Corona-Pandemie

Astrazeneca: Irland setzt Impfung aus – Erneuter Todesfall kurz nach Corona-Impfung in Italien

Die EMA äußert sich zu möglichen allergischen Reaktionen durch den Astrazeneca-Impfstoff. Weitere Länder stoppen die Vergabe der Corona-Impfung.

  • Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca sorgt für Diskussionen.
  • In Italien ist ein Lehrer kurz nach seiner Impfung mit dem Präparat gestorben.
  • Allergische Reaktionen als Nebenwirkung gibt es auch bei anderen Impfungen.

Update vom Montag, 15.03.2021, 14.25 Uhr: Nun hatte auch die italienische Region Piemont kurzzeitig die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgesetzt. Grund dafür war ein weiterer Todesfall am Sonntag (14.03.2021) nach einer Corona-Impfung mit diesem Impfstoff. Inzwischen haben die Behörden dem Impfstoff wieder grünes Licht gegeben und nur die Charge, aus der die Dosis stammte, die dem gestorbenen Lehrer verabreicht wurde, aus dem Verkehr gezogen.

Der Lehrer starb nach Angaben der italienischen Gesundheitsbehörden am Sonntag (14.03.2021) in Biella im Norden Italiens, nachdem er am Vortag mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft wurde. Als Vorsichtsmaßnahme wurden daraufhin die Impfungen mit dem Vakzin zwischenzeitlich untersagt. Nach wenigen Stunden haben die Behörden den Impfstoff aber wieder freigegeben.

Astrazeneca: Italien stoppt kurzzeitig die Impfungen

Das italienische Gesundheitsministerium hält an dem Impfstoff fest. „Astrazeneca trägt dazu bei, vor der Epidemie zu schützen“, sagte Franco Locatelli, ein Experte des Ministeriums, der Zeitung Corriere della Sera am Montag (15.03.2021). Es sollten keine voreiligen Schlüsse über einen kausalen Zusammenhang gezogen werden. Millionen Menschen in Europa hätten das Vakzin von Astrazeneca erhalten, ohne Probleme zu entwickeln.

Einige Länder stoppten bereits Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Grund dafür sind mögliche heftige Nebenwirkungen. (Symbolbild)

Astrazeneca: Drei Soldaten sterben nach Corona-Impfung in Italien – Irland setzt Impfung aus

Update vom Sonntag, 14.03.2021, 15.45 Uhr: Nachdem in Italien drei Soldaten nach einer Corona-Impfung verstorben sind, setzte das Land vorerst die Impfung mit einer Charge des Impfstoffes von Astrazeneca aus. Betroffen war die Charge ABV2856. Mittlerweile hat Italien die Impfung mit Astrazeneca wiederaufgenommen.

Bereits am gestrigen Samstag (13.03.2021) teilte das der AIFA-Direktor Nicola Magrini mit. Bei einem der drei verstorbenen Soldaten auf Sizilien kann mittlerweile ausgeschlossen werden, dass ein Zusammenhang zur Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff besteht. Ob es in den anderen beiden Fällen einen Zusammenhang zwischen dem Astrazeneca-Impstoff und dem Tod* der Soldaten gibt, wird derzeit noch untersucht, berichtet merkur.de.

Astrazeneca: Auch Irland verhängt nun Corona-Impfstopp

Unterdessen hat Irland mitgeteilt, Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca* auszusetzen. Als Grund wurde die Möglichkeit schwerer Nebenwirkungen genannt.

Der stellvertretende Chef der Gesundheitsbehörde in Irland Ronan Glynn teilte mit, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handle, das berichtet fr.de. Diese sei ergriffen worden, nachdem die norwegische Arzneimittelbehörde von vier weiteren Fällen von Blutgerinnsel bei Geimpften berichtet hatte.

Einige Länder stoppten bereits Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Grund dafür sind mögliche heftige Nebenwirkungen. (Symbolbild)

Astrazeneca: EMA äußert sich zu möglichen Nebenwirkungen - Mehrere Länder setzen Impfungen aus

+++ 19.09 Uhr: Nach aktuellen Einschätzungen der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) könne der Astrazeneca-Impfstoff schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) und Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen - das geht aus einem Bericht der Tagesschau hervor. Es habe bereits 41 mögliche Fälle unter fünf Millionen geimpften Personen in Großbritannien gegeben.

Die Daten wurden sorgfältig ausgewertet. Das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee hält demnach einen Zusammenhang zwischen den allergischen Reaktionen und dem Vakzin von Astrazeneca für wahrscheinlich. Jedoch wies die EMA auch darauf hin, dass solche Anaphylaxie-Fälle auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung seien.

Auf dem Beipackzettel von Astrazeneca werde zudem geraten, Patienten nach der Impfung für mindestens 15 Minuten unter Beobachtung dazubehalten. Somit könne auf mögliche allergische Reaktionen reagiert werden.

