ZDF-Runde

Wird es nie einen Impfstoff geben? Virologe beendet Illners Corona-Debatte mit Paukenschlag

Virologe Hendrik Streeck bringt Zweifel hervor, ob es überhaupt einen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 geben wird
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Virologe Hendrik Streeck bringt Zweifel hervor, ob es überhaupt einen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 geben wird.

In einer TV-Debatte um die Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie geht es heiß her. Virologe Streeck schildert bei „Maybrit Illner“ einen Ansatz, an den bisher wohl nur wenige denken.

  • Bund und Länder sind sich uneins hinsichtlich der Corona-Lockerungsmaßnahmen.
  • Bei „Maybrit Illner“ diskutierten am Donnerstag Politik, Wissenschaft und Journalisten
  • Thema des Abends: „Deutschland macht auf - mutig oder riskant?“

Berlin - Nach Wochen der „Enthaltsamkeit“ haben sich viele Deutsche mittlerweile an die (weitestgehende) soziale Isolation gewöhnt? Mitnichten. Weite Teile der Bevölkerung drängen auf Lockerungsmaßnahmen der Einschränkungen* und darauf, das früher bekannte Leben allmählich wieder hochzufahren. Kein Wunder: Der Verzicht ist groß und auch die Wirtschaft ist darauf angewiesen, dass die Geschäfte wieder den gewohnten Rhythmus aufnehmen.

Corona-Talk im ZDF: Müssen wir uns an Covid-19 gewöhnen?

Bei „Maybrit Illner“ ging es am Donnerstag um die Frage, inwieweit die von den Bundesländern erstellten Pläne die Besiegung der Coronavirus-Pandemie torpedieren. Am Donnerstag hatte erst Bundeskanzlerin Merkel eindringlich einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet und sprach davon, dass sich Regierung* und  Länder auf „dünnstem Eis“ bewegen. Die Rolle des Mahners hatte in der ZDF-Talkshow am 23. April zweifellos Virologe Hendrik Streeck inne.

In versammelter (und zugeschalteter) Runde gab der Wissenschaftler Einschätzungen von sich, die einen etwas anderen Ansatz beinhalten, denn die bisher gängigen Thesen zur Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19*. Der 42-Jährige diskutierte mit Maybrit Illner und ihren Gästen Cem Özdemir (Grüne), Herbert Diess (VW-Chef), Malu Dreyer (SPD) und Journalistin Mai Thi Nguyen-Kim.

Während die Öffentlichkeit nur darauf wartet, ins altbekannte Leben zurückzukehren, sieht Virologe Streeck, ähnlich wie andere Experten, das Land noch nicht dem Ende der Corona-Pandemie entgegenkommen. Er zieht nicht nur in Erwägung, dass „wir eine zweite oder sogar eine dritte Infektionswelle haben werden“. Vielmehr liegt seine Vermutung darin, dass die Menschheit sich vielleicht daran gewöhnen müsse, mit dem Virus Sars-CoV-2 zu leben. „...So wie wir mit den vielen anderen Viren leben, mit denen wir im Winter Probleme haben“, schildert der Experte.

Baldiger Corona-Impfstoff? „Unseriös, weil wir es einfach nicht wissen“

Am Ende des TV-Talks stellte Illner ihrem Gast Hendrik Streeck eine Frage, die es in sich hatte: Ob es denn im Hinblick auf die Notwendigkeit eines Impfmittels gut sei, auf diese Lösung zu setzen? Ein passender Impfstoff oder die Herdenimmunität gilt vielen Experten schließlich als das naheliegendste Mittel bei der Bekämpfung des Corona-Problems

Diesem Punkt steht der vom ZDF eingeladene Virologe eher skeptisch entgegen. Demnach sei es noch gar nicht gesichert, dass irgendwann auch ein entsprechender Impfstoff* für das derzeit grassierende Coronavirus gefunden werde:

"Jede Vorhersage, dass wir einen Impfstoff haben werden, ist unseriös, weil wir es einfach nicht wissen. Es gibt viele Erreger, wo wir über Jahre an Impfstoffen forschen*: HIV, Hepatitis C, Malaria, Syphilis. Gibt alles keinen Impfstoff (sind nicht alles Viren). Wir können es nicht vorhersagen. Impfstoffforschung ist viel zu überraschungsreich", lautet die Analyse des Mannes, der es von Berufs wegen wissen müsste.

Christian Drosten ist ein weiterer Virologe, der durch die Corona-Krise in Deutschland größere Bekanntheit erlangte - er war vergangene Woche bei „Maybrit Illner“ zu Gast. Der Wissenschaftler sprach kürzlich eine Warnung vor einer zweiten, größeren Krankheitswelle in Bezug auf Covid-19 aus. Diese würde dann nochmal eine „ganz andere Wucht“ haben:

Für die Sendung „Maybrit Illner“ fängt die Sommerpause im Juli 2020* an

PF

Indessen stellt der Bundesverkehrsminister seine neuen Verkehrsregeln für Deutschland vor: Verkehrssünder müssen mit höheren Bußgeldern rechnen. Für etwaige Pandemien in der Zukunft schlagen Angela Merkel, Emmanuel Macron und vier weitere Regierungschefs Alarm.

Maybrit Illner diskutierte in ihrer ZDF-Talkshow über die neuen Lockerungen in der Corona-Krise. Nicht alle ihrer Gäste sind von den Maßnahmen überzeugt.

Inmitten der Corona-Krise stellt Maybrit Illner (ZDF) die Frage: „Pandemie und Protest – kann Corona das Land spalten?

*Merkur.de ist ein Angebot des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks

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