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Diskussion um Ausgangssperren: Lauterbach mit scharfer Kritik an Hendrik Streecks „Gelassenheit“

Karl Lauterbach fordert einen harten Corona-Lockdown. Der Virologe Hendrik Streeck schlägt einen anderen Weg vor und wird dafür kritisiert. Alle News im Ticker.

  • Aufgrund der Corona-Pandemie meldet sich Karl Lauterbach häufig zu Wort - und fordert nun harte Maßnahmen.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte kritisiert den Virologen Hendrik Streeck.
  • Corona-News: Bei „Markus Lanz“ spricht Lauterbach von einem „Skandal“.

Update vom Samstag, 10.04.2021, 14.48 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) hat bereits zum Ausdruck gebracht, dass ein harter Lockdown nun nötig wäre, um die Verbreitung der Corona-Mutationen in den Griff zu bekommen. Jetzt kritisiert der Gesundheitsexperte den Virologe Hendrik Streeck, da dieser offenbar anderer Meinung ist.

Auf Twitter schreibt er: „Jetzt kommt erneut Ruf nach ‚Gelassenheit‘ von ⁦Hendrik Streeck. Auch Ausgangssperren lehnt er ab. Aber Ausgangssperren am Abend wirken nach bester Analyse aller Daten der Oxford Uni. Und Härtetests der Intensivstationen sollte man einfach lasse.“ Doch wie auch fr.de berichtet, bemängelt Streeck wiederum den Vorschlag von Lauterbach*, härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuführen. „Dadurch feuern wir das Infektionsgeschehen weiter an“, so der Virologe in dem Podcast „Chefvisite“.

Besonders Ausgangssperren hält er für falsch. Menschen aus sozial schwachen und beengten Wohnverhältnissen hätten demnach nicht mehr die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen. Sein Lösungsvorschlag lautet daher wie folgt: „Wir schaffen sichere Bereiche draußen, wo die Menschen sich treffen können, anstatt sie weiter zusammenzudrängen.“ Streeck denke dabei vor allem an gelüftete Turnhallen mit Sicherheitspersonal oder an die Außengastronomie, wo das Infektionsrisiko sehr gering sei.

Der Virologe Hendrik Streeck ist in der Bekämpfung der Corona-Pandemie gegen Ausgangssperren und erntet dafür Kritik von Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD). (Archivbild)

Lauterbach sieht Corona-Lockdown als zwingend notwendig - Experte besorgt um Kinder

+++ 14.52 Uhr: Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) hat die aktuellen Corona-Fallzahlen in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ als „Fake-Zahlen“ bezeichnet. Trotzdem seien die Zahlen aussagekräftig genug, um einen Lockdown zu beschließen. Dieser ist laut dem Gesundheitsexperten notwendig.

Lauterbach warnte vor der Ausbreitung der britischen Corona-Variante und zeigt sich besorgt über die Auswirkungen auf Kinder: „Es wird sich in den nächsten Wochen herausstellen, dass gerade die Kitas und Schulen die Hotspots für B.1.1.7. sein werden. Kinder und Eltern sind ganz besonders betroffen.” Doch die Schulen sollen laut der Kultusministerkonferenz nach den Osterferien wieder öffnen - Lehrer sind darüber entsetzt und werefn den Ländern ein „russisches Roulette“ bei der Gesundheit der Schüler, Eltern und Lehrer vor.

Mit Corona-Maßnahmen sei es wie mit Krebs-Behandlungen. Wenn man zu spät damit anfange, sei es noch schlimmer, so der Gesundheitsexperte. Lauterbach selbst hatte sich vor kurzem impfen lassen, dafür hagelte es heftige Kritik. Nach der Corona-Impfung mit Astrazenca berichtet Lauterbach über Nebenwirkungen.

„Fake Zahlen“: Lauterbach wird bei „Markus Lanz“ deutlich und spricht von Corona-„Skandal“

Update vom Freitag, 09.04.2021, 09.50 Uhr: Im ZDF-Talk „Markus Lanz“ am Donnerstagabend (08.04.2021) bezeichnete Karl Lauterbach die Corona-Neuinfektionen der Ostertage als „Fake-Zahlen“. Dass die Fallzahlen an Ostern aufgrund weniger Tests möglicherweise nicht korrekt seien, betonten Fachleute bereits am Anfang der Woche. Für den SPD-Gesundheitsexperten sei dies ein „Skandal“ - erst recht nach einem Jahr an Pandemie-Erfahrung, so der 58-Jährige weiter.

