Wie bei Astrazeneca?

Todesfälle wegen Thrombosen: USA stoppt Impfungen mit „Johnson & Johnson“ - Lieferung in die EU ausgesetzt

Nach mehreren Thrombose-Fällen: Die USA stoppt Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Die Lieferung in die EU wird ausgestezt.

+++ 17.06 Uhr: Am Montag (12.05.2021) hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Im März hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff des amerikanischen Herstellers zugelassen. Insgesamt sollen bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs in die EU geliefert werden - rund 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen. Doch nach dem vorläufigen Impfstopp in den USA wurde die Lieferung in die EU ausgesetzt, wie die dpa berichtet.

Das Vakzin von Johnson & Johnson steht im Verdacht wie der Impfstoff von Astrazeneca gefährliche Hirnvenenthrombosen auszulösen. In den USA wurde der Impfstoff deshalb vorläufig gestoppt, wie die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag mitteilten. Insgesamt seien von in den USA 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes von Johnson & Johnson verimpft worden. Dabei seien in sechs Fällen im Zeitraum von 6 bis 13 Tagen nach der Impfung Thrombosen aufgetreten - in drei der Fälle zusätzlich auch eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen. Betroffen waren jeweils Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Auch die EMA hatte vergangene Woche die Prüfung von vier „ernsthaften Fällen“ von Blutgerinnseln, von der eine tödlich verlief, im Zusammenhang mit dem Vakzin zu untersuchen.

Besteht ein Zusammenhang zwischen den Impfungen und Thrombose-Fällen? Die USA verhängen einen vorläufigen Impfstopp für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson - die Lieferung i die EU wird ausgesetzt. (Symbolbild).

Todesfälle wegen Thrombosen: USA stoppt Impfungen mit „Johnson & Johnson“ - EMA-Untersuchung gestartet

Update vom Dienstag, 13.04.2021, 14.23 Uhr: Die US-Behörden empfehlen nun eine Aussetzung der Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Demnach verweist die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC auf eine laufende Untersuchung zu sechs Fällen von seltenen Blutgerinnseln, die nach Impfungen mit dem US-amerikanischen Produkt gemeldet wurden. Daher werde „vorsichtshalber“ bis zum Abschluss der Untersuchung eine „Pause“ empfohlen.

Der Impfstoff ist seit Mitte März auch in der EU zugelassen, wird allerdings noch nicht eingesetzt. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) gab bereits bekannt, einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson und vier schweren Thrombose-Fällen prüfen zu wollen.

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: EMA untersucht Thrombose-Fälle

Update vom Sonntag, 11.04.2021, 14.55 Uhr: Derzeit prüft die EU-Arzneimittelbehörde (EMA), ob es einen Zusammenhang zwischen Corona-Impfungen des Herstellers Johnson & Johnson und Blutgerinnseln gibt. Die Untersuchungen zu den vier Thrombose-Fällen dauern an. Einer der Fälle soll tödlich verlaufen sein.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA äußerte sich bereits am Freitag (09.04.2021) dazu. Zum aktuellen Zeitpunkt lägen noch keine Beweise vor. Sobald es neue Erkenntnisse gäbe, werde die Öffentlichkeit informiert, erklärt die FDA.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hatte Mitte März eine EU-Zulassung erhalten. Im Gegensatz zu den USA wurde der Impfstoff dort allerdings noch nicht verabreicht. Bislang geht die EU-Kommission davon aus, dass das Vakzin ab dem 19. April geliefert wird.

Thrombose-Todesfälle: Auch Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson betroffen?

Erstmeldung vom Freitag, 09.04.2021, 16.19 Uhr: Kassel - Nachdem es beim Vektor-Impfstoff Astrazeneca zu mehreren Thrombose-Fällen nach Impfungen gekommen war, prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) nun auch ein Zusammenhang zwischen Blutgerinnseln und dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson.

Hintergrund sind Berichte über vier Thrombose-Fälle nach einer Impfung mit dem US-amerikanischen Vakzin. Wie die EMA am Freitag (09.04.2021) mitteilte, wurden drei Fälle in den USA und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort festgestellt. Demnach verlief einer der Fälle tödlich.

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Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Vakzin wurde in Deutschland nicht verabreicht

Ein Zusammenhang mit dem Impfstoff werde zwar geprüft, wurde bislang aber noch nicht festgestellt, so die Behörde. Die Häufigkeit gemeldeter Zwischenfälle mit Hirnblutgerinnseln treten nach Angaben der EMA in einem ungefähren Verhältnis von 1 zu 100.000 auf. Daher herrscht weiterhin grünes Licht für das US-amerikanische Vakzin.

Bereits Anfang März war der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in der Europäischen Union zugelassen worden. In Deutschland spielt das Vakzin aktuell allerdings noch keine Rolle - das Mittel wurde hierzulande bisher noch nicht verimpft. (Nail Akkoyun, Diana Rissmann)

Rubriklistenbild: © Jessica Hill/dpa

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