Pandemie

Corona: „Fallzahlen steigen zu früh“ – Karl Lauterbach mit düsterer Prognose für Deutschland

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen: Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach viel zu früh, viel zu schnell. Er gibt eine düstere Prognose für den Herbst ab.
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Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen: Laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach viel zu früh, viel zu schnell. Er gibt eine düstere Prognose für den Herbst ab.

Karl Lauterbach gilt als Mahner in der Pandemie. Seine Corona-Prognose für den Herbst 2021 in Deutschland ist düster. 

Berlin – Das Infektionsgeschehen in Deutschland hat sich beruhigt. Nach höheren Corona-Fallzahlen im Frühling 2021, inklusive der dritten Welle, pendelt sich die deutschlandweite Inzidenz bei einem Wert von 10 ein. Im Vorwochenvergleich zeigt sich derzeit allerdings eine steigende Tendenz. Am Dienstag (13.07.2021) wurden vom Robert-Koch-Institut noch 646 Neuinfektionen vermeldet, eine Woche später waren es bereits 1183.

Karl Lauterbach, einer der meist beachteten Gesundheitspolitiker in der Pandemie, besorgt diese Entwicklung. In seinem neuesten Statement warnt er: „Die Fallzahlen steigen zu früh so stark. Das Impftempo reicht nicht, sehr hohe Fallzahlen im Herbst noch zu verhindern“, so der SPD-Abgeordnete auf Twitter. Seine Aussagen unterstreicht er mit einer Grafik des Journalisten Olaf Gersemann. Diese zeigt die Dynamik im Infektionsgeschehen der vergangenen 7 Tage in Deutschland. Die Kurve zeigt steil nach oben und 60 Prozent mehr Corona-Infizierte als noch in der Vorwoche.

Corona in Deutschland: Long Covid für Karl Lauterbach entscheidend

Für Lauterbach stellt sich schon bald eine neue Frage: Ob Corona-Langzeitfolgen, in der Forschung auch als Long Covid bezeichnet, in Zukunft Grundlage für neue Einschränkungen beziehungsweise Lockerungen sein werden. Möglich sei jedoch auch, dass das Phänomen als „medizinische Bagatelle“ behandelt werde.

Nach Ansicht des Robert Koch-Instituts steht und fällt die weitere Corona-Strategie Deutschlands mit der Impfquote. Kürzlichen Veröffentlichungen zur hochinfektiösen Delta-Variante zufolge, ist demnach eine Quote von mindestens 80 Prozent notwendig. Auf diese Weise würden ein Querschnitt der Bevölkerungsgruppen vor dem Virus geschützt. Aktuellen Daten des RKI nach liegt die Impfquote zurzeit bei rund 46 Prozent (Stand: 20.07.2021).

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Die Forschung steht bei Long Covid noch am Anfang und verweist auf die Notwendigkeit weiterer Studien. Daniel Vilser, Wissenschaftler am Uniklinikum Jena, sieht die Gefahr angesichts der bisherigen Erkenntnisse für Kinder erhöht: „Auch Kinder leiden viel unter den sogenannten Fatigue-Symptomen, also einer verminderten Belastbarkeit“, erklärt er der ARD. „Aus meiner Sicht wird die Lage noch ganz klar unterschätzt.“

Die von Lauterbach gestellte Frage wird wohl erst im Herbst geklärt. Dann soll es trotz möglicher hoher Inzidenzwerte allerdings keinen erneuten Lockdown geben. (tu)

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