Finanzminister äußert sich

Recht auf Homeoffice steht auf der Kippe: Industrie lehnt Grünen-Vorschlag ab

Während Corona arbeiten viele von zu Hause aus. Die Grünen fordern dahingehend ein Recht auf Homeoffice. Doch die Industrie spricht sich dagegen aus.

Kassel – Fast die Hälfte aller Beschäftigten (48 %) in Deutschland arbeiteten im April 2021 aufgrund der Corona-Pandemie im Homeoffice. „Homeoffice hat in der Pandemie einen ganz neuen Stellenwert für die Beschäftigten und für die Gesellschaft als Ganzes erhalten“, sagt Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Grünen gehen sogar einen Schritt weiter und machen sich nun für ein allgemeines Recht auf Homeoffice stark.

„Eine moderne Arbeitswelt sollte für geeignete Tätigkeiten ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten beinhalten, wobei die Inanspruchnahme jederzeit freiwillig und den Beschäftigten überlassen bleibt“, heißt es in einem Drei-Punkte-Plan zur Modernisierung der Arbeitswelt von Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Die Industrie lehnt den Vorschlag der Grünen allerdings ab.

Homeoffice in der Corona-Pandemie: Industrie will Pflicht aufheben lassen

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) hat sich gegen ein Homeoffice-Recht nach der Corona-Pandemie ausgesprochen. Arbeitgeber müssten selbst entscheiden dürfen, ob Angestellte vor Ort oder von zu Hause aus arbeiten dürfen, betonte Verbandspräsident Siegfried Russwurm im Deutschlandfunk.

Die Grünen plädieren für ein Recht auf Homeoffice nach der Corona-Pandemie. Doch die Industrie lehnt die Forderung ab. (Symbolbild)

Dennoch würde das Arbeiten von zu Hause künftig einen höheren Stellenwert in Firmen einnehmen, so Russwurm. Die Pandemie habe gezeigt, dass Homeoffice und mobile Arbeit durchaus ihre Vorzüge haben, sagter er. Anlässlich der sinkenden Corona-Fallzahlen in Deutschland und der fortschreitenden Impfkampagne habe der BDI die Aufhebung der Homeoffice- sowie Test-Pflicht gefordert. Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) forderte eine „sofortige Rückkehr zum Normalbetrieb“.

Homeoffice in Corona-Zeiten: Olaf Scholz lehnt Foderung ab

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Forderung aus der Wirtschaft abgelehnt. „Das Virus ist noch nicht besiegt“, appellierte der SPD-Kanzlerkandidat gegenüber der Bild am Sonntag. Betriebe sind derzeit dazu verpflichtet ihren Beschäftigten das Arbeiten von zu Hause anzubieten – sofern es die Tätigkeit zulässt. Die Regelung zur Homeoffice-Pflicht während der Corona-Pandemie gilt noch voraussichtlich bis zum 30. Juni. (kas)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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