Pandemie

Corona-Impfungen für Kinder: Karl Lauterbach kritisiert Stiko

Die Stiko hat ihre Impfempfehlung für Kinder geändert. Karl Lauterbach begrüßt die Entscheidung – und äußert Kritik.

Kassel - Kurz vor dem Ende der Sommerferien hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für Corona-Impfungen von Kindern ab 12 Jahren ausgesprochen. Karl Lauterbach zeigt sich über den Schritt erfreut. „Es ist sehr zu begrüßen“, twitterte er. Die Stiko habe die Daten sorgfältig geprüft und ihre Entscheidung gut begründet. Doch der SPD-Gesundheitsexperte findet auch kritische Worte.

Die Stiko habe sehr lange mit ihrer Entscheidung gewartet, sagte Karl Lauterbach gegenüber der Rheinischen Post am Dienstag (17.08.2021). „Damit hat sie es für viele Kinder über 12 Jahre schwer gemacht, eine Impfung zu erhalten.“ Ohne die Empfehlung der Stiko wäre es im Winter zu einer massiven Welle in den Schulen gekommen, prognostiziert Lauterbach. So könne man sie vielleicht noch abwenden.

Karl Lauterbach (SPD) begrüßt die Impfempfehlung der Stiko für Kinder ab 12 Jahren und äußert gleichzeitig Kritik. (Archivbild)

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert, dass die Impf-Empfehlung der Stiko nicht schon früher kam. „Leider haben wir viel Zeit verloren“, so Söder. „Umso schneller sollte jetzt das Impfangebot erfolgen.“

Stiko empfiehlt Corona-Impfung ab 12 Jahren – „Vorteile überwiegen“

Zuvor hatte die Stiko eine Corona-Impfung nur für Kinder und Jugendliche empfohlen, die ein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Eltern müssen einiges über die Corona-Impfempfehlung für Kinder wissen: In ihrer neuen Empfehlung schreibt die Impfkommission nun, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.“ Bund und Länder begrüßten die Stiko-Entscheidung zu Corona-Impfungen für Kinder ab 12 Jahren als wichtige Orientierung für Jugendliche und Eltern und stellten rasche Impfangebote in Aussicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einer guten Nachricht: „Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden.“ Ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen sei da. „Wenn gewünscht, kann eine Impfung diese Woche noch stattfinden.“ Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte zudem: „Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden.“

NameKarl Wilhelm Lauterbach
Geburtsname, -ort21. Februar 1963, Düren (Deutschland)
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Politisches AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Bereits Anfang August hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern breitere Impfangebote für Kinder vereinbart. Der Vorsitzende der Länder-Ressortchefs, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, nannte die Entscheidung der Stiko ein wichtiges Signal. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offen stehen.“ (sne mit dpa)

Wie geht es im Herbst in der Corona-Pandemie weiter? Einschränkungen für Ungeimpfte sind laut dem SPD-Politiker Karl lauterbahc nicht zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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