Epidemische Lage

Spahn bleibt dabei: Corona-Ausnahmezustand soll schon bald beendet werden

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Corona-Ausnahmezustand bald beenden. Kritik kommt diesbezüglich besonders von SPD-Politiker Karl Lauterbach.

Berlin/Kassel – Obwohl er bereits viel Kritik dafür geerntet hat, möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Corona*-Ausnahmezustand sobald wie möglich beenden. Am Sonntag (24.10.2021) machte er dies erneut in einem Interview des ZDF deutlich.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sagte Spahn im Heute-Journal, dass der vom Bundestag festgestellte Ausnahmezustand aus seiner Sicht beendet werden kann, „weil vier von fünf Erwachsenen geimpft sind.“

Kommt das Ende der epidemischen Corona-Lage? Jens Spahn erklärt sich

Seit einigen Tagen wird dieses Thema stark diskutiert, zumal die Infektionszahlen bundesweit stetig ansteigen. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde erstmals seit Mai ein wichtiger Corona-Schwellenwert jetzt in Deutschland wieder überschritten. Insbesondere SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußert scharfe Kritik an Jens Spahn: Laut ihm signalisiere der CDU-Politiker das Ende der Corona-Pandemie. Doch diesen Vorwurf wehrt Spahn vehement ab.

„Auch ich sage beständig, wie viele andere auch, wir brauchen in Herbst und Winter weiterhin Vorsichtsmaßnahmen, vor allem 3G - geimpft, genesen, getestet - im Innenraum, vor allem medizinische Schutzmasken, AHA-Regeln, in Bus und Bahnen, im Einzelhandel“, sagte er. Er unterstütze zudem ausdrücklich eine Rechtsänderung, damit die Länder und regionalen Behörden Maßnahmen unabhängig vom Ausnahmezustand ergreifen können. Auch seien besondere Schutzmaßnahmen in Schulen und Pflegeeinrichtungen weiterhin erforderlich.

Möchte ein Ende des Corona-Ausnahmezustands: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält ein baldiges Auslaufen der epidemischen Lage für realistisch. (Archivbild)

Lauterbach kritisiert Spahns Aussagen - und fürchtet Anstieg der Corona-Infektionen

Karl Lauterbach* fürchte allerdings, dass die Infektionen bei Kindern nach den Herbstferien sprunghaft ansteigen könnten. „Wir werden nach den Herbstferien deutlich mehr Ausbrüche in den Schulen erleben, weil die Kinder nicht mehr lange lüften können“, warnte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dasselbe gelte für Betriebe, Bars und Restaurants. „Wir haben einen kontinuierlichen Anstieg zu erwarten.“ Daher solle man insbesondere in Schulen dreimal die Woche testen.

Ende August hatte der Bundestag die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ für drei weitere Monate verlängert. Diese gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, Corona-Maßnahmen oder Impfstoffbeschaffungen zu erlassen. Falls keine weitere Verlängerung vom Parlament verkündet wird, läuft diese dann automatisch Ende November aus. Aufgrund dieser Tatsache werden aktuell besonders Forderungen nach einem Stichtag für das Ende aller Corona-Auflagen, einem sogenannten „Freedom Day“ nach britischem Vorbild, laut. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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