News-Ticker

Karl Lauterbach reagiert auf Drohungen und Anfeindungen in der Corona-Krise

Karl Lauterbach erhält immer wieder Drohungen und Anfeindungen. Jetzt hat der SPD-Gesundheitsexperte reagiert. Alle News gibt es im Ticker.

  • Karl Lauterbach warnt: Ohne Ausgangsbeschränkung ist die dritte Corona-Welle nicht zu brechen.
  • In einem offenen Brief fordern über 30 Ärzte Lauterbach dazu auf, politische und gesundheitliche Interessen voneinander abzugrenzen.
  • Corona-News: Virologin Sandra Ciesek widerspricht Lauterbach beim Asthmaspray Budesonid.
  • Dieser Ticker ist beendet - weitere Infos von und über Karl Lauterbach zur Corona-Krise gibt es hier.

<<< Ticker aktualisieren >>>

+++ 17.22 Uhr: Karl Lauterbach hat am Dienstag (20.04.2021) ein Foto von einem Stapel Anzeigen getwittert. Damit reagiert der SPD-Politiker auf Drohungen und Anfeindungen: „Ich bringe nur das Nötigste zur Anzeige. Drohungen, Aufrufe zur Gewalt und Straftaten, menschenverachtende Beleidigungen der letzten Wochen. Trotzdem habe ich gerade wieder 59 Anzeigen unterschrieben“. Darüber hinaus wisse der Gesundheitsökonom, dass es auch Wissenschaftlern so ginge, die gegen die Corona-Pandemie kämpfen.

Vergangenen Samstag (17.04.2021) übergossen Unbekannte in Köln Lauterbachs Auto mit Farbe. Der Politiker macht immer wieder in den Debatten rund um die Maßnahmen gegen das Coronavirus auf sich aufmerksam und äußert sich regelmäßig auf Twitter.

Karl Lauterbach (SPD) wird in der Corona-Krise immer wieder Opfer von Drohungen und Anfeindungen. (Archivbild)

Frankfurter Virologin Ciesek widerspricht Karl Lauterbach

+++ Mittwoch, 21.04.2021, 11.58 Uhr: Anfang April lenkte Karl Lauterbach die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Asthmaspray Budesonid. Er nannte es einen „Game Changer“ in der Corona-Pandemie. Nun widerspricht ihm eine Frankfurter Virologin entschieden. Im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“ beschrieb Sandra Ciesek ihre Skepsis gegenüber Lauterbachs Aussage.

Die Studie, auf die sich Lauterbach in seinem Twitter-Beitrag bezog, habe „einige Schwächen“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Es seien zu wenig Patienten untersucht worden und es habe keine Kontrollgruppe gegeben. „Hoffnung“ auf eine Verbesserung der Corona-Lage gäbe es dennoch - allerdings nur für mögliche „Subgruppen“, die davon profitieren könnten.

Ciesek warnte jedoch davor, das Asthmaspray präventiv einzusetzen. Eine eigenmächtige, nicht abgesprochene Einnahme des Asthmasprays sei nicht sinnvoll - wenn nicht sogar kontraproduktiv: „Man sollte es vor allem nicht prophylaktisch nehmen, bevor man sich überhaupt infiziert, das würde gar nichts bringen und wäre sogar kontraproduktiv.“

Corona-Pandemie: Karl Lauterbach warnt vor indischer Variante

+++ 14.20 Uhr: Karl Lauterbach hält Ausgangsbeschränkungen für eine sinnvolle Maßnahme, um die Corona-Pandemie weiter auszubremsen. Diese sollen den R-Wert um zehn bis 20 Prozent senken können, so der Gesundheitsökonom im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Bei dem R-Wert handelt es sich um den Wert, welcher angebe, wie viele weitere Personen ein infizierter Mensch anstecke.

Derzeit ist in der geplanten bundesweiten Notbremse eine Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr vorgesehen. Bis Mitternacht sollen jedoch Spaziergänge und alleinige sportliche Betätigungen wie Joggen möglich sein. Noch in dieser Woche sollen Bundestag und Bundesrat darüber abstimmen.

