B.1.167 gilt als „besorgniserregend“

Corona-Variante aus Indien: So sehr wächst der prozentuale Anteil in Deutschland

Die indische Corona-Variante B.1.167 wurde von der WHO als „besorgniserregende Variante“ eingestuft. In Deutschland wurde die Mutation erst vereinzelt nachgewiesen.

Update vom Donnerstag, 13.05.2021, 17.44 Uhr: Auf „sehr niedrigem Niveau“ beobachtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland einen wachsenden Anteil der indischen Corona-Variante. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestufte Mutante B.1.617 sei einem RKI-Bericht zufolge nur in wenigen Proben nachgewiesen worden, „aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an“.

Dieser betrage an den untersuchten Proben demnach weniger als zwei Prozent. Nach wie vor dominiere die britische, deutlich ansteckendere Variante B.1.1.7 das Infektionsgeschehen in Deutschland, schreibt das Berliner Institut weiter. Die ebenfalls als „besorgniserregend“ eingestuften Variante B.1.351 (zuerst in Südafrika aufgetreten) sowie P.1 (auftretend in Brasilien) spielen weiterhin nur untergeordnete Rollen.

Corona-Pandemie: WHO stuft indische Variante als „besorgniserregend“ ein

Erstmeldung vom Donnerstag, 13.05.2021, 9.26 Uhr: Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die indische Mutante des Coronavirus als „besorgniserregende Variante“ eingestuft. Dies gab die leitende WHO-Wissenschaftlerin Maria Van Kerkhove in dieser Woche bekannt. Bislang wurden lediglich die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten von der Genfer Behörde so bezeichnet.

In Indien stecken sich täglich Hunderttausende Menschen mit dem Virus an. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden bislang rund 22,6 Millionen Infektionen auf dem Subkontinent gezählt.

Indische Corona-Variante B.1.617: Keine Hinweise auf geringere Impfstoff-Wirksamkeit

Wie Van Kerkhove gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt, würden vorliegende Informationen „auf eine erhöhte Übertragbarkeit“ der indischen Variante hinweisen. Zudem könnte das menschliche Immunsystem weniger stark auf die Mutante B.1.617 reagieren, so die Wissenschaftlerin weiter.

Die WHO teilt Covid-Varianten in zwei Kategorien ein: Varianten unter Beobachtung („variants of interest“), die weit verbreitet sind, sowie „variants of concern“, also besorgniserregende Varianten. Bei Letzteren handelt es sich um ansteckendere oder schwerer bekämpfbare Formen des Coronavirus. Im Fall der indischen Variante sei eine rasche Verbreitung beobachtet worden.

Erste Ergebnisse von Laborstudien deuteten auf eine „mäßige Verringerung der Neutralisierung durch Antikörper“ hin. Noch gebe es aber keine Hinweise darauf, dass Tests oder Impfstoffe weniger wirksam gegen die indische Corona-Mutante seien, sagt Van Kerkhove.

Der Leichnam eines Corona-Patienten wird auf einer Trage in einem Krematorium zur Einäscherung geschoben. Das Gesundheitssystem ist aufgrund der indischen Variante stark überlastet.

Corona-Pandemie: Indische Corona-Variante fegt über den Subkontinent

Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den meisten Regionen, darunter Europa und die beiden amerikanischen Kontinente, stetig sinkt. Sowohl in Südasien als auch in Südostasien ist jedoch weiterhin ein starker Anstieg zu verzeichnen. Weltweit wurden vergangene Woche indes mehr als 5,4 Millionen Fälle und fast 90.000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Die Dunkelziffer ist vermutlich um ein Vielfaches höher.

Das indische Gesundheitssystem ist mit der tobenden Variante B.1.617 völlig überfordert. So kam es schon mehrfach zu Todesfällen wegen mangelnden Sauerstoffs in Kliniken. Inzwischen schickten Deutschland und andere Staaten Nothilfe nach Indien. Die Corona-Variante B.1.617 ist nach Angaben der WHO inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden.

Indische Corona-Variante bisher nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen

Am Ufer des Ganges, dem heiligen Fluss der Hindus, wurden zuletzt zahlreiche Leichen angeschwemmt, bei denen es sich um Covid-Verstorbene handeln könnte. Dies berichtet die Deutsche Welle. Sowohl bei Einheimischen in Indien als auch in den sozialen Medien lösten die erschreckenden Bilder Entsetzen aus. Entdeckt wurden die etwa 40 leblosen Körper nahe der Grenze zwischen Bihar und Uttar Pradesh, zwei der ärmsten Bundesstaaten des Subkontinents.

Wie die Deutsche Welle mutmaßt, könnten die Leichen in den Fluss geworfen worden sein, weil die Einäscherungsstätten überfüllt waren oder Verwandte der Verstorbenen sich kein Holz für einen Scheiterhaufen leisten konnten. Vielerorts im Land sind die Krematorien und Friedhöfe aufgrund der verheerenden Infektionswelle völlig überlastet.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in einem aktuellen Bericht erklärt, sei die Mutation zuerst im indischen Bundesstaat Maharashtra entdeckt worden. In Deutschland konnte die Corona-Variante B.1.617 bislang jedoch nur vereinzelt nachgewiesen werden. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Ishant Chauhan/dpa/AP

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