Pandemie

Corona-Impfung für Schwangere: Impfkommission gegen generelle Empfehlung

Zunächst soll Schwangeren keine Corona-Impfung empfohlen werden. Das gab jetzt die Ständige Impfkommission (Stiko) bekannt.

Kassel - In Großbritannien und Österreich können sich Schwangere mit mRNA-Impfstoffen gegen Corona impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland allerdings weiter vorsichtig. Das Gremium spricht demnach vorerst keine generelle Empfehlung aus. „Bisher liegen keine Erkenntnisse aus kontrollierten Studien zum Einsatz der Covid-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft vor“, heißt es zur Begründung in einer am Montag (10.05.2021) veröffentlichten Mitteilung auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI).

Zuvor hatte der Berufsverband der Frauenärzte mit weiteren Fachverbänden gefordert, Schwangere prioritär mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sollte auch stillenden Frauen ein entsprechendes Impfangebot gemacht werden. Basis ihrer Empfehlungen sind Studienergebnisse aus dem Ausland und aus Deutschland.

In Großbritannien und Österreich können sich Schwangere mit mRNA-Impfstoffen gegen Corona impfen lassen - die Ständige Impfkommission in Deutschland hingegen hat noch keine Empfehlung ausgesprochen.

Corona-Impfung bei Schwangeren: Erste Daten aus den USA

Demnach steige das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf mit einer Schwangerschaft. Schwangere, die sich mit Corona infizieren benötigen im Vergleich zu Nicht-Schwangeren etwa sechsmal häufiger eine intensivmedizinische Betreuung und etwa 23-mal häufiger eine Beatmung.

Risiko: Corona in der SchwangerschaftHäufigkeit
Beatmung23-mal häufiger
intensivmedizinische Betreuung sechsmal häufiger

Verlässliche Daten zu den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen gibt es allerdings noch nicht. Beispielsweise in Großbritannien werden Ergebnisse einer Studie aus den USA als Entscheidungsgrundlage genommen. Laut des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) sind dort bislang mehr als 94.000 Schwangere gegen Covid-19 geimpft worden, meist mit mRNA-Impfstoffen. Nach Angaben der US-Behörden habe es bislang keine spezifischen Sicherheitsbedenken gegeben.

Corona-Impfung bei Schwangeren: Entscheidung soll laut Stiko mehr Raum gewährt werden

Die Ständige Impfkommission (Stiko) erklärte nun, dass die Daten aus den USA noch nicht für eine Empfehlung in Deutschland ausreichen. Dennoch solle der freien Entscheidung der Schwangeren für eine Impfung mehr Raum gewährt werden, kündigte die Stiko an.

„Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem zweiten Trimenon angeboten werden“, so heißt es in der Mitteilung. Nach einem ärztlichen Gespräch könne eine Impfung frühestens nach der zwölften Schwangerschaftswoche erfolgen.

Gerüchte über mögliche Unfruchtbarkeit nach einer Corona-Impfung sorgen für Unsicherheit bei Pärchen mit Kinderwunsch. Laut einem Experten gibt es dafür allerdings keine stichhaltigen Experten. (ebb)

Rubriklistenbild: © Andrey Popov/imago

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