Karl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963 in Düren (Alter 58 Jahre)
AmtBundestagsabgeordneter SPD seit 2005

Corona: „Das Ende ist in Sicht“ - Lauterbach äußert sich hoffnungsvoll auf Twitter

Update vom Dienstag, 20.04.2021, 12.23 Uhr: „Das Ende ist in Sicht“, schreibt Karl Lauterbach auf Twitter. Der SPD-Politiker fordert weiterhin einen neuen Lockdown und vermehrte Impfungen. „Israel und UK zeigen, dass eine hohe Impfquote nach erfolgreichem Lockdown auch mit B117 die Pandemie bezwingen kann. Das können wir Ende Mai auch erreichen“, so der Gesundheitsexperte.

Das klingt zuversichtlich – dabei hatte Lauterbach in einem anderen Tweet am selben Tag noch eine „Covid Katastrophe“ angekündigt. Dabei ging es um die Variante, die derzeit in Indien grassiert. Diese würde sich auch bei Impfungen durchsetzen und könnte demnach in Europa zum Problem werden.

Karl Lauterbach in der Kritik: Offener Ärztebrief wegen Corona-Aussagen

Für seine Aussagen zur Corona-Pandemie wird der Politiker immer wieder kritisiert. Nun haben sich über 30 Ärzte aus ganz Deutschland zusammengetan und einen offenen Brief an Karl Lauterbach verfasst. Sie werfen ihm vor, „irrationale und extreme Angst“ zu schüren. Auf diese Aussage folgt die Forderung, Lauterbach solle seine „politische Betätigung künftig für die Öffentlichkeit deutlich erkennbar von [seiner] Berufszulassung als Arzt“ trennen. Die Initiatoren des Briefes sind Paul Brandenburg und Friedrich Pürner.

Im Fokus des Briefes steht ein Tweet von Lauterbach vom 26.03.2021: „Viele 40-80 Jährige werden einen Moment der Unachtsamkeit mit dem Tod oder Invalidität bezahlen. Junge Männer werden von Sportlern zu Lungenkranken mit Potenzproblemen“, hieß es darin. Die 38 Ärzte werfen Lauterbach vor, diese und weitere Aussagen widersprächen „dem medizinischen Kenntnisstand“ und „der ärztlichen Berufserfahrung“. Darüber hinaus verbiete sich eine „derartig sinnentstellende Überzogenheit als Warnung eines Arztes an ratsuchende Menschen kategorisch.“

Sie räumen zwar ein, dass der Kenntnisstand eines Arztes von dem seiner Kollegen und dem des Patienten/Ratsuchenden abweichen könne – dennoch müsse bei allen Handlungen des Arztes das Wohl des Patienten im Mittelpunkt stehen: „Es ist unsere grundlegende Berufspflicht, bei jeglichem Handeln gegenüber Patienten zusätzlichen Schaden für diese zu vermeiden.“

Corona: Karl Lauterbach warnt vor Mutante aus Indien

+++ 16.50 Uhr: In Indien explodieren die Fallzahlen. Grund dafür könnte die neue Corona-Variante B.1.617 sein, die nun erstmals in Europa nachgewiesen wurde. Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach äußerte sich dazu auf Twitter.

„In Indien bahnt sich Covid Katastrophe an“, schreibt der Gesundheitsexperte. Die neue Mutation B.1.617 würde sich „massiv“ durchsetzen, auch gegen die britische Corona-Variante B.1.1.7*. „Da B.1.617 sich auch bei Impfung durchsetzen kann, kommt auch auf Europa ein Problem zu“, ergänzt Lauterbach.

Laut Informationen des Indian Express trägt die neuartige Corona-Variante gleich zwei Mutationen in sich. Beide wurde separat voneinander in der britschen und südafrikansichen Variante nachgewiesen. Nun wurden auch 77 Fälle in Großbritannien entdeckt.

Corona: Karl Lauterbach warnt vor tausenden Toten - München von UEFA erpresst?

Update vom Montag, 19.04.2021, 12.25 Uhr: Erpressung - das sei es, was gerade zwischen der UEFA und der Stadt München ablaufe. Die UEFA nehme durch ihre Forderungen die Gefährdung von Bürgern in Kauf. Dies schrieb Karl Lauterbach (SPD) auf Twitter.

„Die UEFA setzt München unter Druck: entweder Zuschauer oder kein Austragungsort. Diese Erpressung, die Bürger gefährden zu müssen, um Teil des Fussball EM zu sein, ist unverschämt. Meines Erachtens sollte München ein Vorbild setzten und verzichten“, erklärt Lauterbach. In den Kommentaren zu dieser Aussage findet man erstaunlich viel Beifall für diese Aussage - sonst wird der SPD-Politiker kritischer angegangen.

