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Altmaier: Schnellere Corona-Impfungen reduzieren Wahrscheinlichkeit einer vierten Welle in Deutschland

Die Beschleunigung des Impf-Tempos ist laut Bundeswirtschaftsminister wichtig im Kampf gegen die vierte Corona-Welle. (Symbolbild)
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Die Beschleunigung des Impf-Tempos ist laut Bundeswirtschaftsminister wichtig im Kampf gegen die vierte Corona-Welle. (Symbolbild)

Die Beschleunigung des Impf-Tempos ist laut Bundeswirtschaftsminister Altmaier wichtig im Kampf gegen die vierte Corona-Welle.

  • Personen mit Corona-Impfungen haben in Deutschland jetzt mehr Freiheiten.
  • Die Polizeigewerkschaft fordert Zugriff auf die Impfdatenbank des RKI.
  • Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schließt Rückholaktion für gestrandete Urlauber 2021 aus.

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Update vom Samstag, 15.05.2021, 10.13 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erwartet in den kommenden Wochen eine deutliche Beschleunigung beim Impftempo. „Als Wirtschaftsminister hoffe ich, dass möglichst bald, und zwar schon ab dem 7. Juni, auch die Betriebsärzte impfen können“, sagt Altmaier der „Rheinischen Post“.

„Ich erwarte, dass wir innerhalb sehr kurzer Zeit so viele Impfstoff-Lieferungen erhalten, dass wir noch mal einen richtigen Schub beim Impfen bekommen.“ Damit könnten alle geschützt werden, „weil damit die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Corona-Welle deutlich reduziert wird“, so Altmaier. „Inzwischen haben rund 36 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten.“

Corona in Deutschland: Rückholaktion für Urlauber 2021? Außenminister Maas mit klarer Ansage

Update vom Freitag, 14.05.2021, 10.20 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schließt eine erneute Rückholaktion für gestrandete Urlauber aus Deutschland wegen Corona aus. „Wenn sich in bestimmten Ländern die Pandemielage verschlechtern sollte, darf das heute, im Jahr 2021, anders als noch im vergangenen Jahr, niemanden mehr überraschen“, sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mittlerweile habe jeder einzelne, sowie die Fluggesellschaften und Reiseveranstalter Zeit gehabt, sich vorzubereiten und auf die Corona-Situation in Deutschland und den Urlaubsländern einzustellen.

Die Menschen könnten sich aber weiterhin im Notfall immer auf die weltweit mehr als 200 deutschen Botschaften und Konsulate verlassen, so Maas weiter. „Wer strandet, dem wird mit Rat und Tat geholfen, bis die Heimreise gelingt“, versicherte Maas. Deutschlands Außenminister zeigte sich aber optimistisch: „Wir dürfen uns Hoffnung machen, dass sich das Leben bald wieder normalisiert, wenn die Infektionszahlen weiter sinken und die Impfkampagne Fortschritte macht.“

Maas äußerte sich zuversichtlich, dass dies auch für Menschen ohne Impfschutz gelte. Dies sei „mit umfassenden Test- und Hygienekonzepten“ möglich, sagte er.

Corona-Impfung in Deutschland: Berlin hebt Impfpriorisierung auf

+++ 14.26 Uhr: Berlin hebt ab Montag (17.05.2021) die Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten auf. Das kündigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am heutigen Donnerstag (13.05.2021) an.

Bisher war die Vergabe an Kritierien wie Alter, Vorerkrankung und die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgeruppen geknüpft. Bayern und Baden-Württemberg hatten bereits ähnliche Schritte angekündigt.

Die Entscheidung bedeute allerdings nicht, dass jeder in der kommenden Wochen geimpft wird. Die verfügbaren Impfstoffmengen sind laut Gesundheitsverwaltung zunächst weiter relativ knapp. Erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet.

