Corona-Pandemie

Aufhebung der Priorisierung: Wer muss jetzt wie lange auf eine Corona-Impfung warten?

Die Priorisierung der Corona-Impfung in Deutschland ist aufgehoben. Allerdings haben noch nicht alle Personen der Risikogruppe ein Impfangebot erhalten.

Kassel – In Deutschland ist die Priorisierung für die Corona-Schutzimpfung aufgehoben. Das heißt: Jeder, der will, kann sich theoretisch gegen das Coronavirus impfen lassen. In der Praxis sieht das jedoch anders aus, denn längst noch nicht alle Menschen der Risikogruppen haben ein Impfangebot bekommen.

In den meisten Bundesländern in Deutschland haben Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge erst kürzlich die Impfungen der Prio-Gruppe 3 begonnen. Zu dieser Kategorie der Corona-Impfverordnung zählen alle 60 bis 69-Jährigen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, darüber hinaus Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen ab 60 Jahren und bestimmte Berufsgruppen, bei denen von einem erhöhten Infektionsrisiko ausgegangen wird.

Aufhebung der Impfpriorisierung: Versprechen der Politik wird auf die Probe gestellt

Personen, die in die Priorisierungsgruppe 3 gehören, sollten eigentlich vor allen anderen Personen die Möglichkeit für ein Impfangebot bekommen. Doch das ursprüngliche Versprechen der Politik wird durch die Aufhebung der Impfpriorisierung, die Gesundheitsminister Jens Spahn beschlossen hat und die am Montag (07.06.2021) in Kraft getreten ist, auf die Probe gestellt.

Die Priorisierung bei der Corona-Impfung in Deutschland ist aufgehoben. Allerdings haben noch nicht mal alle Personen der Risikogruppe ein Impfangebot. (Symbolbild)

Aufhebung der Impfpriorisierung in Deutschland wird auch von Stiko abgelehnt

Der Corona-Impfstoff in Deutschland ist nach wie vor knapp. Menschen, die aufgrund eines höheren Erkrankungsrisikos und dem daraus resultierenden Status einer Priorisierung eigentlich längst an der Reihe gewesen wären, müssen nun mit jungen und gesunden Personen um Corona-Impfdosen konkurrieren, berichtet RND. Daher habe auch die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut die vorzeitige Aufhebung der Priorisierung abgelehnt.

Wie viele Personen nun nicht mehr priorisiert geimpft werden können, obwohl sie in eine Risikogruppe fallen, lässt sich Berichten des RND zufolge nur schätzen. Allerdings kündigten einige Bundesländer bereits an, die Priorisierung zumindest in den Impfzentren doch noch nicht aufzugeben.

Corona-Impfung: Einige Bundesländer wollen an Priorisierung festhalten

Laut einem Bericht der Tagesschau wollen Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern daran festhalten, Menschen mit einer höheren Priorisierung bevorzugt zu impfen. Auch im Saarland sollen Personen der Priorisierungsgruppen bei der Corona-Impfung in den Impfzentren bevorzugt werden. In Niedersachsen sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums alle Menschen der Prioritätsgruppen, die schon auf einer Warteliste stehen, „ihren Platz weiterhin sicher“ behalten.

Bei der Impfung in Arztpraxen ist den Ärzten künftig freigestellt, ob sie ältere oder kranke Patienten bei der Vergabe von Impfterminen bevorzugen wollen, berichtet RND. Empfehlungen des Verbands der Betriebsärzte zufolge sollten zuerst Angestellte mit einem höheren Infektionsrisiko geimpft werden. (Helena Gries)

Das RKI informiert täglich über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Am Dienstag sinkt die 7-Tage-Inzidenz erneut. Erste Landkreise in Niedersachsen weisen bereits eine 7-Tage-Inzidenz von 0,0 auf und sind damit Corona-frei.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde/Imago-Images

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