So zum Beispiel bei seinen Nachrichten vom Sonntag (18.04.2021). Lauterbach hatte erneut einen letzten langen Lockdown gefordert: „Es gibt jetzt Möglichkeit, in nächsten 6 Wochen noch einmal weit über 10.000 Menschen meist im Alter 40-60 J zu retten, mit letztem strengen Lockdown. Oder wir sind dafür nicht bereit, weil es uns die Einschränkungen 10.000 Tote nicht wert sind. Dann hätten wir versagt.“ Auch die Corona-Notbremse schließt der Politiker immer wieder in seine Appelle ein - am Montag wurde dabei auf eine seiner Forderungen (Senkung der Inzidenz für die Schulregeln) eingegangen.

Corona: Karl Lauterbach verbreitet Video auf Twitter - Aerosolforscher reagiert empört

Update vom Sonntag, 18.04.2021, 15.09 Uhr: Karl Lauterbach äußert regelmäßig seine Meinung zum Thema Corona und teilt seine Einschätzungen zur Corona-Politik sowie aktuellen Maßnahmen unter anderem über die sozialen Netzwerke mit. Nun veröffentlichte der SPD-Politiker ein Video auf Twitter, auf das es prompt Kritik hagelte.

Das von Lauterbach geteilte Video soll den Effekt von Aerosolen im Freien zeigen. „Steht man eng zusammen und atmet die Ausatmung des Nachbarn ein, zieht man die Virenaerosole ein. Lautes Sprechen und Gruppe von Menschen reichen aus, auch draussen“, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte zu dem Video.

Die Reaktionen darauf folgten prompt: Der Aerosolphysiker und Wissenschaftler Dr. Gerhard Scheuch teilte daraufhin einen Beitrag eines anderen Twitter-Nutzers, welcher schrieb: „Vor ein paar Tagen twitterten Sie, dass es draussen gar nicht auf Aerosole ankommt - sondern auf Tröpfchen. Sie haben offenkundig in ihrer eigenen Schwurbelei völlig den Überblick verloren.“

Auto von SPD-Politiker demoliert: Kritik an Karl Lauterbach und seiner Corona-Meinung reißt nicht ab

Update vom Samstag, 17.04.2021, 10.40 Uhr: Für seine Meinung zur aktuellen Corona-Politik und die Maßnahmen, das Coronavirus einzudämmen, muss Karl Lauterbach immer wieder Kritik einstecken. Bereits seit Beginn der Pandemie kommen seine Einschätzungen und Warnungen bei einigen gar nicht gut an, zuletzt berichtete der SPD-Gesundheitsexperte sogar über Hassbriefe und Morddrohungen, die ihn ständig erreichen.

Nach zahlreicher verbaler Kritik wurde am Freitag (16.04.2021) nun auch sein Auto demoliert, das gab Lauterbach auf Twitter bekannt. Wie focus.de berichtet, wurde dies am Samstag (17.04.2021) auch von der Polizei bestätigt. Unbekannte hatten demzufolge in der Nacht einen Farbeimer über das Auto des Politikers gekippt, auch die Scheiben seien verschmutzt. „Ich kann ihn nicht mehr fahren“, schreibt Lauterbach.

Corona: Karl Lauterbach prognostiziert weiter rasant steigende Fallzahlen und einen langen Lockdown

+++ 15.21 Uhr: Trotz geplanter bundesweiter Notbremse prognostiziert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach weiterhin rasant steigende Corona-Fallzahlen. Obwohl er die Entwicklungen hin zu einer vereinheitlichen der Regelung begrüße, käme die Notbremse zu spät. Das berichtete der Politiker am Donnerstagabend (15.04.2021) in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“.

Lockerungen in Form von Modellprojekten in einigen Regionen halte er aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens für „Gift“. Lauterbach rechnet dagegen mit einer bundesweiten Inzidenz von über 200 „irgendwann im Laufe der nächsten Woche.“ Intensivstationen seien bereits jetzt schon voll. In vielen Großstädten wie Köln würde schon eine „weiche Triage“ praktiziert.

