Corona-Pandemie

Karl Lauterbach warnt vor Aufhebung der Maskenpflicht: „Spaltung der Gesellschaft“

Hält nichts von einer Aufhebung der Corona-Maskenpflicht: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert den Vorschlag und warnt vor einer „Spaltung der Gesellschaft“.
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Hält nichts von einer Aufhebung der Corona-Maskenpflicht: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert den Vorschlag und warnt vor einer „Spaltung der Gesellschaft“. (Archivfoto)

Der Vorschlag zur Aufhebung der Maskenpflicht für Corona-Geimpfte erntet derzeit scharfe Kritik. Politiker Karl Lauterbach reagiert auf diesen mit Unverständnis.

Kassel/Berlin – Die Maskenpflicht war eine der ersten Maßnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie eingeführt worden ist, um sich vor dem Virus weitestgehend zu schützen. Nun kam der Vorschlag diese, neben Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren, für vollständig geimpfte Personengruppen aufzuheben.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, hat sich unter anderem der Kassenarzt-Chef von Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, dafür ausgesprochen, vollständig Geimpfte von dieser Verpflichtung zu befreien. Das Ziel sei es, eine Erhöhung der Impfbereitschaft in der Bevölkerung zu bewirken. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert diese Idee allerdings scharf.

Corona: Aufhebung der Maskenpflicht für Geimpfte? Lauterbach sieht „weitere Spaltung der Gesellschaft“

„Der Vorschlag geht in eine völlig falsche Richtung“, sagte Lauterbach. „Auch vollständig Geimpfte können sich anstecken und selbst auch andere gefährden. Hier besteht ein nicht unerhebliches Restrisiko.“ Falls es in Zukunft zu Ausnahmen komme würde, lasse sich die generelle Maskenpflicht zudem nur noch sehr schwer durchsetzen und kontrollieren.

In den USA hat die Gesundheitsbehörde Personen, die bereits komplett geimpft worden sind, von der Richtlinie befreit. Diese müssen sowohl draußen als auch in geschlossenen Räumen demnach keine Maske mehr tragen. Die Lage dort sei laut Lauterbach aber nicht mit der in Deutschland zu vergleichen, da die Impfbereitschaft dort geringer ausfalle als hierzulande.

Das Argument, dass dieser Vorschlag in Deutschland womöglich ein Anreiz für Menschen sei sich impfen zu lassen, überzeuge den SPD-Politiker daher nicht. Er warnt eher vor einer ungleichen Behandlung von Geimpften und nicht Geimpften. „Die Aufhebung massiver Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte ist richtig. Milde Eingriffe wie das Maskentragen sind aber weiterhin vertretbar, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern“, so Lauterbach. Die Impfbereitschaft sei in Deutschland laut dem Experten ohnehin hoch, weshalb solche „Anreize zum jetzigen Zeitpunkt gar keinen Sinn“ machen würden.

Im Video: Karl Lauterbach warnt ausdrücklich vor zu schnellen Lockerungen für Geimpfte

„Äußerst riskant“: Vorschlag für Abschaffung der Corona-Maskenpflicht stößt auf Kritik

Kritik erntet die vorgeschlagene Abschaffung der Maskenpflicht für Geimpfte auch von dem Grünen-Politiker Janosch Dahmen, da der Vorschlag „äußerst riskant“ sei. „Überall muss gelten: Solange wir keine Niedriginzidenzwerte erreicht haben, erhöht jeder zusätzliche ungeschützte Kontakt von ungeimpften Menschen mit geimpften Menschen die Wahrscheinlichkeit von neuen Mutationen, was dazu führen kann, dass die Impfstoffe weniger wirksam werden“, betonte Dahmen.

Bezüglich der Impfbereitschaft merkte er an, dass diese nicht das Problem darstelle. „Wir kämpfen also nicht mit mangelnder Impfbereitschaft, sondern noch immer mit Impfstoffknappheit gemessen am eigentlichen Bedarf.“ (Alina Schröder)

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