Rückzug auf Twitter

Karl Lauterbach fordert Corona-Kontrollen in privaten Wohnungen: „Befinden uns in einer nationalen Notlage“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der drastischen Zahlen an Corona-Infektionen Kontrollen in privaten Wohnungen und Häusern.

  • Karl Lauterbach sieht Deutschland kurz vor einem zweiten Lockdown.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte fordert Kontrollen in privaten Räumen.
  • Auslöser sind die steigenden Covid-19-Infektionen* in Deutschland.

München - Der SPD-Politiker Karl Lauterbach gilt als klarer Gesundheitsexperte der Sozialdemokraten. Der 57-Jährige setzt sich aktuell stark für einen Wellenbrecher-Lockdown ein: „Wir brauchen eine Atempause, eine Art Wellenbrecher-Lockdown. Wir müssen aus dem exponentiellen Wachstum wieder raus, sonst sind wir in drei Wochen wieder da, wo wir im Frühjahr waren, nur dass wir dann vor einem langen Winter stehen und in einen kompletten Lockdown müssen.“ Konkret geht es dabei um ein Konzept, bei dem für zwei Wochen ein Großteil aller Einrichtungen bundesweit schließen - darunter Restaurants, Bars, Vereine oder Fitnessstudios.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor dem Präsenzunterricht an Schulen. Dieser könne im Herbst und Winter zum „Superspreading-Event“ werden. (Archivbild)

Karl Lauterbach fordert Kontrollen in privaten Wohnungen und Wellenbrecher-Lockdown

Um ein Szenario zu vermeiden, in dem aufgrund des Coronavirus Intensivbetten fehlen und Infektionszahlen nach oben gehen, fordert Lauterbach innerhalb der nächsten Wochen eine massive Reduzierung der Kontakte. Dafür schlägt der SPD-Politiker vor, dass Kontaktbeschränkungen ebenfalls in privaten Räumen kontrolliert werden. Gegenüber der Rheinischen Post sagte Lauterbach: „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein.“

Bei einem Lockdown würde sich der Kontakt zu Mitmenschen größtenteils im privaten Raum abspielen. Bereits jetzt wird privaten Feiern ein großer Anteil an den steigenden Corona-Infektionen* zugeschrieben. Lauterbach sagt dazu: „Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können.“ Nach harscher Kritik hat der Politiker seine Aussage auf Twitter bereits etwas entschärft. Dort schreibt Lauterbach: „Ich lehne es ab, dass Polizei oder Ordnungskräfte Wohnungen kontrollieren. Die Privatwohnung bleibt voll geschützt. Trotzdem müssen wir an Bürger eindringlich appellieren, jetzt jede private Feier zu vermeiden.“

Corona-Lockdown-Szenarien: Lauterbach fordert Wellenbrecher von Kanzlerin Merkel

Der Gesundheitsexperte sehe Deutschland nur zehn bis 15 Tage hinter den umliegenden Ländern, in denen es teilweise deutlich höhere Corona-Infektionszahlen als in Deutschland gibt. Mit einem Zwischen-Lockdown und der Verhinderung privater Feiern möchte Lauterbach diese Entwicklung vorbeugen und gleichzeitig Schulen und Pflegeeinrichtungen möglichst lange offen halten. Welche weiteren Maßnahmen auf Bundesebene beschlossen werden, zeigt sich nach dem aktuellen Corona-Gipfel. (tko) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Kay Nietfeld

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