Ermittlungen aufgenommen

Corona-Hilfen: Betrug in Millionenhöhe - Alle Auszahlungen gestoppt

Aufgrund von Betrugshinweisen wurden die Auszahlungen der Corona-Hilfen unterbrochen. Betrüger hätten unter falschen Angaben mehrere Millionen Euro erbeutet.

  • Die Bundesregierung stoppt bis auf Weiteres die Auszahlungen der Corona-Hilfen.
  • Betrüger hätten mit falschen Identitäten mutmaßlich und unrechtmäßig Geld erschlichen.
  • Der dadurch entstandene Schaden liege bei mehreren Millionen Euro.

Kassel - Fast alle Auszahlung der Corona-Hilfen der Bundesregierung wurden zunächst auf Eis gelegt. Grund dafür seien zahlreiche Betrugsverdachtsfälle. Der dadurch entstandene Schaden belaufe sich auf mehrere Millionen Euro.

Wie das Wirtschafts- und Finanzministerium über eine Internetseite informierte, hätten Unbekannte unter Angabe falscher Identitäten mutmaßlich Corona-Gelder erschlichen - das berichtet unter anderem die Tagesschau. Es handele sich zudem um einige wenige Verdachtsfälle. „Die zuständigen Stellen haben bereits Ermittlungen aufgenommen“, hieß es in dem Statement weiter. Zur genauen Höhe des Schadens sei bislang noch nichts bekannt.

Betrug bei Corona-Hilfen: Unbekannte erbeuten mehrere Millionen Euro

Aktuellen Informationen mehrerer Medienberichte zufolge hätten sich Unbekannte unter falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und schließlich für reale Unternehmen Corona-Hilfen in Höhe von mehreren Millionen Euro beantragt. Jedoch seien die Auszahlungen nicht auf das jeweilige Konto der Firma geflossen, sondern auf das der Betrüger.

Die zeitweise Aussetzung der Corona-Auszahlungen betrifft die November- und Dezemberhilfen sowie die Überbrückungshilfe für Selbstständige und Unternehmen und sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sobald nötige Ermittlungen durchgeführt worden sind, sollen diese allerdings wieder aufgenommen werden. Dies berichtete eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Bei den finanziellen Corona-Hilfen des Staats kam es zu einem Betrug in Höhe von mehreren Millionen Euro - deshalb wurden aktuell alle Auszahlungen gestoppt. (Symbolbild)

Betrüger erschleichen sich Millionen von Euro - Bund stoppt Auszahlungen der Corona-Hilfen

Seit Beginn der Corona-Pandemie seien laut Angaben des Ministeriums bereits mehr als 86 Milliarden Euro an wirtschaftlichen Staatshilfen bewilligt worden. Die ausgezahlten Kosten für die Überbrückungshilfe III, die seit dem 10. Februar 2021 beantragt werden kann, belaufen sich auf mittlerweile mehr als 650,7 Millionen Euro.

Mit den finanziellen Hilfen unterstützt der Staat Soloselbstständige, Unternehmen und Einrichtungen, die von den Schließungen bedingt durch den Lockdown besonders hart getroffen sind. Die Informationen zu den Corona-Staatshilfen sind der Homepage der Bundesregierung zu entnehmen.

Staatliche Corona-Hilfen: Bereits mehrere Millionen Euro ausgezahlt - Wer hat Anspruch?

Anspruch auf die finanziellen Corona-Zuschüsse haben kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb enorm einschränken oder ganz einstellen mussten. Dazu zählen Betriebe des Einzel- und Großhandels, der Veranstaltungs- und Kulturbranche, der Hotellerie, der Gastronomie, der Pyrotechnik- sowie Reisebranche.

Auch Soloselbständige, Freiberufler und gemeinnützige Einrichtungen können einen Antrag auf Corona-Hilfe stellen. Zu diesem wirtschaftlichen Euro-Hilfsprogramm zählen unter anderem die November- und die Dezemberhilfen sowie die Überbrückungshilfe. Letztere variiert je nach Umsatzrückgang und erstattet einen Anteil der fixen Kosten pro Monat. Die Überbrückungshilfe III umfasst zudem die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbstständige“. Diese soll besonders Künstlern und Kulturschaffenden in der aktuellen Situation unterstützen. (Alina Schröder)

Wegen der staatlichen Corona-Hilfen für Selbstständige und Arbeitnehmer haben besonders Steuerberater derzeit viel zu tun.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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