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Corona-Pandemie: Lauterbach kritisiert - „Darüber wird viel zu wenig gesprochen“

Karl Lauterbach kritisiert, dass über einen Aspekt der Corona-Pandemie nicht genug gesprochen wird und mahnt: „Wir dürfen uns nicht der 3. Welle ergeben.“

  • Die Welt befindet sich noch immer im Corona-Ausnahmezustand.
  • Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte spricht sich gegen die Lockerungen aus.
  • Jetzt hat Karl Lauterbach nach den Corona-Lockerungen vor gefährlichen Folgen gewarnt.

Update vom Samstag, 06.03.2021, 12 Uhr: Covid ist eine extrem ungerechte Krankheit, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter. „Es wird viel zu wenig darüber gesprochen, dass Arme und bereits Kranke die Hauptopfer von Covid sind“, twittert Karl Lauterbach weiter und verweist auf einen Artikel der Financial Times.

In dem Artikel geht es um drei Bezirke in London, die während der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurden und daher auch als „Covid-Triangle“ (Covid-Dreieck) bezeichnet werden. „Als die ansteckende Mutation die Sterberaten vor Ort in die Höhe schießen ließ, legte sie auch ein komplexes Geflecht tiefer liegender Probleme offen, die sich über viele Jahre hinweg aufgebaut hatten“, heißt es in dem Artikel zur Situation in den Londoner Bezirken. Dazu gehörten Arbeitsplatzunsicherheit, enorme Einkommensunterschiede, Diskriminierung bei der Wohnungssuche und medizinische Ungleichheiten.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter zu den neuen Beschlüssen des Corona-Gipfels und kritisiert, dass vor allem die Auswirkungen auf ärmere Menschen kaum bedacht werden.

Lauterbach: „Covid ist eine extrem ungerechte Krankheit“

Covid ist „eine extrem ungerechte Krankheit, sie trifft auch noch besonders die Armen und die Schwächsten. Wir dürfen uns nicht der 3. Welle ergeben“, mahnt Lauterbach. Auch in Deutschland sind Ärmere stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Das zeigt laut Informationen der Süddeutschen Zeitung der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, der bislang als Entwurf vorliegt. Demnach trifft die Corona-Pandemie vor allem die unteren Einkommensschichten finanziell.

Lauterbach kritisiert Streeck: „Aussage teile ich nicht“ - Twitter-Nutzer empört

+++ 16.55 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz als Richtwert in der Corona-Pandemie ist umstritten. Laut Virologe Hendrik Streeck müsse man jetzt schnell an Öffnungen denken, „denn die Inzidenz alleine, die sagt ja gar nichts mehr aus“. Das erklärt Streeck in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Er sei schon immer der Auffassung gewesen, dass man mit dem Coronavirus leben müsse.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach widerspricht dem Virologen via Twitter. Die „Aussage teile ich nicht“, schreibt der SPD-Politiker. Wenn nur die Hälfte der über 80-Jährigen geschützt sei, „bleibt Inzidenz mit Abstand wichtigster Faktor.“ Dann käme lange nichts. Kein Corona-Todesfall in Pflegeheimen sei nach Lauterbach nicht alles.

Auch einige Twitter-User kritisieren Streeck für seine Aussage. „Will man es richtig machen, macht man am besten genau das Gegenteil was Streeck vorschlägt“, kommentiert ein Nutzer. „Sorry, aber Herr Streeck hat ein sehr befremdliches Menschenbild“, äußert sich ein anderer.

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte und SPD-Politiker, unterstützt Streecks Aussage zur 7-Tage-Inzidenz nicht. (Archivfoto)

Lauterbach spricht sich gegen frühzeitige Öffnung von Schulen aus

+++ 15.45 Uhr: Erneut äußert sich Karl Lauterbach auf Twitter zu den Bund-Länder-Beschlüssen des Corona-Gipfels. Es sei ein „großer Fehler“, dass der Unterricht noch vor den Testungen der Schüler beginne. Aufgrund immer noch fehlender Serverkapazität hätte dann die Hälfte der Schüler „gar keinen Unterricht und die andere Hälfte das volle Infektionsrisiko.“

Da es nach Lauterbach Infektionsausbrüche mit der britischen Virus-Variante B117 in Schulen geben wird, sei auch der Ausfall des Unterrichts nicht unerheblich. Gleichzeitig weist er auf die fehlende Vorbereitungen der Antigen-Selbsttestungen für Schüler hin.