Corona in Deutschland: Polizeigewerkschaft fordert Zugang auf Impfdatenbank

Update vom Donnerstag, 13.05.2021, 11.20 Uhr: Die Polizeigewerkschaft fordert scheinbar den Zugang für Polizisten auf die Impfdatenbank des Robert Koch-Instituts (RKI). Dies soll der Bekämpfung von gefälschten Impfpässen dienen. Gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung erklärt Gewerkschafts-Chef Rainer Wendt am Donnerstag: „Impfpässe oder andere Impfbescheinigungen sind alles andere als fälschungssicher. Für die Polizei ist eine Fälschung auf dem Papier aber äußerst schwer zu erkennen.“

Daher müssten Polizisten, Grenzbeamte und kommunale Ordnungskräfte Zugriff auf die digitalen Informationen des RKI bekommen. Generell seien die kürzlich beschlossenen Erleichterungen für Corona-Geimpfte und davon genesene Personen ein Problem, da sich die Einreisekontrollen dadurch schwieriger gestalten würden. Laut Wendt könnte das „auch bei größeren Zusammenkünften schiefgehen“.

Corona-Pandemie: Jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal geimpft

+++ 20.29 Uhr: Mittlerweile ist mehr als jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor (Stand: 16.15 Uhr). Somit haben 34,3 Prozent der Menschen mindestens eine Impfung erhalten.

Laut RKI verabreichten alle Stellen bislang insgesamt etwa 36,8 Millionen Impfungen. Davon seien knapp 29 Millionen bei Erstimpfungen und weitere etwa 8,3 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften auf zehn Prozent. Am Dienstag (12.05.2021) wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfspritzen gesetzt. An bereits zwei anderen Tagen in den vergangenen Wochen hatte die Zahl der beim RKI gemeldeten verabreichten Impfdosen binnen eines Tages bei mehr als einer Million gelegen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 38,7 Prozent. Sachsen liegt mit 29,8 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. In Hessen sind mittlerweile 34,1 % erstgeimpft.

Betrug bei Corona-Impfung in Deutschland: „Wer das perfektioniert, den erwischen wir nicht“

Update vom Mittwoch, 12.05.2021, 14.55 Uhr: Immer mal wieder gelangen Fälle an die Öffentlichkeit, in denen sich Impf-Vordrängler den Schutz gegen das Coronavirus erschleichen wollen. Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht zusätzlich über enorme Aggressivität von Impfwilligen: Die Vordrängler bei der Corona-Impfung werden zum echten Problem. Das ARD-Politikmagazin „Report Mainz“ berichtete von mehreren tausend Fällen.

Um einen Impftermin zu bekommen, obwohl man selbst noch nicht an der Reihe ist, würden beispielsweise falsche Angaben zum Beruf oder zum Alter gemacht werden, heißt es in dem Bericht, einige geben sich als priorisierte Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen aus. Die Wege sind vielseitig - und teilweise skurril. Der medizinische Leiter des Kölner Impfzentrums, Jürgen Zastrow, berichtet dem Spiegel von Leuten die angaben, einmal in der Woche den Müll der 80-jährigen Nachbarin herunterzutragen, zwar nicht im Altenheim zu arbeiten, aber den Chef zu kennen, und eine Familie kam sogar einmal ganz in Weiß gekleidet ins Impfzentrum, da doch jetzt Ärzte impfberechtigt seien.

Dennoch stellte Jürgen Zastrow im Spiegel-Interview klar, bei ihnen gebe es nur wenige echte Betrugsfälle. Doch obwohl viele Maschen bereits bekannt sind, kommen immer wieder einige mit dem Impf-Schwindel durch: „Wer das perfektioniert, den erwischen wir nicht“, sagt Zastrow.

Jens Spahn: Corona-Impfungen für Jugendliche bis Ende der Sommerferien möglich

+++ 20.37 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (Ema) will noch im Mai über die Zulassung des Coronaimpfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Das teilte die Ema am Dienstag (11.05.2021) auf dpa-Anfrage mit. Das Verfahren könne angesichts von Fortschritten bei der Bewertung beschleunigt werden und Ende des Monats abgeschlossen sein.

EMA-Chefin Emer Cooke hatte im »Handelsblatt« gesagt, dass die Behörde Daten zur Wirkung des Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige erhalte. »Wir haben am 30. April mit der Prüfung begonnen.« Sie nannte Juni als Ziel für die Zulassung. »Wir versuchen, ob wir dies bis Ende Mai beschleunigen können.«

Spahn: Corona-Impfungen für Jugendliche bis Ende der Sommerferien möglich

+++ 16.34 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den 12- bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Corona-Impfangebot machen. Ob dies wirklich umsetzbar sei, hänge von der Zulassung der Impfstoffe für Jugendlichen ab, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Die europäische Arzneimittelbehörde hatte angekündigt, Ende Mai oder Anfang Juni eine Zulassung für diese Altersgruppe zu erteilen.

