Pandemie

Corona: Hausärzte fordern Lockerungen für Astrazeneca-Erstgeimpfte

Astrazeneca-Impfung
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Hausärzte fordern mehr Freiheiten für Astrazeneca-Erstgeimpfte. (Symbolfoto)

Mehr Freiheiten für erstgeimpfte Personen, denen Astrazeneca verabreicht wurde? Das fordern, neben Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, auch die Hausärzte.

Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband befürwortet beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca mehr Freiheiten für Erstgeimpfte. „Ansonsten gibt es das Dilemma: Entweder wird Astrazeneca erst gar nicht gewählt. Oder jemand will die zweite Impfung schon nach vier Wochen haben. Das ist aber nicht nur sinnlos, sondern kann sogar negative Effekte haben“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Magazin Wirtschaftswoche.

„Deshalb kann für Astrazeneca gerade ein positiver Anreiz gesetzt werden, wenn nach der ersten Spritze schon die gleichen Freiheiten gelten wie für diejenigen, die zwei Dosen Biontech oder Moderna bekommen haben.“

Bereits nach der ersten Impfung mit einem Vektor-Impfstoff wie Astrazeneca sei der Impfschutz „sehr hoch“, argumentierte Weigeldt. Aber: „Selbstverständlich darf für den vollen Impfschutz nicht auf die zweite Dosis verzichtet werden.“ Zuvor hatte sich Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gegen Lockerungen für Corona-Erstgeimpfte ausgesprochen. Damit bezog er sich auf eine Forderung des sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer in der Corona-Krise.

Video: Immer mehr Stimmen fordern Lockerungen nach Erstimpfung mit Astrazeneca

Astrazeneca: Wirksamkeit bei längerem Abstand zwischen den zwei Corona-Impfungen höher?

In Absprache mit dem Arzt kann man bei Astrazeneca frei entscheiden, wann in der zugelassenen Spanne von vier bis zwölf Wochen die Zweitimpfung erfolgen soll. Die Impfkommission empfiehlt für das Präparat einen Abstand von zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis.

Hintergrund sind Beobachtungen, dass der längere Abstand zu einer besseren Wirksamkeit führt. Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liege laut einem Bericht der europäischen Zulassungsbehörde EMA bei 50,4 Prozent. Bei zwölf und mehr Wochen steige sie auf 72,1 Prozent bis 82,4 Prozent an.

Nach Astrazeneca-Impfung: Frau erleidet Thrombose

Eine 65-Jährige, die nach ihrer Corona-Impfung mit dem Vakzin Astrazeneca eine Thrombose erlitt, will nun darüber aufklären. Ihr Arzt kritisiert die Priorisierung des Impfstoffs. (tu/dpa)

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