Lauterbach kritisiert Corona-Beschlüsse: „Wir lockern in die 3. Welle“

+++ 13.35 Uhr: „Wir lockern in die 3. Welle.“ Mit dieser eindringlichen Warnung hat sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erneut auf Twitter zu den Beschlüssen des Corona-Gipfels geäußert. Er warnte davor, dass 50- bis 80-Jährige hart von einer dritten Welle getroffen werden könnten.

„Für alle, die glauben, dass die jetzt kommende 3. Welle wegen der erfolgreichen Impfung Ü 80, die in 6 Wochen abgeschlossen ist, leicht wird: die 50- 80 Jährigen trifft sie sehr hart“, sagte Lauterbach. Zudem wies er darauf hin, dass sich die Impfungen dieser Altersgruppe verschieben, „weil Lehrer/ErzieherInnen vorgezogen“ werden.

Lauterbach: Genug Schnelltests vorhanden oder „an Aldi und Rossmann und ins Ausland verkauft?“

Die aktuelle Studienlage zeige, dass 50- bis 80-Jährige einen schweren Covid-Verlauf oft schwer eingeschränkt überwinden. Daher mahnte er an, die Erstimpfungen vorzuziehen und Corona-Maßnahmen nur mit einem „funktionierenden Testkonzept“ zu lockern. Lauterbach stellte auch infrage, ob genug Schnelltests für die von Bund und Ländern beschlossenen Testkonzepte vorhanden sind.

Das „Testkonzept sagt jetzt nur, die Länder mögen sich schnell Tests für die Schulen kaufen, der Handel habe „zig Millionen“. Wirklich? Oder sind diese „zig Millionen“ schon an Aldi und Rossmann und ins Ausland verkauft? Wir brauchen sofort Klarheit“, so Lauterbach auf Twitter.

Lauterbach zu Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson - Nur eine Dosis und hohe Wirksamkeit

Update vom Freitag, 05.03.2021, 10.08 Uhr: Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter zu den Corona-Impfstoffen von Astrazencea und Johnson & Johnson (J&J). Er begrüßt die Beschlüsse der Ständigen Impfkommission (STIKO), dass die Astrazeneca-Impfung auch für Menschen über 65 Jahren empfohlen wurde. Das sei längst überfällig.

Mit der späteren Vergabe der zweiten Impfdosis könnten in den nächsten Wochen zusätzlich „zahlreiche Menschenleben“ gerettet werden. Die „maximale Erstimpfung der Älteren bringt maximalen Schutz in der 3. Welle“, so Lauterbach via Twitter.

Gleichzeitig betont Karl Lauterbach, dass der Corona-Impfstoff des US-amerikanischen Unternehmens Johnson & Johnson sehr stark wirke und lediglich eine Impfdosis benötigt werde. Vorteilhaft sei auch, dass für die Lagerung des Vakzins kaum Kühlung notwendig sei. Schon Mitte März soll er nach eigenen Aussagen in Europa zugelassen werden. Damit stünde Deutschland neben Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca ein weiterer Impfstoff zur Verfügung. Zuletzt wurde die J&J-Impfung in den USA zugelassen.

Karl Lauterbach kritisiert Beschlüsse des Corona-Gipfels

Update vom Donnerstag, 04.03.2021, 10.00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich auf Twitter zu den neuen Beschlüssen des Corona-Gipfels. Demnach sei es gut die Impfintervalle zu strecken, den AstraZeneca-Impfstoff auch für Ältere freizugeben und dass kostenlose Schnelltests geplant sind.

