Was Arbeitnehmer wissen müssen

Endlich ein Corona-Impftermin: Muss mein Arbeitgeber mir Urlaub geben?

Termine für die Corona-Impfung können bei vielen mitten in die Arbeitszeit fallen. Wir erklären, was gilt und welche Optionen Sie in diesem Fall haben.

Kassel – Millionen von Menschen warten in Deutschland noch immer auf ihre Corona-Impfung. Die Tatsache, dass Bund und Länder die Impfpriorisierung im Juni aufheben, dürfte die ohnehin schon heißbegehrten Termine nun also noch gefragter machen.

Für viele Arbeitnehmer stellt sich zudem die Frage, was eigentlich gilt, wenn der Impftermin während der Arbeitszeit angesetzt wird – Rücksicht darauf nehmen können die Impfzentren und Hausärzte für gewöhnlich nämlich nicht.

Corona-Impfung während der Arbeitszeit: Besser nicht grundlos krankmelden

Glücklicherweise erfolgt eine Einladung zum Impftermin üblicherweise nicht kurzfristig, sondern wenige Wochen vor der Corona-Impfung. Dementsprechend wird einem Großteil der heute rund 45 Millionen Erwerbstätigen die Möglichkeit eingeräumt, sich rechtzeitig freizunehmen oder einen Urlaubsantrag zu stellen. Insbesondere mit Hinblick auf mögliche Corona-Impfreaktionen wäre es ohnehin klug, einen freien Tag mit einzuplanen oder gegebenenfalls eine mögliche Krankmeldung anzukündigen.

Mitarbeiter, die jedoch nur für ihren Corona-Impftermin frei brauchen, sollten sich keinesfalls krankmelden. Wer das tut, könnte abgemahnt oder sogar gekündigt werden, schreibt focus.de.

Grundsätzlich dürften viele Unternehmen aber großes Interesse daran haben, dass sich ihre Mitarbeiter schnellstmöglich gegen das Coronavirus impfen lassen. Denn je schneller die Impfungen voranschreiten, desto schneller kehrt auch die Normalität in den Betrieb zurück.

Ob Homeoffice oder im Büro: Viele Menschen warten derzeit auf ihre Corona-Impfung. Doch haben Arbeitnehmer für ihren Impftermin ein Recht auf einen freien Tag?

Arbeitgeber sollten unbedingt vorab über die Corona-Impfung informiert werden

Wie Anwälte betonen, sind Unternehmen allerdings rechtlich nicht dazu verpflichtet, die Arbeitnehmer für einen bestimmten Arbeitszeitraum oder den ganzen Tag für die Corona-Impfung freizustellen. Daher wird empfohlen, dem Arbeitgeber gegenüber unbedingt einige Regeln einzuhalten, sobald die Einladung zur Impfung eingegangen ist.

Zunächst einmal sollte der Chef oder die Chefin rasch informiert werden, sobald feststeht, dass die Corona-Impfung während der Arbeitszeit stattfinden wird. Jedes Unternehmen regelt dieses Vorgehen jedoch unterschiedlich. So könnten Betriebe etwa Fehlstunden geltend machen, Sonderurlaub gewähren oder Mitarbeitern auch bedingungslos erlauben, das Impfzentrum oder den Hausarzt aufzusuchen.

Zudem wird empfohlen, dem Vorgesetzten sicherheitshalber noch einmal Bescheid zu geben, bevor man den Arbeitsplatz aufgrund der Impfung verlässt. Grundsätzlich hätten Unternehmen allerdings kulante Regelungen festgelegt, da es „ja um den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter“ ginge, so Swen Walentowski vom Deutschen Anwaltverein (DAV) gegenüber focus.de.

Impfreaktion nach Corona-Impfung? Urlaubstag kann gutgeschrieben werden

Sollten Impfreaktionen oder Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung auftreten, ist es angebracht, sich krankzumelden. Hier ist jedoch wichtig in Erfahrung zu bringen, ob und ab wann das Unternehmen in diesem Fall ein ärztliches Attest benötigt. Ein solches Attest ist auch nötig, falls man sich einen Urlaubstag genommen hat und sich nach der Impfung krank fühlt – dann könnte der Urlaubstag gutgeschrieben werden.

Sollte die Corona-Impfung an einem Tag erfolgen, an dem man aber ohnehin schon Urlaub hat, lässt sich dies nicht auf die Arbeitszeit anrechnen. „Dann ist das ja schon bezahlt freigestellt sozusagen, also dann zählt das als ganz normaler Urlaubstag“, sagt Walentowski. Inzwischen haben sich Experten auch dazu geäußert, ob man nach der Corona-Impfung auf Sport und Alkohol verzichten sollte. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Ole Spata/dpa

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