Nach Zulassung der Impfstoffe für Jugendliche könnten Reihenimpfungen in Schulen oder in Impfzentren beginnen, so Spahn. Bis zum Ende der Sommerferien hätten alle 12- bis 18-Jährigen so mindestens eine Impfung, idealerweise schon beide erhalten. Der Schulbetrieb könne somit nach den Sommerferien normaler weitergehen. Allerdings gibt es deshalb auch Kritik an fehlender Planung in der Politik - denn gleichzeitig mit den Impfungen der Schüler würden die notwendigen dritten Auffrischungs-Impfungen bei vielen anfallen und dafür fehle ein Konzept.

Die US-Arzneimittelbehörde hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren in den USA bereits zugelassen. Die Impfungen in dieser Altersgruppe könnten beginnen, wenn ein Beratungsausschuss auf Bundesebene, vergleichbar mit der Ständigen Impfkommission in Deutschland eine Empfehlung ausspricht. Dies wird in den USA für Mittwoch erwartet.

Corona in Deutschland: Tausende Corona-Tote in Deutschland wurden 2020 nicht gezählt

Update vom Dienstag, 11.05.2021, 11.03 Uhr: Im Jahr 2020 sind in Deutschland deutlich mehr Menschen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben, als bisher bekannt war. Das liegt vor allem an Todesfällen vom Beginn der zweiten Welle, die erst jetzt in die Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) einfließen.

Laut des letzten RKI-Berichts für das Corona-Jahr 2020 starben im vergangenen Jahr in Deutschland 33.071 Menschen an oder in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte im Januar 2021 allerdings eine Statistik, in der 39.201 Corona-Todesfälle für 2020 aufgeführt sind. Laut einem Bericht von T-online liegt die Zahl der laborbestätigten Corona-Toten im Jahr 2020 inzwischen bereits bei 41.240. Es waren also bereits Ende 2020 rund 8.000 Menschen mehr an und mit dem Virus verstorben – und die Zahl wird sich noch weiter leicht erhöhen. 

Corona in Deutschland: Todesfälle teilweise Monate nach Sterbedatum gemeldet

Das liegt laut RKI daran, dass die Gesundheitsämter Todesfälle teilweise erst Monate nach dem eigentlichen Sterbedatum melden. Bei der Masse der Fälle geht es schnell: Nach Angaben des Instituts ist jeder zweite Sterbefall bereits am nächsten Tag in der Statistik erfasst. Doch bei anderen kann es zu enormen Verzögerungen bei der Meldung kommen: Bei 2000 Todesfällen, also etwa jedem 20., dauerte es bis in den Februar, März oder sogar Mai, bis sie dem Jahr 2020 zugeordnet wurden.

Eine der Ursachen für die unvollständigen Daten ist, dass die Gesundheitsämter während der Höhepunkte der Wellen schlicht nicht hinterherkommen, einen zweiten möglichen Grund liefert Ute Teichert, die Vorsitzende des Deutschen Amtsärzteverbands, gegenüber T-online: „In Todesbescheinigungen wird lediglich das Grundleiden ausgewertet – wenn dort Herzinsuffizienz oder Diabetes stand, kann ein Mensch dennoch durch und mit einer Covid-Infektion verstorben sein.“ Erst die genauere Auswertung für den Infektionsschutz ergibt dann, dass es sich um einen Covid-19-Fall handelt. Bis dahin kann das RKI mit dem Fall nicht arbeiten.

In Deutschland sind im Jahr 2020 tausende Menschen mehr an oder mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 gestorben, als bislang in der Statistik erfasst.

Corona in Deutschland: Mehrere Bundesländer Planen Lockerungen an Pfingsten

+++ 20.29 Uhr: Die Corona-Fallzahlen sinken in Deutschland. Deshalb planen gleich mehrere Bundesländer neue Lockerungen. Ab Mittwoch (12.05.2021) plant Hamburg die bundeseinheitliche Notbremse aufzuheben. Damit würde etwa auch die nächtliche Ausgangssperre entfallen. Am Dienstag (11.05.2021) wollen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz neue Öffnungsschritte beschließen - das berichtet der Spiegel.

Die 7-Tage-Inzidenz aller drei Länder liegt seit Tagen unter 100. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte allerdings vor Reisen über Pfingsten und einem „politischen Überbietungswettbewerb“ bei Lockerungen. „Es darf aus der Zuversicht kein Übermut werden“, so der Gesundheitsminister.