Insgesamt zeigte sich Lauterbach jedoch sehr besorgt: „Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass mit diesem Beschluss die 3. Welle langsam anläuft. Es kann sogar sein, dass das Terminshopping und Außengastro kurz anläuft. Aber spätestens Anfang April liegt die Inzidenz über 100 und das Intermezzo ist beendet.“

Lauterbach: Notbremse ab Corona-Inzidenz 100

Für wichtig halte er die Notbremse ab Inzidenz 100, so Lauterbach: „Wenn diese erreicht sein wird, spätestens Anfang April, muss man neu aufsetzen mit den dann hoffentlich vorhandenen Antigen Selbsttests. Der Weg bis dahin kostet viele Covidfälle und bringt auch der Wirtschaft wahrscheinlich wenig“.

Der Tweet von Karl Lauterbach. (Screenshot)

Lauterbach zu Diskussionen um Corona-Inzidenz: „Wir verlieren wichtige Zeit“

Update vom Mittwoch, 03.03.2021, 11.32 Uhr: Auf Twitter äußert sich Karl Lauterbach kritisch zu den Diskussionen rund um den 7-Tage-Inzidenzwert. Laut dem SPD-Politiker erweckt die Diskussion „mittlerweile den Eindruck, als ob der Inzidenzwert die Gefahr wäre“ und nicht das Coronavirus. „Über die derzeit 2000 Toten pro Woche und deren Familien hört man kaum mehr etwas“, so der Gesundheitsökonom weiter.

Daher spricht sich Lauterbach dafür aus, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auch für Menschen über 65 Jahren freizugeben, da die „Daten über Wirksamkeit bei Älteren“ erdrückend seien. Sollte man nichts ändern, „impfen wir bis April keine 70- bis 80-Jährigen“. Die Ständige Impfkommission (STIKO) sollte sich dies dringend eingestehen, so der Gesundheitsexperte, da man nur wichtige Zeit verliere.

Lauterbach kritisiert Corona-Lockerungen in Österreich scharf

+++ 20.50 Uhr: Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich am Dienstag (02.03.2021) zu den Corona-Lockerungen in Österreich geäußert. Auf Twitter schrieb der Gesundheitsexperte: „Österreich lockert in die B117 Welle hinein. Das werden dort viele mit dem Leben bezahlen“. Das Nachbarland von Deutschland war zu Beginn der Pandemie mit Grenzkontrollen und einem zeitigen Lockdown Deutschland immer einen Schritt in den Corona-Maßnahmen voraus.

Jetzt ist in Österreich trotz steigender Infektionszahlen und Corona-Mutanten von Lockerungen des aktuellen Lockdowns die Rede. Diese Pläne kritisiert SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach scharf: „Kein Beispiel für uns“ heißt es in seinem Twitter-Post.

Corona: „Kein Beispiel für uns“ - Karl Lauterbach kritisiert Öffnungspläne in Österreich.

Lauterbach überrascht bei Corona-Talk in der ARD

Update vom Dienstag, 02.03.2021, 10.20 Uhr: Karl Lauterbach (SPD), der während der Corona-Pandemie zuletzt immer zur Vorsicht mahnte, ist Lockerungen beziehungsweise Öffnungen gegenüber mittlerweile nicht mehr abgeneigt - vorausgesetzt, ein entsprechendes Testsystem wird eingeführt. Dafür plädierte der Gesundheitsökonom eindringlich in der ARD-Diskussionssendung „Hart aber fair“.

Geht es nach dem SPD-Politiker, hat man nämlich erst „Mitte bis Ende März“ ausreichend Tests um über Öffnungen zu reden. Darüber hinaus warnt er davor, „die Aufgabe zu unterschätzen“. Das Testsystem soll laut Lauterbach folgendermaßen aussehen: In Schulen und Betrieben wird einmal die Woche getestet. Stehen erst einmal mehr Tests zur Verfügung, zweimal pro Woche. Wer negativ ist, soll eine Bescheinigung erhalten und darf an dem Tag beispielsweise shoppen gehen. Doch erst müsse die Teststrategie stehen, mahnt Lauterbach, „dann können wir öffnen. Nicht umgekehrt“.

