Sorge um Long Covid

Corona: Karl Lauterbach warnt – Durchseuchung der Kinder „eine große Gefahr“

Corona-Tests könnten in Schulen wieder zunehmen. So warnt Karl Lauterbach eindringlich davor, eine Corona-Durchseuchung bei Kindern in Kauf zu nehmen.
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Corona-Tests könnten in Schulen wieder zunehmen. So warnt Karl Lauterbach eindringlich davor, eine Corona-Durchseuchung bei Kindern in Kauf zu nehmen.

Angesichts der hohen Corona-Inzidenz bei Kindern warnt Karl Lauterbach vor der Gefahr einer Durchseuchung. Long-Covid-Fälle müssten unbedingt vermieden werden.

Kassel – SPD-Politiker Karl Lauterbach äußerte sich besorgt über die hohen Corona-Inzidenzen unter den Kindern in Deutschland. „Wenn es zu Lockerungen kommt, rechne ich mit noch höheren Inzidenzen bei Kindern“, sagte der Epidemiologe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Man werde künftig noch „große Probleme mit Long Covid bei Kindern bekommen.“

So würden Studien zeigen, dass zwischen 2 und 4 Prozent der Kinder selbst eines halbes Jahr nach einer Covid-19-Infektion noch Symptome hätten. Die Durchseuchung der Kinder sie daher „nach wie vor eine große Gefahr“, so Lauterbach weiter.

Corona-Pandemie: Karl Lauterbach befürchtet Long Covid bei Kindern

„Wir dürfen die hohen Inzidenzen und die Gefahr von Corona bei Kindern nicht herunter­spielen“, sagte Karl Lauterbach. Derzeit müssten Kinder darum kämpfen, dass auch ihr Krankheitsrisiko ernst genommen werde. Dies wiederum sei angesichts der Gefahr von Long Covid „fatal“. Kinderärzte raten daher eindringlich zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen.

Die hohen Inzidenzen unter den Kindern überrasche ihn nicht, man sehe „das Gleiche in England und in einigen US-Bundesstaaten“. Zudem verwies Lauterbach im Gespräch mit dem RND auf Grafschaften in England, wo die Inzidenz bei Kindern auf 2500 gestiegen sei. Solche Inzidenzen müssten in Deutschland unbedingt vermieden werden. Daten des Robert Koch-Instituts zufolge lag die Corona-Inzidenz am Freitag (15.10.2021) in acht Landkreisen und einer kreisfreien Stadt bei den zehn- bis 19-Jährigen bei über 500.

Gefahr für Kinder: Karl Lauterbach drängt auf höhere Corona-Impfquote unter den Erwachsenen

Der SPD-Politiker gibt vor allem dem mangelnden Lüften in den Schulen die Schuld an den hohen Inzidenzen bei Kindern. „Draußen sinken die Temperaturen und die Schulen können nicht mehr so lange lüften. Dieses Problem wird uns die nächsten Monate weiter beschäftigen“, sagte Lauterbach. Darüber hinaus sei es wichtig, „durch eine hohe Impfquote bei den Erwachsenen die Gesamtzahl der Infektionen zu senken.“

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Weiter forderte der Bundestagsabgeordnete mehr Tests an Schulen. Kinder müssten dreimal die Woche getestet werden, bei einem positiven Test in der Klasse sogar fünf Tage infolge. „Nur so kann der Unterricht sicher aufrechterhalten werden, ohne dass die ganze Klasse in Quarantäne muss.“ (Nail Akkoyun)

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