Laut Informationen der Südwest Presse plant auch Bayern Lockerungen der Corona-Regeln über Pfingsten. Sind die Fallzahlen stabil und liegt die Inzidenz unter 100, dürfen unter anderem Hotels, Ferienwohnungen sowie Campingplätze öffnen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein negativer Corona-Test.

Corona-Inzidenzen in Deutschland sinken - doch jetzt droht Chaos

+++ 17.25 Uhr: In acht der 16 deutschen Bundesländer liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit unter 100. Insgesamt 183 Landkreise von 412 sind unter die Marke gerutscht. Damit werden Lockerungen der Corona-Regeln vielerorts möglich. Die Notbremse kann ebenfalls in den Kreisen mit niedrigen Fallzahlen ausgesetzt werden.

Für die Bürgerinnen und Bürger ist das einerseits erfreulich, andererseits beginnt dadurch auch das große Durcheinander. Fährt man nur wenige Kilometer, können die geltenden Corona-Maßnahmen teilweise komplett anders aussehen. Beispiele gibt es genug. Der Landkreis Goslar (Inzidenz 41,8) etwa liegt zwischen Northeim (111,1), Wolfenbüttel (107,8), Salzgitter (156,3) und Harz (132,7) sowie Göttingen (67,5) und Hildesheim (65,6). Nur zwei angrenzende Landkreise sind also ebenfalls unter der Inzidenz von 100.

Corona in Deutschland: Unterschiedliche Inzidenzen führen zu Chaos

Strenge Corona-Regeln hier. Gelockerte Verordnungen da. Besonders deutlich wird das beim Blick auf Gastronomie und Tourismus. Betreiber und Urlaubswillige blicken vor den Pfingstferien gespannt auf die Entwicklung. Und müssen genau aufpassen.

Am Bodensee darf ab dem 21. Mai Urlaub gemacht werden, wenn die Inzidenz weiterhin stabil bleibt. Aber nur auf der bayerischen Seite. Baden-Württemberg ist sich noch nicht einig. Die Landesregierung diskutiert derzeit über die Einführung von Modellregionen und einem Öffnungskonzept.

Ähnlich ist es am anderen Ende der Republik. In Schleswig-Holstein dürfen Touristen ab dem 17. Mai wieder ans Meer. In Mecklenburg-Vorpommern bleiben aber sogar die Campingplätze zu - die Hotels auch. Niedersachsen lässt nach aktuellem Stand überhaupt keine Urlauber zu. Nur Einheimische dürfen an die Küste.

„Corona ist noch nicht vorbei“: Söder hält Lockdown-Verlängerung in Deutschland für möglich

+++ 10.26 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns auch im Sommer für möglich. Die bundesweite Corona-Notbremse gilt vorerst bis zum 30. Juni. Auf die Frage nach möglichen Lockerungen und Öffnungen hatten bereits einige Politiker, unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), dieses Datum als Stichtag genannt.

Söder jedoch betont im Interview mit der Bild-Zeitung, dass die Politik die Gesamtlage in Deutschland Ende Juni neu bewerten müsse: „Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei“. Er sieht Deutschland im Kampf gegen Corona zwar auf der „Zielgeraden“, diese sei aber noch sehr lang. Man dürfe sich durch die sinkenden Fallzahlen nicht täuschen lassen und unvorsichtig werden. Um das Ende schneller zu erreichen forderte Söder, das Impftempo in Deutschland weiter zu erhöhen.

Gleichzeitig warnen die Amtsärzte, dass das Impfsystem in Deuschland im Sommer gewaltig unter Druck geraten könne. Die Chefin des Bundesverbands der Amtsärzte, Ute Teichert, sagte gegenüber der Rheinischen Post, ab Ende Juni oder Anfang Juli müsse in Deutschland nachgeimpft werden - zusätzlich zu den laufenden Erst- und Zweitimpfungen. Verschiedenen Studien zufolge, müsse man davon ausgehen, dass Nachimpfungen gegen das Coronavirus rund sechs Monate nach der Zweitimpfung fällig werden. Andere Länder seien bereits dabei, sich auf die zusätzlichen Impfungen vorzubereiten, erklärt Teichert. Eine zusätzliche Herausforderung stelle dann die Impfung der Kinder dar, die in Deutschland ebenfalls im Sommer anlaufen soll.