Karl Lauterbach hat ein neues Corona-Konzept vorgeschlagen. (Archivfoto)

Minister verspottet Lauterbach auf Instagram – und erntet Kritik

+++ 16.20 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU) hat sich auf Instagram über SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lustig gemacht. Sowohl im sozialen Netzwerk als auch Whatsapp teilte der CDU-Politiker ein Video, in dem sich Lauterbach mehrmals verhaspelte. Das berichtet die Ostsee-Zeitung.

Dazu soll Renz spöttisch „Mal ehrlich, der raucht doch Pflanzen?“ geschrieben haben. Die SPD in Schwerin reagierte prompt und kritisierte, dass man Lauterbach damit unterstelle, Drogen zu konsumieren. Auch auf Instagram hagelte es Kritik, der Post wurde inzwischen wieder gelöscht. Die CDU nahm ihren Parteikollegen in Schutz und teilte mit, dass es sich bei dem Post lediglich um ein sogenanntes „Meme“ – also ein oft kurzweiliges, satirisches Bild – handeln würde. Renz selbst äußerte sich bislang nicht.

Lauterbach spricht sich gegen Söders Impfidee aus – und warnt vor „dritter Welle“

+++ 13.20 Uhr: Während man in der Politik über mögliche Öffnungen nachdenkt und entsprechende Maßnahmen am Mittwoch (03.03.2021) beim Bund-Länder-Treff diskutieren möchte, postet Karl Lauterbach auf Twitter eine deutliche Warnung: „Es rasen zwei Züge aufeinander zu“, schreibt der SPD-Politiker und betont gleichzeitig, dass die „dritte Welle“ bereits begonnen habe und sich „voll durchsetzen“ werde.

Um der Corona-Pandemie stärker entgegenwirken zu können, hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sich dafür ausgesprochen, den Impfstoff Astrazeneca künftig direkt in Arztpraxen verimpfen zu lassen – und das ganz ohne jegliche Priorisierungen. „Denn wir sollten so rasch wie möglich alles verimpfen, was geht“, so Söder.

Lauterbach gegen Astrazeneca-Vorschlag von Söder

Karl Lauterbach spricht sich jedoch deutlich gegen den Vorschlag von Söder aus, da dieser „falsch“ sei: „Wenn wir ihn für Ältere einsetzen, bleibt kein Impfstoff liegen und zahlreiche Todesfälle werden verhindert. Bei Jüngeren ist er jetzt weniger dringlich“, so der SPD-Gesundheitsexperte auf Twitter.

Er schlägt stattdessen vor, wöchentliche Antigentests in Schulen, Betrieben und Testzentren einzuführen. Darüber hinaus soll der Besuch von Geschäften am Tag des Tests mit einer Bescheinigung möglich sein. „So macht man aus Not Tugend“, so Lauterbach. Öffnungen würden als Anreiz für Testungen dienen, betont er.

Karl Lauterbach will sofortige Änderung der Impfstrategie

Update vom Montag, 01.03.2021, 10.45 Uhr: Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einer dritten Corona-Welle in Deutschland. Eine von ihm neu entwickelte Strategie soll nun Öffnungen und die Senkung der Infektionszahlen möglich machen. Über mögliche Öffnungsschritte debattieren Bund und Länder am Mittwoch (03.03.2021) auf dem Corona-Gipfel.*

Eine bloße Verlängerung des Lockdowns würde laut Lauterbach nur wenig bezwecken. „Das würde bedeuten, dass wir wie das Kaninchen vor der Schlange warten, bis wir deutlich höhere Fallzahlen haben“, erklärt der SPD-Politiker gegenüber dem Spiegel. Er schlägt stattdessen eine „sofortige Änderung der Impfstrategie“ vor und die systematische Nutzung von Corona-Schnelltests, um Geschäfte zu öffnen.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach für neue Impfstrategie

Um zügig mehr Menschen in Deutschland impfen zu können, soll die zweite Dosierung erst am Ende des zugelassenen Zeitraums verabreicht werden. Derzeit würden viele Bundesländer die Impfungen zurückhalten, um Menschen, die bereits geimpft wurden, eine zweite Injektion garantieren zu können. Mit der veränderten Strategie von Karl Lauterbach könnten nach eigenen Aussagen zwischen 8000 und 14.000 Menschenleben gerettet werden.

