Pandemie

Erst Astrazeneca, dann Biontech? Nicht jedes Urlaubsland akzeptiert die Corona-Kreuzimpfung

Einige Menschen erhalten eine sogenannte Corona-Kreuzimpfung mit zwei verschiedenen Impfstoffen. Doch wird das auch in anderen Urlaubs-Ländern anerkannt?

Kassel - Nach einer Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca sind auch in Deutschland einige Fälle von Hirnvenenthrombosen aufgetreten - insbesondere bei jungen Frauen. Dementsprechend wurde die Impfempfehlung geändert: Das Präparat wird nur für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Alle unter 60-Jährigen, die bereits ihre erste Impfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen demnach ihre Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff bekommen. Die sogenannte Kreuzimpfung wird allerdings nicht überall anerkannt. Das berichtet ruhr24.de.

Vollständig Geimpfte oder Genesene erhalten zunehmend mehr Lockerungen der Corona-Regeln. Viele denken dabei schon an die nächste Reise im Sommer. Doch wird die Kreuzimpfung auch in allen Urlaubsregionen anerkannt oder kann es zu Problemen kommen? Darauf gebe es „im Moment keine Antwort“, erklärt Thomas Maurer vom Hausärzteverband Schleswig-Holstein gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).

Rückkehr mit Corona-Impfung nach Deutschland erleichtert

Eindeutig ist jedoch, dass die Rückkehr nach Deutschland für Geimpfte und Genesene erleichtert wurde - auch für Menschen, die eine Kreuzimpfung erhalten haben. Damit entfällt dann die Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Risikogebieten. Für die Einreise ins Ausland soll es bis spätestens Ende Juni ein EU-weites Corona-Impfzertifikat geben.

Vollständig Geimpfte erhalten mehr Freiheiten bei der Einreise ins Ausland. Doch nicht alle Länder akzeptieren sogenannte Kreuzimpfungen mit zwei verschiedenen Corona-Impfstoffen. (Symbolbild)

Welche Lockerungen darin vorgesehen werden, ist bislang noch unklar. Auch welche Impfstoffe und Kreuzimpfungen anerkannt werden, bleibt abzuwarten. Möglich ist, wer eine Kreuzimpfung oder einen Impfstoff ohne EU-Zulassung erhalten hat, muss im schlimmsten Fall mit negativen Auswirkungen rechnen. Allerdings sind nach Informationen von ruhr24.de in den meisten europäischen Ländern keine komplizierten Einreiseverfahren zu erwarten.

Corona-Kreuzimpfung: Griechenland akzeptiert Mix verschiedener Impfungen

Schon jetzt wird in Griechenland die Kreuzimpfung akzeptiert (Stand: 20.05.2021). Zudem wird auf eine vorgeschriebene Corona-Quarantäne verzichtet, wenn Einreisende mindestens zwei Wochen lang vollständig geimpft sind oder einen negativen PCR-Test vorlegen können. Dieser darf allerdings nicht älter als drei Tage sein.

ErregerSars-CoV-2
KrankheitCovid-19
Erster bekannter Fall1. Dezember 2019

Auch in Kroatien seien der Gesundheitsbehörde HJZJ zufolge Kreuzimpfungen „kein Problem“. Seit dem 1. April können Touristen mit einer Voranmeldung wieder auf der Balkanhalbinsel Urlaub machen. Voraussetzung ist hier ebenfalls ein negativer Corona-Test, der Nachweis für eine Genesung oder eine abgeschlossene Impfung.

Mangel an Daten: WHO rät von Corona-Impfung mit unterschiedlichen Impfstoffen ab

Ähnlich sieht es auch in Italien aus. Hier dürfen seit dem 16. Mai negativ Getestete, vollständig Geimpfte oder Genesene Urlaub machen. Allerdings gibt es hier noch viele offene Fragen. Darunter auch, ob Kreuzimpfungen akzeptiert werden. In Spanien verschafft eine Corona-Impfung bisher keine Vorteile. Hier muss jeder Einreisende aus Deutschland einen maximal 72 Stunden alten PCR-Test mitbringen.

Von der Kreuzimpfung abgeraten hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im April. Dafür würde es an ausreichenden Daten möglicher Risiken fehlen, erklärte WHO-Sprecherin Margaret Harris. Dabei ist einer aktuellen Studie zufolge die Kombination des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca und Biontech sehr wirksam. (kas)

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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