Im weiteren Verlauf der Sendung pochte der Politiker weiter auf einen Lockdown, der aufgrund der letzten Entwicklungen dringend nötig sei. Daher ergebe eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz auch Sinn: „Wir reden darüber, wer Entscheidungen treffen muss, anstatt sie zu treffen“, so Lauterbach. „Das ist total ermüdend.“

Darüber hinaus warnte der Epidemiologe vor der sich weiter ausbreitenden Corona-Mutante B.1.1.7, die mittlerweile einen Großteil der Neuinfektionen in Deutschland ausmacht, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mehrfach berichtete. „Kindergärten und Schulen werden Hotspots für B.1.1.7 sein“, prognostizierte Lauterbach.

Karl Lauterbach hat sich mit Astrazeneca-Vakzin impfen lassen

Update vom Donnerstag, 08.04.2021, 11.26 Uhr: Karl Lauterbach (SPD) hat seinen Worten Taten folgen lassen - und sich mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. „Astrazeneca Impfstoff ist heute leider erneut in den Schlagzeilen. Wahr ist: Es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar. Dr. Hübner, Leiter Impfzentrum Leverkusen, und ich haben ihn gestern viel verimpft. Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen“, sagte Lauterbach auf Twitter. Der SPD-Politiker wurde geimpft, da er im Impfzentrum in Leverkusen mitarbeitet.

Die Reaktionen anderer Twitter-Nutzer sind durchwachsen. Einige reagieren mit Unterstützung und Lob. „Super. Ein gutes Vorbild“, schreibt ein Nutzer. Andere werfen dem Politiker hingegen Unaufrichtigkeit vor und sind in ihrer Kritik recht deutlich: Lauterbach habe nur im Impfzentrum ausgeholfen, um in der Priorisierung nach oben zu rutschen. Gleichzeitig setze er sich für die Wiederherstellung der Grundrechte für Geimpfte ein. „Wie selbstlos...“, heißt es da von einem Twitter-Nutzer.

Karl Lauterbach fordert Änderung der Corona-Impfstrategie - „Dann gäbe es kaum Todesfälle“

Erstmeldung vom Mittwoch, 07.04.2021, 16.09 Uhr: Kassel - Nicht zum ersten Mal im Verlauf der Corona-Pandemie äußert sich Karl Lauterbach (SPD) negativ zur Covid-19-Impfstrategie in Deutschland und in der EU. Zuletzt diskutierte der Politiker mit Markus Blume und Jana Schimke (beide CDU) sowie der FDP-Politikerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) im Bild-Talk „Die richtige Frage“ über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus.

Lauterbach unterstütze dabei den Vorschlag des CDU-Vorsitzenden Armin Laschet, der einen sogenannten Brücken-Lockdown durchsetzen möchte. Laut dem Experten müsse dies allerdings mit einem Aussetzen der Lockerungen einhergehen. Es würde nichts bringen, wenn einige Bundesländer weiter öffnen oder es vereinzelt Öffnungen mit Tests gäbe, so der SPD-Politiker.

Karl Lauterbach fordert größere Impfintervalle: „Bis Anfang Sommer“ Erstimpfung für Impfwillige

Zudem befürwortet Karl Lauterbach Forderungen aus Bayern, die eine Änderung der Impfstrategie vorsehen. So twittert er auf Twitter: „Es ist gut, dass sich Bayern der Forderung nach Änderung der Impfstrategie anschliesst. Wenn wir BionTech und Moderna Impfintervalle auf 12 Wochen ausdehnen, würden alle Impfwilligen bis Anfang Sommer Erstimpfung haben. Ab da gäbe es kaum mehr Todesfälle“.

Zuletzt hatte sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holotschek (CSU) für einen stärkeren Fokus auf Corona-Erstimpfungen ausgesprochen, um das Impftempo in Deutschland zu erhöhen. Sobald wissenschaftlich geklärt sei, dass man den Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung weiter herauszögern könne, sollten die Bundesländer dies auch einheitlich umsetzen, so Holotschek gegenüber dem Spiegel. (Nail Akkoyun und Jennifer Greve) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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