Corona in Deutschland: Inzidenz in der Hälfte der Bundesländer unter 100

Update vom Sonntag, 09.05.2021, 12.13 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken, das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Institutes vom Sonntag (09.05.2021) hervor. Demnach sinkt der bundesweite Inzidenzwert seit zwei Wochen kontinuierlich und liegt Sonntag aktuell bei 118,6. Auch die Entwicklung in den Bundesländern ist positiv: Die Hälfte der Länder liegt mittlerweile unter dem politisch maßgeblichen Wert von 100.

Am niedrigsten liegt die Inzidenz aktuell in Schleswig-Holstein wo im Schnitt 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erfasst wurden. Diese weiteren Bundesländer liegen aktuell unter der Inzidenz von 100:

  • Hamburg: 76,1
  • Niedersachsen: 83,4
  • Mecklenburg-Vorpommern: 88,2
  • Brandenburg: 89,1
  • Rheinland-Pfalz: 96,7
  • Bremen: 99,2
  • Berlin: 99,6

In diesen Bundesländern liegt die Inzidenz noch über 100:

  • Hessen: 121,2.
  • Baden-Württemberg: 145,4
  • Bayern: 118,7
  • Nordrhein-Westfalen: 129,2
  • Saarland: 109,2
  • Sachsen-Anhalt: 122,1
  • Sachsen: 172,8
  • Thüringen: 180,0

Auch andere Kennzahlen wie der R-Wert und die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten weisen laut der Nachrichtenagentur dpa auf eine weitere Entspannung der Corona-Lage in Deutschland hin. Dies könne am Verhalten der Menschen liegen, am Fortschritt beim Impfen sowie ein Effekt der Bundes-Notbremse sein.

Corona in Deutschland: 170 Landkreise unter Inzidenz von 100

Auch auf Kreisebene macht sich der Rückgang der Infektionszahlen bemerkbar: In 170 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten liegt die Inzidenz laut RKI am Sonntag unter 100. So dürften einige Regionen demnächst in den Genuss von Lockerungen kommen, da die Regeln der Bundes-Notbremse außer Kraft treten, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 liegt. In Hessen ist der erste Landkreis bereits aus der Notbremse ausgestiegen.

Corona in Deutschland: Angela Merkel macht Hoffnung auf Sommerurlaub - auch für Ungeimpfte

+++ 18.18 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass Sommerurlaub in Europa auch für Ungeimpfte möglich sein wird. Wenn man sehe, welch niedrige Inzidenzen einige europäische Partnerländer wie Portugal jetzt schon hätten, „dann bin ich sehr hoffnungsfroh, dass wir auch insgesamt uns das leisten können, was auch im vergangenen Sommer möglich war“, sagte Merkel am Samstag nach dem EU-Gipfel in Porto, zu dem sie sich von Berlin aus hatte zuschalten lassen. „Von wann an das der Fall ist, das kann ich noch nicht sagen, den Tag benennen.“

 „In Deutschland scheinen wir auch die dritte Welle gebrochen zu haben“, sagte Merkel. Dort, wo die Inzidenzwerte fallen würden, werde auch in Deutschland nun schrittweise mehr möglich sein. „Das wird hoffentlich für ganz Europa so sein“, sagte sie.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich optimistisch, dass Sommerurlaub in Europa möglich sein wird (Archivbild).

Angela Merkel zu Sommerurlaub: „Selbstverständlich“ in Europa auch ohne Impfung möglich

Die Kanzlerin betonte auf Nachfrage, die Möglichkeit eines Sommerurlaubs in Europa gelte „selbstverständlich“ auch für Ungeimpfte, wie im vergangenen Jahr. Damals sei „das Thema Impfen noch ein theoretisches“ gewesen, es habe auch keinen Zugang zu Tests in großem Umfang gegeben. Im vergangenen Sommer habe man sich mit Inzidenzen von 2, 3 und 4 viel Freiheit erlauben können. Deshalb sage sie immer wieder: „Runter mit den Inzidenzen, das bedeutet Freiheit für alle Menschen dann. Und dann haben wir noch die zwei Helfer Impfen und Testen dazu. Damit sollten wir besser dastehen.“

Auf dem Gipfel sei auch über den digitalen Impfpass - das sogenannten „Grüne Zertifikat“ - gesprochen worden, sagte Merkel. Die technischen Voraussetzungen wie die Kompatibilität seien gegeben. Allerdings seien noch einige inhaltliche Fragen zu klären, etwa zur gegenseitigen Anerkennung von Impfstoffen, die nicht in der EU zugelassen seien.

