Corona-Pandemie

Stiko-Chef Mertens: „Impfungen werden die vierte Welle nicht mehr brechen“

Wurde zu spät geboostert? Stiko-Chef Mertens glaubt nicht, dass die Impfungen die vierte Corona-Welle jetzt noch aufhalten können.
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Wurde zu spät geboostert? Stiko-Chef Mertens glaubt nicht, dass die Impfungen die vierte Corona-Welle jetzt noch aufhalten können.

Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, glaubt nicht, dass sich die vierte Corona-Welle durch verstärktes Impfen noch aufhalten lässt.

Berlin - „Man muss sagen, dass Impfungen im Augenblick für die Überwindung der akuten Situation eigentlich keine Rolle mehr spielen können“, sagte er im Fernsehsender Phoenix am Freitagabend (19.11.2021). „Es wird uns nicht gelingen, mit Impfungen die vierte Welle zu brechen.“

Dennoch sei es notwendig, weiter zu impfen, denn „die Impfungen sind sehr wichtig dafür, wie es im nächsten Jahr aussehen wird“, sagte Mertens weiter. Der Stiko-Chef stimmte im Grundsatz auch einer von der Politik verabschiedeten Teil-Impfpflicht zu. „Eine Berufs- oder institutionsspezifische Impfpflicht könnte Sinn machen in der derzeitigen Situation“, sagte Mertens. Über eine generelle Impfpflicht müsse die Politik befinden.

Corona-Impfungen in Deutschland: Impfpflicht „wird‘s nicht geben“

Trotz der Entwicklung soll es in Deutschland keine generelle Impfpflicht geben. Nach der Ankündigung einer Corona-Impfpflicht in Österreich lehnen Politiker aus den Reihen der möglichen künftigen Ampel-Koalition einen solchen Schritt in Deutschland ab. „Die wird‘s nicht geben“, sagte der geschäftsführende Außenminister Heiko Maas (SPD) dem TV-Sender Bild Live. „Weil wir es nicht für notwendig halten, weil wir es auch aus verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten für schwierig halten.“ Es werde eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen geben, „und das halte ich auch für richtig“.

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte der Bild: „Die allgemeine Impfpflicht als Drohkulisse in den Raum zu stellen, hilft niemandem.“ Gerade die Länder mit dramatischen Corona-Zahlen „sollten sich darauf konzentrieren, wie vereinbart, die Impfangebote auszuweiten und die neuen Corona-Maßnahmen umzusetzen“.

Markus Söder sieht keine Alternative zu einer Impfpflicht

Bayerns Ministerpräsident, CSU-Chef Markus Söder, hatte sich am Freitag für eine generelle Impfpflicht ausgesprochen. „Ich glaube, dass wir am Ende um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen werden“, sagte er. Sonst werde das „eine Endlosschleife mit diesem Mist-Corona“. Auch ein Arzt aus Kassel äußerte sich dementsprechend: „Brauchen eine Impfpflicht für alle“.

Österreichs Kanzler Alexander Schallenberg hatte am Freitag angekündigt, als erstes Land in der EU eine Corona-Impfpflicht ab Februar 2022 einzuführen. Angesichts der massiven vierten Corona-Welle geht das Land ab Montag erneut in einen Lockdown gehen, der für Geimpfte und Genesene definitiv spätestens am 13. Dezember enden soll. (afp)

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