Corona-Selbsttests seien allerdings zu ungenau. Mit dieser Methode könnten die Gesundheitsämter umgangen werden. „Da kann es passieren, dass Leute trotz positivem Ergebnis beim Selbsttest nicht in Quarantäne gehen“, so Lauterbach. Alternativ sollen nur vom „Paul-Ehrlich-Institut“ geprüfte Schnelltests eingesetzt werden. Fällt der Corona-Test positiv aus, soll ein PCR-Test erfolgen.

Grünen-Chef Robert Habeck fordert ebenfalls eine neue Strategie in der Corona-Pandemie.

Karl Lauterbach warnt vor frühzeitigen Corona-Lockerungen

Update vom Sonntag, 28.02.2021, 9.45 Uhr: Wer einen Corona-Impfnachweis besitzt, darf in Deutschland Urlaub machen? Nicht, wenn es nach Karl Lauterbach geht.  „Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir überhaupt nicht, ob die Geimpften sich anstecken können oder ob sie sogar ansteckend sein könnten nach einer Infektion“, verdeutlichte der Gesundheitsexperte der SPD seinen Standpunkt gegenüber dem BR.

Lauterbach geht noch einen Schritt weiter: Er warnt vor verfrühten, generellen Lockerungen. Die dritte Corona-Welle sei durch die Varianten des Coronavirus bereits angelaufen - allen voran die Mutante B.1.1.7. Er bezeichnet große Lockerungen als „Fehler“.

Karl Lauterbach sieht Urlaub für Geimpfte als „unverantwortlichen Vorschlag“

Hätte eine Änderung der Impf-Strategie stattgefunden, könnte die Corona-Lage anders aussehen. Mehr Menschen in Deutschland wären dann geimpft. Die Erstimpfungen müssten schneller erfolgen, Corona-Tests besser vorbereitet werden: „All dies muss in den nächsten Wochen passieren. Bis dahin sind aus meiner Sicht gravierende Lockerungen ein Fehler.“

Eine Urlaubserlaubnis aufgrund einer Corona-Impfung hält Karl Lauterbach für zu unsicher. Viele Informationen zu Geimpften würden derzeit noch fehlen. Es sei nicht bekannt, wie welcher Impfstoff auf welche Mutation reagiere. „Zumindest ist das zum jetzigen Zeitpunkt ein unverantwortlicher Vorschlag. Man müsste dann unterscheiden: Wann ist die Impfung erfolgt? Mit welchem Impfstoff? Welche Antikörperreaktion wurde gesehen? Welche Immunität? All das ist jetzt unklar“, sagt Lauterbach der BR.   

Karl Lauterbach sieht große Relevanz der Corona-Varianten für Infektionsgeschehen

Bei Twitter teilt Karl Lauterbach außerdem die Aussage, dass die Varianten des Coronavirus durchaus bedeutsam sind. Sie könnten das Infektionsgeschehen in Deutschland maßgeblich beeinflussen. „Neben UK/Brasilien/Südafrika ist wahrscheinlich die Variante in NY bedeutsam.“

Diese Mutante scheint unter anderem eine schnellere Ansteckung und einen schwereren Erkrankungsverlauf zu kombinieren. „Trotzdem dürften Impfungen schwere Verläufe mildern“, erklärt der SPD-Gesundheitsexperte.

Karl Lauterbach befürchtet Corona-Welle in ganz Europa

+++ 17 Uhr: Auf Twitter fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Änderung der derzeitigen Impfstrategie. Demnach soll die zweite Biontech-Dosis nach 6 Wochen verabreicht werden, die zweite Astrazeneca-Dosis schon nach 12 Wochen.

