Impf-Priorisierung

Corona-Impfung: In welchen Bundesländern sich jeder impfen lassen kann

In immer mehr Bundesländern in Deutschland bekommen die Hausärzte bei der Corona-Impfung freie Hand. Nun droht ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen. 

Kassel – In mehreren Bundesländern in Deutschland endet in dieser Woche die Priorisierung bei den Corona-Impfungen in Arztpraxen. In Baden-Württemberg und Berlin können die niedergelassenen Ärzte bereits ab Montag (17.05.2021) alle zugelassenen Corona-Impfstoffe ohne staatlich vorgegebene Priorisierung impfen.

Bayern folgt voraussichtlich im Laufe der Woche und Sachsen am 24. Mai. Auch in Niedersachsen wird ein Wegfall der Impfpriorisierung diskutiert, Hessen plant bislang offenbar nicht, von der bundeseinheitlichen Regelung abzuweichen.

Mit dem Ende der Priorisierung solle den niedergelassenen Ärzten mehr Freiheit in der Organisation der Corona-Schutzimpfungen gegeben werden, teilte das Landessozialministerium Baden-Württemberg mit. „Viele Praxen haben Wartelisten für ihre Patienten, die jetzt ohne Rücksicht auf die Priorisierung abgearbeitet werden können“, befürwortete Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, das Vorgehen gegenüber der Ärztezeitung. Das Problem, das weiterhin besteht, ist allerdings der fehlende Impfstoff, denn die tatsächlichen Liefermengen blieben in der Regel deutlich hinter den Bestellungen, so der Landeshausärzteverband.

BundeslandEnde der Corona-Impfpriorisierung
Baden-Württemberg17. Mai 2021
Berlin17. Mai 2021
Bayern 17. - 21. Mai 2021
Sachsen24. Mai 2021
NiedersachsenFrühestens ab 07. Juni 2021
Hessen Juni

Corona-Impfung in Arztpraxen: Impfstoff weiterhin ein rares Gut

Und damit ist Baden-Württemberg nicht allein: Vielerorts dürfte noch nicht ausreichend Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen, um allen Impfwilligen auch schnell das Angebot für eine Corona-Impfung machen zu können. Auch in der letzten Woche im Mai werden den Arztpraxen lediglich 2,7 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit.

Ärzte können bis Dienstag (18.05.2021) zwar erstmals auch den Impfstoff von Johnson & Johnson bestellen. Die Gesamtmenge verfügbarer Impfdosen gegen das Coronavirus bleibt aber auf dem Niveau der Vorwoche. 500.000 Dosen des Vektorimpfstoffs von J&J würden in der Woche vom 25. bis 30. Mai bereitgestellt, so die KBV.

In den Corona-Impfzentren bleibt die Priorisierung in allen Ländern vorerst weiterhin bestehen. Baden-Württemberg beispielsweise plant in den Impfzentren bereits eine Aufhebung der Priorisierung ab Anfang Juni.

In einigen Ländern in Deutschland wurde die Priorisierung für die Corona-Impfung in Arztpraxen jetzt aufgehoben (Symbolbild).

Ende der Corona-Impfpriorisierung: Das planen Niedersachsen und Hessen

In der Diskussion um mehr Freiheiten für Geimpfte betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die bisherige Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus deutschlandweit spätestens im Juni fallen solle. Volker Bouffier begrüßte in diesem Zusammenhang, dass die Prioritätengruppen vor Juni nicht aufgehoben werden sollen. In einer Pressekonferenz zur Impfkampagne in Hessen kündigte Innenminister Peter Beuth an, dass die Priorisierung bei der Corona-Impfung in Hessen ab Juni für alle entfallen wird.

In Niedersachsen kann sich seit Montag (17.05.2021) die zweite Welle der Priorisierungsgruppe 3 für eine Corona-Impfung registrieren. Das Land hatte Anfang des Monats einen Stufenplan vorgestellt, nach dem alle Personen der Prio-Gruppe 3 ein Impfangebot gegen Corona erhalten. Die letzte Stufe öffnet am 31. Mai und im Anschluss daran plant das Land dann eine Aufhebung der Impfpriorisierung. Diese soll, so Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), im Juni-Verlauf, frühestens aber am 7. Juni erfolgen. Bis zum Herbst sollen alle impfwilligen Erwachsenen in Niedersachsen gegen Covid-19 immunisiert sein. (iwe)

Rubriklistenbild: © Bernd Weissbrod/dpa

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