im Bericht. Wer weiterhin welchen Anspruch hat, soll das Landgericht Bonn nun untersuchen und entscheiden. 

Bereitschaft zur Corona-Impfung in Deutschland steigt deutlich 

Update vom Sonntag, 16.05.2021, 12 Uhr: Die Ständige Impfkommission (STIKO) geht davon aus, dass die Impfung gegen das Coronavirus in Deutschland wohl bereits im kommenden Jahr 2022 wiederholt werden muss. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen.“

Zusätzlich wies Mertens darauf hin, dass die Hersteller bereits an modifizierten Corona-Impfstoffen arbeiteten, die dann auch gegen die derzeit bekannte Mutanten des Coronavirus wirksam sein sollen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dagegen geht davon aus, dass die ersten Auffrischungen bereits nach sechs Monaten fällig werden.

Sollten zudem weitere Corona-Varianten in Deutschland auftreten, gegen die die aktuell vorhandenen Vakzine nicht ausreichend wirksam sind, müsse man schon früher mit der Impfung angepasster Impfstoffe beginnen. Der Bundesverband deutscher Amtsärzte kritisierte zudem, dass die Impfkampagne im Land schon im Sommer 2021 massiv unter Druck geraten könne. Die Regierung in Deutschland habe keinen Plan, wie mit der dritten Corona-Impfung umzugehen sei.

Corona in Deutschland: Geimpfte profitieren derzeit von weniger Kontaktbeschränkungen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert solche Lockerungen bereits nach der ersten Impfung. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Impfbereitschaft steigt stark an

Seit dem Start der Impfkampagne vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft in Deutschland deutlich gestiegen. Das geht aus einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor. Demnach wollen sich fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen, weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent.

Kurz vor Beginn der Impfkampagne in Deutschland am 27. Dezember hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden. 19 Prozent lehnten die Immunisierung damals ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Nach erster Corona-Impfung: Politiker fordert frühere Freiheiten für Geimpfte

Erstmeldung vom Samstag, 15.05.2021: Kassel - Seit Sonntag (09.05.2021) profitieren Personen, die vollständig gegen Corona geimpft sind, von mehr Freiheiten - das wurde von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Demnach können diese sich jetzt nun unter anderem über Lockerungen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen freuen. Diese Regeln gelten in Deutschland zwei Wochen nachdem die zweite Impfung verabreicht wurde.

Dieser Beschluss sieht sich allerdings auch Kritik ausgesetzt. Für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kommen diese Rechte und Freiheiten zu spät - insbesondere im Hinblick auf Reisen. Wie tagesschau.de berichtet, fordert er diese für geimpfte Bürger in Deutschland bereits nach der ersten Corona-Impfung. „Wer mit Astrazeneca geimpft wird, sollte schon drei Wochen nach der ersten Dosis mehr Freiheiten bekommen“, sagt der CDU-Politiker. Er begründet den Vorschlag damit, dass der Schutz schon nach der ersten Spritze sehr hoch sei. Außerdem erhoffe er sich, „dass wir in den Sommermonaten zu der gleichen Freiheit zurückkommen wie im vergangenen Jahr.“

Corona in Deutschland: Michael Kretschmer kritisiert Bundesnotbremse

Einem Bericht des Spiegels zufolge äußert Kretschmer zudem scharfe Kritik an den bundeseinheitlichen Regeln im Kampf gegen die Pandemie. Besonders die erst eingeführte Bundes-Notbremse in Deutschland stößt bei ihm auf Unverständnis. „Wir sollten daraus lernen, dass regionale Entscheidungen besser sind als das Eingreifen durch den Bund“, so der Ministerpräsident von Sachsen.

Ihm zufolge ist es nicht gelungen, die Bevölkerung von der Notwendigkeit der Maßnahmen zu überzeugen. Es sei zwar legitim, wenn der Bundesgesetzgeber handele, „aber wir müssen sehen, dass wir uns in einer Spirale befinden, die Politik und Bevölkerung auseinanderbringt. Das ist nicht gut“, meint der CDU-Politiker. (Alina Schröder)

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