Zudem müssten, anders als bisher, auch über 65-Jährige mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden. „Dann bleibt kein Impfstoff liegen und bis zu 14.000 Menschen überleben die dritte Welle“, schreibt der Sozialdemokrat. Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca hat ein massives Image-Problem. Viele wollen sich mit dem Präparat nicht impfen lassen, der Impfstoff ist vielerorts ein Ladenhüter.

Karl Lauterbach warnt vor der dritten Corona-Welle

Update vom Samstag, 27.02.2021, 10.17 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt auf Twitter vor der dritten Corona-Welle: Sie würde ganze Europa erfassen. Unklar sei nur das Ausmaß. Die gute Nachricht laute, dass die über 80-Jährigen durch Impfungen bald geschützt sein werden. Allerdings gebe es auch eine schlechte Nachricht: „50-80-Jährige wird es besonders hart treffen“, schreibt Karl Lauterbach.

Die Betroffenen würden durch Tod und schwere Verläufe viele Lebensjahre verlieren. Jüngeren würden nach einer Corona-Erkrankung schädliche Langzeitfolgen drohen.

Karl Lauterbach kritisiert die Altersbeschränkung beim Astrazeneca-Impfstoff

Erstmeldung vom Freitag, 26.02.2021, 16.35 Uhr: Kassel – Der Corona-Impfstoff von Astrazencea ist umstritten und ruft vor allem in der Bevölkerung Verunsicherung hervor. Dabei ist sich die Wissenschaft einig: Qualität und Wirksamkeit der Impfung sind zweifellos. Inzwischen hat sich auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dazu geäußert.

Die Skepsis dem Impfstoff gegenüber hält er für unnötig. Er fordert die Freigabe des Astrazeneca-Vakzins auch für über 65-Jährige. „Es war ein großer Fehler, dass wir den Impfstoff von Astra nicht für die über 65-Jährigen zugelassen haben. Die Datenlage hätte das zugelassen“, so der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Aktuell hat die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland die Zulassung nur für Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen.

Karl Lauterbach verteidigt Impfstoff von Astrazeneca: „Wirkt vorzüglich“

Daten aus England zeigten, dass der Impfstoff „bei 80-Jährigen sogar vorzüglich wirkt“. Nach Lauterbachs Aussage mindere die Astrazeneca-Impfung* das Risiko, „überhaupt ins Krankenhaus zu müssen, geschweige denn zu sterben, um 80 Prozent.“ Damit würde die Impfung nach eigenen Aussagen genauso gut wirken, wie der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Astrazeneca
BeschreibungPharmakonzern
Gründung1999
Umsatz (2020)26,6 Milliarden US-Dollar

Hingegen hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagen, den Astrazeneca-Impfstoff an Hausarztpraxen zu verteilen. Diesen Vorschlag wies Lauterbach allerdings zurück. Das halte er für falsch. Stattdessen schlägt er vor, die ersten drei Risikogruppen zu öffnen und dort jedem eine Impfung unter 65 Jahren anzubieten.

Video: Karl Lauterbach bestätigt „vorzügliche“ Wirkung von Astrazeneca-Impfstoff

Corona: Karl Lauterbach fordert Freigabe von Astrazeneca-Impfung für alle drei Gruppen

Mit dieser Lösung würde kein Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers liegen bleiben. Auch die empfohlene Priorisierung der Risikogruppen vom Ethikrat bleibe erhalten, wie zdf.de berichtete. „Die Impfzentren könnten dies leisten, ohne Überforderung“, teilt Karl Lauterbach über Twitter mit.

Auch andere Experten haben den umstrittenen Astrazeneca-Impfstoff verteidigt. So hält beispielsweise Virologe Christian Drosten die Sorgen für unbegründet.

Eine neue Studie bringt wichtige Erkenntnisse über den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer*. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nennt die Impfung einen „Pandemiejoker“. (Jan Wendt, Karolin Schaefer, Nail Akkoyun, Helena Gries, Sarah Nemeyer) *hna.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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