Karl Lauterbach befürchtet langen Corona-Lockdown

Eine deutschlandweite Inzidenz von 100 zu erreichen, würde Lauterbach zufolge sehr lange dauern. Deshalb befürchtet er: „Ich glaube wir werden sehr lange in diesem Lockdown bleiben.“

Der Bundestag berät am Freitag (16.04.2021) über das geplante Notbremsen-Gesetz. Die Vereinheitlichungen der Corona-Regeln hatte die Bundesregierung bereits vor einer Woche beschlossen.

Lauterbach zur Bundes-Notbremse: Ohne Ausgangssperre ist Corona-Welle nicht zu brechen

Update vom Freitag, 16.04.2021, 12.10 Uhr: Im Bundestag wurde am Freitagvormittag (16.04.2021) hitzig über das Notbremsen-Gesetz der Bundesregierung diskutiert - die Opposition lehnt die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes ab. SPD-Politiker Karl Lauterbach hingegen hat eindringlich für eine schnelle Umsetzung der darin geplanten Ausgangsbeschränkungen gegen die dritte Corona-Welle geworben.

„Es wird alleine nicht reichen, aber in keinem Land ist es gelungen, eine Welle mit Variante B.1.1.7 noch einmal in den Griff zu bekommen, ohne dass man nicht auch das Instrument der Ausgangsbeschränkung, und nicht -sperre, genutzt hätte“, sagte Lauterbach. Es sei nicht die Zeit, komplizierte Bedenken anzumelden, wurde Lauterbach deutlich. Damit richtete er sich offenbar vor allem an FDP-Chef Christian Lindner. Dieser hatte sich zwar grundsätzlich hinter die geplanten Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz gestellt, aber die darin enthaltenen Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Lauterbach sagte: „Wir brauchen Pragmatismus und keine gegenseitige Aufklärerei, was alles nicht funktioniert.“

Corona: Karl Lauterbach fordert Umdenken bei Teststrategie und Lockdown - „Triage schon begonnen“

Erstmeldung vom Donnerstag, 15.04.2021, 22.23 Uhr: Kassel - Die Corona-Lage in Deutschland bleibt weiterhin akut. Während verschiedene Mediziner-Verbände härtere Maßnahmen fordern, werden in der Bevölkerung immer wieder Stimmen nach Öffnungen laut. Weitere Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus aus der Politik lassen auf sich warten. Zu der aktuellen Corona-Situation äußerte sich auch Karl Lauterbach.

In der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“ verstärkte Karl Lauterbach nochmals die Forderung nach einer komplexeren Teststrategie und einem harten Lockdown. Hier diskutierte er unter anderem mit der Ärztin Dr. Lisa Federle. Sie ist eine der Initiatoren des Modellprojekts in Tübingen.

Coronavirus in Tübingen: Karl Lauterbach Gegner des Corona-Modellversuchs

Aufgrund der Teststrategie durften in Tübingen Einzelhandel und Außengastronomie für negativ getestete Kunden wieder öffnen. Federle bezeichnete das Tübinger Experiment als Erfolg, sehr zur Verwunderung von Karl Lauterbach, der für eine deutlich komplexere Teststrategie* in Zusammenhang mit einem scharfen Lockdown eintritt, wie fr.de berichtet. Die Tests würden den Menschen hingegen eine falsche Sicherheit geben, so Lauterbach. Denn ein Antigen-Test kann trotz einer Corona-Infektion negativ ausfallen.

Karl Lauterbach zu Corona-Lage: Epidemiologe schreibt auf Twitter von Triage

Lauterbach verwies in seinem TV-Auftritt in der ARD darauf, dass aktuell nicht die Zeit für Experimente oder Modellversuche sei. Um das zu verdeutlichen, führte er beispielhaft die aktuelle Corona-Situation an der Uniklinik in Köln an. Hier sei die Situation durch das grassierende Coronavirus bereits derart dramatisch, dass mit einer weichen Triage begonnen worden sei.

Auf Twitter teilte der Epidemiologe einen Artikel des Kölner Stadtanzeigers, welcher die angespannte Corona-Situation in der Uni-Klinik in Köln beschreibt. Karl Lauterbach kommentierte seinen Post mit den Worten: „Die weiche Triage, suboptimale Versorgung durch Verlegen oder Verschieben, hat schon begonnen. Die Lage spitzt sich täglich zu. Und wir diskutieren immer noch über 21 Uhr Ausgang oder nicht...“. (Lucas Maier) *fr.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.