Astrazeneca-Impfstopp: Weitere Länder pausieren Impfungen mit dem Vakzin

Update vom Freitag, 12.03.2021, 14.45 Uhr: Nachdem Dänemark und Norwegen bereits Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca ausgesetzt haben, ziehen nun weitere Länder nach. Auch in Thailand soll es vorerst nicht mehr verimpft werden – das berichtet die Tagesschau. Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und Mitglieder des Kabinetts hätten sich ursprünglich am Freitag mit Astrazeneca impfen lassen sollen.

Die Regierung in Bulgarien reagierte ebenfalls: Im ganzen Land werden geplante Impfungen mit dem Vakzin vorübergehend ausgesetzt. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) solle zunächst jegliche Zweifel gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff ausräumen. In mehreren Fällen traten nach einer Corona-Impfung damit Blutgerinnsel auf.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert die vorschnellen Impfstopps einiger Länder, da es keine auffälligen Häufungen von Thrombosen im Zusammenhang mit der Impfung gegeben habe. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennt keine Verbindung zwischen dem Astrazeneca-Impfstoff und den auftretenden Blutgerinnseln. Daher gebe es keinen Anlass, die Corona-Impfungen zu stoppen. „Ja, wir sollten den AstraZeneca-Impfstoff weiterhin verwenden“, sagte eine WHO-Sprecherin.

Auch in Thailand soll der Astrazeneca-Impfstoff vorerst nicht mehr verimpft werden. (Archivbild)

Norwegen und Dänemark: Astrazeneca-Impfstopp aufgrund von möglichen Nebenwirkungen

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 16.51 Uhr: Dänemark hat die Astrazeneca-Impfungen vorerst gestoppt. Grund seien zunehmende Berichte über schwere Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs. Jetzt zieht Norwegen nach und setzt die Impfungen ebenfalls aus.

Auch hier gab die Nationale Gesundheitsbehörde in Oslo mögliche gefährliche Nebenwirkungen als Begründung an. Nach schweren Fällen über Blutgerinnungsstörungen bei Menschen, die das Astrazeneca-Vakzin erhielten, hatte Dänemark die Impfungen gestoppt - vorläufig für zwei Wochen. Auch Österreich ergriff ähnliche Maßnahmen.

Nach Dänemark: Auch Norwegen stoppt Astrazenca-Impfungen

Hier wurde zuletzt eine Astrazeneca-Charge* zurückgenommen, nachdem eine Krankenschwester wenige Tage nach der Corona-Impfung verstorben war. Allerdings gab die Europäische Arzneimittelagentur (EAM) Entwarnung. Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Impfstoff des britisch schwedischen Herstellers und dem Tod der Frau.

Wie deutschlandfunk.de berichtete, habe sich ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums zurückhaltend bezüglich eines Astrazeneca-Stopps hierzulande geäußert. Zum aktuellen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise darauf, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung von Astrazeneca in Verbindung stehe. Die europäischen Arzneimittelbehörden haben dazu eine Untersuchung eingeleitet.

Norwegen hat die Vergabe des Astrazeneca-Impfstoffs gegen das Coronavirus pausiert. (Symbolbild)

Berichte über Nebenwirkungen: Dänemark stoppt Corona-Impfungen von Astrazeneca

Erstmeldung vom Donnerstag, 11.03.2021, 13.36 Uhr: Kassel – In Österreich traten Komplikationen bei zwei Frauen auf, die wenige Tage zuvor eine Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin erhalten haben. Vorsichtshalber wurde eine Charge zurückgezogen. Nun wird auch in Dänemark 14 Tage lang kein Impfstoff des Herstellers verabreicht.

Der Gesundheitsverwaltung zufolge sind Grund dafür Berichte, die über mögliche Nebenwirkungen mit Blutgerinnseln informierten. Allerdings sei noch nicht abschließend geklärt, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen den Corona-Impfungen von Astrazeneca und den Gerinnungsstörungen gebe. Das berichtet die Tagesschau.

Dänemark pausiert Corona-Impfung mit Astrazeneca als Vorsichtsmaßnahme

Bei der Pause handelt es sich nach Gesundheitsminister Magnus Heunicke um eine Vorsichtsmaßnahme. Zunächst sollen die Vorfälle untersucht werden, dann wird nach der 14-tägigen-Pause geschaut, wie es in Dänemark weitergeht. Grundsätzlich wird das Astrazeneca-Vakzin aber nicht abgelehnt, heißt es seitens der Gesundheitsverwaltung. So gibt es laut Informationen der Tagesschau beispielsweise in Spanien keine Fälle von Gerinnseln im Zusammenhang mit dem Impfstoff.

Mittlerweile hat auch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine Untersuchung eingeleitet – vor allem in Bezug auf einen Todesfall in Dänemark. Allerdings könne man auch hier zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig sagen, ob es einen Zusammenhang zu der Corona-Impfung von Astrazeneca gibt. (Karolin Schaefer) *hna.de, fr.de und merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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