Corona in Deutschland: Wie geht es mit Lockerungen weiter?

Erstmeldung vom Samstag, 08.05.2021, 14.02 Uhr: Kassel/Berlin - Kein „Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen“, das fordert der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sprach er über ein „einheitliches Vorgehen mit konkreten Öffnungsperspektiven“. Darauf sollten sich die Ministerpräsidenten bei der nächsten Corona-Konferenz einigen.

Verschiedene Regeln bei gleicher Inzidenz seien nicht nur kaum nachvollziehbar, sondern würden auch zu einem „deutschlandweiten Durcheinander bei den Corona-Lockerungen“ führen, so die Einschätzung der Nachrichtenagentur AFP.

Landsberg sprach davon, dass die Corona-Notbremse Wirkung zeige. Die bundesweit geltenden Maßnahmen hätten demnach einen positiven Einfluss auf die Infektionszahlen in Deutschland. Bei den Lockerungen müssten nun die Länder aktiv werden: „Wenn es jetzt umgekehrt um weitere Lockerungen, insbesondere für Gastronomie, Hotels und Tourismus, geht, sind im Prinzip die Länder gefordert.“ Alle Corona-Fallzahlen für Deutschland finden Sie in unserem News-Ticker.

Impfstoffhersteller Biontech verzichtet nicht wie Moderna auf Patentschutz

Aktuell stehen die Patente für Impfstoffe zur Diskussion - der amerikanische Präsident Joe Biden hatte die Debatte darüber ausgelöst, indem er forderte, die Patente freizugeben. Das amerikanische Unternehmen Moderna hat diesen Schritt schon vor einigen Monaten gemacht. Mit dem Verzicht auf den Patentschutz könnten sich auch ärmere Länder mit einem eigenen Impfstoff eindecken, ohne die Grundlagenforschung vornehmen zu müssen. Aus diesem Grund arbeitet die Weltgesundheitsorganisation daran, den Patentschutz für alle Corona-Impfstoffe auszusetzen.

Die deutsche Bundesregierung steht dieser Entwicklung allerdings skeptisch entgegen, das bestätigte Sprecherin Ulrike Demmer. Man wolle zwar helfen - sehe das Problem aber nicht bei den Patenten der Impfstoffe, sondern bei den Herstellungskapazitäten anderer Länder. Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech hält eine Patentfreigabe* für nicht zielführend, will armen Ländern aber beim Preis entgegenkommen. „Wir werden weiterhin Länder mit niedrigem oder unterem mittleren Einkommen mit unserem Impfstoff zu einem nicht gewinnorientierten Preis versorgen“, teilte das Unternehmen am Samstag (08.05.2021) in Mainz mit.

BezeichnungCorona-Pandemie
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19

Corona in Deutschland: Ab Sonntag (09.05.2021) mehr Freiheiten für Geimpfte

In der Nacht von Samstag (08.05.2021) auf Sonntag (09.05.2021) treten Lockerungen für vollständig Geimpfte in Kraft. In der Regel gelten diese Freiheiten dann zwei Wochen, nachdem der Betreffende vollständig geimpft wurde. Bundestag und Bundesrat hatten für die Lockerungen gestimmt. Die Verordnung wurde nun im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darüber berichtet die Tagesschau. Die Lockerungen gelten für Geimpfte und Genesene. Diese dürfen sich nun über gelockerte Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen freuen.

Der Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung, sprach sich gegenüber der Passauer Neuen Presse für Lockerungen auch für negativ Getestete aus. „Ich denke da besonders an Außengastronomie mit guten Abstands- und Hygienekonzepten“, sagte der Präsident des Deutschen Städtetags. Er sprach zudem eine Warnung aus: Wenn die Bevölkerung die Corona-Beschränkungen nicht mehr akzeptiere, kämen „auch die Ordnungskräfte und die Polizei an ihre Grenzen.“ (Jennifer Greve)

*Sehr geehrte Leser*innen, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass der Impfstoffhersteller Biontech das Patent auf seinen Corona-Impfstoff vorübergehende freigeben möchte. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

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