Corona-Pandemie

Corona-Welle bei Kindern? Karl Lauterbach nach Stiko-Empfehlung in Sorge

Corona-Impfungen für Kinder ab 12 Jahren empfiehlt die Stiko nur bei Vorerkrankungen. Karl Lauterbach findet diese Entscheidung falsch.

Kassel – Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach* tritt vor allem während der Corona*-Pandemie als Experte in Talkshows und Fernsehinterviews auf. Nun befürchtet der SPD-Abgeordnete eine Infektionswelle im Herbst bei Kindern. Ratsam wären Lauterbach zufolge also zeitnahe Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder. „Bei normalem Regelbetrieb werden wir ohne Impfung in den Schulen sehr viele infizierte Kinder sehen“, prognostizierte er am Donnerstagabend (10.06.2021) in der TV-Sendung Maybrit Illner.

Allerdings hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) am Donnerstag gegen eine generelle Corona-Impfempfehlung für Heranwachsende ab 12 Jahren ausgesprochen. Empfohlen wird eine Impfung lediglich für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen. Einem Schreiben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge sei aber auch eine Impfung für gesunde Kinder und Jugendliche möglich. Allerdings nur nach ärztlicher Aufklärung und Akzeptanz möglicher Risiken.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert schnelle Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche.

Corona-Pandemie: Lauterbach entsetzt über Stiko-Entscheidung

Über diese Entscheidung zeigt sich Gesundheitsexperte Karl Lauterbach entsetzt. „Ich finde es nicht richtig, dass wir sagen, Erwachsene schützen wir durch Impfung, aber Kinder schützen wir, indem sie sich infizieren“, äußerte er sich. Die Stiko habe bei ihrer Entscheidung in den Vordergrund gestellt, dass man langfristige Schäden kennen müsse.

Erst dann könne man die Impfung für Heranwachsende empfehlen. „Aber diese Schäden sehe ich erst in anderthalb Jahren“, erklärte Lauterbach bei Maybrit Illner. Demnach werde es dann „auf absehbare Zeit, wahrscheinlich für das ganze Jahr“ keine Impfungen geben.

Im Video: Lauterbach rechnet mit vierter Corona-Welle - allerdings ohne weiteren Lockdown

Corona-Impfung bei Kindern: EMA lässt Biontech-Impfstoff zu

Die Meinungen zur Corona-Impfung bei Kindern* ab 12 Jahren gehen auseinander. Eine klinische Studie zum Biontech-Impfstoff mit 2260 Teilnehmern im Alter zwischen 12 und 15 Jahren hatte eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt. Nebenwirkungen seien bei den Teilnehmenden in Form von Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Fieber und Gelenkschmerzen aufgetreten. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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